A V Jahresbericht über die LIBRARY r * 1- -xx r T « , NEW YORK Fortschritte auf dem Gesammtgebiete botanical GARDEN A g r i c u 1 1 u r - C li e m i e. Begründet von Dr. R. Hoff mann, fortgeführt unter Mitwirkung von Dr. M. Delbrück, Dirigeut der Versuchsstation für Spiritusfabrikation in Berlin, Professor Dr. Th. Dietrich, Dirigent der Versuchsstation Marburg, Dr. E. v. Gerichten, Doccnt der Universität Erlangen, Dr. E. A. Grete, Dirigent der Versuchsstation in Zürich, Dr. A. Halenke, Dirigent der Versuchsstation in Speyer, Dr. R. Heinrich, Professor der Universität Rostock, Dr. €hr. Kellermann, Lehrer der Kgl. Realschule Wunsiedel, Dr. W. Kirchner, Professor der Universität Plalie a./S., Dr. C. Liutner, Professor und Director der Landwirthschaftlichen Centralschule Weihenstephan, Dr. A. Mayer, Pro- fessor und Dirigent der Versuchsstation Wageningen (Holland), Dr. E. Schulze, Professor der Agriculturcbcmie am Polytechnikum in Zürich, F. S trohiner, Assistent der Ver- suchsstation für Zuckerindustrie in Wien, Dr. €. Wei^elt, Dirigent der Versuchsstation Rufach. Dr. W. Wolf, Oberlehrer der Kgl. Landwirthschaftsschule und Dirigent des Agri- culturcheraischen Laboratoriums in Döbeln. Dr. A. Hilger, Professor der Universität Erlangen. Neue Folge, Dritter Jahrgang. (Der ganzen Reihe Dreiundzwanzigster Jahrgang.) Das Jahr 1880. BERLIN. Verlag von Paul Parey Vorlat'sliandlung für tandsirthscliafl, tarlciihaii und Forslitestn. 188L (WIEGANDT, HKMPEL S; PAREV.) Die bisherige Reihenfolge der Referate im Abschnitte „Landwirthschaft- liche Nebengewerbe" konnte zu meinem Bedauern nicht eingehalten werden, da die Referate über Stärkemehl, Zucker, sowie auch über Conservirung und Desinfection nicht zur richtigen Zeit abgeliefert werden konnten. Um das Erscheinen des Berichtes nicht zu verzögern, wurden die betr. Referate an den Schluss gestellt. Für die gütige Zusendung von Literatur meinen Collegen und den Freunden des Jahresberichtes besten Dank mit der Bitte, auch für die Folge dem Unternehmen dasselbe Inter- esse zu bewahren. Erlangen, im August 1881. Dr. A. Hilger. Inhaltsverzeichniss. Boden. Referent: A. Hilger. Seite Verwitterung von Phonolithen, von C. v. Eckenbrecher 3 Zusammensetzung des altpreussischen Bodens, von A. Jenztsch . . . 3 Chemische Untersuchung russischer Schwarzerden, von C. Schmidt . . 6 Das Kehdinger Moor, von K. Virchow 17 Bodenanalysen, von Nivet, M. E. Philippar, Holdefleiss .... 20 Torfanalysen, von A. Petermann 21 Ueber die Entfernung des Eisens aus Neubrüchen, von C. Pätz . . . . 21 Jlussschlamm, Moorerde, von der Versuchsstation Kiel 21 Unterscheidbarkeit von Lehm und Thon 21 Verunreinigungen des Bodens von Paris, von H. Sainte-Claire- Deville 22 Bodenwärme, von A. v. Liebenberg ^ 22 Einfluss der Ventilation auf die Kohlensäuremengen im Boden, von C. Salger 25 Kohlensäuregehalt der Bodenluft, von E. Wolluy 29 Einfiuss der physikalischen Eigenschaften des Bodens auf den Kohlen- säuregehalt der Bodenluft, von demselben 31 Durchgängig keit des Bodens für Luft, von G. Ammon 33 Durchlässigkeitsbestimmung, von H. Fleck 35 Durchlässigkeit der Moosdecken, Waldstreu für meteorisches Wasser, von W. Riegler 36 Einfluss der oberflächlichen Abtrocknung des Bodens auf dessen Temperatur- uud Feuchtigkeitsverhältnisse, von E. Wollny . . . 37 Beeinflussung der Absorption von Phosphorsäure und Kali durch Chili- salpeter, von Fiedler 39 Bestimmung der Absorptionskraft des Bodens, von, N. Zalomanoff . . 41 Absorptionsvermögen humoser Medien, von A. König 41 Bestimmung der wasserfassenden, wasser haltenden Kraft der Ackererden, Condensationsvermögen des Bodens für Wassergas, von E. Heiden . . 42 Ueber die dem Boden durch Alkalien entziehbaren Humusstoffe , von 0. Pitsch ... 43 Wirkungen des Rieselwassers bei der Berieselung, von J. König . . . 48 Abflusswasser bei Dammculturen, von R. Schiller 51 Spüljauchenrieselung, von AI. Müller 51 J]influss der Bodenfeuchtigkeit auf den Kartoffelertrag, von Birner . . 52 Kleemüdigkeit, von S. Linde 52 Einfluss des Bodens auf den Gerbstoffgehalt der Eichenrinde, von M. P'leischer 52 Chemische Constitution des Torfes, von Ch. Fr. Guignet 53 Boden Rumäniens, von v. S. P. Radianu 53 Literatur 53 — 55 T7T lubaltsvorzoicliuias. Seite Wasser. Referent: W. Wolf. 1. Trinkwasser. Chemische Analyse des Wassers des Vcrsuchsbrunucns aus dem IIaiii)t- schacht bei Deisenhofcu (Müuchen), von Feichtiugor ßö Aualyso des Qiielhvassers des Prager Belvedere, vüu F. Ötolba. . . . 56 Analysen des Leitungswassers der Kölner Wasserwerke 56 Beschaffenheit des Wassers der neuen Leitung zu Augsburg, von J. Winkelmann 56 Analyse des Dresdner Leitungswassers, von IL h' leck 58 Zur Trinkwasseruutersuchung , Ammoniak- und Albuminoid - Ammoniak- Gehalt, von de Chaumont de Netley _ 58 Chemische Untersuchung von 4 Turiuer Wässern, von A. Lieben und S. Cannizzaro 58 Chemische Untersuchung der Wässer der Stadt Palermo und Umgegend, von J. Maccagno 59 Studien über einige böhmische Wässer aus der Umgegend von Tetschen, von F. Ullik 59 2. Mineralwasser. Chemische Untersuchung von Grosslüderer Mineralquelle bei Salzschlirf, von K Reichardt 61 Analysen der Heilquellen von Bad Salzschlirf, von Fresenius, Will, Leber und Dannenberg 62 Analysen zweier neuer Eisenquellen in Franzensbad, von Gintele . . . 62 Analyse des Mineralwassers von Crausac (Aveyron), von Ed. Willra . . 68 Analyse der Mineralwässer von Bussang, von demselben 63 Analyse der Mineralquellen von Bourboul, von demselben 63 Analyse der Mineralwasser von Ronen und Forges-les-Eaux , Eisengehalt derselben, von A. Ho uze au 63 Analyse des Kainzenbrunnens bei Partenkirchen, von Fr. Hulva . . . . 63 Analyse des Mineralwassers von Bagnolles de l'Orne und des aus dem- selben gebildeten Absatzes in den Leitungsröhren, von Delachanal . 64 Analyse des Mineralwassers von Niederbronn im Unter-Elsass, von E. Buri 65 Analyse des Krondorfer Sauerbrunnens bei Karlsbad, von J. Lerch . . 66 3. Analysen, Verhalten und Reinigung anderer Wasser. Untersuchungen des Pegnitzwassers während seines Laufes durch Nürn- berg, von H. Kämmerer dÖ Ueber Flusswasser, deren Verunreinigung u. Mittel, letztere zu beseitigen; ist der Gebrauch von Flusswasser als Trinkwasser zu verwerfen oder zu billigen V von Tidy 67 Ueber die freiwillige Oxydation von organischer Substanz in dem Wasser, von Fraukland und Halcrow 68 Weitere Untersuchungen über die Selbstoxydation der organischen Sub- stanzen im Wasser, von Frankland 68 Ueber die Brauchbarkeit des Eisenschwammes zur Filtration des Wassers im Grossen, von Easton und Anderson 70 Chemische und mikroskopische Untersuchung des Eibwassers u. Leitungs- wassers von Magdeburg, von Reidemeister 70 Eisanalysen, von A. Rüdiger 72 Zur Bestimmung der organischen Substanz mittelst Chamäleon, v. A. Ott 72 Einfache Methode zur Bestimmung der temporären Härte des Wassers, von V. Wartha 73 Zur mikroskopischen Wasseruntersuchuug, von A. Certes 73 Ueber die Menge der festen suspendirten Substanzen des Weichselwassers bei Czernichüw, von P. Gier man ski 73 Analyse des Wassers des Radbuzaliusses bei Pilsen, von F. Stolba . . 73 Analyse des Newawassers, von A Ulich 73 Ueber einige Reiniguugsmethoden der bei landwirthschaftlicheu Neben- gewcrbcn resultirenden Abfallwässer und Gewinnung der darin enthal- tenen nutzbaren Bestandtheile, von Fr. Anthon 74 luhaltaverzeicLuias. VII Seite Lliitersucliungeu von Abflusswasscr aus Dammciilturcu, vou Rud. Schiller 75 Ueber die Zusammeusetzuug der Fluss- und Quellwässer iu der lUe et Villaiuc uud über die Aeuderungen, welche die unterirdischen Wässer iu der Nähe der Städte erleiden, von Lechartier 77 Analyse der St. Anuaquelle u. des Jordanteiches bei Tabor, v. Farsky 77 Literatur ÖÜ Atmosphäre. Referent: Th. Dietrich. Luftanalj^seu, von H. Macagno 81 Ueber eine mögliche Ursache der Schwankung in dem Mengeuverhältniss des Sauerstoffs in der atmosphärischen Luft, von E. W. Morley . . 82 Ozongehalt der Luft in Schottland, von Buchan 83 Ueber die Bestimmung oxydirender Agentien, resp. augeblichen Ozons iu der Luft, von Em. Schöne 83 Ueber die täglichen Schwankungen der Kohlensäure in der Luft, von G. F. Armstrong 84 Ueber die Constanz des Kohlensäuregehalts der Luft, v. Th. Schlössing 84 Der Kohlensäuregehalt der Luft und seine Beziehungen zu den grossen Bewegungen der Atmosphäre, v. A. Levy u. Allaire und Marie-Davy 86 Der Kohlensäuregehalt der Luft in den arktischen Gegenden, v. E. J. Moss 87 Ammouiakgehalt der Luft u. meteorischer Niederschläge, von Alb. Levy 87 Ueber den absoluten Gehalt der arktischen Luft an Feuchtigkeit, von E. J. Moss 89 Organische Substanz in der Polarluft, von demselben 89 Ueber die in der Luft suspendirten Bactcrien, von Cohn und Miflet . 89 Die Bacterien in der Luft, von P. Miquel 90 Temperatur und Feuchtigkeit der Luft in der Nähe grosser Seen, von G. Cantoni 90 Ueber den Einfluss der Seehöhe auf die Niederschlagsmengen, nach J. II a u n 92 Regenmessungeu in verschiedenen Höhen, von Rog. Field 92 Ueber die Entstehung des Nebels, von G. Dines 93 Einfluss der Insolation auf die Reife, von Alb. Levy 93 Einfluss der atmosphärischen Electricität auf das Pflanzeuwachsthum, von Naudin 94 Ergänzungen 94 Literatur 94 Die Pflanze. Chemische Zusammensetzung der Pflanze. Referent: E. v. Gerichten. Fettkörper. Ueber das Vorkommen einer höheren Fettsäure im Buchenholztheer- paraffin, von C. Hell 95 Beiträge zur Kenntniss der Verseifung der Fette, von v. d. Becke . . 96 Ueber die Existenz der Blausäure im Tabaksrauche, vou G. Le Bon und G. Noel 96 Oxalsäure in den Runkelrübenblättern, von A. Müller 96 Beitrag zur Kenntniss von Stereocaulum Vesuvianum, von M. Coppola 96 Notiz über die chemischen Bestandtheile von Stereocaulum Vesuvianum, von E. Paternö 96 Synthese einer Aepfelsäure, von C. Bischoff 97 Ueber die Spaltung der inactiven Aepfelsäure, von G. J. W. Bremer . 97 lieber den Zersetzungsprocess der Gitronensäure bei der Destillation, von R. Anschütz 97 Ueber die Gitronensäure, von G. Audreoni 97 Synthese der Gitronensäure, ven A. Kekule 97 Synthese der Gitronensäure, von E. Grimaux und P. Adam . . . . 97 vm lulialtsvorzüicliuisB. Seite Citroncnsiuire in der Moosbeere, von Ferdinand 98 Furfuran und ein Homologes desselben im Fichtenholztheer, von A. Atterberg 08 2. Kohleiiliydratc. Das Verhalten der Zuckerarten zu alkalischeu Kupfer- und Quccksilber- liisuugen, von P''. Soxhlet 99 Darstellung von Oilycolsänre aus Zucker, von H. Kiliaui 99 Lieber die Oxydation des Mannits, von J. A. Pabst 99 lieber das Sorbin und den Sorbit, vou C. Vincent 99 Uober Kalklevnlose, von Eug. Peligot 99 J)arstellung reiner Lcvulose, vou Charles Girard 99 Ueber das Saccharin, von Eug. Peligot 99 Ueber das Vorkommen von Saccharin im osmosirten Zucker, von E. 0. V. Lippmann 100 Ueber das Saccharin und die Saccharinsäure, von C. Scheiblcr . . . 100 Ueber Multipla in dem optischen J)rehuiigsvermögen der Kohlenhydrate, von Th. Thomsen 101 Ueber eine auffallende IJeziehung zwischen Krystallform und dem optischeu ürehungsvermögeii einiger Kohlenhydrate, vou C. Scheibler . . . 101 Ueber die augebliche Synthese der Glycose, von S. Ziuno u. L. Valente 101 Ueber inactive Glycose oder ueutralen Zucker, von ü. Gayon .... 101 Ueber neutralen Zucker und Invertzucker, von P. Horsin-Deon . . 101 Zur Constitution der Glycosen, von Breuer und Zincke 101 Das spec. Drehungsvermögen der Lactose, vou E. Meissl 101 Ueber die Identität vou Arabinose und Lactose, von IL Kiliani . . . 101 Oxydation von Lactose und Lactonsäure durch Siberoxyd, v. H. Kiliani 102 Ueber Glycosamin, von G. Ledderhose 102 Acetylirung einiger Kohlenhydrate nach dem Liebermann'schen Verfahren, vou A. ilerzfeld 103 Versuche zur Synthese der Saccharose, von A. Kolli u. Wacho witsch 108 Das Verhalten des Rohrzuckers zu Silberoxyd, von E. Salkowski . . 103 Ueber die Inversion des Rohrzuckers durch Kohlensäure und einige Eigenschaften des Invertzuckers, von 0. v. Lippmanu 103 Ueber die spec. Drehung des Rohrzuckers in verschiedeneu Lösungs- mitteln, vou B. Tollen s 104 Beobachtungen bei einer Untersuchung vou Bataten, vou H. Er d manu und G. Prochazka 104 Ueber die Zuckerbestandtheile iu der Frucht des Katfeebaumes, vou Boussingault 104 Arabinose im Zuckerkalk, von 0. v. Lippmanu , . 104 Dreibasisches Kalksaccharat, von demselben 104 Eine bis jetzt noch nicht beobachtete Eigenschaft des Milchzuckers, vou M. Schmöger 104 Nachtrag zu dieser Mittheilung, von demselben 104 Ueber wasserfreien Milchzucker, von E. 0. Erdmann 105 Ueber den Verzuckerungsprocess bei der Einwirkung von verdünnter Schwefelsäure auf Stärkemehl bei höheren Temperaturen, von F. All ihn 105 Ueber Ulniinsubstanzen , welche aus Zucker durch Einwirkung der Säuren erhalten werden, von F. Sestini 105 Ueber die Sacchulmiusäure, von demselben 105 Ueber Sacchulmiu, von demselben 105 Synthese von Ulniinsubstanzen, vou A. Millot 106 Ein Beitrag zur Keuntniss des Levulins, Triticius und Sinistrius, vou A. W. V. Reidemeister 106 Ueber Erythrodextrin von F. Musculus und A. Meyer 107 Ueber Gelose, von II. Morin 107 Ueber die Gelose, von Porumbaru 107 Ueber Inulin, von H. Kiliaui 107 Vergleichende Untersuchung einiger indischen Handelssorten des arabi- schen Gummi, von F. .Masing 108 Vergleichende Uutersucluuig der wichtigsten Handelssorten des Traganth und seiner Surrogate, von demselben 108 Inhaltaverzoiclmiss. TV Seite Verhalten der Starke gegen Glycerin, von K. Zulkowsky 108 Ueber die chemische Zusammensetzung des Pyroxylins und die Formel der Cellulose, von J. M. Eder 109 Beiträge zur Chemie der Bastfasern, von E. J. Bevan u. C. F. Gross 109 3. Glycoside. Ueber das Glycyrrhizin, von J. Habermanu 110 Ueber die Zusammensetzung des Aesculins und des Aesculetins, von C. Liebermann und R. Knietsch HO Ueber Acetylderivate des Aesculins und des x\esculetins, von M. Schiff 111 Ueber die Anwesenheit der Samen von Lychnis Githago (Saponin) im Getreidemehl, von A. Petermann Hl 4. Aromatische Körper. Zur Kenntniss der Röstproducte des Kaffee's, von 0. Bernheime r. . 111 Zur Kenntniss der Saligeninderivate, von K. Bötsch 112 Ueber directe Einführung von Carboxylgruppen in Phenole und aroma- tische Säuren, von C Senhofer und C. Brunner 112 Ueber Abkömmlinge des Resorcins, von F. Tiemann u. A. Parrisius 113 Vorläutige Mittheilung über einige Derivate des Orcins, von J. Sten- house und E. Groves 113 Beiträge zur Geschichte der Orcine, von denselben 113 Zur Darstellung der Orcincarbonsäure, von H. Schwarz 113 Ueber ein Product der Einwirkung von Königswasser auf Orcin, von S. Reymaun 113 Isomere des Phloroglucins, von A. Gautier 114 Ueber eine neue Sj-nthese des Saligeuins, von W. H. Grceue . . . . 115 Ueber das Salireton, von P. Giacosa 115 Vanillin in gewissen Rübenrohzuckern, von C. Schoibler 115 Vanillin in Rohzuckern, von 0. v. Lippmann 115 Künstliche Bildung der Tropasäure, von A. Ladenburg und L. Rüg- heimer 115 Synthese der Tropasäure, von denselben 117 Ueber die Vulpinsäure, von A. Spiegel 117 — 118 Ueber Calycin, von 0. Hesse 118 Synthese der Zimmtsäure aus Malousäureester, von M. Conrad . . . 119 Zusammenstellung von Anetholderivaten, von Fr. Landolph . . . . 119 Einwirkung von salpetriger Süüre auf Anethol, von P. Tönnies . . . 120 Doppelsalze der Meconsäure, von E. H. Rennie 120 Sautouin, von S. Cannizzaro und J. Carnelutti 120 Storesin, von H. Körner 120 4 a. (xerbstoffe. Zur empirischen Formel des Catechins, von C. Liebermanu und C. Tauchert 120 Tannin im Sumachlaub, von H. Macagno 121 Ueber Phlobaphen, Eichenroth und Lohgerberei, von C. Böttiuger. . 121 Gerbsäure der Eichenrinde, von C. Etti 122 Ueber Digallussäure, von H. Schiff 122 Gerbsäure der Ratanhiawurzel, von A. Raabe 123 5. Eiweissstoflfe. Ueber die Zusammensetzung des Protoplasma von Aethalium septicum, von J. Reinke 123 Untersuchungen über die quantitative Bestimmung der Prote'instick- stoife etc., von A. Stutzer 124 Ueber Eiweisskörper verschiedener Samen, von H. Ritt hausen . . . 124 Zimmtaldehyd als Spaltungsproduct bei der Fibrin-Pancreasverdauung, von J. Ossikovsky 125 Chemische Constitution des Tyrosins und Skatols, von demselben . . . 125 Synthese des Methylketols, eines Isomeren des Skatols, von A. Baeyer und 0. Jackson 125 •%r luhaltBVorzüiuhuiss. Seite Dai-stelliiüg von Skatol aus Indigo, von A. Bacyer 125 Faiilüisbprüdiictc des Eiwciss, von K und IL Öalkowski 125 lieber die skaltolbildciulc Substanz, von deuselbcu 120 Zur Keuutniss der arumat. Produete des Tliicrkörpcrs, v. E. IJaumauu 126 lieber ein neues krystallisirtes Si)altuugsproduct der Eiweisskörper, von A. Dauilewsky 126 Lcgumin, von A. Blennard 127 Zersotzungsproducte von Proteinstoffeu, von demselben 127 Zur Frage nach der Entstehung des Hypoxauthius aus Eiweisskörperu, von E. Drechsel 128 lieber Entstehung von Ilypoxauthiu aus Eivi'eisskörperu, v. G. Salomon 128 lieber die Peptone und ihr Verhältuiss zu d. Eiweisskörperu, v. A. Kossei 128 lieber das Nucleiu der Hefe, von demselben 128 lieber den Kleber, von Th. Weyl uud Bischoff 128 Xanthogensäure, ein Fullungsmittel der Eiweissköri)er, von Ph Zöller 129 Globulinsubstanzen in den Kartoffelkuollcn, von demselben 129 6. Fermente. Papaiu, von Ad. W u r t z 130 Verdauendes Ferment im Milchsafte des Feigenbaumes, vou Eouchut 130 Eurotin, von Atkinsou ^ 131 lieber ein verdauendes Ferment, welches sich bei der Brotbereitung bildet, von Scheurer-Kestner 131 lieber die Umwandlung der Stärke uud des Glycogens durch diastatische Fermente, vou Musculus uud v. Mchring 131 Fermente der Albuminoidsubstanzen, von Duclaux 131 7. Pflanzeiifailbstoffe. Heber Chlorophyll, von Hoppe-Seyler 131 Beiträge zur Kenutniss des Chlorophylls, vou R. Sachsse 132 Analysen des Chlorophylls, von Rogalsky 134 Chlorophyll, vou Frings heim , 134 Modif. Chlorophyll im Laub von Eucalyptus globulus, vou E. Schuuck- 134 Beziehungen der Zimmtsäure zu der Indigogruppe, vou A. Baeyer . . 134 lieber iudigweiss- und indoxylschwefelsaures Kalium, v. E. Baumauu uud F. Tiemaun 135 lieber die Erkennung von Alizai'in, Isopurpurin etc., vou E. Schuuk und H. Römer 135 Ki-appfarbstoffe, von Roseustiel 136 Keuer Farbstoff aus Orcin, von H. Schwarz 136 Blaufärbung des Brotes durch Rhiuanthiu uud dessen Vorkommeu in einigen anderen Pflanzen, von C. Hart wich 136 Alkanuin, von G. Carnelutti und R. Nasini 136 Der Alkannafarbstoff, ein neues Reagens a. Magnesiumsalze, v. P\ v. Lepel 136 Farbstoffe der Wein- und Heidelbeeren, vou Ad. Andree 136 Farbstoff von Frasera Walteri Mich., vou Lloyd 137 Blauer Farbstoff der aetherischeu Oele 137 Ueber den Farbstoff' der Rubus chamämorus, vou C. 0. Cech . . . . 137 8. Alkaloide. Pyridin, Chinolin, Pyridin- uud Chinolincarbousäuren 137—140 Bromderivate des Nicotins, vou R. Laibliu . . . . ^ 140 Abkömmlinge des Nicotins, von A. Cahours und A. Etard . . . . 141 Atropin, vou L. Pcsci 141 Künstliche Alkaloide, vou Laden bürg 141 Bc]lado)iiu, von K. Kraut 142 Hyoscyamin, vou A. Ladeuburg 142 Duboisin, vou demselben . 143 Daturin, von E. Schmidt 143 Daturiu, von A. Ladenburg und G. Meyer 143 Alkaloide aus Belladonna, Datura, Hyoscyamus und Duboisia, vou A. Ladeuburg 143 lulialtsverzeicliuiss. XJ Seite Tropidin, von demselben 144 Tropeiue, von demselben 145 Ilomatropin, von demselben 144 Ilyoscein, von demselben 145 Znr Constitution des Cinchonins und Cinchonidiiis , von Zd. II. Skr aap 14G Ueber des Verhalten der Chinaalkaloide gegen libermangausaures Kali von S. Hoogenwerf und W. A. v. Dorp 147 Einwirkung von Fhospborpentachlörid und Pbosphoroxychlorid aut salz- saures Cinchonin, von W. Königs 147 Ueber Cinchonidin und Homocinchonidin, von 0. Hesse 148 Ueber Cinchonin, von demselben 141) Bestimmung des Cinchoniusulfats etc., von demselben 14'J Untersuchungen über die Constitution einiger Alkaloidc der Chinarinden, von demselben IIU— 152 Propionylchinin, von demselben 152 Derivate des Cinchonins und Cinchouidins, von Ad. Claus u. A. . 152 — 154 Ueber die Form, in welcher sich die Chinaalkaloide in den Chinarinden befinden, von J. E. de Vriy 154 Krystallisirtes borsaures Chinoidin, von J. Jobst 154 Prüfung des Chinins 154 Apophyllensäure und das Cotarnin, von E. v. Gerichten 154 Morphin 154-156 Chlorderivate des Strychnins, von Ch. Riebet u. G. Uouchardat . . 15(5 Neues Curare, von Couty und de Lacerda 157 Igasurin, von Shenstone 157 Alkaloide der Ditarinde, von 0. Hesse 157 Rinde von Alstonia spectabilis, von demselben 158 L)itai'u, von E. Ilaruack 158 Reziehung des Echitamins zu dem Ditaiu, von 0. Hesse 159 Darstellung und Eigenschaften des reinen Emetius, vou Podwyssotzki 1.59 Zur Kenntniss der Pereirorinde, von 0. Hesse 159 Carobablätter, von demselben IGü Zur Kenntniss der Rinde von Aspidospcrma Qucbracho, von 0. Hesse . 160 Quebrachorinde, vou Pohl 160 Alkaloide der Granatwurzelrinde, von Ch. Tanret 160 Salze des Pelletierins, von Dujardiu-ßaumez 161 Podophyllum peltatum, vou Maisch 161 Thalictrin, von D. Doassans 161 Beitrag zur Kenntniss der australischen Alstouiarinde, von 0. Hesse . 161 Cocain, von F. S hüll 162 Alkaloid in Aethusa Cynapium, von AV. Bernhard 162 Pilocarpin, Darstellung, von Gerrard 162 Untersuchungen über die Alkaloide der Jaborandiblätter, von E. Har- nack und IL Meyer 162 Ueber Pilocarpin, vou Pohl 163 Alkaloid von Baptisia tinctoria, von F. V. Greeue 163 Bemei'kungen über Alkaloide, von E. Tattersall 163 Specifische Gewichte einiger Alkaloide, vou H. Schröder 163 9. Terpeiie, Campher imd damit iu näherer Bezieliimg- stehende Körper. Einige Derivate des Heptans von Piuus Sabiana, von E. P. Venable . 164 Neuer Kohlenwasserstoff aus Sequoia gigantea, von G. Lunge und Th. Steinkauler 164 Ueber ein im rohen Harzöl vorkommendes neues Cymol, von W. Kelbe 164 Synthese von Metaisopropyltoluol, von A. Ziegler und W. Kelbe . . 165 Harzessenz, von W. Tilden 165 Harzessenz, von W. Kelbe 165 Ueberführung des Amylens und Valerylens in Cymol und Beuzolkohlen- wasserstoffe, von G. Bouchardat 165 Umwandlung des Terebenthens in Cymol, vou Bruere 166 Derivate des Terpentinöls und des Cymols, von J. Moutgolfier . . . 166 Einwirkung vou Natrium auf Terpeutinhydrochlorat, von E. A. Letts . 166 Hydrocampher, von J, K ach 1er und F. V. Spitzer 166 yTT Inlialtsvorzeicliniss. Seite Dc^stillation des Caniphcrs über Ziukstaub, von H. Schroetter . . . 167 Darstellung von Camphora monobromata, von C. Keller 1(37 Vcrbindiuig von Chloralliydrat und Campher, von P. Cazcneuve und Joubcrt 167 TJeber Uromnitro-, Nitro- und Amidocampher, von R. Schiff . . . . 167 Stellung des Broms im Eroracampher, von demselben 167 Einwirkung von Chlorzink auf Bromcampher, von demselben 168 Camphcrkohlensäure, von J. Kachlor und Spitzer 168 Ueber die von Hrn. Ballo aus Campher erhaltene vermeintliche Adipin- säure, von J. Kachler 168 Darstellung der Camphersäure und ihres Anhydrids, von P. Maissen . 168 Einwirkung von Ammoniak auf die Aethylester der Camphersäure, von E. Hjelt 168 Caryophyllin, von demselben 169 Aetherisches Oel der Onodaphne californica, von J. M. S tili mann . . 169 Miaculi, das flüchtige Oel von Melaleuca flaviflora, von St. Martin . . 169 Aetherisches Oel der Aloe, von G. u. H. Smith 169 Notiz über einige Bestandtheile der ätherischen Oele von Origanum vul- gare und Thymus Scrpillum, von E. Jahns 169 Myroxylon peruiferum, von Peckolt 170 Ueber das ätherische Oel des Hanf, von L. Valente 170 10. Bitterstoffe, Harze u. s. w. lieber das Pyroguajaciu, von H. Wiesner 170 Ueber das Verhalten einiger Harze bei der Destillation mit Zinkstaub, von K. Bot seh 170 Zur Kenntniss der Abietinsäure, von W. Kelbe 170 Copaivasäure, von W. B. Rush 171 Harze der Jalappe, von A. P\ Stevenson 171 Hoitfeubitter und Hopfeuharze, von M. Issleib 171 Ueber das Waldivin, von Ch. Tanret 172 Ueber das Harz aus Polissanderholz, von A. Ter r eil und A. Wolff . 172 Gummilack aus Arizona und Californien, von J. M. Still mann . . . 173 Ueber Phytolaccinsäure, von A. Terreil 173 Phytollaccin, von Ciaassen 173 Ueber das Podophyllin, von J. Guaresci 174 Untersuchungen über das Pikrotoxin, von L. Barth und M. Krctschy. 174 Ueber einen Bestaudtheil aus Thalictrum macrocarpum, vouM. Hanriut und E. Doassans 174 11. Pflaiizeuanalj seil. Aschen- Analysen. Referent: R. Heinrich. Aschen-Analysen des ^^'intertraubenapfe]s in den verschied. Entwicklungs- perioden, von Th. Pfeil 178 Chemische Beiträge zur Pomologie, von demselben 178 Aschen-Analysen erfrorner Blätter und Triebe, von E. Ra- mann 180, 182, 185, 186 Analyse der Asche von Gewürzsämereien, von Conrad Edzardi 181, 182, 185, 186, 187 Untersuchungen über die Veränderungen der Runkelrüben- blätter beim Einsäuern in Mieten, von 0. Kellner . . 181, 182, 185, 187 Aschen-Analysen, auf Trockensubstanz berechnet, von demselben . . . 182 Chemische Zusammensetzung der Futterrüben, von G. Janeck. . 182, 183 Analyse der Kerne der Zuckerrübe, von H. Pellet und M. Liebschütz 178, 182, 183, 185, 187 Aschen-Analysen, procentische Zusammensetzung, von denselben . . . 185 Zusammensetzung des Buchweizens, von G. Lechartier . 182, 184, 186, 189 Analyse von durch Kainit- und Superphosphatdüngung getödteten Kartoffelknollen, von M. Fleischer 182, 184, 186 Ueber die gl e ichmässige Zusammensetzung der Pfiauzen, von H. Pellet, E. Langlois und J. Bicrer . . 177, 182, 184, 186, 189 Inhaltsverzeichniss. XIII Seite Analyse der Schwarzwurz, von Eugen Wil dt, Leclerc u. Dudouy 182. 184 Untersuchung gesunder und kranker Limonen , von Leonardo Ricciardi 185, 187 Aschen-Analysen von Citrus, von demselben _ . . 185, 188 Chem. Untersuchungen holzartiger Papilionaceen, von P. Fliehe und L. Grandeau 186, 189 Analysen von Kiefernfrüchten, von A. Hosaeus . . _ 18G, 189 Zusammensetzung der Posidonia Caulini, von Giovanni^ Musso . . 186, 189 Zusammensetzung der AVeizenasche, von M. F. Meunier. . . . 186, 189 Zusammensetzung der Leinkörner, von A. Ladureau 190 Ueber den Gehalt von Ammoniak in der Pflanze, von H. Pellet . . . 191 Ucber die Gegenwart von Kupfer in der Pflanze, von Dieulafait 191, 192 Verschiedenheiten der Aschen einiger Pflanzeutheile, von Aug. Vogel . 192 Ueber Schwefelsäureneubildung bei der Keimung, von 0. Kellner . . 192 Literatur 192 Vegetation. Referent: R. Heinrich. A. Samen, Keiiiumg-, Keimpiüfungeu. Versuche mit keimender Gerste, von GuthbertDay 192 Ueber einige Vorgänge bei der Keimung, von 0. Kellner 192 Der Einfluss des Lichtes auf die Keimung, von A. Pauchon . . . . 193 Untersuchungen über Vorquellen des Samens, von Carl Kraus . . . 194 Untersuchungen über künstliche Beeinflussung des Wachsthums von Kar- toffel- und Topinambourstöcken durch Welkenlassen der Saatknollen, von demselben ^ 195 Ueber Wärmeentwickelung bei der Keimung, von G. Bonnier . . . . 196 Einfluss erhöhter und feuchter Temperatur und einiger chem. Substanzen auf die Keimung, von p]. Ileckel 197 Die zähe Keimkraft des Weizens, von Schauburgh 198 Untersuchungen über die Samen des Rothklees, von Gust. Wilhelm . 198 Ueber die Keimkraft der Unkrautsamen, von H. Hänlein 199 Keimprüfungen pro 1880 199 „ der Controlstation Zürich, von F. G. Steh el er. . . . 200 „ von II. Briem 201 „ der Samenprüfungsanstalt Hoheuheim, von 0. Kirchner 201 „ „ Versuchsstation Darmstadt, von Paul Wagner . . 202 „ „ Samencontrolstation Poppeisdorf, von F. Kör nicke . 203 „ „ Versuchsstation Hildesheim, von Carl Müller. . . 203 „ „ Samen-Controlstation Marburg, von Th. Dietrich . 204 „ „ Versuchsstation Dahme, von J. Fi tt bogen . . . 204 „ „ Controlstation in Arendsee, von A. Pagel . . . . 204 „ „ Versuchsstation Rostock, von 0. Ernst und R. Heinrich 204 „ „ Samen-Controlstation Breslau, von E. Eidam . . . 205 „ von Sempolü wski 206 „ der Versuchsstation Posen, von Eugen Wild t . . . . 207 „ „ Versuchsstation Regenwalde, von H. Biruer . . . 207 „ „ Samen-Controlstation Danzig, von Oemler . . . . 207 „ „ Versuchsstation Insterburg, von W. Hoffm eister . 208 „ „ Versuchsstation Riga, von G. Thoms 208 „ „ Dansk Frokontrols, von E. Möller -Holst . . . . 209 „ von A. Hosaeus 210 „ ,, Kienitz 210 Die cultivirten Spörgelarten, von E. MöUer-Holst 210 Unkrautsamen in amerik. Rothkleesaaten, von Fr. Nobbe 210 Vergleich zwischen amerik., deutsch., schwed. und dänischen Kleesamen, von Samsoc Lund 210 Sind die grössteu Samen auch immer das beste Saatgut V von G. Haber- lan^dt und Wollny 211 ■yrtr Inhaltsverzoichniss. Seite Ueber die "Wirkung der Dämpfe verschiedener Substanzen auf keimende Samen, von Fausto Scstini 212 Einfluss der Kainit- und Superphosphatdüngung auf die Keimfähigkeit der Kartoil'eln, von M. Fleischer 212 Verlust der Keimkraft trockener Samen, von C oster us 212 Gewichtsabnahme des Getreides beim Lagern 212 Uebcrruhende Samen, von Treichel 213 ßcobaclitungen über den Ruhezustand der Pflanzen, von Ph. vanTicghem und G. Bonn i er 213 Mehlige und glasige Gerste, von Grönlund 214 Ein neuer Keimapparat, von F. Bauer 215 Literatur 215 B. Ernälirung-. Bedeutung der Kieselsäure für die Ilaferpflauze, von E. v. Wolff . . 21G Ueber die Function des Kalkes im Lebender Pflanze, von E. v. Raum er und Ohr. Kellermann 21G Beziehungen zwischen dem Zuckergehalt und den mineralischen und stick- stoffhaltigen Substanzen der normalen und in Samen geschossenen Zuckerrüben, von IL Pellet 217 Beziehungen zwischen Stärke, Phosphorsäure und den mineralischen Sub- stanzen in den Kartoffeln, von demselben 219 Vegetationsversuche mit Zuckerrüben, von Fr. Farsky 219 Zur Frage über die Möglichkeit, den Chlorophyll führenden Pflanzen durch organ. Substanzen die Kohlensäure zu ersetzen, von M. Schmoeger . 221 Wurzel-Corrosionsbildcr, von R. Braun gart 221 Literatur 221 V. Assimilatiou, Stoffmetasnorpliose, StoffAvaiideruiig-, Waclistlium. Zur Frage über die Möglichkeit, den Chlorophyll führenden Pflanzen durch organ. Substanzen die Kohlensäure zu ersetzen 221 Die Zersetzung der Kohlensäure durch die Pflanzen unter dem Einflüsse künstlichen Lichtes, von A. Famintzin 222 Zerlegung der Kohlensäure durch die Pflanzen bei künstlicher Beleuch- tung, von P. P. Deherain und Z. L. Maquenne 222 Zerlegung der Kohlensäure durch das Protoplasma der Pilze, von Vines 222 Ueber Pflanzenalbiuismus, von A. H. Church 222 Ueber nicht assimilireude Chloi'ophyllkörner, von Carl Dehn ecke . . 222 Untersuchungen über die Entstehung der Stärkekörner, von A. F. W. Schimper 223 Die Entstehung des Chlorophylls und der Pflanzenfarben ohne Licht, von Ch. Flahault 224 Einfluss des Entblätterus der Runkelrüben auf die Erträge au Trockensub- stanz der unterirdischen Pflanzentheile, von J. Fittbogen . . . . 225 Ueber den Einfluss des Entfahneus auf den Ertrag des Mais, von Franz V. Oppenau und Pellegrini " . . . 225 Die Bildung von Taimin in den Sumachblättern, von H. Macagno . . 226 Ueber den Eiweissumsatz im Pflauzenorganismus, von E. Schulze . . 226 Ueber die Umwandlungen der Salpetersäure und des Ammoniaks im pflanzlichen Organismus, von 0. Kellner 227 Studien über das Asparagin, von F. Me unier 228 Die Bedeutung des Oxalsäuren Kalkes für die Pflanzen von B. J. v. d. Ploeg 229 Die Fettbilduug bei den niederen Pilzen, von v. Nägeli und Low . . 229 Bildung von Eiweiss durch Bacterieu, vonNcncky und F. Schaff er . 229 Studien über die Bildung der fetten Oele und über die Reifung der Oliven, von Angelo Funaro 230 Ueber die Wanderung der mineralischen, organischen und stickstoffhal- tigen Bestandtheile in dem Zuckerrohr, von J. Rouf 230 Untersuchungen über die Wachsthumsverhältnisse der Leguminosen, von Rob. Pott 232 Ueber das Verhältniss von Zucker zu den mineralischen Bestandtheilen im Zuckerrohr, von Pellet 233 Inhaltsverzeichniss. ^y Seite Untersuchungen von Zuckerrüben in ihren verschiedenen Entwickelungs- perioden, von M. Haedge 236 Trockengewichtsbestimmungen der Maispflanze in den verschiedenen Pe- rioden des Wachsthames, von Aug. Morgen 236 Untersuchungen über das Wachsthum der gelben Lupine, von E. Wein 237 Ueber die tägliche Periodicität der Dicken-Dimensionen der Baumstämme, von P. Kaiser 239 Die Bildung von jährlich zwei Jahresringen, von Tenison-Woodt . . 239 Literatur 239 D. Eiiifluss von Licht, Wärme, Electricität, Klima. Die Intensität des Lichtes und die Kohlensäurezerlegung durch die Pflanzen von A. Famintzin 240 Einfluss ununterbrochener Belichtung auf die Pflanzen, von Schübcler 241 Neue Beobachtungen über die Umänderungen der Pflanzen unter ver- schiedenen physikalischen Verhältnissen, von Flahault 241 Der Einfluss der rothen Strahlen auf die Vegetation, von 0. Regnard 241 Ueber den Einfluss der Richtung und Stärke der Beleuchtung auf einige Bewegungs-Erscheiuuugcn im Pflanzenreich, von E. Stahl . . . . 241 Der Einfluss des Lichtes auf das Wachsthum der Zuckerrübe, von H. Briem 242 Wirkung des clcctrischeu Lichtes auf die Vegetation, von C.W. Siemens 243 Einfluss des Lichtes, der Bedeckung und des Humus auf die Vegetation der Waldbäume, von Gouruaud 243 Ueber die tödtlicho Einwirkung niederer Temperaturen auf die Pflanzen, von Herrn. Kunisch 243 Ueber das Gefrieren und Erfrieren der Pflanzen, von H. Müller-Thurgau 244 Untersuchungen über die Bestimmung des Wärmestrahlungs- und Absorp- tionsvermögen der Blätter, von Maquenne 246 Der Einfluss der Wärme auf die Zuckerrübe und die Kartoffel, von H. Briem 246 Das Wärmebedürfniss der Zuckerrübe, von R. Heinrich 249 Zur Lehre von den thermischen Constanten der Vegetation, von H. Hoff- mann 249 Epochen der Vegetation für einen und denselben Baum, von P. Duchartre 249 Das Temperatur-Minimum und Maximum für die Ergrünung einiger Culturpflanzen von Ludwig Heus olt 250 Das Wachsthum der Rübe, von H. MarieDavy 251 Einfluss des Klimas auf die Reife des Weizens, von Balland . . . . 252 Literatur 252 E. Wasseraufiiahme, Wasserleitung-, Transspiratiou. Einfluss der Salze auf die Wasserabsorption durch die Wurzeln, von J. Vesque 254 Wasserströmung in den Wurzeln von Cobaea penduliflora, von A. Ernst 255 Ueber Druckkräfte in Stammorganen, von Josef Böhm 255 Ueber Tropfenausscheidungen und lujectioo bei Blättern, von J. W. Moll 255 Einfluss des Lichtes auf die Ti'ausspiration der Pflanzen, von H. Com es 256 Studien über Verdunstung, von Paul Sorauer 256 Einfluss der Beleuchtung auf Verdunstung, von Paul Sorauer . . . 257 Einfluss der Temperatur auf Verdunstung, von demselben 257 Verdunstungsgrösse des Roggens, der Gerste und der Erbse, von Frz. Farsky 262 Untersuchungen über die Verdampfung des Wassers aus dem Ackerboden und über die Transspiration der Pflanzen, von F. Masure .... 262 Literatur 263 F. Athmmig-. Ueber die Entwickelung von Kohlensäure durch die Wurzeln der Pflan- zen, von Cauvet 264 Ueber den Einfluss wasserentziehender Mittel auf die Athmung der Pflan- zen, von Costerus 264 Gr. Bau und Organisation der Pflanze, Das Wurzclwachsthum der Pflanzen, von Couvet 264 Ueber die Contraction der Wurzeln, von HugodoVries . . . . . 264 vyT InhaltsverzeicbnlsB. Seite Roitrag zur Kcnntniss der Zweige unserer Obstbäume, von Paul Sorauer 205 IJcbor den Kiufliiss der Lichtintensität auf Structur und Anordnung des Assimilationsparenchynis, von E. Stahl 26G lieber das Vorkommen uiul die Vertheilung der Spaltöffnungen auf unter- irdischen rflanzentheilen, von Rieh. Ilohnfeldt 266 Ucber Vcruarbung und 131attfall, von Oeinr. Frhr. v. Bretfeld . . . 266 lieber die Autriclitung des gelagerten Getreides, von Hugo de Vries . 266 Das Aufschicssen der Runkelrüben, von Wilh. Rimpau 267 Literatur 2(i8 H. Befruclitiiug. Das Aufblühen der Gräser, von E. Askenasy 268 Das Aufblühen der Gräser, von E. Häkel 269 Versuche über die Befruchtung der Getreidearten, von v. Lieben borg 269 Literatur 270 I. Pflanzen-Cultui". Beiträge zur Rübencultur, von Wollny 270 Anbauversuche mit Stachelginster (ülex europaeus) , von Schirmer- • Neuhaus 271 Anbauversuche mit der Sojabohne, von Edm. v. Blaskovics . . . . 271 Anbauversuche mit der Sojabohne, von A. Sempelowski 272 Ueber Soja hispida, von C. 0. Harz 272 Anbauversuche mit der Sojabohne, von C. Kraus 272 Anbauvei'suche mit der Sojabohne im Jahre 1879, von E. Wollny . . 272 Einige Culturversuche mit Leguminosen, von Ernst Wein 273 Zwei neue Culturpflanzen, von A. K 274 Reana luxurians, eine neue Futterpflanze, von F. Bilek 274 Anbauversuche mit amerikanischem Rothklee, von Samsoe Lund . . 274 Neue Gespinnstpflanzen, von P. Dangers 275 Literatur 275 Allgemeine Literatur 275 Pflanzenkraiildioitoii. Referent: Ch. Kellermann. A. Allgemeines. Giebt es eine Prädisposition der Pflanzen für gewisse Krankheiten? von P. Sorauer 275 B. Krankheiten durch thierische Parasiten. I. Reblaus. Lebensgeschichte. Ueber das Wintere! der Reblaus, von M. P. Graells, P. de Lafitte, Lichtenstein, Campana, Valery-Mayet 278 Wanderungen der Reblaus, von P. de Lafitte und Fahre . . . . . 279 Widerstandsfähigkeit der Pflanzenläuse gegen Kälte, von Lichtenstein und Girard 280 Die Gallen-bewohnende Reblaus, von Laliman 281 Reblaus und Wurzelfäule, von Millardet 281 Geographische Verbreitung. Neue Fundorte der Reblaus 282 Bekämpfung. Massnahmen verschiedener Regierungen 282—283 Amerikanische Reben, von Blankenhorn, Boutin, Planchen und Millardet 283—284 Asiatische Reben, von Champin 284 Sudanesische Reben, von Th. Lecard, Prato 284 Schwefelkohlenstoff, von v. Babo, Thollicre de Flsle, Boiteau, Lafitte, J. D. Catta, v. Babö, Alland, Calvet und Laur, Etienblet 284—285 Inhaltsverzeiehniss. XVII Seite Asphalt, von Schuf er • 286 Schwofeklioxyd, von Fatio 28G — 287 Kreosot, von Fiedler, Göthe, Prato 287 Thierische Feinde der Reblaus, von Coste, P. Pichard, Cartani 287—288 Parasitische Pilze, von G. do Hamm. Engel, Brogniart, Cornu, Alf. Giard, Rommier, Pastcur, Blamhard 288—289 Literatur 289-294 . Die übrigen Schmarotzerthiere. Nematoden. Tylenchus putrefaciens, von Kühn 294 Tylenchus devastatrix, von PriUieux 294 Heterodera Schachtii, von Eug. Warming, Kühn und Liebschor . 29.'} Gallen an Achillea, von C 29.5 Insecten. a. Rhynchoten. Pemphigus bursarius, von J. Lichtenstein 29.5 — 296 Chermcs viridis, von Schal 296 Aradus cinnamoneus, von Alt um 296 Calocoris vandalicus, von Harz 296 Hystcropterum apterum, von PI Blanchard, Joubcrt, Signoret . 296 b. Hymenopteren. Thenthredo Ailanthus 296 c. Dipteren. Dacus oleae, von ValeryMayet 296 Cecidomycia abietiperda, von Czech und Heuschcl 297 d. Lepidopteren. Sauerwurm, vom landw. Bezirks-Comitc- Landau, von Nessler . . . 297 Springwurmwickler, von Phylloxera-Permauonz-Commission in Werschetz 297 l)ie Kartofielmotte, von E. A. Carrierc 297 Phalaeiia tortrix dorsana, von Ebermayer 298 Edeltannen- Wickler, von Czech 298 Brumataleim, von Hess 298 Raupennestervertilgung, von J. Grell 298 Vertilgung des Kiefernspinners, von AI tum 298 Tortiüx pinicolana, von v. Etzel 298 e. Orthopteren. Wanderheuschrecke, von F — a 298—299 f. Coleopteren. Hylesinus fraxini, von Henschel 299 Entwicklungsgeschichte der Borkenkäfer, von Jude ich 299 Fichtenborkenkäfer, von A. Kellner 299 Brachyderes incanus, von Czech 300 Hylobius abietis 300 Bruchus pisi 300 Drahtwurm, von Blanchard, St. Gal 300 Coloradokäfer-Vertilgung 300 Nutzen der Spechte, von Hess 300 Ilaltica nemorum, von J. Brummer 300 Agrilus biguttatus, von AI tum 300 Bostrichus dispar, von demselben 301 Buprestis affinis, von demselben 301 Buprestis rutilans, von demselben 301 Chrysomela pinicola, von demselben 301 Chrysomela vittellinae, von demselben 301 Hylobius abietis, von demselben 301 VYJTT InhnltsvDrzeichnJss. Scito Anhang. Inscctcngift: liefe, von Sem per; Carbolsiuire, Scliwef'elkolilenstoff. von Rohart 302 Pyrophor, von de Brevans. Jammet 002 Kegenwiirmervertilgung 302 Wurzclanschwcllungen, von M. Woronin 302 Analysen von Kielernfrüchten, von Hosäus 302 Wespcnvertilgnng, von Dnpont Marcel 302 Kinflussder Insecten auf den Zuckergehalt d. Runkclrühe. v. F. Farsky 302 — 303 Mennige gegen Vogelfrass, von Riedel, Grütt er 303 Nagethier e. Mäuse, von Reling 303 Eichhörnchen, von \V. Roland 303 Literatur 303— SOG C. KraiiJilieiteu durcli pflanzliche Parasiten. I. Phanerogame Parasiten. Kleeseide, vom landw. Centralverein der Provinz Sachsen .... 306 — 307 Literatur 307 II. Kryptogame Parasiten. Peronosporeen. Phytophtora infestans, von G. Murray 307 Pcronospora viticola, von M. Com u, Voss, Götho 307 — 308 Peronospora sparca, von Wittmack 308 U stilagineen. Tilletia laevis und Caries, von J. Kühn, Strebel, v. Licbenberg 308—310 Ustilago Garbo, von Kühn, A. Mayer 310 Ui'ocystis Cepulae, von A. B. Frank, Magnus, Ed. P rill ieux . . . 310 Dauer der Keimkraft der Brandpilzsporen, von v. Liebenberg . 310—311 Eintiuss verschiedener Temperaturen auf die Keimfähigkeit der Stein- brandsporen, von Schindler 311 Uredineeu. Die Spermogonieu der Ascidiomyceten, von E. Rathay 311 Calyptospora Göppertiaua, von R. H artig 311 — 312 Puccinia Malvacearum, von E. Ihne 312 Uredo Viticida, von M. Daille 312 Ascomyceten. Elaphomyces granulatus, von Reiss , 312 Ilysterium Pinastri, macrospoium und nervisequium, von Prantl . 312 — 313 Raphidospora hcrpotricha, von G. Cugini 313 Sphaceloma ampcliuum, von Lekisch 313 Pleospora Ilcsperidarum, von A. Cattaneo 313 Ascomyces aculeatus und Sphaerotheca Niestii, von F. v. Thümen . . 314 Claviccps purpurca, von "VVissmann-Wissmannshof 314 Erysiphe Tuckeri, von J. Moritz 314 Rocsleria hypogaea, von Mühlberg 314 Basidiomyceten. Telephora laciuiata, von Conwcutz 314 Anhang. llemileia vastatri.x, von Thisselton Dyer 314—316 Fusicladium pyrinum, von Ed. Prillieux . 316 Sporidermium exitiosum, von 11. v. Bretfeld 316 Pilzkrankheiten des Weinstockes, von M. Cornu 316 Literatur 316-321 D. Kraiilihcitou aus verseliiedeneii Ursaclien. Säuerst ofimaiigel. von .Tosepli Böhm. F. v. Thümen 321—322 Inhaltsverzeichniss, XIX Seite Aufschiessen der Runkelrüben, von W. Rimpau . . . . . . . . 322 Frostschäden an Biuimen, von v. Etzel, F. Lavaron, Hupt au f. Fürst und Prantl, Esslinger, Göthe, H. Iloffmann 323—325 Schütte, von Alers 325 Frostschaden an Reben, von v. Babo, H. Müller-Thurgau, Jab- lanczy, Oberlin 325—326 Grind der Reben, von R. Göthe 326 Gnmmikranliheit der Pomeranzen, von EttoredeNovcllis . . . . 326 Unkrautervertilgung, von E. Ncy, A. Stoltenberg, Graf Z., A. Werner 327 Literatur 327—333 Der Dünger. Referent: E. A. Grete. \. Oüngerbereitung und Düngeranalysen. Seetango und Seegräser, von De Mo Ion 334 Fossilien der böhmischen Kreideformationen, von J. S t o k 1 a s a . . . 334 liiteratnr 335 ABC-process zur Reinigung von Wässern 335 Afrikanischer Guano, von A. Petermann 335 Wcrth der Holzaschen, von J. Nessler 336 Fledermausguano, von C. Weigelt 336 Dünger für Kartofteln auf Sandboden, von Holdefleiss 336 Bereitung von Rauchdünger aus stickstotfhaltigem Material v. Ehrhardt 336 Geldwerth des Stalldüngers, von E. Lecouteux 336 Düngerwerth der Hobelspähne. von J. Pohl 337 Literatur : Englische Superphosphate, Russisches Knochenmehl, Muschelmehl 337 Moorerde als Düngstoff . 337 Beispiele von Düngerfälschuugen 337 Mit Kochsalz eingetrocknete Melasseschlempe 337 Extraction geringer Mengen phosphorsauren Kalkes von C. H. Alldred 388 Literatur: Behandlung der Superphosphate, von Albert, Aepfelprcss- rückstände 338 II. Düngerwirkung. Dünguugsversuche auf Moorboden, von Waldner 338 Düngungsvftrsuche zu Kartoffeln, von J. Fittbogen 339 Düngung mit verdorbenen Lupineu bei Kartoffeln, von P. Holtz . . . 339 Düngung bei Kartoffeln mit Torferde, Ammoniaksuperphosphat und Chili- salpeter, von W. H 341 Literatur: Düngung der Kartoffeln 341 Düngungsversuche auf dem Versuchsfelde des landwirthschaftlichen In- stituts der Universität Göttingen, von Drechsler 342 Düngungsversuche mit künstlichen Düngemitteln bei Runkelrüben und Rübsen, von H. Pogge-Roggow 344 Literatur 344 Untersuchungen über die Cultur der Zuckerrübe, von A. Ladureau . 344 Düngungsversuche zu Zuckerrüben, von M. Märcker 345 Düngung der Zuckerrübe mit Kalisalzen, von A. Dudouy 347 Literatur : Düngung von Wurzelgewächsen, Rieselwasser, Einfiuss ver- schiedener Dünger auf den natürlichen Graswuchs 347 Wirkung der künstlichen Düngmittel auf ungarischem Weizenboden, von Aug. Schumacher 348 Erfolge der Düngung mit Dicalciumphosphat bei Kresse auf humusfreiem Boden, von H. Albert und Rieh. Wagner 348 Feldversuche von Grignon im Jahre 1879, von P. P. Deherain . . . 349 Literatur: Dünger zu Obstbäumen; Kartolielu, Hafer, Gerste; Weizen . 350 Vergleichende Versuche über die Wirkung der wasserlöslichen, der y.n- rückgegangenen und präcipetirten Phosphorsäure auf leichtem Sand- boden, von C. Müller und W. C. Müller-Scheessel 350 Wirkung der Kalisalze auf Graswuchs 351 XXII liilialtäver^uiuliuias. Soite Analysen von Erbscnstroli, von E. Wein 40;j Analysen von Weizen-, Roggen- und llatei'si>reii, desgl. von Xlapssclioten, von J. König 404 Analysen von Erbseufruchtschaleu, von E. Wein 404 3. Körner und Früchte. Analysen von Hafer, von L. Graudeau, Leclcrc, Petermauu, War- sage, Tli. Dietrich, R. Waguer 404 Analysen von Gerste, von A. Petermauu, Warsage, Th. Dietrich 405 Analysen von Winterroggeu, von Th. Dietrich 405 Analysen von Erbsen, von Meiske, von E. Wei)i 405 Analysen von Sojabohnen, von E. A. Corriere, E Wein 405 Analysen von Ackerbohnen, von 0. Kellner, H. Weiske, W. II euue- berg, E. v. Wolff, C. Weigelt, C. Krauch 406 Analysen von Lupinen, von H. Weiske, E. Wein, W. Henne berg, 0. Kellner, G. Krauch 406—407 Analysen von Leinsamen, von A. Mayer 407 Analysen von Baumwollensamen, von A. Peter mann, War sage . . 407 Analysen von Mais, von E. Kern, 11. W a 1 1 e n b e r g , W. H e n n e b e r g , Ileidepriem, G. Kühn, C. Weigelt, C. Krauch, S. W. Johnson, K. Müller, A. Völcker, E. Wein 407 Analysen von Eicheln, von H. Weiske, II. Czubata 408 Analysen von Wegerichsamen, von Iloldefleis 409 Analysen von Dschugara 409 4. Wurzelgewächse. Analysen von Runkelrüben von M. Öchrodt, v. Peter, E. Kern, Wattenberg, J. König, Alfred Dudouy, Th. Dietrich . 409-410 Analysen von Kohlrabi, von Alfr. Dudouy 410 5. Gewerbliche Abfälle. Analysen von Weizenkleie, von L. Grandeau, A. Leclerc, Th. Diet- rich, Markeudorf, W. Hoffmeister, M. Siewert, W. Fleisch- maun, Emmerling, J. König, K. Müller, W. Ilenneberg, M. Marcker, G. Kühn, E. Heyden, P. Wagner, E. v. Wolff, G. Weigelt, G. Krauch, J. Fittbogeu 410—412 Analysen von Roggenkleie, von J. König, K. Müller, C. Krauch, W. Hoffnieis ter, M. Siewert, W. Heuneberg, Th. Dietrich, M. Märcker, Heidepriem. G. Kühn . , 412 — 418 Analysen von Gerstenfuttermehl, von K. Müller 413 Analysen von Granpeuabfall, von J. König 413 Analysen von Buchweizengrützeabfall, von R. Wagner 413 Analysen von Klebermehl, von K. Müller 413 Analysen von Hafer-Weissmehl, von J. König 413 Analysen von Hafer-Rothmehl, von ,J. König 413 Analysen von Mehl von vegetabilischem Elfenbein, von S. W. Johnson 413 Analysen von Reismehl, von Aug. Voelcker, C. Krauch, M. Schrodt, Th. Dietrich, K. Müller 413-414 Analysen von Leinkuchen und Leinkuchenmehl, von Holdeflciss etc. 414 Analysen von Rapskuchen, von C. Krauch, K. Müller, J. König, M. Schrodt, R. Wagner 415—416 Analysen von Rübsenkuclien, von Dietrich, Marken dorf . . . . 416 Analysen von Palmkucheu, von J. König etc 416 — 418 Analysen von Mohnkuchen, von M. Märcker, C. Krauch 418 Analysen von Cocoskuchen, von J. König etc 418 Analysen von Sesamkuchen, von Kern, Wattenberg 419 Analysen von Gandlenusskuchcii, von Th. Dietrich 420 Analysen von Erdnusskuchcn, von J. König etc 420 Analysen von Baumwollensameumehl, von S. W. Johnson, Th. Diet- rich, A. V ölcker 421 , Analysen von Baumwollensamcnkucheu, von Birner, Märcker, Pe- tersen, A. Voelcker 1 421 Inhaltsvei'zeicliuiss, XXIII Seite Aualyseu von Abfällen vou Zuckerriibeu, von PI. Pellet, de Lev audier, M. Märcker, K. Müller, A. Petermanu 421—423 Annalysen von ausgebrautem Hopfen, von ü. Kellner 423 Analysen von Biertrebern, von A. Hilger, Dietrich, J. König, S. W. Johnson 423 Analysen vou Trebern von der Hefefabrikation, von Dietrich . . . . 423 Analysen von Schlemioe aus der Hefefabrik 423 Analysen von Schlempe aus Brennereien, von de Leuw 423 Analysen von Malzkeimen, von König, Dietrich, S. W. Johnson . 424 Analysen von Rückständen von der Reisstärkefabrikation, von Th. Dietrich 424 Ana]5'sen von Fleischmehl, von E. Kern etc 424 Analysen von Zwieback, von J. König, Th. Dietrich 424 Analysen von Milchsurrogat, vou Aug. Völcker 425 Analyse vou Melolontha, von F. Farsky 425 Futtermittel, ll)ei welchen auf die verschiedenen stickstoffhaltigen Be- staudtheile Rücksicht genommen ist. Untersuchungen von A. Stutzer 425 Untersuchungen von R. Wagner 426 Untersuchungen von H. P. Armsby 427 Untersuchungen von E. Schulze und J. Barbieri 427 Untersuchungen von Ose. Kellner 427 II. Analysen von Nahrung-smitteln. Analysen von Weizenmehl, von S. W. Johnson und J. König . . . 428 Analysen von sogen. Liebig's Puddings-Pulver, von J. König .... 428 Analysen vou sogen. Liebig's Backmehl, von demselben 428 Analysen von sogen, concentrirter Griessuppe, von demselben .... 428 Analysen von sogen, concentrirter Erbsensuppe, von demselben .... 428 Untersuchungen von Milch, von L. Janke 429 Untersuchungen von Rahm und abgerahmter Milch bei Anwendung von Laval's Separator, von A. Völcker 429 Analyse von condeusirter Ziegenmilch, von V. Goddefroy 429 Analyse von Natur- und Kunstbutter, von H. A. Mott 429 Analyse von amerikanischen Fleischconserven, vou Ad. Mayer . . . . 429 Analyse vou Fluid-Meat, vou M. Rubner, Stenhouse und Groves . 430 Anweisung zur Bereitung von Fleisch-Brod 430 Thierphysiologische Untersuchungen. Referent: W. Kirchner. Untersuchungen über einzelne Organe und Theile des thierischen Or- ganismus und deren Bestandtheile 430—439 I. Knochen. Ueber die Bedeutung des Kalkes für den thierischen Organismus, von E. Voit 430 II. Blut. Ueber ein Verfahren zur Darstellung der Hämoglobinkrystalle, v. C. Wedl 432 Ueber krystalliuisches Hämoglobin, von G. Hüfuer 432 Ueber Kohlenoxydhämoglobin. von Th. Weyl und G. v. Anrep . . . 432 Ueber das Methämoglobin, von F. Marchand 432 Ueber das Methämoglobin, vou A. Jäderholm 432 Beiträge zur Kenntniss der Häminkrystalle, von F. Högges 432 Beitrag zur gerichtlich chemischen Untersuchung von blutverdächtigen Flecken, von H. Struve 433 Beiträge zum forensisch-chemischen Nachweise von Blut in Flüssigkeiten, Harn, Zeug und Erden, vou V. Schwartz 433 Zur Kenntniss des Hämocyanins und seiner Verbreitung im Thierreiche. von C. Fr. W. Krukenberg 433 Wirkung des Peptons im Blute, von P. Albertoni 433 VVTY luliiiltsvurzuiuliuiss. Seite Ucbcr die Bestininuiug der Eiweisskörper im lilutscruin durch Circiilar- polarisatioii, von L. Fredericq AIVA üutersucluiiigon zur iiliysikalisclien Constitutiou des Blutes, v. G. II u tu er l.');> III. Auge. l'utersucbuugcn über die Albumiuoide der Krystallliuse, v. A. Bechamp 434 Vorglcichende auatomiscbe Uutersuchuugcn über die Blutgefässe iu der Nctzliaut des Auges, von L. Lau gen back er 434 IV. Sonstige Theile und Organe des thierischen Organismus und deren Be- standtheile. Eiweiss. Ueber die VertUeiluug der Phosphate iu den Muskeln uud Sehnen, von L. Jolly 434 Ilarustotfgehalt der Muskeln, von B. Demant 434 Ueber das Sorumalbumin in den Muskeln, von demselben 434 Ueber den Kohlensaiircgehalt der Muskeln, von K. Stintzing. . . . 434 Siiurebildung und Milchsäuregehalt der Muskeln, von Astaschawsky . 435 Ueber die saure Reaction der thierischen Gewebe nach dem Tode, von M. Ekunina 435 Ueber das Verhalten des Glycogens und der Milchsäure im Muskel- fleisch mit besonderer Berücksichtigung der Todtenstarre, v. R.Böhm 435 Ueber die Aufnahme und den physiologischen Zustand des Kupfers im thierischen Organismus, von G. Bizio 435 Ueber die Anwendung einiger Azofarbstoffe für physiologisch-chemische Zwecke, von A. Danilewsky 435 Untersuchung einiger amerikanischer Fleischcouserven, von A. Mayer . 436 Analyse zweier steiniger Verhärtungen in den Eingeweiden von Pferden, von C. A. Gassmann 436 Darmstein eines Pferdes 437 Ein seltener P'all von Dermoidcysten aus der Bauchhöhle einer Gans, von Korzil 437 Ueber das P'ibrinogen und dessen Eigenschaften, von 0. Hammars ten 437 Eine Hypothese über die Bildung des Albumins, von 0. Low . . . . 437 Filtration von Eiweiss durch thierische Membranen, von E. Gottwalt . 437 Ein neues Spaltungsproduct der Eiweisskörper, von A. Danilewsky . 437 Guanidin, ein Oxydatiousproduct des Eiweisses, von F. Lossen . . . 438 Ueber die Bildung von Xanthin aus Eiweiss, von R. H. bittenden . 438 Umsetzung der stickstoffhaltigen Nährstoffe durch Pepsin, von Petit . 438 Zur Lehre vom Pepton, von F. Holmeister 438 Beitrag zur Kenntniss des Peptons, von C. A. Pekelharing . . . . 438 Ueber den Nährwerth der Peptone, von A. Chatillon 438 Pepton in der Leber, von E. öalkowsky 438 Hydration des Eiweisses bei der Peptonbildung, von A. Danilewsky . 438 Ueber das Propepton, von A. y chmidt-Mühlheim, A. Adamkie wicz und E. Salkowsky 438—439 Untersuchungen über Excrete und Secrete 439—446 I. Harn und Excremente. Ueber die Bestimmung des Harnstoffes mit Natriumhypobromit, von C. Mehn, Fanconnier und Jay 439 Zur Theorie der Harnstotfbestimmung von E. Salkowsky 439 Ueber die quantitative Bestimmung des Harnstoffes, von E. Pflüger . 439 Beiträge zur Physiologie und Pathologie der Harnstofi'ausscheidung, von H. Oppenheim 439 Ueber die Bildung des Harnstoffes im thierischen Organismus, von E. Drechscl 440 Zur Ilarustoftbildung ans pflanzensauren Ammoniaksalzen, von L. Feder und PJ. Voit 440 Ueber einige auf die Harnstoftausscheidung bezügliche Thatsacheu, von Ch. Riebet und JMontaro-Martin 440 Schwankungen des Harnstottgohaltes des Harns in Folge Reizung der Leber durch electrischen Strom, von Stolnikow 440 Ammoniakausscheidung im Harn von Kranken, von W. 0. Leube . . 440 Inluvltsvoizoicliuiss. XXV Seite Ueber das Vorkommou von Methylamin und Methylharustoff im Harn, von J. Schiiter 440 Einfluss der wichtigsten Üpiumallialoide auf die Menge des vom Menschen in 24 Stunden ausgeschiedeneu Ilarustofles, von S. Fubiui .... 440 Ueber einige neue Bestandtheile des normalen menschlichen Harns, von C. Schiaparelli und E. Peroni 441 Neue Methode der quantitativen Analyse der Chloride im Harne nebst Beiträgen zur Chemie des Quecksilbers, von L. Habcl u. J. Fern holz 441 Ueber die Anwesenheit der Phosphorsäure im Kuhharn, von L. Chevreu 441 Bestimmung der Schwefelsäure im Harn, von PI Salkowski . . . . 441 Zur Kenntniss der aromatischen Producte im Thierkörper, von E. B a u m a n n • 441 Die redncircnde Substanz des Benzoesäureharnes, von E. Salkowski . 441 Ueber die flüchtigen Phenole, deren Aetherschwefelsäurcu im Harn vor- kommen, von L. Brieger ,* • .* ^^^ Glycerinphosphorsäure im normalen menschlichen Harn , von S o t u i - schewsky 441 Ueber Milchsäuregährung im Harn, von P. Cazeneuve 441 Beschaffenheit der Chininharne, von A. Bornträger 442 Ein Fall von rechtsdrehendem, zuckerfreiem Harn, von demselben ._ . . 442 Ueber die Untersuchung der Urine auf Zucker, von L. Carnelutti und L. Valente 442 Ueber einen Fall von Chylurie, von L. Brieger 442 Nachweis von Albumiu im Harn, von Bö decke r 442 Demonstration von präformirtem Urobilin im Harn, von E. Salkowski 442 Harnstüffausscheidnng bei der Phosphorvergiftung, von M. Thibaut. . 442 Nachweis des Phosphors im Harne bei acuter Vergiftung mit demselben, von Pesci, Stroppo und F. Selmi 442 II. Milch. Aräometrische Methode zur Bestimmung des Fettgehaltes der Milch, von F. Soxhlet 443 Neuerungen in der Analyse der Milch, von P. Radenhausen. . . . 444 Ueber normale Milch und über Milchanalysen älteren und neueren Datums, von H. v. Liebig 444 Bemerkungen zur chemischen Analyse der Milch, von E. Marc band . 444 Bestimmung des Wassergehaltes der Milch, von J. Petri u. R. Muencke 444 Untersuchungen über die Eiweissstoffe der Milch, von A. Danilewsky und P. Radenhausen 44.5 Ueber Production von Kindermilch, von 0. Bollinger 44.5 Bereitung des Kumys 445 Untersuchung der Milch einer ikterischen Frau, von v. Ja koch . . . 445 Uebertragbarkeit der Tuberculose durch den Genuss von Milch, von Bollinger 446 II. Sonstige Secrete. Ueber die Ableitung der specifischen Gallenbestandtheile etc. aus der Formel des Hämoglobins etc., von Edlefsen 446 Ueber die Cholsäure, welche feste Fettsäuren enthält, v. P. Latschinoff 446 Zur Chemie der Galle, von 0. Hüfner 446 Ueber Pancreassecret vom Menschen von E. Herter 446 Ueber die hydroletischen Wirkungen des Pancreas und des Dünndarms, von H. T. Brown und J. Heron 446 Untersuchungen über den Oesanimtstoffwechsel 446 — 464 I. Verdauung und Verdaulichkeit der Nahrungs- und Futtermittel. Fäulniss. Einfluss einiger Salze und Alkaloide auf die Verdauung, von L. Wolberg 446 Ueber Resorption im Magen, von H. Tapp einer 447 Ueber die Ausnutzung der Erbsen im Darmkauale des Menschen, von M. Rubner 447 Umwandlung von Casbin in Pepton, von W. Roberts 447 Die Einwirkung von saurem Magensafte auf die stickstoffhaltigen Be- standtheile der Futtermittel, von A. Stutzer 447 vyYi luhaltsvorzeicimisa. Seite lieber den Einfluss vou Alkohol, Bier und Wciu auf die Verdauung, von li. Fleischer 448 Ucbcr den EiiiHuss des Bieres auf die Verdauung, von F. Emken . . 418 Beitr;ige zur cjuantitativeu Bestimmung des verdauten Proteins, von 0. Kellner 448 lieber die Verdaulichkeit, den Nähr- und Düngerwerth des ausgebrauten Hopfens, von demselben 450 L'eber die Verdaulichkeit von Haferstroh, Wiesenheu und Erbsenstroh, von E. v. Wulff, W. V. Funke und C. Kreuzhage 451 Versuclie über die Verdaulichkeit und den Nährwerth der Eicheln, von II. Weiske, F. Kennepohl und B. Schulze 451 Verdaulichkeit der Lupiuenkörner durch Schafe und den Einfluss der Alkaloide auf den Eiweissumsatz, von 0. Kellner 452 Fütterungsversuche mit Schv/einen, von E. v. Wolff, W. v. Funke und G. Dittmanu 453 Zur Geschichte der Faulniss, von C. T. Kingzett 454 Fermente bei der Faulniss, von E. Duclaux 454 Die aromatischen Prodncte der Verdauung, von J. Terez 454 Beiträge zur K^untniss des Skatols, von L. Brieger 454 Ueber die skatolbildende Substanz, vou E. und H. Salkowski . . . 455 Heber die chemische Constitution des Tyrosins und Skatols, von J. Ossikovsky 455 Darstellung des Skatols aus Rinderhirn und Pancreas, von M. Nencki 455 üebcr die Zersetzungsprocesse des faulenden Hühnereies, vou G. 0. Cech 455 II. Stoffwechsel. Versuche über den Stoffwechsel, angestellt mit 5 Kindern im Alter vou 2 — 11 Jahren, von Camerer 455 Versuche über den Stofi'wechsel bei Ernährung mit Kuhmilch, vou dcms. 455 Untersuchungen über die Ausscheidungsmenge des Stickstoffes aus dem thierischen Organismus, von M. Gruber, M. Pettenkofer und E. Voit 455—457 Muskelthätigkeit und Stoffzerfall, vou 0. Kellner 457 Zur Geschichte der Oxydationen im Thierkörper, vou E. Baumann und C. Preusse . . . 460 Eine Methode zur Bestimmung der Topographie des Chemismus im Thier- körper, von W. Kochs 460 Wirkung der Alkalien auf die Oxydation im Thierkörper, v. A. Auerbach 460 Ueber das Verhalten löslicher Fermente im Thierkörper, von J. Be- champ und C. Baltus 460 Ueber den Einfluss des Lichtes auf den Stoffwechsel, von Speck und von S. L. Schenk 460 Ueber den Einfluss des Licht-es auf die Kohlensäureausscheidung, von J. Moleschott und S. Tubini 460 Das Verhalten des Glycocolls, Hydantoins, Alanins etc. im Thierkörper, von E. Salkowski 461 Ueber Zimmtaldehyd als Spaltungsproduct bei der Fibrinpancreas- Verdauung, von J. Ossikovsky 461 Ueber die Wirkung der anorganischen Säuren und der Fleischnahrung von E. Salkowski 461 Fortgesetzte Untersuchungen über die Bildungstätten der Aetherschwefel- säuren im thierischen Organismus, von W. Kochs 461 Umwandlung der Stärke und des Glycogens durch verschiedene thierische Fermente, von Musculus und v. Mcring 461 Die Bedeutung des Fettes und seiner Compenenten für den Stoffwechsel, von J. Munk 461 Ueber Ammouiakausscheidung aus dem thierischen Organismus, vou C. Gäthgens 461 Ueber die Natur des Leberzuckers und die Zuckerbildung in der Leber, von J. Seegeu und F. Kratschmer, von R. Böhm und F. A. Hoffmann 461—462 Quantitative Analyse der Eiwcissstotfe des Nierongcwobcs, v. E. Gottwalt 462 lulialtsverzcicLuiss. XXVII Seite Eiufluss des Borax auf die Eiweisszersetzung im Organismus, vou M. Grub er 462 Oxydation der aromatischen Kohlenwasserstoflfe im Tliierkörper, vou M. Neucki und P. Giacosa • 463 Ueber den Einfluss vermehrter Wasserzufuhr auf den StofFumsatz im Thierkörper, von J. Mayer 464 Ueber das Verhalten von Phenoläthern im Thierkörper, vou A. Kos sei. 464 Ueber die Aufnahme und Ausscheidung des Eisens, v. E. W. Hamburger 464 Phosphorvergiftung bei Hühnern, von A. Friluckel und F. Rohr mann 464 Physiologisch-anatomische Untersuchungen 464 — 465 Wärmetönung bei der künstlichen Verdauung, von R. Maly 464 Physiologie der Schweisssecretion, von B. Luchsinger 464 Die mechanischen Verhältnisse bei der Bewegung des Pferdes, vou Bruckmüller 464 Histiologische und physiologische Studien, von G. Valentin . . . . 465 Zur anatomischen Kenntniss des Euters der Stute, von Kruszinki . . 465 Ernährung, Fütterung und Pflege der landwirthschaftlichen Nutzthiere 465 — 483 Ueber die Wahl der Kraftfuttermitte], von C. Petersen 465 Die Salzfütterung und ihr Einfluss auf die landwirthschaftlichen Ilaus- thiere, von Mendel 465 Ueber die Geldwerthsbcrechnung der Futtermittel, vou J. König . . . 465 Verfütterung und Aufljewahrung der Bierträber. Nährwerth der Zucker- rübenrückstände, von H. Pellet und Ch. Lavandier 465 Gedämpftes Futter, von B. Rost 465 Fütterung gequetschten Hafers an Pferde, von E. Breymann. . . . 466 Fütterung der Milchkühe vor dem Kalben 466 Fütterungsversuche bei Kühen, von H. B er tsc hinge r? 466 Einfluss der Fütterung auf die Milchabsonderung, vou W. Fleischmann 466 Erdnusskucheu als Futter für Milchkühe 467 Baumwollsamenmehl als Futter für Milchkühe, von A. Preser . . . . 467 Mais- und Leinkuchen als Futter für Milchkühe, vou G. J. Heugefeld 467 Reismehl als Futter für Milchkühe, von Ph. du Roi, H. v. Peter uud M. Schrodt 467 Fleischmehl als Futter für Milchkühe, von H. v. Peter und M. Schrodt 468 Wirkung des Schachtelhalmes auf die Milchabsonderung, von J. Samek 469 Aufzuchtkosten der Rinder, von Schmidt 469 Resultat einer Ochseumast, vou v. W rangell 469 Maisschlempe als Beifutter während der Mast des Rindviehes .... 470 Versuche über den Futterwerth der Diffussiousrückstäude und Presslinge, von Simon Legrand 470 Baumwollsamenkuchen als Mastfutter für Ochsen, von A. Völcker. . 471 Ueber Ochsenmastung, von F. Oehlerking 471 Kälbermastung mit abgerahmter Milch, von K. Zschaage, H. Beck- husen, Leutritz 471—472 Kälbermastung mit Molken, von H Graf 472 Ueber Kälberaufzucht, von B. Marti ny 473 Pressler's Viehmesskunst, von C. Schütz 473 Verschiedenartigkeit des Fettes bei mageren und fetteu Thieren, von A. Muntz 473 Bedingungen zum Erfolge der Mästung 473 Versuche zur Ermittelung des Schlachtgewichtes 473 Ursache und Mittel gegen die Diarrhoe der Kälber 474 Aetzammoniak als Mittel gegen das Aufblähen der Wiederkäuer . . . 474 Mittel gegen die Diphteritis der Kälber, von Damman 474 Wirkung von papaver dubium auf das Rindvieh, von Bidard . . . . 474 Ueber den Verlauf und die Zusammensetzung der Körpergewichtszunahme bei der Aufzucht und Mästung von Hammel-Lämmern der südhannover- schen Laudrage (Leineschaf), von E. Kern und H. Wattenberg. . 474 Untersuchungen über die Ernährungsvorgäuge des Schafes iu seinen ver- schiedenen Altersperioden, von H. Weiske, 0. Kellner, M. Schrodt, R. Mehlis, R. Hornberger, IL Schulz und R. Wienand . . . 478 Mästung vou Hammeln und Schafen mit Rüben 479 Ueber Schafmastung, von Achilles 480 ■ü-yY InhaltsvorzoichnisB. Seite Dämpfen und Maischen. Apparate, von IL Paucksch, Delbrück, Mögelin, Goslich, Ritter, liillig, Gesscr 540 Maisverarbeitung, von Siegler, Stolze, v. Marken, Delbrück . , 541 Verfahren von Riebe, von Delbrück, Fischer, Märcker. Wcrens- kiohl • 540—545 Znmaischcn von Kartoftelstärke, von Richter , 545 Zumaischen von Futtermehl, von Holdcf leiss, Köhr 545 Gährung. Gährungsfuhrung, von Delbr ück, Ilayduck 545 Fiufluss der Spaltpilze auf die Hefe, von Ilayduck 54!) FinHuss des Kühlschiffes auf die Gährung, von Wittelshöfer . . . 549 Gährbottig, Kühlung, von Märcker 549 Schaumgährung, von C. Adam 549 Schnellgährung, von A. J. Boussiguault 550 Kuusthefe. Untersuchung, von Delbrück 550 Sameuwechsel, von M. Schiff 551 Concentration, von Delbrück, W. Schulze 551 Verstellung der Hefe, von Riebe 551 Aufschliessung des Grünmalzes, Hefenmilch, Malzmilchapparat, von Rohm, Wittelshöfer, Delbrück 551 Maischtemperatur, s. Hefe 552 Presshefe. Ilefenauftrieb, von Delbrück, Varit. Brost 552 Buttersäureferment, von Brost .553 Lösung des Stickstoffes, von Heinzclmann .5.53 Hefe ohne Alkohol, von Rainer .5.55 Hefefabrication mit Fruchtessigerzeugung, von Fr. An t hon 5.55 Melassebrennerei. Baum, Fiedler, Briem 5.55 Rübenbrennerei. Briem 556 Destillation. Apparate. Christophs-Apparate, von M. Delbrück, Heinzelmann . .5.56 Varia 5.57 Analyse. Bestimmung der Hefe, von Hausen .558 Bestimmung der Stärke in Kartoffeln, von Scheibuer, Märcker, Del- brück 558 Literatur 5.59 IV. Bier. Referent: C. Lintncr. Brauwasser, von A. Beholoubeck , . . . 5.59 Gerste, von A. Beholoubeck, V. Griessmayer 559 Hopfen. Untersuchung, von A.Ott 561 Ilopfenbitter, Hopfenharz, von J. Isleib 561 Conservirter Hopfen, von A. Beholoubeck, Naumann, Pohl . . . .562 Schwefeln des Hopfens, von Ilühnerkopf und Sohn, K. Weber . . 563 Ptelea trifoliata, Surrogat für Hopfen, von Charles Bai tot, Pousard . .563 Mälzerei. Weichprocess. Weicbproccss der Gerste, von F. IJllik . . 563 Inhaltsverzeichniss. XXXI Seite Führung der Keimung. Einfluss der Keimzeit. Station München . . . 569 Einiiuss des Malzes auf den Character und die Güte des Bieres, von C. Lintner 570 Einfluss des Darreus von Malz auf den Biercharacter, von K. Michel 570 Diastase 572 Veränderungen durch Schwelck- und Darrprocess, von Krandauer . . 572 Physikalische Vorgänge beim Darrprocess, von Langer 572 Einfluss des Maischkochens, von Ott 575 Verwendung von Weizen, Reis, Mais beim Bier, von C. Lintner . . . .578 Untersuchungen auf dem Gebiete der Bierfabrication, von F. Farsky . 578 Organismen im Biere, von E. Hansen 581 Neues Gährverfahren, von E. Nelten 581 Bieranalysen, von G. Iloffmann, Geissler 582 Polarisation der Würze und Biere, von Griessmayer 582 Bestimmung der Phosphorsäure im Biere, von Gilbert 582 Glycerinbestimmung im Biere, von Griessmayer 582 Pikrinsäurenachweis im Bier, von IL Fleck 583 Aloe im Bier, von Born träger 583 Instrumente, Apparate etc. der Bierbrauerei 583 Literatur 587 XIII. Wein (Oenologie). Referent: C. W e i g e 1 1. I. Die Kell)e imd ihre Bestautltheile. Sudanesische krautartige Reben, von Lecard 588 P'rostwirkungen, von IL Müller-Thurgau .589 ■ Anhäufeln gegen Frost, von v. Babo .589 Schnitt erfrorener Reben, von Axmann und H. Müller-Thurgau . .590 Bedeutung des Lichtes beim Reifen, von A. Levy .590 Einfluss der Electricität, von S. Macagno .592 Einfluss des Rebschnittes, von D. F. Ravizza u. J. G. Wieniuger . 593 Erträge verschiedener Sorten, von C. Hugues .594 Reisestudien, von R. Mach, K. Porttle und Ravizza .594 Zusammensetzung des Saftes verschiedener Beerentheile, von E. Mach und K. Portele .598 Cibebenanalysen, von K. Portele und E. Mach GOO II. Der AVein. a. Seine Beslandtheile und deren Bestimmung. Süss- und Südweine, von G. Laube und L. Aldendorf 001 Russische Landweine, von C. 0. Cech (301 Faissisclie Fruchtweine, von demselben (302 Argentinischer Wein, von Sace 003 Alkoholgehalt australischer Weine, von S. T. Fallou 003 Uebereinstimmung der Reactionen von Rothwein und Heidelbeerfarbstoffe von A. Andree und C. Gänge 003 Erkennung fremder Farbstoffe, von A. Dupre 004 Fuchsinnachweis, von Latour, Yvon, Wurtzu. Marty, E. Jacque- m i n und S o 1 a n i 004 — 005 Bestimmung von Alkohol und Extrat, von Skalweit 000 Bestimmung des Glycerins, von II ip. Raynaud 000 Nachweis freier Salicylsäure, von A. Casali 000 Nachweis der Salicylsäure, von L. Weigert 000 Verschwinden der Salicylsäure aus Wasser und Wein, von E. Kolbc . GOO Nachweis und Bestimmung der schwefligen Säure, von V. Wartha . . 007 Nährwerth von Obst, von J. König 007 b. Weinkrankheiten. Die freiwillige Ausscheidung des Rothweinfarbstoffes, von Comboni . . 008 Heilung schwarz gewordener Weine, von F. König 008 Ursprung und Heilung des Erdgeschmackes, von v. Bolletin .... 009 xxxn Inhal tsyorzeichni BS. Seito Entfernung des Fuclisgeschmackes amerikanischer Weine (ohne Autor) . 009 Krystallschöne, von Boscaroli Eiitrilrbung des Weinsteins, von J. Macagno 615 VI. Conservirung. Desinfection. Referent; A. Ilalenkc. Antiseptische Wirkung der Salicylsäure, von A. Schulz, II. Kolbo, E. v. Meyer, W. Hempel, A. Huber 616 Borsäure als Conserviruugsmittel , von Endemann, M. Grabes, L. Lcvi^in ßl8 Conservirung der Nahrungsmittel ' 619 Fleischconservirung, von A. Schlesinger, Bohlt und Vogel, C, Mentzel, J. Tieltsch, F. Lülkes, Th. Artimini, A. G. Pa- chalv, J. H. Könekamp, M. Meiuert, M. Ptubuer, Scheurer- Kestuer , 619-020 Bleigehalt von Fleischconserven 620 Suppenconserve, von J. B. Pascal 620 Viehlutterconserven, von 0. Thümel 620 Conservirung von Milch, von J. Faser 621 Condeusirte Milch, von E. Wein, N. Gerber, C. v. Godefroy . . . 621 Conservirung von Butter, v. G. Bischhof, Th. F. Wilkins, Spormaiin 621 Conservirung von Bier, von W. Lesemeister, J. Böhm, Ch. Boss, H. Krätzer, A. Baumhold, 0. Thümmel, M. Herter .... 622 Conservirung von Hopfen, von C. Lintner 623 Conservirung des Weines, von R. Avenarius und F. v. Heyden . . 623 Conservirung von Kaffee, Gurken, Blut, von S. De Luca, H. Dittmar und A. Klute, Heinson Huch 623 Conservirung von Wasser, von Lengenfeldt, J. Grant, F. Pfeiffer, Klencker, H. Büssing, Perret, IL Ilühlrod 624 Conservirung pflanzlicher und thierischer Stoffe, von de CandolJe, J. N essler 624 Conservirung von Trauben, v. H. W. Dahlen, Nessler, A. Knyosaff 625 Conservirung von Holz, von R. Gardner, Holtzapfel, Blüthe, J. D. Franck, J. Blythe 62.'i Conservirung von Bauhölzern, von J. Sauerwein, R. M. Bankroft . 626 Conservirung von Rebpfählen, Fässern 626 Conservirung von Eisen ^^'^^^ Conservirung von Gypsabgüssen 627 Wickersheimer'sche Conscrviruugsflüssigkeit, v. H. Struve, 0. Jacobsen, J. Martenson, Ph. Stein, Wicker shcimer 627 Conservirungsflüssigkeit für Fleischbeschauer, von H. Hagen . . . . 628 Literatur 628 Einfluss der Fäuluissproducte auf das Aufhören der Fänlniss, von A. Wernich : 629 Verhalten von Kaliumpermanganat zu faulenden Lösungen, v. J. Kingzett 629 Desinfection und Bactcricntödtung, von A. Wernich 629 Chloriilunol, I)esinfcction5-mittel, von C. 0. Ccch 629 Inhaltsverzeichniss. XXXTTT Seite Wirkung von Sublimat, Phenol und Salicylsäure auf pcpsinbaltigo Flüssig- keiten, von Catillon. Patzbohlt tJoO Antiseptische Wirkung der Picrinsaurc, von Jules L'heron G;3() TLyniol als Antisei)ticura G;50 Styron. von Beacli (J30 Eucalyptusöl, von Tb. Siegen .• (V30 Autiseptisches Mittel, von M. Bauer G;}0 Phenol 631 Kohlenoxyd als Couscrvirungsmittcl, von II. Nictncr u. K. Zimmermann 631 Borax als Antisepticum 631 Resorcin. von J. Andeer 631 Reinigung von Äbfallwässern , von K. und Th. Möller, W. Knaner, A. Müller 632 Reinigung von Canalwässern, von N. Y. Scott 632 Desinfection von Luft, von .t. Munck, A. Müller 633 Desinfection von Aborten 633 Desiufcctionspulver 633 Desinfectionsmittel. Patente 634 Literatur 634 VIL Stärke, Dextrin, Traubenzucker (Mehl, Brod). Referent: F. Str ohmer. Stärke- und Trockensubstanzbestimmung in Kartoffeln, von M. Mä reker 635 StärkegeAvin'Uing, von J. Reinke, Z. IJerthold . 636 Maisstärke, von A. Riebe 636 Erythrodcxtrin, von F. Musculus. A. Mayer 636 Schwefehi des Getreides, von A. Müller 636 Bildung des Klebers im Mehle, von Th. Weyl, Bischoff 636 Klebergehalt und Backfähigkeit verschied. Weizenmehle, v. P. Crenier 637 Klcbergehalt des Weizenmehles, von Th. v. Luhowitz 637 Fassgeruch des Mehles. von Polek 637 Nachweis von Alaun im Mehle, von A. Dupre 637 Kornrade im Mehle, von Peter mann 638 Brod aus Roggenmaisschrot, von K. Birnbaum 638 Neue Brodsorte, von J, Troost, E. M eissei 638 Alaunhaltiges Brod, von J. W. Knigbts 639 Rinanthinhaltiges Brod, von C. II artwich 639 Verbalten von Invert- und Traubenzucker zu alkalischen Kupfer- und Quecksilberlösungen, von Soxhiet 639 Pateute 643 Literatur 643 VTIL Der Rohrzucker. Referent: F. Str o hm er. Theoretisches. Allgemeines. Inversion, von Urech, E. v. Lippmann 644 Unters uchuugsmetbo den. Polarisation und deren Instrumente, von Laurent, Schmitz, Pelle- tau, Tolleus 644 Scheibler's Extractiousverfahreu, von K. Neumann 64.5 Extractionsapparate 64.5 Wertbbestimmung der Rübe, von J. V. Divis 64.5 Formel der Zuckerbestimmung, von Sieders ky 647 Einfluss des Bleiessigniederschlages auf die Polarisation, von F. Sachs 647 Zuckerbestimmung durch Glyceriu 648 Verfälschungen von Raffinade, Verbesserungen im Zuckerlaboratorium etc. 648 Rübenzucker. Saftgewinnung 648 YYYTV Inhaltsverzeichniss. Seite Scheid II ng und Saturation. Saturation, von W. Sykona, De Rionac, R. Dux 649 Comprcssionsvcrfahrcu, von A. v. Wachtel 649 Reinigung des Saftes mit Kiesfiltration, von Sostmanu, Kochhaus, Ilempcl, Alberti 650 Klärung, Schlammprcssliuge, von E, Ma tegeczek 651 Filtration. Knochenkohle, Fabrication, Widerstandsfähigkeit, von 0. Cordcl, Fr. Sebor,Sehnal 651 Zuckcrabsorp'tion der Kohle, von R. Dux , H. A. Mott 652 Wirkung der Kohle, voa F. Schiller 653 Verdampfen. Verkochen. Krystallisation. Incrustationen in Verdampfungsapparaten, von H. Pellet, Grobert . 653 Mclassebildcnder Einfluss des nicht krystallisirenden Zuckers, von M. G. Flourens 654 Fabricat. Vanillin im Rohrzucker, von E. v. Lippmann 655 Zuckercouleure, von E. Mateczek 655 Abfälle. Presslinge. Diffusiousschnitzel. Untersuchung, von Pellet, Levandier. A. Petermann 655 Melasse und ihre Verarbeitung. Formen des Stickstoffes in der Melasse und sonstigen Producten der Ver- arbeitung, von H. Bodenbender, D. E. Ihlee 656 Substitutionsverfahrea, von Stamm er 659 Directe Verarbeitung der Melasse durch das Substitutionsverfahreu, von E. 0. V. Lippmann 664 Zuckerkalkverarbeitung, von Pauly 667 Defecationsverfahren, von E. 0. v. Lippmann 667 Melasseverarbeitung, von U. Gayon, Jim e mann 667 Abfalhvässer. Rübcngallerte 667 Zucker aus Zuckerrohr und Sorghum. Diffusion, von Riffard 667 Sorgho, von Meunier. . . . 669 Patente . . . , 669 L Pflanzenproduction. Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Eeferenten: A. Hilger. W. Wolf. Th. Dietrich. E. v. Gerichten. R. Heinrich. Ch. Kellermann. E. A. Grete. Jahreaberiolit. 1880, LIBRAr. V NEW YOIli'C BOTANICAL GARDEN Boden. Referent: A. Hilger. C. V. Eckenbrecher ^) hat an einem Handstücke eines Phonolithes umwand- vou Zittau, der mit drei scharf begrenzten Zonen einer 4 cm starken Ver- gängl^be'i Witterungskruste versehen, war, interessante Beiträge zu den Verwitterungs- ^j^terung Vorgängen des Phonolithes geliefert. von Phono- Die mikroskopische und chemische Untersuchung des Kernes und der Verwitterungszonen führte zu folgendem Resultate in chemischer Hinsicht: Die erste Umwandlung des Phonolithes besteht in einer Vermehrung der Kieselsäure, welche in dem äussersten Umwandlungsprodukte immer noch grösser ist als in dem frischen. Mit dieser Aenderung des Kieselsäurege- haltes tritt im ersten Stadium eine Zeolithisirung des Nephelins und des rhombeudodecaedrischeu Gemengtheiles (hier Sodalithes) ein, im 2. und 3. eine Kaoliuisirung des Feldspathes und gleichzeitig hiermit die Wegführung der gebildeten Zeolithe. A. Jentzsch^) hat es unternommen, eine Charakteristik des alt- zusammen- preussischen Bodens zu geben, veranlasst durch das grossartige Material, das '^luprfus^!^ der physikal-ökonömischen Gesellschaft zur Verfügung steht. Es ist beabsich- Bodens, tigt, die Charakteristik auszudehnen auf die Zusammensetzung des Bodens in mechanischer Hinsicht, die Mittheilung der Bodenprofile, eine Beschreibung der im Boden sich findenden Geschiebe und die chemische Seite. Die che- SjÄische Charakteristik liegt in einer grösseren Arbeit vor, welche 4 Haupt- C3abschnitte umfasst: — ^ 1) Die Charakteristik des vortertiären Materials, jY^ 2) des Tertiären, 3) des Diluviums, 12^ 4) d^s Alluviums. ^ Die Geschiebe, welche im altpreussischen Boden aus vortertiärem Mate- riale vorhanden sind, stammen zunächst, zahlreich und massenhaft auftretend, aus der Kreide. Triasgeschiebe fehlten fast gänzlich, ebenso Zechstein- und Carbongeschiebe, um so reicher sind vertreten aus den älteren Formationen Kalke und Dolomite aus dem Devon- und Silurgebiete Esth- und Livlands bis zu Oesel und Gotland, auch wohl Schwedens. Die grössten erratischen Blöcke bestehen aus Granit und Gneiss, Diorit, Porphyr und Sandstein bilden nur Stücke massiger Grösse, Hornblendegesteine sind ebenfalls häufig. ^) Tschermack's miiieralog. und petrograiAische Mittheil. 1880. 2) Schriften der pliysikal.-ökonom. Gesellschaft Königsberg. 20. Jahrg. 43. 1* A Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dttnger. I. Krystalliiüscbe Gesteine. 1) Die krystallinischen Gesteine, welche das Material der Dilu- vialschichten Altpreusscns zu einem grossen Theile geliefert haben, enthalten Kieselsäure, Thonerde, Eisen, Kalk, Magnesia, Kali und Natron als Ilaupt- hestandtheile. Ausserdem sind in kleineren Mengen vorhanden in ziemlicher Verbreitung Mangan, Fluor, Lithiun, Schwefelsäure, Phosphorsäure (0,4 bis 0,6 o/o), Titansäure, Zirkonerde, Chlor. Die sedimentären Gesteine sind aus der Zersetzung und natürlichen Aufbereitung der krystallinischen hervorgegangen und zeigen eine weit- gehende Differenzirung des Stoffes. Je öfter das Material umgelagert wurde, um so vollkommener war die Sonderung, welche dahin zielt, dass 1) Quarz und andere unlösliche Mineralien zurückbleiben, 2) ein Theil der zersetzbaren Mineralien in schwerlösliche Verbindungen übergeführt wird, 3) ein anderer Theil derselben lösliche Stoffe liefert, welche theils durch die Flüsse dem Meere zugetragen werden, theils mit oder ohne Bei- hülfe von Organismen in einzelnen Schichten oder Concretionen sich anhäufen. 2) Devon und Silurgeschiebe. Hier finden sich vorwiegend Ge- schiebe von Kalk, Dolomit und Sandsteinen. Erstere sind besonders häufig und zeigen hinsichtlich ihrer chemischen Zusammensetzung, dass die silu- rischen Kalke (Beyrichienkalke) meist ziemlich reine Kalksteine mit 1 bis 1 V2 7o kohlensaurer Magnesia, die devonischen Kalke Dolomite mit 30 bis 42 % kohlensaurer Magnesia sind. Die unlöslichen Beimengungen sind reich an Kieselsäure, Thonerde, Eisen, auch Kalk, Magnesia, Kali und Natron, nebst geringen Mengen von Phosphorsäure ( — 0,83 *^/o), die aber in den Orthoceratitenkalken (Untersilur) im Mittel 1,7% betragen, Schwefel- säure (0,499%), Chlor, Titansäure, Mangan. 3) Geschiebe aus Zechstein, Trias und Jura. Von diesen For- mationen liefert nur der Jura häufiger Geschiebe, vorwiegend der Zone von Ammonites-Lamberti angehörend, seltener den Saudsteinen, die aber sehr wenig Antheil an der Zusammensetzung des Bodens nehmen. 4) Kreideformation. Dieselbe ist vertreten besonders in Form von groben bis feinen Sauden und Letten, mit Kreidestaub durchmengt, sowie besonders von sog. harter Kreide, aus sandigen und thonigen Mergeln bestehend. Concretionen finden sich hier in Form von Feuerstein, Glau- koniten, Phosphoriten. Die Bestandtheile der hier in Betracht kommenden Massen sind: koh- lensaurer Kalk, 95—99% mit Magnesiacarbonat, Kieselsäure, Sand, ge- ringe Mengen von Thonerde, Eiseuoxyd, Phosphorsäure mit minimis von Kali und Schwefelsäure. Die harte Kreide bildet hellgraue, oberflächlich weisse, eckige, schwach zugerundete Stücke, mit Einschlüssen von Glimmer, Glaukonit und Quarz und besteht nach den mitgetheilten Analysen aus 57 — 78% Kieselsäure, 13—37% kohlensaurem Kalk, Spuren von Eisenoxyd, Thonerde, Schwefel- säure. Die als Concretionen auftretenden Phosphorite, von denen zahlreiche Analysen mitgetheilt sind, enthalten 10— 36 7o, im Mittel 23,44% Phos- phorsäure, entsprechend 51,17% phosphorsaurem Kalke. Die Glaukonite, deren Bedeutung als Bodenmeliorationsmaterial zur Genüge bekannt ist, zeigen (nach 15 Analysen) einen zwischen 49 — 51% Bodeu, K schwankenden Gehalt an Kieselsäure und einem bedeutenden zwischen 3 und 1 3 "/o sich bewegenden Kaligehalt. n. Tertiär. Das Tertiär gliedert sich in Ostpreussen in die Bernsteinforma- tion, reich an Glaukonit, der die Sande und Lehme mit Quarz zusammen grün färbt, mit Glimmer und Phosphoritkuollen, und die Braunkohlen- formation, deren Schichten im Allgemeinen durch den Maugel an kohlen- saurem Kalke, überhaupt Kalk, sowie auch au Magnesia und Alkalien mit relativem Reichthum an Schwefel. III. Diluvium. Die Diluvialschichten, die hier in Betracht kommen, sind stets mit kohlensaurem Kalke versehen, soweit sie nicht durch jetzt noch thätige Tagewässer verändert sind, enthalten nur selten Kohlensubstanzen, Schwefel- verbindungen, Gyps. Der kohlensaure Kalk bildet theils grössere Geschiebe, theils ist er fein zertheilt, begleitet von Magnesia und Eisencarbonat, sowie von sämmtlichen Mineralien, die beim Zerfall der krystallinisc'.ien Gesteine zu Tage treten, namentlich Quarz, Feldspath, Glaukonit, Glimmer, Granat etc. Die Urform der Diluvialbildungen ist der graue Lehmmergel oder Geschiebemergel, auch unterer Diluvialmergel (Schiuffmergel) genannt, aus welchem sich durch mechanische Aufbereitung gebildet haben: 1) Lager erratischer Blöcke, 2) Grand, 3) Sand, dessen gröbste Sorte Kies heisst (Spathsand, Sandmergel), 4) Staubmergel, 5) Pelit und Pelit- mergel, 6) plastischer Thonmergel und 7) Lettenmergel. Eigentlich plas- tischer Thon ist nicht häufig. Aus zahlreichen Analysen, welche über die Diluvialschichten, deren lös- liche Bestandtheile namentlich vorliegen, die auch im Originale mitgetheilt und zweckentsprechend zusammengestellt sind, lässt sich zunächst folgern, dass der Gesammtgehalt an Carbonaten des Calcium und Magnesium in den bei Berlin zu Tage tretenden Diluvialschichten durchschnittlich etwas ge- ringer ist, als in Ostpreussen. Dagegen ist der untere Diluvialmergel Berlins um einige Procent kalkreicher als der ostpreussische. „Immerhin darf man als nachgewiesen betrachten, dass von Tilsit bis Berlin eine nur sehr geringe Variation des Kalkgehaltes wahrnehmbar ist, was auch für die zwischenliegenden Theile Ost- und Westpreussens wie der Nachbarprovinzen ein Gleiches erwarten lässt." Im Durchschnitt nimmt der Kalkgehalt mit dem zunehmenden Thon- gehalt zu. Die Magnesia nimmt constanten Antheil an den Carbonaten und beweisen namentlich die von Ritthausen und Hofmeister aus- geführten Analysen, dass auf 1 g kohlensaure Magnesia in 13 Thon- und Lehmanalysen 1,79 — 23,50, im Mittel 7,02 g kohlensaurer Kalk kommen, oder 1 Aequivalent MgCOa im Mittel auf 5,90 CaCOs. Es schwanken daher die Carbonate von fast reinem kohlensaurem Kalk zu Dolomit, im Mittel findet das Verhältniss 1 : 7 statt. Hinsichtlich der übrigen löslichen Bestandtheile möge hier Erwähnung finden, mit Bezugnahme auf mitgetheilte Analysen und Contraversen im Originale, dass die grauen Schichten des Uiiterdiluviums kleine Mengen lös- lichen kohlensauren Eisenoxydules neben Eisenoxyd enthalten. Der Gesammtgehalt an freiem Eiseuoxyd scheint im Oberdiluvium in Folge der Zersetzung der Silicate grösser zu sein. /» Bodeu, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Düuger. Phosphorsäurc und Schwefelsäure sind in allen Bodenarten ent- halten und zwar lässt sich auf Grund mitgetheilter Zahlen annehmen, dass, bei einem spcc. Gewicht des Bodens von 1,3, eine Schicht Diluvialmergel von 1 dm Dicke pro Hectare im Durchschnitt 52 Centner Phosphorsäure = 113 Centner basisch phosphorsauren Kalk enthält. Alkalien sind immer vorhanden und zwar überwiegt das Kali, durch die rothen Feldspathe veranlasst, das Natron. Im Betreff der unlöslichen Bestandtheile, worüber keine direkten Er- fahrungen vorliegen, kann als Regel festgestellt werden, dass die gröberen Körner aus Quarz und Feldspath bestehen, die kleinereu aus Glaukonit und Kalk, während Titaneisen, Granat, Hornblende, Augit kleine Körner eben- falls bilden. IV. Alluviiim. Als Mittelwerth für die Zusammensetzung des sog. Wiesenmergels, aus 22 Analysen, erhält man in der lufttrocknen Substanz: 2,1 Wasser, 5,8 Organ. Substanz (0,2 Stickstoff), 5,9 Thonerde, Eisenoxyd und unlös- liche Stoffe, 82,3 Carbonate, wovon nur geringe Mengen Magnesia sind, 0,1 Natron, Spur von Kali, 0,06 Phosphorsäure, 0,4 Schwefelsäure. Es reihen sich einige Analysen von Thonschlamm an und schliesslich werden 52 Analysen von wahrem Teichschlamm mitgetheilt, welche wieder hinsicht- lich des moderähnlichen Teichschlammes eine mittlere Zusammensetzung gestatten, die wir folgen lassen: Wasser 9,72, organ. Substanz 28,57, 46,58 Unlösliches, 15,16 Lösliches; Stickstoff 1,33, Kieselsäure 0,70, Car- bonate 8,74, Eisenoxyd -\- Thonerde 4,18, Schwefelsäure 1,78, Chlor 0,06, Phosphorsäure 0,59, Natron 0,38, Kali 0,69. Da sich das Referat nur auf die wichtigsten und hervorragendsten Thatsachen und Mittheilungen, die in dieser umfassenden, für den Agri- culturchemiker so wichtigen Arbeit enthalten sind, beschränken konnte, so verweisen wir wiederholt auf das Original. Chemische C. Schmidt^) (Dorpat) untersuchte 4 1 Proben Ackerkrume und Unter- suchung grundes aus der russischen Schwarzerderegion und ihrem Grenzgebiete und 'schwarz*!' zwar aus den Gouvernements Saratow, Charkow, Kursk, Kiew, Jaroslaw, erden. Chorsou Und Siwaschufer, einschliessUch der Landzunge von Astrabat, Uja, Samara. Gruppe L Gouvernement Saratow, Kreis Balaschew, Dorf Krutoje. Ebene Pfriemengrassteppe. (No. L bis V.) L Ackerkrume bis 1 Fuss (= 30 cm) Tiefe, dunkelbraune lockere Erde mit vielen Wurzelfasern, in Wasser leicht zum unfühlbaren dunkel- braunen Schlamm zerfallend. Mit Salzsäure nicht brausend, geglüht hellroth. IL Ib. von 1 Fuss bis 1 Fuss 10 Zoll (30 bis 56 cm) Tiefe. Wie No. L, jedoch weniger Wurzelfasern. m. Ib. von 1 Fuss 10 Zoll bis 2 Fuss 8 Zoll (56—81 cm) Tiefe. Wie No. I. und II, sehr wenig Wurzelfasern. IV. Ib. von 2 Fuss 8 Zoll bis 3 Fuss 8 Zoll (81—112 cm) Tiefe. Heller braun als No. I. bis III., kleine Wurzelfasern, erbsen- bis bohnen- grosse scharfkantige Stücke, leicht zerdrückbar. Im Wasser zum unfühl- baren Schlamm zerfallend. Mit Salzsäure brausend, Kohlensäure entwickelnd, geglüht hellroth. *) Baltische landwirthschaftliche Wochenschrift. 1880 u. 1881. Boden. y V. Ib. Untergrund, unter 3 Fuss 8 Zoll (unter 112 cm). Heller braun als No. I. bis IV., keine Wurzelfasern, Klumpen grösser als in No. IV, bis 1 Zoll Durchmesser, leicht zerdrückbar und in Wasser aufschlämmend. Mit Salzsäure stärkere Kohlensäure-Entwickelung als No. IV. Gruppe n. Gouvernement Charkow, Dorf Pessotschino. Schwach wel- lenförmiges Terrain, mit altem Laubwald bedeckt. (No. VI — VIII.) VI. Unmittelbar unter der Blättererde bis 6 Zoll (15 cm) Tiefe. Heller braun als No. I. bis III., gleich No. IV. Viele Wurzelfasern, locker, in Wasser leicht aufschlämmend. Mit Salzsäure nicht brausend, geglüht hellroth. VII. Ib. von 1 bis 3 Fuss Tiefe (30 bis 91 cm). Heller braun als No. VI., zwischen IV. und V., wenig Wurzelfasern. Harte eckige Stücke, erbsen- bis bohnengross, in Wasser leicht aufschlämmend , schneller sedi- mentirend als No. I bis V. Mit Salzsäure nicht brausend. VIII. Ib. Untergrund, unter 3 Fuss 2 Zoll (91 cm) Tiefe. Gelb- braune grosse, eckige, harte Klumpen, bis 1^2 Zoll (4 cm) Durchmesser, schwer zerdrückbar, in Wasser langsam zerfallend und aufschlämmend. Mit Salzsäure nicht brausend. Gruppe III. Gouvernement Kursk, Bjelgorod. Schwach wellenförmiges Weideland. (No. IX. bis XII.) Tiefer Untergrund, weisse Kreide. IX. bis 5 Zoll Tiefe (13 cm). Lockere leicht zerdrückbare Erde mit vielen Wurzelfasern, dunkelbraun. Zwischen No. III. und IV., in Wasser zum unfühlbaren Brei aufschlämmend. Mit Salzsäure nicht brausend, ge- glüht hellroth. X. Ib. von 5 bis 11 Zoll Tiefe (15 bis 28 cm). Farbe etwas heller braun, als No. IX. gleich IV. Wenige Wurzelfasern. Mit Salzsäure nicht brausend. XI. Ib. von 2 Fuss bis 4 Fuss (61 bis 122 cm) Tiefe. Hellbraune Klumpen bis wallnussgross , leicht zerdrückbar, keine Wurzelfasern, mit Wasser leicht aufschlämmeud. Mit Salzsäure nicht brausend. XII. Ib. 14 Fuss Tiefe (427 cm). Weisse Kreide. Lockere, scharf- kantige, leicht zerreibliche Stücke, in Wasser zum gleichmässigen weissen Brei aufschlämmend. In Salzsäure unter sehr starker Kohlensäure-Ent- wickelung fast ganz löslich. Geglüht weiss, hellroth, geglüht in Aetzkalk gar brennend. Gruppe IV. Gouvernement Kiew, Wassilkow, Schwach wellen- förmiges Ackerland. XIII. bis 6 Zoll Tiefe (15 cm). Lockere feinzertheilte Ackererde. Hellbraun, zwischen IV. bis V., wenig Wurzelfasern. In Wasser leicht auf- schlämmend. Mit Salzsäure nicht brausend, geglüht hellroth. XIV. Ib. von 6 bis 15 Zoll Tiefe (15 bis 38 cm) und XV. Ib. 15 Zoll bis 2 Fuss 7 Zoll Tiefe (38 bis 74 cm). Etwas heller braun als No. XIH., etwas dunkler als V. , locker, in Wasser leicht aufschlämmend. Mit Salzsäure nicht brausend. XVI. Ib. Untergrund, unter 2 Fuss 7 Zoll Tiefe (unter 74 cm). Hell- gelbe, leicht zerdrückbare, eckige Klumpen, bis 1 Zoll Durchmesser. In Wasser aufgeschlämmt, leicht sedimentirend. Mit Salzsäure brausend. Gruppe V. Gouvernement Cherson, Gruschewka. Ebene Pfriemen- grassteppe. (No. XVH. bis XIX.) XVH. bis 11 Zoll Tiefe (28 cm). Braun, etwas dunkler als No. IV., locker, viele Wurzelfasern enthaltend, in Wasser leicht aufschlämmend. Mit Salzsäure nicht brausend, geglüht hellroth. Q Botlou, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. XVIII. Ib. von 11 Zoll bis 1 Fuss 8 Zoll Tiefe (28 bis 51 cm). Heller braun als XVIL, etwas heller als IV., wenige Wurzelfaseru. lockige Stücke bis Erbsengrösse, in Wasser leicht aufschlämmend. Mit Salzsäure schwache Kohlensäure-Entwickelung, geglüht hellroth. XIX. Ib. unter 1 Fuss 8 Zoll Tiefe (unter 51 cm). Hellbraune, leicht zerdrückbare, eckige Stücke, etwas dunkler als No. V., mit Salzsäure brausend, geglüht hellroth. Gruppe VI. Siwasch-Ufer, nahe an Station Nowo-Alexejewsk. Ebene Pfrieraengrassteppe. (No. XX. bis XXII.).. XX. bis 1 Fuss 5 Zoll Tiefe (43 cm). Hellbraun, etwas dunkler als No. V. und XIX., locker, viele Wurzelfasern enthaltend, in Wasser leicht aufschläramend. Mit Salzsäure nicht brausend, geglüht hellroth. XXI. Ib. von 1 Fuss 5 Zoll bis 2 Fuss 3 Zoll Tiefe (43 bis 69 cm). Wie No. XX., jedoch wenige Wurzelfasern. Mit Salzsäure schwache Kohlen- säure-Entwickelung, geglüht hellroth. XXII. Ib. Untergrund, unter 2 Fuss 3 Zoll Tiefe (unter 69 cm). Gelbbraune, harte, eckige Klumpen, ähnlich No. VHI., in Wasser gleich- massig aufschlämmend. Mit Salzsäure Kohlensäure-Entwickelung. Gruppe VII. Gouvernement Jaroslaw, Rostow. (No. XXIU. bis XXV.) XXm. bis 9 Zoll. Tiefe (23 cm). Hellbraun gleich No. V., locker, viele Wurzelfasern enthaltend. In Wasser aufgeschlämmt, rasch sedimen- tireud. Mit Salzsäure nicht brausend. XXIV. Ib. von 9 Zoll bis 1 Fuss 7 Zoll Tiefe (23 bis 48 cm). Hell- braun wie No. XXIII. , wenige Wurzelfasern enthaltend. Mit Salzsäure nicht brausend. XXV. Ib. Untergrund, unter 1 Fuss 7 Zoll (unter 48 cm) Tiefe. Gelbbraune eckige Klumpen, ähnlich No. VIII. und XXII., bis IV2 Zoll (4 cm) Durchmesser, in Wasser gleichmässig zerfallend, leicht sedimentirend. Mit Salzsäure nicht brausend. Gruppe VIII. Landzunge Astrabat, den Siwasch vom Asow'schen Meerbusen trennend. XXVI. Muschelsand. Gemenge weisser Muschelschaale und Schnecken- gehäuse mit wenigen Wurzelfasern, Schilf- und Seegrasfragmenten und hell- grauen grobkörnigem Quarzsand. Mit Salzsäure starke Kohlensäure-Ent- wickelung, geglüht weiss. I. Methode der Analyse. Die zur Zersetzung dienenden Säuren waren Säureanhydridchlorwasser- stoffsäure und Fluorwasserstoffsäure, erstere in 3 Concentrationsgiaden 1 ^jo, 50/0 und 100/0. Die übrigen Methoden der Bestimmung bieten nichts Neues. II. Gruppiruiig- der vorliegeuden Schwarzerden. Fasst man Ackerkrume und Untergrund zusammen, so unterscheidet man zunächst nach dem Kalkgehalte des letzteren 3 Hauptgruppen: a. Calciumcarbonat-Gehalt der Ackerkrume und des Untergrundes gering: No. 6, 7, 8 Pessotschino (Charkow), No. 23, 24, 25 Rostow (Jaroslaw). b. Calciumcarbonat-Gehalt der Ackerkrume und des Untergrundes bis 2 Fuss Tiefe sehr gering (0,1—0,2 ^jo CaCOa), dann rasch auf 8^0 bis Boden. 170/0 CaCOs, in 14 Fuss Tiefe (Bjelgorod) sogar bis 97% steigend (weisse Kreide). No. ''/q Calciumcarbonat Ackerkrume bis 2 Fuss Untergrund bis unter 3 Fuss 8 Zoll 3 Fuss 8 Zoll 1, 2, 3, 4, 5 Krutoje, Saratow 13, 15, 16 Wassilkow, Kiew 20, 21, 22 Siwasch-Ufer 17, 18, 19 Gruscbewka, Cherson 9, 10, 11, 12 Bjelgorod, Kursk 0-0.2%CaC03 0-1,3% „ 0-2 % „ 0-0,1% „ 8,1% CaCOs 17,1% CaCOa 8 % „ ? 16,4% „ I ? 15,2% 97 %CaC03 c. Muschelsand von Astrabat: Gemenge von 49 % Muscbelschalcn mit 51 % Quarzsand, etwas "Wurzelseegras und Scbilffragmenten , wabr- scbeinlicb gleicbmässig unter das Meeres-Niveau binabreicbende flacbe Muscbel- und Quarzsaud-Dünenkette. Der Untergrund von Bjelgorod (Kursk) No. 12 ist reine weisse Kreide mit 97 7o Calciumcarbonat, 0,114% Calciumpbospbat Ca3P2 08 = 0,052% P2O5 und 0,010% Stickstoff in 14 Fuss Tiefe. Ob die vier an- deren Bodenprofile in grösserer Tiefe ebenfalls allmählicb oder plötzlicb zu- nehmend viel reicher an Calciumcarbonat werden, lässt sich aus dem Be- gleitschreiben der übersandten Erden nicht ersehen, wäre indessen von wesentlichem Interesse und durch einige Faden tiefe Schürfe leicht zu er- mitteln. Der Humusgehalt nimmt proportional dem Stickstoffgehalte, meist, je- doch nicht immer, auch dem Phosphorsäuregehalte entsprechend, nach der Tiefe zu stetig ab. (Siehe Tabelle H. auf S. 10.) Der Thongehalt, für den die Thonerde AI2 O3 massgebend ist, schwankt proportional dem Eisenoxyde, den Alkalien und der leicht löslichen, durch heisse 10 % Chlorwasserstoffsäure abspaltbaren Kieselsäure. Verf. theilt Mittel werthe mit bei Annahme des Thonerdegehaltes des bei 100 '^ C. ge- trockneten reinen Thones im Mittel gleich 40 % , ferner Verhältnisswerthe, indem die übrigen Bodenbestandtheile auf 100 Theile Thonerde reducirt werden, ebenso Verhältnisszahlen, welche das Verhältniss von Thonerden zu Kali und Natron zeigen, um den Massstab für den Fortschritt der Kaoliui- sirung des im Boden vorhandenen Feldspathpulvers zu übersehen. Beim Vergleich der hier mitgetheilten Tabellen (H. I. K. L.) über- sieht man den genetischen Zusammenhang. Je höher der Humusgehalt der Ackerkrume und je tiefer derselbe in die tieferen Bodenschichten hinabrückt, desto weiter ist die Verwitterung des Feldspathmehls im Boden fortgeschritten, desto ärmer ist derselbe an Alkalien geworden. Als stetig fortwirkende Kohlensäurequelle, durch eigene Verwesung, wie durch Kohlen- säureabsorption aus der Atmosphäre, überträgt der Humus die Kohlensäure zunächst auf den Kalk, denselben als Calciumbicarbonat in den Untergrund hinabführend, dann auf das Feldspathmehl, dasselbe kaolinisirend. In Folge dessen schwindet der Kalkgehalt der Ackerkrume stetig, bis 10 Boilou, Wasser, Atmosphäre, Pflaume, Düuger. Tabelle IL No. Tiefe Obi8 1 Fuss 1 Fuss bis IF. 10 Zoll IF.IOZ. bis 2F. 8Z. 2 F. 8 Z. bis 3 F. 8 Z. Unter 3 F. 8 Z. A. Humus. 1 — 5 Krutoje (Saratow) 6 — 8 Pessotschino(Charkow) 17 — 19 Gruschewka (Chersoii) 23 — 25 Rostow (Jaroslaw) 20—22 Siwasch-Ufer 9—12 Bjelgorod (Kursk) 13—16 Wassilkow (Kiew) B. Stickstoff N. 1 — 5 Krutoje (Saratow) 6 — 8 Pessotschino(Cliarkow) 17 — 19 Gruschewka (Cherson) 23 — 25 Rostow (Jaroslaw) 20—23 Siwasch-Ufer 9—12 Bjelgorod (Kursk) 13—16 Wassilkow (Kiew) C. Phosphorsäure. 1 — 5 Krutoje (Saratow) 6 — 8 Pessotschino (Charkow) 17 — 19 Gruschewka (Cherson) 23 — 25 Rostow (Jaroslaw) 20—22 Siwasch-Ufer 9—12 Bjelgorod (Kursk) 13—16 Wassilkow (Kiew) **/o Humus 14,9 11,4 8,7 6,1 11,9 4,2 4,0 9,9 7,3 3,1 — 9,9 3,7 2,8 — 7,6 — 6,3 3,5 6,6 — — 2,6 3,3 2,8 2,3 1,2 «/„ Stickstofif N 0,607 0,417 0,272 0,180 0,467 — 0,059 0,051 0,305 0,204 0,116 — 0,409 0,103 0,046 — 0,281 — 0,180 0,048 0,188 — — 0,047 0,130 0,121 0,097 0,012 o/o Phosphorsäuro P2^5 0,223 0,187 0,167 0,160 5,171 — 0,118 0,104 0,147 0,127 0,118 — 0,214 0,264 0,128 — 0,245 — 0,201 0,143 0,118 — — 0,114 0,089 0,091 0,080 0,069 3,5 0,5 0,076 0,010 0,151 0,052 dieselbe an Calciumcarbonat nahezu erschöpft ist, die als gelöstes Bicarbonat in die Tiefe sickert, bis eine wasserdichte plastische Thonschicht das Weiter- sickern hemmt und, bei geneigter Lage, als Quellwasser zu Thal rieseln lässt. Bei mangelndem Abflüsse, in geschlossener unterirdischer Mulde, ver- liert die hinabgesickerte Calciumbicarbonatlösung allmählich durch Spaltung das lösende 2. Kohlensäureatom, während Calciumcarbonat sich als Wiesen- kalk, Kalksinter, Kalktuff, Mergel, Kreide, Incrustations- und Verkittungs- material des Untergrundsandes über der hemmenden wasserdichten^ plas- tischen Thonschicht absetzt. In Rostow (Jaroslaw) und Pessotschino (Charkow) liegt die wasserdichte Thonschicht wahrscheinlich viel tiefer als im Saratow'schen (Krutoje), Kiew- schen (Wassilkow), der Dniepr-Mündung (Gruschewka) und dem Siwasch-Ufer. In Folge dessen sind sowohl Ackerkrume als Untergrund ersterei' (Rostow und Pessotschino) tiefer hinab entkalkt; die Calciumbicarbonatlösung ist tiefer hinabgesickert, als bei den 5 letzteren. Die Ackerkrume aller 7 Bodengruppen No. I. bis XXV. enthält nur Boden. 1| Spuren von Calciumcarbonat: die vorhandenen 0,6 bis 2 % Kalk der 7 Ackerkrumen sind als scbwerlösliclier bumussaurer Kalk der Auslaugung durcb koblensaures Wasser entzogen worden. Am vollständigsten hat diese Auslaugung des Kalkes der Ackerkrume bei Pessotschino stattgefunden. Das Verbältniss von Humussäure zu Kalk ist hier = 10:1; demnächst folgen in absteigender Reihe, d. b. mit successiv abnehmendem relativem Humusgebalte oder zunehmendem relativem Kalk- gehalte (auf 100 Tbeile Humus als Vergleichseinbeit reducirt) Bjelgorod, Rostow, Krutoje, Gruschewka, Wassilkow, Siwasch: Tabelle M. Auf 100 Tbeile Humus enthält: Kalk CaO )ie Ackerkrume von Pessotschino No. 6 10,13 » Bjelgorod 9 10,36 n Rostow 23 12,45 55 Krutoje 1 13,29 i? Gruschewka 17 14,17 55 Wassilkow 13 22,81 55 Siwasch 20 23,53 Das Verbältniss von 10 bis 12 Tbeilen Kalk (CaO) auf 100 Tbeile Humus charakterisirt die meisten Schwarzerden Südrusslands. Unter 34 früher untersuchten Schwarzerden der Gouvernements Tambow, Saratow, Sembirsk, Poltawa, Kiew, Podolien fand sich nur eine aus dem Dorfe Blago- weschtschensk, Gouv. Saratow, Kreis Balascbew (wie Krutoje), deren rela- tiver Kalkgehalt auf 8,44 % des Humus herabgesunken war (15,128 % Humus auf 1,277 ^/q CaO), während anderseits nur wenige auf 100 Humus mehr als 13 Tbeile Kalk enthielten. Das Durcbschnittsverbältniss der Alkalien zur Thonerde in den vor- liegenden 7 Bodengruppen No. I. bis XXV. ist: Thonerde: Kali Natron ,„„ -.ooj n n-, (AI2O3) :(K2 0:):(Na2 0): = ^^^ 18,34:6,51 oder in runden Zahlen =17 3 1 Der relative Kaligehalt (AI2 O3 = 100) schwankt von 13 bis 25 Tbln. Kali (K2O) und 5 bis 9 Tbeilen Natron (Na2 0) auf 100 Tbeile Thonerde (Tafel K.). Reducirt man Natron auf sein Kaliäquivalent (Tafel L.), so erhält man 22 bis 38 Tbeile K2 -J- K2O Aequivalent des Na2 als mittlere Grenz- wertbe. Aebnlicbe Verbältnisswerthe finden sich bei den von mir früher untersuchten Schwarzerden, so dass das Verbältniss AI2 O3 : K2 : Na2 0: = 17:3:1: als allgemeines Mittel der Schwarzerden gelten darf. Der relative Eisenoxydgebalt (auf 100 Tbeile Thonerde AI2O3 bezogen, sowie der an löslicher (a) Si02), durch beisse 10 ^o HCl nicht abgespal- tener Kieselsäure (ß) Si02) plus in 33*^/0 Flusssäure löslichem feinstem Quarzstaube, sowie dem in letzterer unlöslichen „Quarzsande" ergiebt sich für die Mittel von Ackerkrume -f- Untergrund aus Tafel K. Es muss da- bei ausdrücklich hervorgehoben werden, dass die Rubrik ß) Si02 nicht allein die Kieselsäure des durcb HCl unspaltbaren Silicatrückstandes , sondern ausserdem wechselnde Mengen in 33 ^/o HFl löslichen feinsten Quarzstaubes und als Differenzbestimmung die unvermeidlichen kleinen Verluste und Ueberschüsse der Analyse, Spuren von Fluor- Apatit und Titansäure umfasst, 12 Boilou, Wasser, Atmosphäre, Pilauzc, Büugor. deren Gegenwart durch die leichte Amethystfärbung der II Fl -[- Zn - Lösung einiger Erden bei Anwendung grösserer Mengen letzterer erkannt wurde. Schwefelsäure und Chlor, als Gyps, Glaubersalz und Kochsalz in den durch Auskochen der Erden mit dem ÖOfachen Gewichte Wasser enthaltenen Auszug übergehend, finden sich nur im Untergrunde des Siwasch-Ufer No. 22 unter 2 Fuss 8 Zoll Bodentiefe in erheblicher Menge. Sie sind aus den obern Schichten bis 1 Fuss 5 Zoll Tiefe (No. 20) fast vollständig, in der Tiefe von 1 Fuss 5 Zoll bis 2 Fuss 3 Zoll (No. 21) grösstentheils durch atmosphärische Niederschläge, Regen, Thau, Schneewasser, aus dem ursprüng- lichen Meeresschlamme ausgewaschen und sammelten sich stagnirend, viel- leicht noch gegenwärtig mit dem Asow'scheu Meerbusen unterirdisch com- municirend, in der Tiefe. Die Heisswasserlösuug (20 g bei 100 '^ trockner Erde No. 22 mit 2 1 Wasser in grosser Platinschale gekocht) von 100 Thln. bis bei 100 '^ trockenem Siwasch-Untergrund No. 22 ergab: Chlornatrium NaCl 0,1970 = I Chlor I Natrium Schwefelsäure Kali Natron Kalk Magnesia Cl Na SO3 K2O Na2 CaO MgO = 0,11940/0 = 0,0776 0/0 = 0,19500/0 = 0,0397 0/0 = 0,16490/0 = 0,0555 0/0 = 0,0345 0/0 Kaliumsulfat Ka^SOi 0,0734 Natriumsulfat Na2S04 0,0234 Calciumsulfat CaSOi 0,1348 Magnesiumsulfat MgSOi 0,1035 Natron (Rest) Na2 0,1548 Letztere „0,1548 Natron (Rest)" sind an organische Substanzen zu alkalisch reagirenden Verbindungen gebunden. Der concentrirte Wasserauszug reagirt dem entsprechend alkalisch und hinterlässt eintrocknend einen hellbraunen alkalischen Rückstand, der geglüht zu Soda, Calciumcarbonat und Magnesiumcarbonat verbrennt. III. Spaltiuig- der Bodensilicate durch ChlorwasserstoffsJiiue. Die eingehenden Versuche über die Spaltung der Bodensilicate mit Salzsäure von 1 0/0, 5 o/o bei Temperatur von 18 C., sowie von 10 0/0 bei 100 C., lassen ein Gesammtresultat (auf die Tabellen des Originals ver- weisend) erkennen, das im Folgenden in seinem Hauptinhalt wiedergegeben werden soll. Im Mittel spaltet kalte 1 0/0 Salzsäure binnen 40 Stunden, 5 0/0 bei gleicher Temperatur und Zeitdauer der Einwirkung 7,63 0/0, 10 0/0 Säure bei 100 C. binnen 10 Stunden 51,66 0/0 der in den Schwarzerden No. 1 — 25 enthaltenen Thonerde-Alkalihydrosilicate (Thon). In relativ kleinster Menge geht Natron in die kalte und heisse Salzsäure über, dann folgen aufsteigend: Kali, Thonerde, Eisenoxyd, Magnesia, Kalk. Die relativ grössere Löslich- keit des Kali gegenüber Natron beweist, dass die bei Absorption des Kali durch den Boden gebildeten Kaliverbinduiigen viel leichter, selbst durch kalte 1 0/0 HCl, gespalten werden, als die im Boden vorhandenen Natron- Thonerde-Hyorosilicate. Mit der leichten Zersetzbarkeit der Kalksilicate durch 1—100/0 HCl bei 18— 100 C. steht die schnelle und vollständige hydro - chemische Umwandlung kalkreicher Mineralien zu Pseudomorphosen mannigfachster Art im engsten Causalzusammmenhangc. (Siehe Tabellen B. C. D. E. F. G. des Originals.) Heisse 10 o/p Salzsäure hinterlässt einen un- zersetzten Thonerde-Kali-Natron-Hyorosilicat-Rückstand, der auf 1 Atom Alkali durchschnittlich 2 Atome Thonerde enthält, während der in Salzsäure gelöste Antheil auf 1 Atom Alkali 8 Atome Thonerde, die 4fache letzterer aufweist. (Uebereinstimmung mit der Einwirkung von Schwefelsäure auf Kaolin.) Boden. 13 Bei weiteren Betrachtungen des Verf., mit Beziehung auf die chemisch- geologischen Arbeiten Lembergs (dieser Jahresber. 1878. Zeitschr. der deutschen geolog. Gesellsch. 1875. 1876) zeigt sich, dass bei Einwirlcung heisser Salzsäure auf staubfeines Orthoklas- und Oligoklaspulver, überein- stimmend mit den Bodeusilicaten, sauere Kalksilicate gelöst werden, während basischere natronreichere Silicate zurückbleiben. Die Thone und Schlämmsedimente (Feldspath-Detritus und Quarzsand) des Ackerbodens Liv- und Esthlands relativ bedeutend kalireicher als die südrussischen Schwarzerden. Das Granitplateau Finnlands, das Bildungsmaterial des ostbaltischen Bodens, ist relativ bedeutend kalireicher und natronärmer als der Irscha- Dniepr Granit, das Muttergestein der Schwarzerde. Der graublaue Silur- thon Nord-Esthlands, der sich längs der Südküste des finnischen Golfs bis St. Petersburg hinzieht, dessen plastischer Untergrund auf mehrere 100 Fuss Tiefe bildend, enthält auf 100 Kali durchschnittlich 7 — 8 Natron, 1/5 der Schwarzerdethone. Die 2. Mittheilung des Verf. (Baltische Wochenschr. 10. 11. 1881. S. 265 — 280) bringt die Resultate weiterer Untersuchungen von 14 Schwarz- erden (No. 27 — 41), die, wie schon oben erwähnt, aus den Gouvernements Ufa und Samara und zwar aus dem Kreise Menselinsk (No. 27 — 32), dem Kreise Bugulma (No. 33—36), Buguruslan (No. 37 — 38) und Buruluk (No. 39 — 41). Die Untersuchungsresultate, auf Tabelle A— H zusammen- gestellt, werden eingehender im Vergleich mit den Untersuchungsresultaten der Erde 1 — 26 besprochen. Mit Berücksichtigung der hier niedergelegten wichtigen Beobachtungen sei hier der Wortlaut des Originals wiedergegeben: Ausser den früheren Bestimmungen wurde der gesammte Kohlenstoff- gehalt der organischen Substanzen (Humus etc.) elementar-analytisch durch Verbrennung der betreffenden Schwarzerden auf dem Platiuschiffe im Sauer- stoffstrome festgestellt. Von der im Kali-Apparate und Kali-Rohre aufge- fangenen und gewogenen Gesaramt- Kohlensäure wurde die als Calcium- carbonat präformirte Kohlensäure abgezogen, der Kohlensäure-Rückstand der verbrannten Erde auf dem Platinschiffe nach beendeter Verbrennung direct irh Geissler'schen Apparate bestimmt und der im Kali-Apparate aufgefange- nen hinzugefügt. Der mittlere Kohlenstoffgehalt wasserfreier organischer Substanz jüngster Braunkohlen und alter Moorerden ist = 60 % Kohlenstoff. Ueberträgt man diesen mittleren Coefficienten auf vorliegende Schwarzerden, d. h. mul- tiplicirt man den elementar -analytisch festgestellten Kohlenstoffgehalt der Schwarzerden Taf. A. Spalte 3 von unten (C des Humus) mit ^/s, so erhält man annähernd ihren Gehalt an massenfreien organischen Stoffen (Humus etc.). Die Annahme eines innerhalb enger Grenzen schwankenden Kohlen- stoffgehaltes = 60 ^jo C ist eine Hypothese, gegen welche sich wohlbegrün- dete Einwendungen machen lassen. Dennoch bietet sie eine wichtige Con- trole für die Betheiliguug des bei 150" C. gebunden gebliebenen Hydrat- wasserrestes der Hydrodoppelsilicate (Zeolithe) des Bodens neben dem „Hu- mus-Anhydrid" am Glühverluste der bei 150° C. getrockneten Erden, wel- chen die Horizontalspalte 3 der Taf. A. von oben (Organische Substanz = „Humus etc." und /?, H2 0) darstellt. Auf letzterer bezeichnet /?, H2 den bei ISO*' C. zurückgehaltenen Hydratwasserrest der Hydrosilicate des Bodens, — „Organische Substanz", die direct nicht bestimmbare Menge vollständig wasserfreier organischer Substanz = „Humusanhydrid." ■\A Boden, "Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Die Unausführbarkeit directer Trennung von ß, Ha und „Humusanhy- drid" liegt in der Energie begründet, mit der das Hydratwasser von den Hydrodoppelsilicaten (Zeolithen) und Hydrosilicaten (Serpentin u. A.) der Schwarzerden, dann Thone, Thonmergel und andern Thonböden, gebunden erhalten wird. Nach meinen Bestimmungen an Serpentinen bei Monte Cerboli im Ge- biete der Borsäurefumarolen Toskana's verlor ein Serpentin von 14,44% Wassergehalt, im lufttrockenen Zustande, als feines Pulver ausgebreitet: Wasser a. binnen 30 Stunden über Schwefelsäure . . . . 0,618% b. „ 10 darauf folgenden Stunden bei HO» C. 0,444% c. in 5 weiteren Stunden bei 200 o C. noch . . . 0,489% d. „ 5 „ „ „ 300 c. „ . ■ ■ 0,295 % im Ganzen verloren 100 Theile lufttrocknen Serpen- tinpulvers von den ursprünglichen 14,44 Theilen Wasser bei 300 o C 1,846 o/o mithin blieb als Hydratwasser bei 300 o C. gebunden 12,654 o/o Von 100 Theilen Wasser im bei llOo getrockneten Serpentinpulver a 13,58 o/o Wasser entwichen demnach bei 300 o C. . . . 5,81 Theile H2 blieben bei 300 C. gebunden . . . . 94,19 „ „ 100,00 Schwarzerden können nicht ohne Zersetzung der organischen Substanzen über 150 C. erhitzt werden. Schon bei I6OOC. beginnt die Entwicklung empyreumatisch riechender Dämpfe; bei 200 C. steigert sich dieselbe; über 300 C. ist die trockene Destillation in vollem Gange. Auf Serpentinboden beginnt mithin die Abspaltung des Hydratwassers bei einer Temperatur von 150 C. über der beginnenden Zersetzungs- temperatur der organischen Substanzen („Humus etc."); an directe Aus- treibung des Hydratwassers solcher Hydrosilicate ohne gleichzeitige Zer- setzung der organischen Substanzen ist nicht zu denken. Selbst im Vacuo sind die Trocknungsergebnisse bei 150 C. nicht günstiger. Thonerdehydrosilicate (Thone) verhalten sich den Serpentinen völlig analog. Reiner Kaolin = Al2 03,2Si02 -f- ^^aO verliert beim Siede- punkt des Quecksilbers (350 C.) von seinen 14 0/0 Wasser nur 0,5 0/0. Verdünnte Kalilauge ä 1 0/0 KHO entzieht den mit kalter 10 0/0 Salz- säure erschöpften Schwarzerden die aus der Kalkverbindung abgeschiedenen schwerlöslichen Humussäuren als leichtlösliches tiefschwarzbraunes humus- saures Kali; aus dieser Lösung fällen Säuren die Humussäuren in schwarz- braunen Flocken. Wäre die gesammte organische Substanz („Humus etc.") in verdünnter Kalilauge löslich, so ergäbe die Analyse dieser möglichst scharf getrock- neten, durch Salzsäure wiedergefällten Humussäuren den Gesammt-Kohlen- stoffgehalt derselben mit Wünschenswerther Schärfe. Leider ist die Lösung nur partiell; der in 1 0/0 K HO-Lösung nach vorhergegangener Erschöpfung durch kalte 50/0 oder 10 0/0 HCJ enthaltende Salzsäure ungelöst bleibende Rückstand ist mehr oder minder beträchtlich, aus Cellulose jüngerer Wurzel- faserreste etc. bestehend, wahrscheinlich kohlenstoffärmer als die löslichen „Humussäuren." Dieser in Salzsäure unlösliche Rückstand der Schwarzerden kann jedoch Boden. 15 durch besondere Lokaleinflüsse auch kohlenstoffreicher, mehr oder minder kohlehaltig werden. Hat auf dem betreffenden Boden ein Steppenbrand stattgefunden, so verkohlt ein beträchtlicher Theil der organischen Stoffe, der „Roh-Humus" wird zu einem Gemenge von Schwarzkohle und Rothkohle aller Farben- stufen und Verkohlungstemperaturen, dessen Kohlenstoffgehalt den der in verdünnter Kalilauge löslichen Humussäuren, dem Verkohlungsgrade ent- sprechend übersteigt. Dergleichen Steppenbrände von oft bedeutendem Umfange sind in den Grassteppen der Schwarzerderegion nichts seltenes; einige spätere wasser- reiche Vegetationsjahre verdecken und umhüllen die fein vertheilten Kohlen- partikel durch „Roh-Humus" jüngster Bildung, eben verrottende Wurzel- fasern letztjähriger Grasvegetation oder Ernterückstände. Vergleicht man die unterste Horizontalspalte Taf. A = ß, H2 mit der n darüberstehenden (— — = berechnetes Humusanhydrid) so findet man, dass beide einander nicht immer parallel gehen. Diese Thatsache beweist, dass das bei 150 ^C. gebundene Hydratwasser nicht allein oder vorzugsweise dem Humus oder humussaurem Kalke ange- hört, sondern überwiegend /?, H2 der Hydrosilicate (Thone) ist, deren Ge- halt die Horizöntalspalten für Thonerde AI2 O3 und Eisenoxyd Fes O3 über- AI2 O2 + Fe2 O3 sichtlich darstellen. (Thone = -^ gesetzt). Die Summe (Thon -j- Humus) geht demnach dem Hydratwasser /? H2 parallel, wie folgende, nach abnehmendem Gehalte beider geordnete Uebersichtstabelle zeigt. 100 Theile bei 100° C. getrockneter Schwarzerde enthalten: a. b. c. d. e. f. No. der Schwarz- erde berechneter bei 150" C. gebundenes "Wasser wasserfreier Humus Thonerde A1,0, Eisenoxyd FeaOg Thon AlaOj + FeaOs Thon plus Humus = ß, H,0 Ö^ Z a 0,5 b + e 33 4,382 15,423 15,203 4,110 38,626 54,049 32,a 4,196 9,888 14,039 3,905 35,888 45,779 28 3,905 7,783 12,390 3,040 30,860 38,648 41 3,388 11,582 14,986 3,693 37,358 48,940 30 3,82fi 5,260 19,088 5,516 49,208 54,468 34 3,536 9,740 18,519 4,393 45,824 55,564 37 3,392 12,355 15,614 3,945 39,118 51,473 29 3,235 10,845 15,000 5,031 40,062 50,907 31 2,958 1,475 19,682 6,024 51,412 52,887 27 2,881 11,313 13,860 3,558 34,836 46,149 38 2,174 9,785 15,666 3,965 39,262 49,047 40 1,357 3,458 10,551 2,722 26,546 30,004 39 0,467 1,737 6,664 2,004 17,336 19,063 Kohlenstoff' und Stickstoff gehen einander parallel, im Ganzen auch Phosphorsäure, jedoch mit grössern Schwankungen. Nach abnehmendem Kohlenstoffgehalte der Erden geordnet enthalten: ]g Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 100 Thcile bei 100*^ getrockneter Schwarzerde: No. der Kohlonstofr Stickstoff Phosphorsäuro Auf 100 ThoUe Kohlenstoff Schwarzerde C. N. P.Oß Stickstoff N. Phosphorsäure 1*2 Oß 33 9,254 0,775 0,202 8,37 2,18 37 7,413 0,589 0,214 7,95 2,89 41 6,949 • 0,635 0,221 9,14 3,18 27 6,788 0,504 0,257 7,42 3,79 29 6,507 0,519 0,225 7,97 3,46 32 a 5,933 0,459 0,178 7,74 3,00 38 5,871 0,438 0,169 7,46 2,88 34 5,844 0,395 0,159 6,76 2,72 28 4,673 0,416 0,211 8,90 4,52 30 3,156 0,235 0,128 7,45 4,06 40 2,075 0,167 0,141 8,05 6,80 39 1,035 0,086 0,096 8,30 9,27 31 0,885 0,102 0,095 11,53 10,73 Chlor und Schwefelsäure sind in den Schwarzerden No. 27 bis 41 nur in äusserst geringen Mengen vorhanden. Der Kalk-Gehalt steigt mit der Tiefe analog der ersten Serie. 100 Theile bei 100" getrockneter Erde enthalten Kalk CaO: Menselinsk ] [ft Werft von 7 Werft von Bugulma No. Wer chnij -Tabün No. Tiefe Kalk CaO Calciumcai'bonat CaCOg CaO Summe CaCOg 4 Zoll _ 33 1,937 0,057 4 bis 13 Zoll . . — — — 34 1,847 0,098 9 Zoll 29 2,003 0,386 — — — 13 bis 19 Zoll. . — - — — 35A 8,296 12,171 20 bis 26 Zoll. . 30 1,613 0,250 — . — — Tiefer Untergrund . 31 4,420 6,673 36 52,56 93,672 Der in kalter 5% Salzsäure lösliche Kaikantheil der Zeolithe und Kalkhumate entstammt grösstentheils der Spaltung letzterer in zurückblei- bende Humussäure und als Chlorcalcium in die Lösung übergehenden Kalk. Derselbe sinkt demnach mit abnehmendem Humusgehalte proportional dem Kohlenstoffe des Humus. Auf 100 Theile bei 100 " trockner Schwarzerde enthält der kalte 5 % Chlorwasserstoffauszug an Humussäure und Kieselsäure gebundenen Kalk der Humate und Zeolithe — Taf. B. unterste Horizontalspalte: (Siehe die Tabelle S. 17.) C * Auf 100 Theile wasserfreien Humus = — mithin 0,6 Boden. 17 100 Theile bei 100" C. 100 Theilo bei 100» C. trockner Scliwarzerden 100 Thoile bei 100" C. trockner Erden onthalton No. enthalten CaO an Humussäuro und Kiesel- ti-ockner Schwarzerden enthalten Koh'enstol dos Humus plus Hydx-at- säure gebunden Humus Wasser ^^ -{- ß, B.^0 33 1,722 9,254 19,805 37 1,380 7,413 15,147 41 1,676 1,949 15,480 27 1,317 6,788 14,194 29,a 1,496 6,501 14,080 32 1,153 5,933 14,084 38 1,499 5,871 11,959 34 1,303 5,844 13,276 Summa 11,546 54,559 118,625 Mittel 1,443 6,828 14,828 12,69 Theile an Humussäure und Kieselsäure gebundenen, durchschnittlich l .//f t^f ' .^ -^\ ?n^^ abspaltbaren Kalk CaO dt),45 iheile bei 150 o C gebundenes Hydratwasser der Hydrosilicate. Die Kalksteine des Untergrundes No. 35, /? und No. 36 sind nicht dolomi- tisch, brennen sich weiss und geben fetten Baukalk. Die von No. 32,a abgesiebten hellgelblichen, erbsen- bis bohnengrossen Kalksteinknollen No. 32,/:?, circa 7 Procent der Schwarzerde betragend, sind innige Gemenge von kohlensaurem Kalk mit thonarmen Quarzsande, wahrscheinlich durch Infiltration von Eiscnbicarbonat in thonarmen Sand- boden anderer Lokalitäten gebildet. Nach Abzug des Calciumcarbonates auf 100 Theile reducirt enthalten Thonerde: Die bei 100« C. getrocknete abgesiebte Schwarzerde No. 32,« A Die Kalksteinknollen No. 32,/? 6,210/0 AI2O3 14,61 0/0 AI2O3 Die durch kalte und heisse Salzsäure und Schwefelsäure spaltbaren Hydrosilicate der Erden sind relativ kalireicher als die unlöslichen Rück- stände, übereinstimmend mit den analogen Spaltungsproducten der ersten Serie No. 1 bis 26. Analog den Erden der ersten Serie No. 1 bis 26 aus den Gouverne- ments Saratow, Charkow, Kursk, Kiew, Clierson, Jaraslaw sind die No. 27 bis 41 der Gouvernements Ufa und Samara bedeutend natronreicher und entsprechend kaliärmer, als die baltischen, indem jene (No. 1 bis 41) der mechanischen Zermalmung und chemischen Zersetzung (Verwitterung) der relativ natronreichern Granite Südrusslands (des Duiepr-Gebietes u. A.) die baltischen dagegen den kalireicheren Graniten Finnlands entstammen. Unter dem Titel „Das Kehdinger Moor und seine landwirth- schaftliche Meliorirung durch Marschboden" veröffentlicht K. Virchowi) eine interessante Arbeit, welche nach Schilderung der geogra- Das Kehdinger Moor. ^) Landwirthsch. Jahrbücher. Jahresbericht. 1880, 9. 1881. 999. ■jQ Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. pliiscli-orographischen Gestaltung, sowie geognostisch-geologischen Schilderung des Kehdiiiger Moores besonders 3 Fragen behandelt: 1) Worauf beruht die gute laudwirthschaftliche Wirkung der Kuhlerde, die schädliche des Maibolt? 2) Sind die abweichenden Eigenschaften der Untergrundschichten in einer verschiedenartigen Entstehungsweise begründet, oder ist vielmehr der Untergrund soweit er untersucht ist, als ein geologisches Ganzes an- zusehen? 3) Wie ist die Entstehung des Hochmoores aus dem Marschboden zu er- klären. Aus dem geologisch-geognostischen Theil ist zuächst erwähnenswerth, dass, entsprechend der Gestaltung, sich unterscheiden lassen: 1) Hochmoorboden, 2) Bruchboden und 3) Marschboden. I. Der Hochmoorboden zerfällt in eine organische Schicht und einen an Mineralbestandtheilen reicheren Untergrund. Es lassen sich hier wieder unterscheiden : Organische Schichte: (von oben nach unten gehend) Haidehumus, Bunkcrde \ Weisser oder Sphagnum Torf \ o Ar i^r- i i.- i -,. Brauner Torf ^'^^ "^ Mächtigkeit Schwarzer Torf j Darunter liegt der „Darg", eine schwere, voluminöse, schmierige, braunschwarze Masse mit starkem Schwefelwasserstoffgeruch, mit 1 m Mäch- tigkeit im Durchschnitte. Der Uutergrundsboden beginnt mit dem sog. Maibolt, der kaum vom Darg zu treuneu ist und dann allmählich unvermerkt in die Kühl erde übergehe, mit hellerer Farbe, mehr Marschbildung. Unter der Kuhlerde liegt wieder eine an organischer Substanz reiche Schichte (Darg Maibolt H.), darunter wieder Maibolt. H. Der Bruchboden zeigt nach einem Profile aus dem Doese-Bruch nachstehende Gliederung: Oben liegt Bruch-Hochmoor von 1,32 ra, Mächtigkeit, dann folgt Darg (1,17 m), Darg-Maibolt (0,58), Maibolt (0,58), Maibolt-Kuhlerde (0,44 m), Kuhlerde (4,09 m). Die Kuhlerde beginnt in einer Tiefe von 8—10 Fuss unter dem Elb- Ebbespiegel. HL Der Marschboden zeigt nach Köpke folgende Gliederung: Ackerkrume 30 cm, grauer und schwarzer Dwog 1 m, lehmiger Sand mit FeaOs und FeO, 50 cm Kuhlerde. Dwog ist ein grauer oder schwarzer Thon. Als Untersuchungsmaterial dienten: A. Untergrund. I. 4 Proben Darg-Maibolt, Maibolt, Kuhlerde, Darg-Maibold H, frei von grössern Steinen oder Sand, sehr feinkörnig, weisse Glimmerblättchen enthaltend. Sämmtliche Proben waren mehr oder weniger reich an Vivianit, Eisen- oxyd, enthalten organische Reste, Pflanzeureste (Phragmites) in verschieden zersetztem und verkohltem Zustande. n. 2 Proben Darg-Maibolt, Maibolt mit schwachem, rasch verschwin- dendem Scliwefelwasserstoffgeruch. Boden. 19 in. 3 Proben aus Neuland 1) Darg-Maibolt, deutlich nacli Schwefel- wasserstoff riechend, 2) Maibolt, stärker nach H2 S riechend, sauer reagirend wie 1, 3) Kuhlerde, keinen Schwefelwasserstoff enthaltend. B. Darg. 3 Proben. 3 Proben von Neuland. Hinsichtlich der üntersuchungsmethoden scheint hier ein kurzes Re- ferat zweckentsprechend. Die Schlämmanalyse wurde nach dem Verfahren von Grandeau (in dessen Lehrbuche mitgetheilt) ausgeführt. I. Analyse der Untergrundschichten. Bestimmt wurden: a. Der Trockengehalt. Durch Erhitzen bei 100 — 105 « C. 24 Stunden lang oder bei Gegenwart von grösseren Mengen organischer Substanz über Schwefelsäure oder Phosphorsäureanhydrid. b. Gesammtmenge der Bestandtheile nach E. Wolff's Anleitung 1875. c. Kohlensäure, d. Chlor, e. Stickstoff, f. Eisenoxydul nach bekannten Methoden und g. Schwefel. Bei den Schwefelbestimmungen wurden vergleichende Untersuchungen mit folgenden Oxydationsmischungen gemacht: 1) 1 KCIO3 4" 8 Na2C03 im Glasrohr, 2) 1 KNO3 4- 8 KOH im Tiegel, 3) 1 KCIO3 + 2 Na2C03 im Tiegel. Bei der Verbrennung im Rohre mit K Cl O3 -j- Naa C03 wurden stets höhere Werthe gefunden, als nach den Methoden mittelst Schmelzens. Bei letzterer wird dem Schmelzen mit KCIO3 -|~ ^^2 C03 (Giebert'scher Mischung) der Vorzug gegeben. IL Analyse des Moores. Es wurden ausgeführt: 1) Trockenbestimmung, 2) Veraschung und 3) Aschenanalyse. Hinsichtlich der Art der Trockenbestimmung bewiesen Versuche, im Luftstrome, sowie Wasserstoffstrome bei 100 — 105 " C. ausgeführt, dass das Trocknen auf diese Weise unmöglich, wie leicht begreiflich erscheint, zu- verlässige Resultate liefern kann. Es wurde daher das Austrocknen im Vacuum über Phosphorsäure oder Schwefelsäure durchgeführt und zwar mit 2 — 3 g Substanz. Veraschung, Aschenanalyse (nach E. Wolff) boten keine neuen Ge- sichtspunkte. Da nun, den landwirthschaftlichen Theil angehend, Verf. nur vorläufig Frage 1 von den oben aufgeworfenen discutirt, so halten wir es für ge- boten, die Gesammtdiscussion der Fragen bis zur vollständigen Erledigung, welche in Aussicht gestellt ist, zu verschieben und theilen nur eine Ge- sammtübersicht über die durch die analytischen Untersuchungen der vier Proben in der vom Verf. gegebenen Uebersicht mit. 2* 20 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger, Boden- analysen. Organ. Substanz -(- Hydrate . Darin Stickstoff Schwefel in organ. Verbindung. Freier Schwefel Chlornatrium Natron Chlorkalium Schwefelsaures Kali .... Kali Kohlensaurer Kalk Schwefelsaurer Kalk .... Kalk Kohlensaure Magnesia . . . Magnesia Phosphorsaures Eisen. . . . Schwefelsaures Eisenoxydul . . Doppeltschwefeleisen .... Eisenoxyd Thonerde -f Si02 (Thon) . . Ka, Na Glimmer Ka Feldspath Na Feldspath Sand Freie Schwefelsäure .... Darg Maibolt I. 11,42 0,25 0,05 0,24 0,08 0,25 0,50 0,24 0,39 0,62 0,13 1,29 3,27 6,38 4,46 7,57 18,14 46,59 0,05 Maibolt 5,17 0,12 0,08 0,47 0,11 0,37 0,61 0,12 0,58 1,01 0,20 1,83 1,70 13,54 5,0 7,75 11,19 50,65 0,09 Kuhlerde 7,39 0,22 0,08 1,58 0,04 0,26 0,28 7,34 0,30 0,62 1,03 0,33 2,03 4,54 11,91 7,69 5,62 5,88 43,51 0,01 Darg Maibolt II. 40,25 0,76 1,19 0,28 0,10 0,55 1,54 1,04 0,16 0,52 0,23 1,14 5,83 3,43 13,46 4,08 2,84 2,80 22,37 0,27 Nivet^) untersuchte als terres des Dombes bezeichnete Bodenarten, der Tertiär- und Pliocänformation angehörig, die sich im Grossen und Ganzen als sandige Thonböden auffassen lassen. Untersuchungen kalkhaltiger Sande des Departement Fi- nistere. M. E. Philippar.^j Holdefleiss^) untersuchte verschiedene Proben Teichschlamm mit folgendem Resultate: Sämmtliche Proben reagirten sauer und enthielten in 100 Th eilen mit 75 % Trockengehalt: Stickstofl' I. Obere Schicht, schwarz 0,788 II. Untere Schicht aus demselben Teiche, grau 0,278 III. Teichschlamm, an der Luft getrocknet 0,127 IV. Untere Schicht aus demselben Teiche, eisenschüssig 0,075 0,149 0,152 0,41 Phosphor- säure 0,120 Kali 0,107 Kalk 0,75 0,019 0,152 0,108 0,126 0,76 0,28 1) Comptes rend. 1879. 2.58. ^) Annalcs agronomiques. 1878. 143. ») Der Landwirth. 1880. No. 22. Boden. 21 A. Petermann ^) analysirte 2 Pi'obcn I. von der Domäne Retby (Pro- anIi"^Jen vinz Campine), II. aus der Umgebung von Mastriebt. Resultate: I. n. Wasser bei 100 « C 19,02 29,87 Organ. Substanz 77,09 55,37 Stickstoff darin 0,99 0,62 Eisenoxyd 0,39 1,11 Kali 0,07 0,22 Natron 0,23 0,46 Kalk 0,25 3,96 Magnesia Spuren 0,35 Phospborsäure, Cblor, Schwefeleisen . Spuren Spuren Schwefelsäure 0,26 1,33 Sand -f Kieselsäure 2,69 7,33 Ueber die Entfernung von Eisen aus Neubrüchen, C. Pätz.^) Die agriculturchemische Versuchsstation^) Kiel theilt zwölf ^^^^^^^^^ Analysen von Torf aus Schleswig-Holstein, sowie 1 Flussschlammanalyse mit: schiammu. •' -nf 1-1 Moorerde. Flussschlamm: Humus 24,860 Stickstoff 1,02 Schwefelsäure 1,074 Phosphorsäure 0,121 Kali 1,09 Kalk 0,315 Kohlensaurer Kalk 0,450 Magnesia 0,030 Eisenoxyd 2,516 Schwefelwasserstoff Spur Lufttrocken: Feuchtigkeit Asche Humus Stickstoff 1 10,66 1,10 88,24 0,610 2 9,32 1,33 89,35 0,840 3 7,79 4,65 87,38 0,855 4 5,36 32,73 61,91 1,968 5 5,68 11,42 82,90 1,010 6 5,90 4.22 89,88 1,100 7 4,67 23,13 72,20 1,050 8 8,82 1,76 89,10 0,780 9 4,66 5,31 90,03 0,973 10 6,04 5,15 88,50 1,583 11 7,47 14,78 77,75 1,936 12 5,91 3,91 90,18 0,954 Ueber die Unterscheidbarkeit von Lehm und Thon ist eine Ar- uuter- beit^) veröffentlicht, welche mit Anwendung von Thonen aus holländischem ^k^u'i'^fn' Polder, Lehmproben der Umgebung von Wageningen, durchgeführt wurde. ^''^'P'^'^"^ Von 2 Lehm- und 2 Thonproben wurden folgende Bestimmungen durchgeführt : *) Bull, de la Station agricole de Gembloux. No. 21. 6. 2) Hannov. landw. Ztg. 33. Jahrg. 1880. 185. 3) Deutsche landw. Presse. 1880. 230. *) Landbouw Courant. 1879. 117. 22 Bodcu, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Düuger. Boden von Paris, Verunrei- nigungen. Boden- wärmo. Spec. Gew. des unabgcschlämratcii Bodens, Feuchtigkeitsgehalt des abge- sehlämmteu Bodens bei 100 — 110*^ C, kohlensaurer Kalk, Stickstofi als Ammoniak absorbirt, Kieselsäure, Thonerde, Eiseuoxyd, letztere in der bei 100 C. getrockneten Substanz. Die erhaltenen Resultate, wegen deren wir auf das Original verweisen, veranlassen Verf., der nicht genannt ist, zur Unterscheidung Folgendes festzustellen: Der Lehm enthält in seinen feinsten, abschlämmbaren Theilen ausser dem Thonerdesilicat noch vielen äusserst feinen Sand von Quarzmehl, während die Feinerde des Thones aus einer viel complicirteren Verbindung von Thonerde und Kieselsäure und kohlensauren Verbindungen von Kalk, Magnesia, Kali und Natron besteht. H. Sainte-Claire-Deville^) untersuchte einen Glrabenauswurf einer Strasse von Paris, die nach Leuchtgas und Schwefelwasserstoff roch und eine schwarze Farbe von Eisenoxydul und Schwefeleisen besass. Li der wässerigen Lösung, die eine schwarze Masse suspendirt enthielt, waren enthalten: Schwefelsäure-, Schweflige Säure-, Unterschwefligesäure- und Chlorverbindungen von Kalk, Magnesia, Natron und Ammon. Der Ueber- schuss von Alkali war an organische Säuren gebunden. 2350 g Strassenerde enthielten 13,5 g festen Rückstand und darin: 5,0 Gyps, 2,386 Kalk, 0,20 Magnesia, 0,392 Kochsalz, 0,361 Kali, Wasser -^ organische Sub- stanzen 5,161 g. Die schwarze suspendirte Substanz bestand aus 3,7 g krystallisirten Schwefel und einer durch Wärme nicht zersetzbaren Substanz, 4,736 Schwefel -\~ Theer und Naphtalin, 1,540 Gastheer. Die Wassermenge in der Erde enthält circa 25 — 30 g pro mille ge- löste Stoffe. Schwefel, Theer, Kohlenwasserstoffe stammen aus dem Leucht- gas, von dem etwa ^Ao in den Untergrund entweicht. Der Theer wirkt antiseptisch und kann nur als vortheilhaft betrachtet werden, um alle Keime zu zerstören. Das Eisen stammt von der Abnützung der Pferdehufe und Wagenräder. Die Gasausströmung in den Boden kann demnach nur vom hygieinischen Standpunkt begrüsst werden. A. V. Liebenberg^) hat sich die Aufgabe gestellt, die Bodenwärme, mit Rücksicht auf die sie bedingenden Factoren „dem Absorptions- und Emissionsvermögen der specifischen Wärme, der Wärmeleitungsfähigkeit", zu untersuchen und zwar zunächst die spec. Wärme, dann das Ausstrahlungs- vermögen. An diese Versuche reihten sich solche, bei welchen sämmt- lichen Factoren, welche die Bodenwärme bilden, Gelegenheit geboten war, sich geltend zu machen. Folgende Bodenarten dienten als Material für die Versuche: Tertiär sand (Krystallsand) von der steinernen Jungfrau bei Dölau, humusfi-ei, schmutzigweiss, Tertiärsand von Seeben in Halle, humus- frei, schrautzigweiss, grober Diluvialmischsand bei Halle, gelblich, humus- frei, feiner Diluvialmischsand von derselben Stätte, Kalksand aus den Hirschsteinbrüchen bei Weimar, weiss, sehr porös, humusfrei, Diluvial- lehm, bei Halle, braunschwarzer Ackerboden, Diluvialmergel, ebendaher, dunkelgelb, fast humusfrei, Diluviallösslehm, Guttenberg bei Seeben gelb, fast humusfrei, DiluviallÖssmcrgel von derselben Stätte, humoser Di- luviallösslehm, schwarz, fruchtbar, Auelehm von Gimritz bei Halle, 1) Comptes rend. 1880. »1. 509. 2) Berichte d. landw. Institutes der Universität Halle. J. Kühn. 2. H. 1880. 1. Boden. 33 schwarzbrauner Alluvialboden, Porpbyrverwitterungsboden au der Magdeburger Chaussee, dunkelgrau, fruchtbar, Granitboden, Lauske bei Pommritz, gelblich, Basaltboden ebendaher, graubrauner Verwitteruugs- boden, Muschelkalkboden, Nietleben bei Halle, schwarz, Sandmoor- boden aus der Dölauer Haide, schwarzer Waldboden, Haideerde, braun, zum grossen Theile aus unzersetzten Pflanzenth eilen bestehend, Eisen- moorboden aus Thüringen, gelbbraun, Tertiärthon bei Dölau, weiss, humusfrei. Sämmtliche Böden wurden durch ein 2 mm weites Sieb hindurchge- siebt und mittelst des Kühn'schen Schlämmcylinders mechanisch analysirt, die abschlämmbaren Theile mikroskopisch auf ihren Gehalt an Thon und Sand geprüft. Ausserdem wurden bestimmt der Glühverlust, das hygrosko- pische Wasser, das specifische und absolute Gewicht, der Kalk mit Geisslers Apparat. 1. Specifische Wärme. Die Bestimmung der spec. Wärme, welche nach der Mischungs- methode ausgeführt wurde, geschah nach dem Kopp'schen Verfahren (Liebigs Annalen Supplementb. 3.), wegen dessen eingehender Besprechung auf das Original verwiesen werden muss. Die am Schlüsse des Referates mitgetheilte Tabelle I. enthält neben den Resultaten der mechanischen und oben schon angegebenen, stattgehabten Untersuchungen, die spec. Wärme- zahlen für die lufttrockenen, sowie bei 100 o getrockneten Bodenarten, be- zogen auf Gewicht und ausserdem auf Volumen. Der Verf. hält sich beim Vergleiche der Untersuchungsresultate zu folgenden zusammenfassenden Aeusserungen berechtigt. „Die spec. Wärme kann entweder auf ein gleiches Gewicht oder gleiches Volumen Boden bezogen werden; letzteres ist ökonomisch rationeller. Im ersteren Falle erhöht sowohl der Gehalt au hygroskopischem Wasser, als auch der an Humus die spec, Wärme; im letzteren Falle trifft die Er- höhung nur beim Wasser zu, dagegen vermindert Humusgehalt dieselbe, in- sofern der Boden durch dieselben ein geringeres absolutes Gewicht bekommt. Dennoch ist die spec. Wärme, bezogen auf das Volumen verschiedener Böden, bei humusreicheren Böden, so lange das absolute Gewicht nicht ein zu geringes ist, höher als bei anderen, gleichgearteten, aber humusfreien; dieselbe sinkt aber bedeutend bei sehr humosen Erdarten. Sand hat eine grössere spec. Wärme als Thon, Kalkgehalt erhöht dieselbe. Die spec. Wärme der der Cultur unterworfenen Böden schwankt, auf das Volumen be- zogen, zwischen 0,2 — 0,43." 2. Ausstrahlung der Wärme. Die Versuche über Wärmeausstrahlung des Bodens, die wir als eine neue Errungenschaft der Literatur betrachten müssen, wurden mittelst des Melloni'schen Apparates mit den erwähnten Bodenproben ausgeführt. Letztere wurden in runde Gefässe von 8 cm Durchmesser und 2 mm Höhe gebracht, die auf einem Wasserboden auf constanter Temperatur gehalten werden konnten. Vorversuche bewiesen, dass die Dicke der Bodenschichten, ebenso das dichtere oder weniger dichte Aufeinanderlagern der Bodentheile im Ge- fässe keinen Einfluss ausübt, dass überhaupt nur die Oberfläche zur Wirkung kommt. Die mannigfaltig in der Versuchsanstellung durchgeführten Unter- n I Bodou, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. sucliungen ergaben das Schlussresultat, dass lufttrockne Böden bei gleicher Temperatur die gleiche Wärmeausstrahlung besitzen. Früher angestellte Versuche bewiesen, dass ein Körper um so mehr Wärme ausstrahle, je rauher er sei. Der Boden ist demnach an der Oberfläche nicht so rauh, sondern ist in seiner Zusammensetzung an der Oberfläche so anzusehen, dass die grösseren Stücke von den feinsten ab- schlämmbaren Theilchen umgeben sind und diese nur die Wärme ausstrahlen. Zur Sicherstellung des oben erwähnten Gesammtresultates dienen besonders folgende Versuchsresultate. Sämmtliche Bodenarten, mit je 8 cm Wasser befeuchtet, gaben bei gleicher Temperatur und gleicher Entfernung dieselbe Ablenkung der Nadel, die mit der der lufttrockneu Böden übereinstimmte. Nicht der Boden, sondern die denselben überziehenden Wasserhüllen strahlen die Wärme aus. — Ein Basaltboden, bei 100^ seines hygroskopischen Wassers beraubt, gab eine andere Ablenkung der Magnetnadel, als im lufttrocknen Zustande; sobald aber der Boden wieder befeuchtet war, trat die ursprüngliche Ab- lenkung wieder ein. 3. Erwärmung und Abkühlung des Bodens. Die Versuche über Erwärmung und Abkühlung wurden mit den er- wähnten Bodenproben in Blechkästchen von 7 cm Breite und 5 cm Höhe vorgenommen. In jedem Kasten befanden sich zwei Thermometer, von welchen das eine 2, das andere 5 cm tief eingesenkt war. Als Resultate der Versuche, über welche die Tabellen 2, 3 und 4 auch Aufschluss ertheilen, lassen sich hier zusammenfassen: Die dunkleren Böden erwärmten sich, obgleich sie eine höhere spec. Wärme zeigen, mehr als die helleren; von den dunkleren nahmen diejenigen mit der geringeren spec. Wärme schneller die höhere Temperatur an. Der helle Porphyrboden erwärmte sich ebenso stark als die dunkeln Boden. Der Sand- moorboden^ mit dunkler Farbe und geringer Wärmecapacität erwärmte sich am meisten. Die Sande, Kalksand ausgenommen, erreichten eine höhere Temperatur, als der Thon. Der Unterschied in den Thermometerständen war bei den feinerdigen humusreichen, und geringere spec. Wärme be- sitzenden Bodenarten am stärksten; am schnellsten verschwanden diese Unterschiede bei den Sauden, am wenigsten bei dem Thon, dem Sandmoor- boden und der Haideerde. Bei den Versuchen über die Abkühlung verschwand der Einfluss der Farbe vollkommen, die Böden mit geringer spec. Wärme kühlten sich am schnellsten ab, mit Ausnahme derjenigen, welche reich an organischer Sub- stanz sind, in welchen Fällen die untere Bodenschicht wärmer blieb. (Bei den Versuchen der Erwärmung war die Anfangstemperatur 21 <^ C, bei jenen über Abkühlung mindestens 40 « C.) Bei den Berechnungen der Wärme- menge, die jeder Boden nach einer bestimmten Zeit verloren hatte, fand Verf., dass eine um so grössere Wärmemenge verloren ging, je grösser die Wärmecapacität und je besser das Wärmeleituugsvermögen war. Den grössten Verlust zeigten die Tertiärsande, den geringsten die Haideerde, der Thon und Eisenmoorboden. Für die Temperatur eines Bodens ist vor Allem massgebend der Feuch- tigkeitsgehalt; der feuchte Boden kühlt sich langsamer ab, als der trockene, der letztere erwärmt sich schneller und stärker. Die Schlussfolgerungen für die Praxis folgen mit des Verfassers eigenen Worten: Bodeu, 25 „Dem Landwirtlie ist es nun in der Regel nicht gegeben, durch irgend welche Massnahme die Temperatur des Bodens direct zu beeinflussen, er thut es aber, indem er andere Zwecke verfolgt. Es ist z. B. einleuchtend, dass die animalische Düngung einen ganz be- deutenden Einfluss auf die Bodentemperatur haben muss. Durch dieselbe wird dem Boden organische Substanz zugeführt, welche die Humusbildung fördert und dadurch einerseits die für die Bestrahlung günstige dunkle I'arbe dem Boden verleiht, andererseits die spec. Wärme erhöht. In ungleich höherem Masse aber als die Düngung beeinflusst die Ent- wässerung des Bodens seine Temperatur. Wenn auch die Erfahrung es nicht lehren würde, dass nasse Böden auch kalt sind, so würde sich dieses von selbst aus der Betrachtung er- geben, dass das Wasser eine spec. W = 1 hat, während die höchste spec. W, die ein Boden überhaupt zeigt, = 0,5 ist, also höchstens die Hälfte von der des Wassers. Eine Drainage des Bodens muss ihm daher eine geringere spec. W verleihen, ihn daher wärmer machen. Vor der Drainage bleibt der Boden im Frühjahre lange kalt und dies verursacht ein späteres Keimen der Samen, überhaupt ein späteres Erwachen der Vegetation-, aber nicht nur durch diese Verzögerung schadet die Kälte des Bodens den Culturen, sondern sie hat einen Einfluss auf die ganze Lebensdauer der Pflanzen. Dadurch, dass die junge Pflanze einen kalten Standort hat, wird sie gerade während der ersten und für ihre ganze spätere Ausbildung wich- tigsten Stadien ihres Wachsthums zurückgehalten, ihre Bewurzelung wird dürftig, sie bekommt ein sieches Aussehen und kann sich auch später unter günstigeren Temperaturverhältnissen nicht mehr so entwickeln, als sie es ohne den schädlichen Einfluss in ihrer ersten Jugend im Stande gewesen wäre. Dadurch wird aber nicht nur der Ertrag vermindert, es leidet auch die Qualität der Ernteproducte. Die auf feuchtem und deshalb kaltem Boden erwachsenen Futterpflanzen sind in Nährstoffen ärmer, das Getreide giebt leichtere Körner. Ganz anders sind diese Verhältnisse, wenn der Boden drainirt ist; er wird dann im Frühjahre gleich durch die ersten Strahlen der Sonne in höherem Massstabe als früher erwärmt, die Samen werden schneller zum Keimen gebracht, die Entwickelung der jungen Pflanzen ist vom Beginn an eine vollkommenere und gleichmässigere und sie gelangen daher auch im weiteren Verlauf der Vegetation zu einer normaleren Ausbildung." (Hier folgen die Tabellen L— IV. auf S. 26—29.) Einfluss der Ventilation auf die Kohlensäuremengen im Bodeniuft. Boden. C. S alger hat im Rosenthal'schen Laboratorium Untersuchungen der Bodenluft vorgenommen mit specieller Berücksichtigung des Ventilations- einflusses auf die Kohlensäuremengen, welche zu folgenden Sätzen führten: 1) Die Menge der Kohlensäure ist an verschiedenen Orten verschieden. 2) Die tiefer gelegenen Bodenstellen sind reicher an Kohlensäure als die oberflächlichen. 3) Die wichtigste Ursache für die Kohlensäureentwicklung ist die Zer- setzung organischer Stoffe, speciell der kohlenstoffhaltigen Verbin- dungen in dieser. (Fortsetzung auf S. 29.) 26 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflauze, Düuger. Grober Tertiärsand Feiner Tertiärsand Grober Diluvialsand Feiner Diluvialsand Kalksand Diluviallehm Diluvialmergel Lösslehm Lössmergel Humoser Lösslehm Auelehm Porphyrverwitterung Granitboden Basaltboden Muschelkalkboden Saudmoorboden Haideerde Eisenmoorboden Tertiärthon 1 i^ i^ J^ i^ J^ -P^ J^ J^ i-" i-" 1 i^ j^ 1 1 i^ 1 ^ 1 1s3 "■<» In» CO ~rf^ ~0 "CO ~k) "lO "rfi^ 1 "cO Ol 1 1 "O \ 'O cncoQOQotsOi-^ooasrfi' cco oo to ^ V V 1— ' CO P jsscotOH-i l-l^^ h-^ )-^ r-^ cr^ccc^ 1 J-" 5" J^ J^ J^ i^ J^ i^ J^ J^ J^ 5" i* J^ S^ i^ i^ J^ ^t063is3KiCOa5C5000ii:OOiOOOTOa5 >0,5 OS co*>.js3Co#^h-icotf^ioc;Ta50i?r> os ^ jT5 _Q0 j» _p j» O JN» Jf^ JJi _P J^i CO jT) Joo^fi-^o*^c;^CJ'^^Goc;^CJ^C5^^Mto ~to ~w ^ "co ~0 135 "kfi. ~bo I0 1s3 ~bo "o ~v(^ "■<» "rf^ ~W ~CD 1^ Js30rii-OOMOCncDhfi.tf^(i>.CitH-'COC50it^.O lo^^O<^coa5c;v-^^fa.^totrt<^^^c;^^^^^^ Hygroskopisches Wasser CO >f^ Jf^ j-^ j» J7> Jcn^c^h;^cr>toioai05rf^^ CO ^^coa50a5^^H*oo^fi.ü^^fi-Goo*^00 Glühverhist Humus 5,954 11,47 3,62 29,73 Kohlensaurer Kalk 63 10 V-i JN3 tO is3 js3 Js3 Js3 tO JsS Jn3 Jn» tO 63 63 63 tO Js3 "co"h-'^">f^'a5~ü'''h^oi~hfi>.ü'0^üi'aiO^'ai"<{~^~^"^ Cr>er>l-'OOOtO'^0'6305COCOhfi.CJi630tf^a5 CC>rfi,.Hi|-k0000>-i^l-tM.C0?OGoa5-vif;^OcoC5a50crtco Absolutes Gewicht ^ ~to ^ "63 ~w ~w 'oj ls3 ~w w IsS ^^^ "Ins ^^ ^ 'm- T-i ^63 1>3 006305^C5HiC"Q0tf^Ol-'00O>f^<:y563630^rfi-C"0i ojoji-icooocihl^t^tsocoOiNSi^'Xiasri^tf^ cf c:>c:>pp p p p p p p p p p p p p p p p ~H-t "h-^ ~bo ls3 00 ^ "W 1n3 ~63 "W "63 "63 ~63 1>3 1-^ "m- ~H-k "t^ a563i-'05coocoo^ci-'0oc"h(i'js3coa5c£>^a:> t-i630t-i'X>i-ioOCOOt--ic;^oo 1 p P CD p: |0 tu CP_ _o CD p p p p p p p p p p p p p p p pp p p CO0DC0OC0tfi.00CDa0Cr»C063>fi-l-^t-i-O5tfi..C;»05 1 p H p o- Boden. 27 1 =2 H a i^crToj CO «r> t^t^ i> oo c^ a es i> co O ocToo co iro^o (^:lCOCOCOCCCOCOCOCOCOCOOtlCOCO-rcr>cd~cooooooi>-''t^CTrooararoa505t>roo 1 o i GO~J>-'~OCO~t>."o5QOQOCOÖ'orOCOa5iHOOCri^'rfHCr cocoTjHcococococoi^s-^co'^cocO'^-'^cococoiro o H a o cd~r^O0ri:D"O'350505r-rcrC'r-lo lO O lO O iO_ o o o j>"i>rarco t^ ocToo t-^t^ oTocTos i>- co o ci oo «To th cocococococococococococococo-^cococococo =2 o a 00 00 cT oT crT o cn ci oi -i-T o" co cT c<> t-T co c« oT «o" th COCOrtlCOCO^COCOCO^'*'*CO^-^^rt0^ O^ O^ lO^ vO^ '^ ^ O lO o crTcD oo"i> to }>ri^ nD^t^ Qo"i> CO ^ CO c^ cß t^ irTco cT cocococococococococococococococococococo =2 •rH 1 j>rt^ crrcd~o~o cccccc cToT i-i co'rn Ö"(M ih }>"io'" cT CO CO CO CO CO "^ CO CO CO ^ CO "^ CO ^ tH "^ ^ CO CO CO O 'S) B «2 c2 a lO lO^O O O o *cooo5~ CO CO CO CO CO CO CO CO CO CO CO CO CO CO CO CO CO CO CO c^ =2 o g co'ccTirT-^o'JOioio-^ot^'^t^oo-rf^triocoar COCOCOCOCOCOCOCOCOCOCOCOCOCOCOCOCOCOCOCM 1^ TU m a vO o o >o o oocoajcot-^asocTcooooit^aiQOccroasCTiioir^cö (MC<»CJCOC COCOCOCOCMCOCOCOCOCOCOCOCOCOCOCOCOCOCOfN 1 A 'S ^ 1 P4 ö o (MC »i. 28 Bodeu, Wussor, Atmospliäro, Pflauzo, Düuger, Grober Tertiärsand Feiner Tertiärsand Grober Diluvialsand Feiner Diluvialsand Kalksand Diluviallehm Diluvialmergel Lösslehm Lössmergel Humoser Lösslehm Auelehm Porphyrverwitteru ng Granitboden Basaltboden Muschelkalkboden Sandmoorboden Haidcerde Eisenmoorboden Tertiärthon o ® OysOOQOOOOOOOoOOOO pppjD ■crt "C" "C" "ü' i ö 3 ►1 ^o^^jr>^^^^OOOj-^^^coOj-'jXl^^-'^^WJ^^ Ol B 2- i CO o Ol «1 o IsS^ ^^ ^^ 'o^ ^^~^^ Ü^C" Ü^Üi O» O O'OiÜ'Üi CD i CS I-' ^3 O 1-^ ^^ t» *^J~^ ** J^^ 6» Oi i-i 6» t» o^ >f^ j>3 "cn ^ "cn ~oi ~üi Ol o ^ ~üi "^ ^ "^^lo"b» ^^ ~tolo Ol 0> O» Ol Ol Ol 1 C0G0j--Jj^J»J»^OOJX)JXi_pO ^ "üi ^ "to lo ~bi "•<{ " tiMjNSf^i.üiO'Oih^^oioioiasrfi.üicocococ^as tOlOCO^COtOCDlOCOO^OÜiOWCS'XJh-^^ l-'^j^fi'OiOiOOCO O^JOOisStOOOSh^^OOiOOl-if^tf^t-iQOOJOi f^ "OJ "<{ ~bi " o fi bß o~ =) 'S Cs> ,i4 t-l © 1=1 r:=3 a -cj a QJ O « « ^ c i^ a 2'^ £1_ c5 '(D sgqosgpgds -<* 1> tH 1 I C5 O co 00 CO CO I OS 1—1 CO t^ CO 't. M CO 1 CO tH tH_ OJ^ rjl^ ^=1^ CO^r-J^ 1 1 soJ^qutanog iH 1—1 rH T-l CO T— 1 T-^ T^ o" t-Tt-T fl -^■^ -'"^ — '^ .9 —^ — '^ ^-^ •^^ •^^ —^ o • CO OS •f-t o o CO M Fh oo o o o o Cm M li CO S ^ « « " O 73 o CO O CO CO d~ d r d a d O CO li -TS r2 ^ '^ o d _d il o- Cv. CO o CD OS CO 0.2 CO .S o . r.B 1 1 1 GO in 02 Zio O to CO in zo n cog ^ .s .a g CD OS '=^^ © lO «o lO 00 r- C<( ■M CO rJH CO CD 00 o 00 00 OS ^ O ]Z] m !=! Ö a ä .rH r- _ä a a .S .3 fl fl .3 .S a a a a o cä ""' "~' .r-l .,— a • *-l .rt .^ .rl .rH .rt .rH .rH .f-H ^ B B a a o a a a a a a a a a a a a a a o o « o lO o o « « o cj O CJ o o o c;i o o 02 ® lO O 1-1 O ö" '^ O t^ o o o CD O 00 O tH O lO O 00 tH o i-i o OS 1— 1 -rj< r-1 t^ 1-1 'rt^ ^ CO 1-H O tH CO tH •Tj ' — ^^-' ^•^^"^ — ' ■— ^'— ' '-*'-' ' — %^'^ ' — -^-^ — *v^ uaiuaooid CJ o CO Cs> CO OS CD »o o o ■rH_ o^ -*, 1 00 !> iO_ o o o^ "^t X^os_^ :cä -TunpA '*" of cd" 1 C*-" o. GO" o" co" co" '^^ oo" oo" co~»o^ *o UT <^? CO CO O o o CD Tj< tH o ^ o cä p. T-i c3 t4 S ugingoojd i 05 lO T-l rfH CO CO 1> •^ (?Q S i>.^ ^ T-l 1 05^ CD t^ 1—1 i^ t>.^ »l^ co^ ^ " s;qoTA9r) «f o oo" 1 o» Cv. ■<*" oo' oT ■T— 1 o cq" co" CO a^ UI r-( <>? CJ '^ CO -^ vO CO tH CO CO Ttl op.ia: u9;ou 00 (>3 CO OS lO tH CO O -:siooj;8a ^ 1> 00^ 1 fN^ 00^ ^ CD o^ (?? lO CO t^ O '^ •OoOTT-q-p^ C<) ^^ '^'^ 1— 1 o t^" co' "^^ co" "*" o" !t>." T-To' :jsn[JOAqB[£) CO CO onanT 91'BQ b CO CO CO CO CO CD CO CO ■ o O l?Q^ o^ 1 o- c>- CD 00^ CD ^ o co^ 1 CO 00^ -TuraB^HOsqy 1>" oo" QCT 1 Ö~ cd" ^" ^" co" oT 1 ■ CD O CO o suepog sop 1H (M CO ''i^ O «D t^ 00 OS o T-l CO CO '^J* lO teraiun^ T-l tH iH T-l TH T-i 46 Boden, Wasser, Atmoaphäre, Pflanze, Dünger. lÖ^rfi.C0t3MOSC>00MC5Üirf^C063Hi Nuinmor dos Bodoiis I-* O O O I-» O i^J-^^i^J^J^j^J~'J~' Oc^cocr>03 1si> ~o 00 ^ "fi.jN300^«O0:>rfi.G0Orf^l-*l--'W JD C> <^ p C> C> 1-i "o Vo "o 'O "h-^ I "f-i "o ~o "co "oo "o 'o Oososi-'OOOI O^ CO rr> <^ ^ tD \f^ (55 CO Procont PgOg-Gohalt dos luft- trockenen Bodens, demselben mit 1 1 "/o NOg entzogen o o o o o (O p> G C) a> <^ c> p p p "O ~0 "^ "O "O "O "O "h-^ "O ~0 "O "isS "lO "o "o M'003063rf^C»0«OC0^10^C0050 Procent-Gehalt des luft- trockenen Bodens an in der Mat. noiro enthaltener P2O5 03 O O jf^ p p p j-^ p ^t"^ ^ jl^ J-^ ^ j-* p •f».GOÜ^00 Procent-Gehalt des luft- trockenen Bodens an in der Mat. noire enthaltenen org. Substanz J-' J-" P J-" J~ J-" J-" -ir" ^ J-" J-' J-" J-" --^ J-' ^^^~^f^lo1^^'^-' OJOo Co co co CO co >f^ COMlOl-^COCO^H-iOl-^t-^i-'l-^^*^ CO CO CO CO 03 CO Scheinbares spec. Gewicht des Bodens Js3 Jn3 JN» J>5 tO JsS K) Js3 jsS JsS Js3 JN» Jn3 JO ^~^ oo~co"V"rf^~co~b5~bi~Oi~Ci'a5~ai ^ oo a5>f^rfi>OOO^CiC;"lOI-'63)NOlOJsDrf^OO OOOOooicTJOiasoooppppp "o "o "o "o "o o o ~o "o "o o "o o o "o ooooooooooooooo ooooooooooooooo Gewicht einer 20 cra tiefen Ackerkrume dos Bodens pro ha in kg tO ^ H-i Js3 _M- JO JW J^ JsS p JO j;0 h-^ IsS ^ ^ rfi. "h-i ~CO "C" 1 'co "jsD ^ '^|i- ~C5 "rf^ ~^ Orf^S Gewicht der PgOg-Mongo dieser 20 cm tiefen Acker- krume, bei Behandlung des Bodons mit 11 «/o NgOg in kg 05COKil-'tf^Oht^OCOC5l-^COCnrf^tO tölOCr^i-'ODyasser mit verschiedenen lebenden und todten organischen Körpern und Mineral- Palermo. Stoffen findet der Verf. in der Anlage der Brunnen, welche meist offen sind, und in der schlecht gelegten Rohrleitung-, letztere (Thonrohre) liegen häufig in sehr inficirenden Boden, ja einzelne Rohre gehen sogar durch Canalwasser und Aborte hindurch und nehmen also von dort schädliche Substanzen aller Art auf. Der Verf. hat sogar auf seinen Excursionen bemerkt, dass das Volk die offenen Brunnen, welche das Wasser zur Stadt führen, zum Waschen von Gemüse, ja selbst von Hausgeräthen benutzen und dass Wasser, welches auch als Trinkwasser benutzt wird, unweit der Thore der Stadt zum Aal- fang dient. Der Verf macht nun zur Beseitigung der beobachteten Uebelstände, um die Wasser zu verbessern, dementsprechende Vorschläge. F. Ullik^) veröffentlicht eine Reihe von Untersuchungen, welche er yt^dieu mit Wassern aus der Umgebung von Tetschen ausgeführt hat. Während über eiuige andere Wasseruntersuchungen meist vom sanitären Standpunkt aus in Aus- Gewul^s'er! führung gebracht sind, hat der Verf. hauptsächlich die Beziehungen berück- sichtigt, welche sich zwischen der Beschaffenheit der Wasser und der jener Gesteine ergeben, aus denen die Wasser entspringen. Wir geben im Nachstehenden die Ergebnisse der Untersuchung ver- schiedener Wasser von 5 Quellen (1 — 5), welche am linken, und 2 Quellen (6 — 8), welche am rechten Eibufer bei Tetschen gelegen sind, in der Ta- belle I. , und in Tabelle IL die Ergebnisse der Untersuchungen der zuge- hörigen Gesteine. Die Wasserproben sind in den Monaten Juni, JuU und August ent- nommen worden und die einzelnen Daten beziehen sich auf 100,000 Thcile Wasser. (Siehe die Tabellen L u. IL auf S. 60.) Was nun das Liebwerder Wasser (1) anbelangt, so lässt sich durch Vergleich der Zahlen in Tabelle I. und II. erkennen, dass die Beschaffenheit desselben nicht das Resultat eines einfachen Auslaugungsprocesses des Ge- 1) Gaz. chim. 1880. S. 11.5. 2) Le Staz. speriment. agr. ital. 1879. Vol. 8. S. 1. ^) Separat-Abdruck aus d. Verlag der kgl. böbm. Gesellscb. d. Wissenschaften. Druck von Dr. Gregr. 1879. 60 Bodou, Waaser, Atmosphäre, Pflaiizo, Dünger. ^ ^ -1 a^ ^ 3' S + . . . . o & U* § 5 bC c» o. . . . c» ,_i 3 1— ' CJ5 O ^ M' <>3 w o M) i>s o: td ?5 tr' fo 1— 1 ^- I— ' c+ f^ *»• Oi' O 4^ C" ' 05 Ol tO OC 4i- O i-' to c; O 1 l-i M » 1— l ^ 00 O O lo o ^ 1^ h-^ H-i O l-i O ' M 00 tC I-' CO 00 01 O CO tf* lo o: Ol p *^ O ö =a 3 »-^ O O O to te n lo O ^o OS ü^ 5 Q ^ tji. ü< io ^o ac; 05 O tO '•-D O o CD er' CO ►-h >-i 1-H 3 &* C5 o o o o W ^ 'üi ^ ''h-i "I-i 'co o B C5 »-' a; O -^ ,__, 3 Ü< CO ^-O 00 •<{ o: 1^ l-i m h- 1 w 00 l-i ts3 o O >f^ '-O tO CO oo lO 00 O Cß Jn3 B ►(^ O tf^ CO OS o: t— ( !Xi O O O CC o K P o o o "g o ^^ O O S O o ^ m W oo hl- w o o:> «-+■ K) rf^ Cl B P" a tr C5 ^^ td |Pw s • • ■ • p t« ^ P CLi . H^ ^ . . . . a c c b . . . . o- CD . t« bO ' * ' * <-► o. P . . . . C5 o Oi CD t-l 1= Oi Ci O «^^ ht^ O O 60 »-* CT» ^' CD CD 1 — ' ^ ^ J 173 'O -• V« ^ 1 c ir;" 4^ 00 l-l ri C O« 00 0^ I-' 00 to ^ S Ot-i63l^ f^ o^^tf^ 1 CO 00 ^ CO c 5 S i^ '-' ^ ,„ h-t ?? CD 0^ CO H-i 1 P p p J:<0 Jfi' 2 g t* OGOtOrt r; 05tO^ 1 "to "co "to "00 "es ^ '^ ^ i-S '-i Üt H-' t-i Ci CO 00 00 ^ M p ciCiOoa!OH-ii-' p p p p J^ e c" H OH-iioO^i ^üti-i ^ "0^ "üi "es 'V y ia OtOi-'Ooiri oooohfi^ 1 CO Oi 1-^ CO CO ^ P ü» ^ CD cT ►— ' p 1— ' ^ CD p. 3 CD f-i ^ CD OS t p pppjo ^_l 00 00 h^ CO 1 "j-i. "ÜT "hf^ "00 "rf^ s^ !i^ :^ 5' P >TJ P *» >— 1 ^ ^ 1 1 1 t-^ «D 1 Ol ^ to C5 CT5 1^ J-'^M.JD (X!Jn3JXiJ-^ P P p J-' Jf^ gl "t-^'oV 0*2 'o"-^ C H-k 00 1 'h-' "■<( "i-o ^ "o N CD Ol 1 ^ Ol CO CO OT CD H CS CO " p (^ , , S W 1 1 1 1 1 ^<^^--» 1 h- 1 P P P ^^-^ 1 "00 "to~to1-^ p 1 1 1 1 1 ^^ 1 1 Ol l^^ JD p J-' p p ►-* 00 td JL "io "0 "0 "o "•<} "c 10 Ol hJiw rfi. to g W ; oxco-^TfHcoi-iaicocococo .5 S o CQ (M lO CSJ XOSt^CDl^OCD'^X^XCO f§ 1 1 ■rH OS C<» 00 CO 1-1 'Ttl ot^iot^oi-iciocot^coo ^^ C c<» 000 0^0^ 0^0^ a 0" 0" 0" Ö~ Ö" 0" 0" 0' ö~ 0' 0" 0" 0" 0" 0" 0" 0" 0" <1 '^ , 2 CO cc c3 00 CO "^ -* CO t^ cococooixcoiHiocDTtiaico ^ 3 t* fe OJ 00 tH t^ -^ tH 1— 1 '^i-tiOOiOli-ICDiOT-lt^XCD CO CO c^ T-< iH lO CO OOCOOiOt^THOC<(i>COO CD •'^ CS -t. -2 ^ oi i?Q c« 1-1 000000000^00 fS ^ "^ "=« est C< 000 000000000000 ö~ö"ö~o"o" o'" 0*^ 0" 0" 0" 0" ö 0" 0" 0*^ 0*^ 0" o*^ 0" ^ 1 •^ ■<:*< CO CO :cS (-3 ^ CTi CJl CO tH CO Csl iH ^OiCOi-lTHCQrHXaiXr^O ^ O o lO t- '^ S^oc<>oxcooxot^co r^ |1| 1^ CO ^ Oi '^ iH Cj tn-^CD-^CDOi-lOiH-^'^OS *J '^ 1^} CS* T-H 1-1 SO'OOOOOOO-^O'* Ö rM c<( ÄOoooO' 000000 .* CQ ö" 0" a d~ ö" o'o'^d ^ 0" 0" 0" 0" 0' 0" 0" 0' 0" 0" 0" p '^ T*H t^ CO s> E~-T3 cs> CS( t^ ^ lO -asxt^coco^xc^ocsfi^ SOlOCO'^t^XCOiHi-lt^X «3 PI .3 -S CS CO C<« CD CO t^ Oi iH es 5? c t^ CO CT5 CO ■tH CT5 jncoocoiocoooi-ii^coai ^ -i< s CO r-l 1— 1 T-l iH POOOOOOOO^O'* •2 ~ s oxt^Ocs»co'*cr>o •i;-5ti^coo'rf tH 1— ( tH »0 1-1 soooO' 0000^00 ;_( 1 'S :S c<( CQ 000 PhO 0000000000 ► C<) (M CO -^ CD CO ^tOt^i-lOi-li-IOCDOl^t^ iH CO CO cn CO CO X SOi^OOi>cOT-iJ>a5o:'X a '"S CO 1-1 t^ '^ C<) 05 X •;coococociOOO^T-icD ■3 -^ C<) tH tH 1—1 '^ 1-1 SOOOOOOOO'^O-* M CS! CQ 000 aooooooooooo "^ ö~ 0" o'" 0' 0" 0" 0" 0" 0" 0" 0" iH 00000 o'o'^o . ^ . . . M . . . Jh bß t/j ■ " * 5° cö CO ^- . . . ^^ d S . . . cn .^ t: s . . . cC cö -5 *^ *- ^ J. .s ^, > 'TS 'S ^ 1 g J B •S ;t^ a bc a ^ -d *-. ■ a '^ q=l cö ?:; ce " CO tu s c3 -1-3 'o 'S ^ 'Ö o; Ol „ ^1 ire (SO4) . re (NO3) . Anorganischi Organischer Gesamrat- . Anorganis ' Organisch Gesamrat- 03 Ö 5« '^ a ^ 1 a s CS P, CO CC «2 ^ kl C «. £ 1-^ CO ■— E s c- 1 1 a a c C 1 t , C -^ Ol 5* go Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. vielleicht bei der Pcgnitz während ihres Laufes durch die Stadt an der 3., 3. etc. und letzten Probenuahniestelle nicht wie der Verf. berichtet: „in un- mittelbar auf einander folgenden Zeiten", sondern zu ganz bestimmten und solchen Zeiten die Wasserproben entnommen worden sein, zu welchen das am Anfang entnommene Wasser wirklich an der 2., 3. etc. und letzten Probennahmestelle erschien, was berechnet oder noch besser durch genaue Beobachtung der Bewegung des Wassers festgestellt werden kann, so glaube ich sicher, dass die Resultate bezüglich der „organischen Substanzen" anders ausgefallen wären. So lange die Probenentnahme nicht nach dem zuletzt angedeuteten Verfahren geschieht, bleibt die Frage bezüglich der so raschen Selbstreinigung noch offen. Der Ref.) ueber In der Sitzung der Chemical Society vom 18. März 1880 machte Tidy^) wasseV, Mittlieilungen über verschiedene Flusswasser, wobei er 1) in den analytischen imre^niRun^ Details der Untersuchuugsresultate verschiedener Flusswasser zeigt, dass die etc. " Substauzgchalte gleicher Wasser in den verschiedenen Monaten des Jahres schwanken. Dies rührt her 2) von den Verunreinigungen, welchen die Fluss- wasser durch verschiedene Ursachen unterworfen sind. Zu den Ursachen, welche eine Verschlechterung der Flusswasser herbeiführen, zählt der Verf. u. A. die Fluthwasser und die Abflusswasser der Städte. Aus seinen vielfältigen Untersuchungen folgert der Verf., dass die Oxy- dation der organischen Substanz der Abflusswasser, wenn letztere mit ge- nügender Menge von reinem Flusswasser vermischt werden, äusserst rasch vor sich geht, ganz besonders dann, wenn eine gewisse Schnelligkeit der Strömung vorhanden ist. Einen weiteren Gesichtspunkt, welchen der Verf. hervorhebt, bildet 3) der Gebrauch des Flusswassers als Trinkwasser. Der Verf. sucht hierbei nachzuweisen, dass die Sterblichkeitsverhältnisse von Städten, welche mit Quell- oder Flusswasser versorgt werden, in Wirklich- keit dieselben sind; diese Verhältnisse gelten namentlich auch für die ver- schiedenen Districte Londons. Bei den verschiedenen Methoden der künstlichen Reinigung der Wasser, welche der Verf. bespricht, zieht derselbe die Filtration durch Sand vor. Am Schlüsse fasst der Verf. die Ergebnisse seiner Untersuchungen in folgenden 2 Sätzen zusammen: 1) Dass, wenn Abflusswasser in fliessendes Wasser sich ergiessen, das verunreinigte Wasser wenige Meilen unterhalb wieder gereinigt ist, vorausgesetzt, dass die Verdünnung mit reinem Wasser hinreichend war. 2) Dass die Thatsachen dafür sprechen, dass, was immer auch die wirk- liche Ursache gewisser Krankheiten sein möge, die materies morbi, welche in den Fluss gelangt, zugleich mit den organischen Substanzen zerstört wird. Ueber die Im Auschluss an vorstehende Mittheilungen hielt in einer Sitzung der- dMLuf"fuf selben Gesellschaft im Mai 1880 Frankland 2) einen Vortrag über eine Moorwasser Untersuchung, welche der Verf. in Gemeinschaft mit Halcrow über den whiige oxy- Eiufluss der Luft auf concentrirtes Moorwasser (peaty water) ausgeführt hat. organischer Es hat sich dabei ergeben, dass das Moorwasser, welches ziemlich Substanz. j.gjß|^ g^,^ Organischen Kohlenstoff- und Stickstoffverbindungen war, selbst beim längeren und heftigen Zusammenschütteln des Wassers mit Luft, nur sehr geringe Mengen von Sauerstoff absorliirte, dass nur 2 '/a "/o der organischen ») Chemical News. Bd. XLI. 1880. S. 143. 2) Ibid. S. 245. Wasser. an Substanz uacb dem Zusammenscliüttelu mit Luft oxydirt worden war. Der Verf. sucht durch diese Versuche nachzuweisen, dass die obengenannten Resultate von Tidy für die Beurtheilung der Frage: ob mit städtischen Abflusswässern verunreinigtes Flusswasser bei hinreichend raschem Lauf sich durch freiwillige Oxydation selbst reinige, ohne entscheidenden Werth sind, weil in der That Tidy versäumt hat, durchgängig Durchschuittsproben der Analyse zu unterwerfen. Der Verf. folgert vielmehr aus seinen Untersuchungen, dass kein zwingen- der Beweis vorliegt, dass die todte — und noch viel weniger die lebendige — organische Substanz in verunreinigtem Flusswasser mehrere (12 — 16) Meilen unterhalb, wie Tidy oben angiebt, durch freiwillige Oxydation un- schädlich gemacht und das Wasser gereinigt sei. (Es ist in der That un- wahrscheinlich, dass z. B. Bacterienkeime in Wasser durch freiwillige Oxy- dation im Strome zerstört werden, wie auch in derselben Sitzung Huxley hervorhebt; ausgeschlossen ist jedoch aber nicht, dass gewisse todte organische Substanzen unter dem Einfluss des Sauerstoffs im rasch fliessenden Wasser auch ziemlich schnell zerstört werden, da es ja bekanntlich leicht und schwer oxydirbare organische Verbindungen im Boden und Wasser giebt und das Moorwasser Frankland's könnte ja gerade nur schwer oxydirbare organ. Substanzen (constantere Verbindungen) aufgelöst enthalten haben. Der Ref.) Am Schlüsse der Sitzung antwortet Tidy auf die verschiedenen An- griffe Frankland's nur, dass die Statistik der letzten 10 Jahre beweise, dass viele Städte, welche ihren Wasserbedarf mit durch wenige Meilen ober- halb einfliessende Abflusswasser verunreinigtem Flusswasser deckten, (gut filtrirt werden die Flusswasser für solche Zwecke wohl immer? D. Ref.), von Epidemien so frei blieben, als andere mit reinstem Quellwasser versehene Städte. Im Juli 1880 theilt Frankland i) die Ergebnisse weiterer Unter- suchungen mit, welche er über die wichtige Frage der Selbstoxydation der organischen Substanzen im Wasser ausgeführt hat und ob fliessendes Wasser zu allen Zeiten gefahrlos für diätetische Zwecke dann benutzt werden kann, wenn es längere Zeit mit der Luft in Berührung ge- treten, nachdem es zuvor sich mit dem Lihalt von Abzugscanälen vermischt hatte. Diesbezügliche Versuche sind seit 6 Jahren unter Leitung vom Verf. fortgesetzt worden und zwar wurde auf dreierlei Wegen die Lösung der Frage versucht. 1) Wurde die Geschwindigkeit der Oxydation in drei sehr stark verun- reinigten Flüssen: Mersey, L'well und Darwen gemessen, indem in Proben, welche unmittelbar au stark mit Verunreinigungen versehenen Gegenden ent- nommen wurden, der organische Kohlenstoff und Stickstoff', das Ammoniak, die Nitrate und Nitrite u. s. w. und dann in Proben dieselben Substanzen bestimmt wurden, nachdem die Wasser der Flüsse 11 — 13 Meilen weit ge- flossen waren. (Ob für die Zeiten der Probenahme an dem einen und anderen Ort die Geschwindigkeit des Wasserlaufes Berücksichtigung fand, ist aus den Angaben Frankland's nicht zu ersehen. Der Ref.) 2) Wurde die Schnelligkeit der Oxydation bestimmt, wenn verunreinigtes Wasser (künstliche Mischung von Londoner Canalwasser mit reinem Wasser 1) Journ. of the Cham. Society. Vol. XXXVII. S. 517. IVA Boden, Wasser, Atmoöijliare, Pflanze, Dünger. von bekanntem Gehalt an C, N, II3 N, Na O5 u. s. 1.) mit Lult stark ge- schüttelt wird, 3) Wurde die Geschwindigkeit ermittelt, mit wciclier der Sauerstoff verschwindet, wenn er iu mit organischen Stoffen verunreinigtem Wasser ge- löst ist. Es hat sich in allen Fällen ergeben, dass, gleichgültig, ob man die organische Verunreinigung eines Flusses an verschiedenen Punkten seines Verlaufes prüft, oder die Schnelligkeit des Verschwiudens der organischen Substanz der Canalwasscr oder des Urins bestimmt, wenn diese verunreinigten Flüssigkeiten mit reinem Wasser gemischt und mit Luft stark geschüttelt werden, oder endlich die Geschwindigkeit, mit welcher der gelöste Sauer- stoff verschwindet in Wasser, das mit 5 % Canalwasser versetzt ist, — die Oxydation der organischen Substanzen in den verunreinigten Wassern, selbst wenn solche mit grossem Volumen von reinem Wasser gemischt sind, un- gemein langsam von Statten geht und dass es unmöglich ist zu sagen (s. 0. b. Tidy), wie weit solches Wasser fliessen muss, bis die organischen Sub- stanzen oxydirt sind. Mau wird aber, nach dem Verf., aus den Resultaten sicher schliessen können, dass iu England kein Fluss lang genug ist, um die Zerstörung der organischen Substanzen durch Oxydation vollständig zu bewirken. Brauchbar- Eastou uud Anderson^) haben im Grossen Versuche angestellt, die 'ßisen''-* Filtration des Wassers durch Eisenschwamm zu bewerkstelligen. Der Kisen- schwamms schwamm kam zu diesem Behufe in grosse Behälter, welche 342 □' Ober- tion des flächc hatten und 3' hoch waren und wurde 1 Theil desselben mit 3 Theilen ^Tos^seV."' Kies bedeckt; darüber befand sich 18 Zoll hoch Filtersand. Vom Boden des einen Behälters fioss das Wasser in einen zweiten kleineren, in welchem sich eine 2' hohe Schicht Filtersand befand, um das aus dem ersten Filter aufgelöste Eisen wieder zurückzuhalten. Die Verff. konnten von Nethe- , Wasser 150 Gallons pro □' Filterfläche in 24 Stunden, also pro Stunde und □' 6^2 Gallons filtriren; während bei den Londoner Filtern nur zwischen 4 uud 2 Gallons pro Stunde und □' Filterfläche filtrirt. In chemischer Beziehung war die Wirkung gleichfalls gut, was durch nachstehende Untersuchungs-Ergebnisse constatirt wird : Wasser der Grand Juiiction Company vor der nach der In 100,000 Thln. Filtration Filtration Total-Rückstand 28,36 14,70 Organischer Kohlenstoff . . . 0,38 0,038 Stickstoff .... 0,074 0,012 Total-Stickstoff 0,340 0,148 Verunreinigung mit Canalwasser . 2340 1040 Chlor 1,65 1,70 Härte 18,0 8,1 Chemische R ci d c mc ist r ^j hat im Jahre 1879 monatlich das Eibwasser und und raikro- (j^s filtrirtc Elbwasscr, welches als Leitungswasser benutzt wird, einer skopische ■ . i Unter- chcmischen und mikroskopischen Untersuchung unterworfen. suchung des Bibwassers Wir geben in nachfolgenden Tabellen die Ergebnisse der Untersucliungen. und Leitungs- Magdeburg. ') Engineering. 1880. S. 309. 2) Journ. f. Gasbeleuchtung und Wasserversorgung, Heft 17. 1880. S. 529. Aus dem Geschäftsbericht für üie Magdeburger Wasserwerke. Wasser. 71 d es Ca TJI 3 {=! 1^5 r^ ü CO > > ^ §D c3 cS fl 1^^ 03 bß -9. S < 03 bC Ti 42 2 S 03 PI .a 'S «t-i M 03 s a A 2 - ^ bO ^ ^ r- .in "3 ^ •?l S .2 =" -P c3 m J 3 S 03'" oT 13 ej ^^ --< ,-5 =^ 5 -3 « a a 03 rfl Ä S '^ " 3 . 13 ?(!h S » 2 K- CÖ S &: cS 03 03 03 Q t^>- > w -2 'S 00 CO CO CT5 »0 tH tH CO CO e H ade arte QO 05 rH 1—1 00 Oi OS 'S Sk gM -2 E CO (M CO Ol tH OS CO CO ö g OS CO Q; Q =^ tH tH 1—1 T-l 1— 1 CO qotiBjq CO CO 00 T-H }> 05 C5 CO -* -•19 A- TH C« CO CO CO ■;sqng -S-io 000 000 t^ CO CO CO C' CO T-H CO '^t* tH 'vH BisauSB]^ CO CO CO 000 CO CO CO' 000 (?* CO 'Jfl CO CO CO o.inBs T-l t^ CO CO J> £- ^ 00 CO 00 Oi 00 '3 H S feßc- > c ö ö 57' CJ •-5 <] «2 "^ "^-^ ö ö -< d ö p '-' CO CO CO in CO 1— 1 a ^ . Co - '• •^ '^ rt ii> 3 03 a P5 ö 03 HH gj ^ r-: P ^ ?ß 3 03 a § 'S ^ öß TS 03 i:^ S ö SM P^ CO f-l Co CS :- '^-i a S 03 CO 03 cc ;^ 1 bß«^ a P^ .s s bß . a <13 W CS CO &ß p j2 bß icul org ehr nge r^ > c> ^ '^ ^sni-toAiniio 1-1 ^ 1-1 ^ CO •r^ 1-1 CO 1-1 ^ 0" 0" 0" 0" 0" tH 0'' CO CO lO put!|s:vionu Ol CO lO CJ c^? i^ .I8;S9^ TjH lO t^ lO 0" (O 0" 0" 0" 0" a Gi 0^ 0^ 0^ Ott ~l-9 o i> i> 2> t- i> GO 00 OD 00 CO r— t f-H l-^ 1— ( 1 1 H CO ',-, Ö ö >-< d .0 P ^ CO CO CO m CO ö i . ^ ^^ 72 Boden, Wasser, Atmosiihäre, PHauze, Dilnger. Zur Be- stimmung der orga- uischeu Substanz mittelst Chamäleon. Ueber den Ammoniak und Albumi- noid-Am- mongehalt des Eises. Wie sich durch Vergleich der entsprechenden Zahlen in vorstehenden Tabellen ergibt, ist das tiltrirte Eibwasser namentlich au festem Kückstand, Chlor etc. und besonders auch an organischen Substanzen ärmer, als das Eib- wasser selbst. Das Leitungswasser besitzt durchaus gute Qualität, sowohl für den Hausgebrauch, als für technische Zwecke. Die chemischen Untersuchungen haben auch nachgewiesen, dass ober- halb Magdeburgs, etwa durch die Stassfurtcr Fabriken, dem Flusslauf Chlor- magnesium nicht in grösserer Menge als bis jetzt übergeben wird. Nachstehend mögen zum Vergleich noch einige Aualysenresultatc folgen, welche mit Eibwasser in früheren Jahren erhalten wurden. Eibwasser früherer Jahre. fester Rückstand Analyse vom 22. Juli 1872 0,441 „ „ 18. September 1873 . . . 0,506 „ „ I.November 1878. . . . 0,768 „ von Schönebeck, 14. October 1879 0,847 A. Ott^ theilt Untersuchungen mit, wonach die Bestimmung der orga- nischen Substanz mittelst Chamäleon nur dann sichere Resultate gibt, wenn die Wasser keinen beträchtlichen Gehalt an Chlorverbindungen enthalten. A. Rüdiger hat mit verschiedenen Eissorten von Teichen und vom Main Untersuchungen über den Gehalt an freiem Ammoniak und Albuminoid- Aramoniak (beide wurden nach der Wanklyn' sehen colorimetrischen Me- thode - Water Analysis by A. Wanklyn. London. Frühen & Co. — bestimmt) angestellt und theilt 2) folgende Resultate mit; In 100,000 Theilen fanden sich: Chlor Majijnesia 0,07664 0,02731 0,1112 0,0287 0,2286 0,0425 0,2685 0,0378 Freies Albuminoid- Eissorten Ammoniak Ammoniak 1) Eis von einem Teich am Fusse des Taunus, derselbe wird gespeist von 2 Gebirgsbächen, die sehr reines Wasser führen .... 0,002 0,0045 2) Eis von einem Teich, gespeist von einem Gcbirgsbach. In diesen Teich gehen die Aborte eines Städtchens der Umgegend Erster Frost 1. December 1879 . . 0,07 0,26 Nach 4 Wochen 0,015 0,12 3) Eis von einem Teich in den Anlagen von Homburg 0,008 0,007 4) Eissorten von 4 in der Nähe von Homburg angelegten sogenannten Eisteichen . . a) 0,002 0,007 b) 0,0025 0,0037 c) 0,005 0,007 d) 0,003 0,0048 5) Eis vom Main, entnommen an der neuen Brücke am 25. December 0,012 0,0098 6) Schnee vom 4. December während eines Orkans gefallen 0,007 0,008 ') Zeitschrift für das gesammte Brauwesen. 2) Arch. d. Pharm. Bd. XVII. ö. 116. No. 17 und 18. S. 477. Wasser. 73 Wenn auch die Mittheiluugen des Verf. wegen der Scbädlichkeit des Genusses von Eis und Schnee in sanitärer Beziehung Berechtigung haben mögen, so sind doch erst noch weitere Untersuchungen in dieser Richtung abzuwarten. (In dieser Beziehung siehe oben die Mittheilungeu von de Chaumont de Netley. Der Ref.) V. Wartha^) theilt eine einfache Methode zur Bestimmung der tem- Einfache porären Härte des Wassers mit, welche innerhalb weniger Minuten sich aus- Be\timniung führen lässt. Mau benutzt dazu eine ca. 30 — 40 cm lange an einem Ende '^■^^ **'"'?"' ^ raren Marte rund zugeschmolzene in ^lo cc. getheilte Glasröhre, an der eine untere 'les Wassers. Marke den Rauminhalt von 10 CC. bezeichnet. Man füllt die Röhre bis zur Marke mit dem zu prüfenden Wasser, fügt ein Stückchen mit Campeche- holzextract gefärbten Filtrirpapiers hinzu, welches eine violette Färbung hervorruft und setzt aus einer Bürette so lange Vioo Normalsalzsäure hinzu, bis die Farbe der Flüssigkeit sich mehr dem Orange nähert. Nun ver- schliesst man die Röhre mit dem Daumen und schüttelt tüchtig-, der grösste Theil der Kohlensäure entweicht und die Flüssigkeit wird wieder roth. Man fährt nun mit dem Säurezusatz so lange fort, bis der letzte Tropfen die Farbe der Flüssigkeit in ein helles citrouengelb umwandelt, welcher Funkt bei einiger Uebung mit grosser Schärfe getroffen wird. Aus der Anzahl der verbrauchten cc Säure berechnet sich leicht das Calcium- carbonat. A. Gerte s ^) begegnet der Schwierigkeit des mikroskopischen Nachweises Zur mikro- kleiner, sporadisch neben grösseren in grossen Flüssigkeitsmengen auf- ^waaser-" tretenden Micozoen dadurch, dass er etwa ein halbes Promille Osmium- «nter- ' suchung. säure in 1 ^2 procentiger Lösung dem Wasser zusetzt ; dadurch werden diese Oi'ganismen getödtet und setzen sich dann bei mehrtägigem Stehen des Wassers in hohen, engen Glascylindern auf dem Boden ab, so dass in der Regel die Untersuchung eines einzigen Tropfens genügt, um das Gewünschte zu linden. P. Giermanski 3) berichtet über Versuche, welche derselbe in den ueber die Jahren 1878 und 1879 mit dem Wasser der Weichsel bei dem Dorfe ?e.Tef sub'- Czerninchöw in Galizien angestellt hat, die den Zweck hatten, zu zeigen, '^^^^.'^'j^ '^^^ wie viele feste, in Wasser suspendirte Körper die Weichsel alljährlich den wassers bei niederen an ihr gelegenen Gegenden und dem baltischen Meer zuführt. zormc ow. Es hat sich durch die Untersuchungen des Verf. ergeben, dass die in der Weichsel suspendirten Stoffe, zu verschiedenen Zeiten, je nach den Witterungsverhältnissen, der Menge nach sehr variiren können und dass das an den Ufern geschöpfte Wasser der Weichsel weit bedeutendere Mengen fester suspendirter Substanzen enthält, als das mitten im Strudel geschöpfte. F. Stolba'^) hat im October 1879 der Mitte des Radbuzaflusses, vor Analyse des dessen Eintritt in die Stadt Pilsen, eine Probe von Wasser entnommen und RlThuzl-^ das zuvo filtrirte Wasser der Analyse unterworfen. Der Verf. fand, dass '^"^pfi'gyu'^' im Liter folgende Bestandtheile in Milligrammen enthalten waren: ») Ber. d. d. ehem. Ges. 13. S. 1195 a. Arch. d. Pharm. Band XVII. Seite 209. •') Comp. rend. 1879 a. Arcb. d. Pharm. Bd. XVII. S. 461. 3) Landw. Versuchs-Stationen. 1880. Bd. 25. S. 285. *) Sitzuugsber. d. k. böhm. Ges. d. Wissensch. 1880 April, a. Chem. Centralbl. 1880. S. 633. ^ Wicdcrgcwinnung oder Vcrwerthung der darin enthaltenen nutzbaren liiiidw. Nebonge- Bostaiulthcllc vorgeschlagcu wurden, zusammen-, wir wollen daraus Folgendes s^uitirtndln mittheilcn: Abfall- Feska emptiehlt, die Wasser der Stärkefabrikation vor dem Austritt Wasser und n , ,• , . , t-'- • /i • Gewinnung aus dciu Ltablisscment noch zu erhitzen, um das Eiweiss zum (jcnnncn zu enthatrenen bringen uud CS abscheidcn und zur Verfütterung verwenden zu können, nutzbaren Auch kauu man diese Abwasser zur s.vstematischcn Bewässerung von Fel- theiie. dorn benutzen und eine vollständige Desiufection dadurch herbeiführen, dass man nach Süvern'schem Verfahren die Wasser mit einer Mischung von Chlor- magnesium und Kalkmilch versetzt. Nach W. Kette werden die Kartoffelwasser mit einer Flüssigkeit ver- setzt, die man durch Kochen von stärkehaltigen Fabrikationsabfällen (Pulpe) mit verdünnter Schwefelsäure erhält, der Kette unter Umständen noch et- was Salzsäure zusetzt. Der nach Zusatz dieses Gemisches in dem Kartoffel- fruchtwasser entstehende proteinhaltigc Niederschlag soll ein gutes Vieh- futter bilden. Um die in den Abfallwassern jeder Art enthaltenen Dungstoffe der Landwirthschaft nutzbar zu machen und dabei die ersteren möglichst zu des- inticiren, wui'den in neuester Zeit verschiedene andere, meist patentirte Ver- fahren und Methoden empfohlen. Unter anderen erwähnen wir Alex. Müllers Verfahren der Reinigung der AbÜusswässer durch Cultur von mikroskopisch kleinen hefenartigen Or- ganismen (Bacterien). Der nach Verlauf der Vegetation sich absetzende Schlamm dient als Düngemittel. Die bei der Fäulniss auftretenden Gase werden dadurch beseitigt, dass man sie durch ein System von Drainröhreu, die sich in einem Felde gelegt befinden, leitet. Moll er lässt die Abfallwasser, nachdem sie mit Kalk versetzt sind, ein Gradirwerk oder eine schwach geneigte Fläche passireu, wobei der Kalk durch die Kohlensäure der Luft gefällt wird und die suspeudirten Stoffe mit sich nimmt. ^) Org. des Centralvereins für Rübenzucker-Industrie in d. Oesterreich-Uugar. Monarchie. 1880. Nov.-IIeft. S. Ö2G. Wasser. 75 La (Iure au cmptielilt die Fällung der Schmutzwasser mit Thon und Kalk, wodurch mau ciu klares Wasser und eiueu Niederschlag crhalteu soll, welcher mit etwas Saud versetzt eine fruchtbare Erde liefert. Zu Roubaix uud Tourcoiuy (Belgien) werdeu die Fabrikabtiusswasser uach dieser Methode gereinigt. E. Barrault setzt dem Abflusswasser schwefelsaure Thonerde und dann Kalkmilch zu; der dadurch entstehende thonerdehaltige Niederschlag enthält alle im Wasser suspendirt gewesenen Stoffe und gicbt getrocknet einen guten Dünger. IL Robinson uud J. Melliss fügen bei der Reinigung der Ablauf- wasser nebst schwefelsaurer Thonerde noch etwas Eisenvitriol hinzu, was die reinigende Wirkung der ersteren erhöhen soll. E. V. Aising versetzt die Abwasser zunächst mit schwefliger Säure, dann werdeu sie durch verschiedene Behälter geleitet uud mit Thon ver- mischt. Darauf werden die Abfallwasser durch Filtration über Coaks noch weiter gereinigt. Der mit Schlamm der Abfallwasser vermischte Thon soll sich zur Verarbeitung von Töpferwaaren vorzüglich eignen. — Den Mittheiiungen des Verf. will ich noch eine kurze Notiz beifügen über ein Reinigungsverfahren, welches mit den Abflusswassern der Textil- industrie nach der patentirten Neu mann' sehen Methode vorgenommen wird. In einem Bassin werden die Abflusswasser, z. B. Walkwasser der Tuch- fabriken oder Wollwaschwasser u. s. w. mit Magnesiasalz (Stassfurt) und Kalk oder Eisenvitriol und Kalk versetzt-, nach kurzer Zeit der Einwirkung dieser Substanzen schlagen sich alle suspendirten Theilc, Fett u. s. w., nie- der und dann werden diese Abwasser in einen Apparat, in welchem ein Vacuum erzeugt ist, eingesaugt und mittelst Dampfdruck in eine Presse ge- drückt. In der Presse werden in Form von Kuchen alle niedergeschlagenen organischen Fett- und andere Substanzen zurückgehalten, Avährend ein klares Wasser aus derselben abläuft. Die in der Presse erzeugten Fettschlammkuchen werden nun weiter entweder zur Fett-, Seife- oder Gasgewinnung verwerthet. Derartige Apparate, welche in verschiedenen Fabriken Sachsens, sowie in Königsberg, Hannover, Moskau, Charkow, Vöslau bei Wien mit dem besten Erfolge in Betrieb sind und an anderen Orten in Betrieb gelangen, sind nach meiner eigenen Anschauung zum Zwecke der raschen Reinigung der Abflusswasser bestens zu empfehlen. Die Einrichtungen und Apparate liefert die Firma F. Kyll, Döbeln in Sachsen. (Der Ref.) R. Schiller veröffentlicht ^j die Ergebnisse einer eingehenden che- unter- mischen Untersuchung der Abflusswasscr aus den Moor-Dammculturen des ^^^^'l^^^lfjf.f °, Rittergutes Klein-Kienitz bei Roogsdorf, einige Meilen südlich von Berlin, wassern aus ° o j cj Damm- Das Wasser wurde durch eine Schnecke aus den Gräben geschöpft und cuituren. es konnte dabei genau festgestellt werden, wie viel in einer bestimmten Zeit Wasser den Gräben entnommen wurde. Die Untersuchung sollte die Frage beantworten, ob es sich rentire, das Dammculturwasser seiner Bestandtheile uach zur Berieselung der angrenzenden Sandhügel zu benutzen. In der nachstehenden Tabelle I. geben wir die Zusammensetzung von 12 Wasserprobeu verschiedener Monate, ausgedrückt in Grammen pro Liter. 1) Landw. Jahrbücher. 1880. Bd. IX. S. 621. 76 Boden, Wasser, Atmusi)liäre, Pflanze, Dünger. > 55 tc & (0 C' >— ' h- ' B ST' O O CD ^ ts* » &- rt- p' 00'^ < h— o ES a> ^ o p f^ _A^ >'^^. !:r" ►ö p^ct> ES <* -ä q c- 3 O J:^ N ."^ fe^ g t-H o h- ' »— ' t— 1—1 h- 1 a w OCODOC OOGO •^1 -^1 —1 -1 ^] c (XCCCCCC^ y c c.^ B B p --.^ 1—1 1—' oP o: Ol oo ~] ^ • S CD rc. O -^l tC' tNO tc o 4^ to Co ooo CO ^Sl^l 1 ^. CD ? p 3 ö Ol >— ' »-i 1—1 O! P 00 i-i OC ^ "vb. PJOOj-J "c;i"o5'b: p 05 oo CD CO oi o S" 3 35 V Ol INOOO (T. oo 4^00 o; 4^ l_l 1-1 h- 1 (73 ^: C/2 0^ CO oo CO 4^ o c s= 00 -J oo h-i h-1 t^ :5 ►s' c;i t\0 Ol 05 o ir> CD tO ~I CD ". a S" (r C5O0 oo ^=1 s 7 uo O 005 ISO Cf, « . Ol 1—' (-» H-l 00 tji. ^1 Ol p CD CD -] CD w o oo 00 o: rf^ E- O: 4- ►— oo oc Ol oo O5 00 4^ CD '^ o ooc bO s h- » 05 H- rfi. m Ol g5 --1 >-' tC 05 -J OO oo otc ^ l?s o i-i oo txO tc PO 3 O' ^octc tc tr' tc 00 H-i INO w ~^J tNO CO o k; 05 *^ (NO CO o OO h^ 1 — g H-i too o —1 B oo ^ ^ CD Ol !» 3 3 00 4^ oo Ol O' ^ CD txo Ol oc to ^ txO Ol CD B C5 0> -1 ^a CO kt^ l-C 05 05 K) h- » l-> Ul 05 -J oo -J CJi CDCn o) £L o CDi^CD ^ S: 5^ o Oi- H-' ^1 (^ f= ^ 0-. 4^ IsO 05 ti. CD h-i5 00 OC' f— ^1 05 0^ 4^05 to 'l 0^ oorf^ oo rf^ h-i 1x0 Co CO oo H- ' CD Ol GC' 00 o 05 0< 05 to o CD 4i.4i. to o: KJ O oo § c^ CO O' Ol oo*^ tc t3 O CD ►-! CO '-' o p Hj CO p 2 CB p P 1— 1 i=i B 05 ID &- CD ■^ (D (/J er n> CD H P er P CO O ^ Ö Q Cd p CK5 P p. d INS h- o CD a -^1 O: 0-1 rf:^ oo CO >-' 5^ 9 S^ CD 16. Januar .... 28. Januar .... 25. Februar .... 25. März 20. Mai 9. Juli 1877 22. Januar .... 2. März 27. April 9. Juni 8. Juli 25. Juli 1878 Datum JsO JnO J-i j-i J\0 j-i 'it^ "h* "o". "cd b: "cd O C^ tO OO O O O CJi o o o o 2,0050 1,8535 1,9840 2,0645 • 1? : CO o Trocken- rückstand bei 110« 1—1 1—1 O 1—1 1—1 •-' "o^Tno a:b^"'-~'^-' oo ~] cc -j ^1 CT5 ooo tOOO CD o O O-i O' o o o 1,1295 0,9965 1,0090 1,0625 1—1 CO B Glüh- rückstand 0,7400 0,8300 0,8530 0,8000 0,8870 0,9200 0,8755 0,8570 0,97.50 1,0020 o ' 1—1 o Glüh- verlust 0,00990 0,01054 0,01086 0,00607 0,00766 0,00830 0,00811 0,00879 0,01014 0,013.52 0,01082 0.00946 Gesaram t- Stickstoff 0,00319 0,00351 0,00256 0,00192 0,00256 0,00319 oo 88, 1 ooo 1 i Stickstoff in Form von Sal- petersäure oooooo bib ob b o H- C' O O 1— ►.- tO CD -a CD CO t^o CO 00 CO oo Ol CO tsO ^ CD 05 0< tO 0,01303 0,01043 1 1 . Salpeter- säure nach Siewert OOOOOO 000000 ,,,,,, H-*oo^:^oooo 1 i 1 1 1 1 01 CO rf^ 05 >— tvO O -^ O tC CO CO Salpeter- säure nach Schlösing 0,00770 0.00983 0,01041 0.00790 0,008.53 0,00896 0,00906 0,00824 0.01040 0,01359 p Kali p p o c o o CO CO k CO \i oo a cc IC IC CO CO C^tl,- -V z~. — 1 . *;-- CO cj< CO ji Ol O CO 05' 05 05 CO 0,36680 0,19971 0,29008 0,30996 o 1 *~^ Kalk pppppp 't-i'n-i'ob ob CO CO 0< 05 tti. iji' >-i k*.^ 4^ CO oo CO 00 CO kf^ >(i. 05 CO CD oo ^ CO o *- 0,06414 0,14041 0,06306 0,07027 o Ol o Magnesia 0,42266 0.45700 0.38181 0,31577 0,57708 0,60516 0,37597 0,29125 0,36636 0,32963 o 05 Schwefel- säure oooooo o o o p b b K- ^ H- CO CO H-i CO CO CD CO CO -] CO 1— 1 O >— ' o o 0< CO J^ CO O 05 0,02357 0,03214 0,02907 0,03888 o 1 CO 05 CO Chlor p er Wasser. 77 Aus diesen Zusammenstellungen geht zunächst der ausserordentlich hohe Gehalt der Abflusswasser an organischen sowie unorganischen Substanzen hervor. Die Menge der gelösten Stoffe übertrifft den Gehalt der meisten Drain-, Bach-, Fluss- und Rieselwasser, deren Zusammensetzung bekannt ist, um ein ganz Bedeutendes. Die absoluten Mengen von Salpetersäure, Kali und Kalk, welche all- jähi-lich in den aus den Dammculturen abgeleiteten Wassern sich finden, würden für sich allein schon dem Wasser einen gewissen Düngerwerth ver- leihen. Von Phosphorsäure erwies sich das Wasser vollkommen frei. Das hier- durch ausser Frage gestellte bedeutende Absorptionsvermögen des Kleiii- Kienitzer Moores für Phosphorsäure erscheint practisch um so bedeutungs- voller, als der einzige Dünger, welcher ausser Kalisalzen gegeben wird, Super- phosphat ist. Mit Rücksicht auf die practische Frage, welche zur Untersuchung des Wassers Veranlassung gegeben hatte, führt vorliegende Untersuchung zu dem Resultat, dass von der Benutzung dieses Wassers zur Berieselung eine Zu- fuhr von Pflanzennährstoffen wohl zu erwarten steht. M. G. Lechartieri) theilt Untersuchungen mit über die im Dep. lUe ueber et Villaine vorkommenden Fluss- und Quellwasser und über die Aenderungcn, QueUwasser welche die unterirdischen Wasser in der Nähe der Städte erleiden. ervuiaine^ Nachdem der Verf. die Art und Weise der Analysenmethoden in Be- ziehung auf organische Substanz, wobei er sich der F ran kland' sehen Me- thode bediente, und die Methoden der Analysen auf mineralische Bestand- theile, wobei die nach M. H. Sainte-Claire-Deville angewendet wurden, näher beschreibt, unterscheidet er in geologischer Beziehung 3 Regionen, aus welchen die untersuchten Wasser stammten und zwar: 1) Wasser der Granitregion (Tabelle I.), 2) „ „ Region des Uebergangsgebirges (Tabelle II.) und 3) „ „ Kalkregion (Tabelle III.). In der Tabelle IV. sind die Resultate der Untersuchungen zusammen- gestellt, welche der Verf. ausführte, um die Aenderungen festzustellen, denen die Wasser unterworfen sind, je mehr man sich den Städten nähert. (Siehe die Tabelle auf S. 78.) Bei Durchsicht und Vergleich obiger Zahlen findet man, dass die Wasser der Granitregion I. reich sind an Kieselsäure, während die lösliche Kiesel- säure in den Wassern des Uebergangsgebirges abnimmt; dagegen Sulfate und Kalksalze zunehmen. Der Verf. glaubt ^en hohen Kalkgehalt der Wasser der letzteren Region II. erklären zu können durch die reichliche Anwendung des Aetzkalkes als Düngemittel in jenen Gegenden. Das Wasser der Kalk- region III. enthält die grössten Mengen von Kalk und ebenfalls grössere Mengen von Chlor. Hinsichtlich der „organischen Stoffe" der Wasser der 3 Regionen findet der Verf., dass das Wasser aus der Kalkregion die geringste Menge von organischer Substanz aufweist. Das Wasser aus dem Uebergangsgebirge enthält grössere Mengen organischer Stoffe, als das der Granitregion. Der organische Stickstoff der letzteren bleibt unter 0,001 mg pro Liter und das Verhältniss desselben zum organischen Kohlenstoff schwankt zwischen 0,03 *) Ann. agronomiques. Decbr. 1880. p. 533. 78 Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Region 1. 11. 111. B e s t a Ji il t li c i 1 c Wasser von La Vallerie g Wasser von La Boisar- diero g Wasser von Etang de ChatiDon g Wasser von Villaine g Wasser aus der (Quelle der Marne bei Keimes g Im Liter Fester llückstand . . . Unlöslicher Rückstand in 50% Alkohol . . . Kieselsäure Thonerde und Eisenoxyd Kalk Magnesia Kali Natron Chlor Schwefelsäure .... Kohlensäure .... Salpetersäure .... 0,0880 0,0450 0,0222 0,0010 0,0096 0,0031 0,0020 0,0200 0,0140 0,0041 0,0076 0,0024 0,0843 0,0410 0,0180 0,0023 0,0064 0,0063 0,0048 0,0150 0,0135 0,0050 0,0091 0,0038 0,0734 0,0290 0,0050 0,0014 0,0120 0,0090 0,0019 0,0115 0,0136 0,0060 0,0071 0,0004 0,1090 0,0478 0,0095 0,0026 0,0190 0,0053 0,0028 0,0153 0,0179 0,0077 0.0108 0,0004 0,4150 0,0157 0,0007 0,1637 0,0187 0,0052 0,0301 0,0265 0,0049 0,1380 0,0038 und 0,04; das Verhältniss des organischen Stickstoffs zum Stickstoif der Salpetersäure erreicht nicht 0,01 , während der organische Stickstoff der Wasser des Uebergangsgebirges bis zu 1 mg pro Liter sich erhöht und das Verhältniss des organischen Stickstoffs zum organischen Kohlenstoff Vio über- steigt und ebenso das Verhältniss des organischen Stickstoffs zum Stickstoff der Salpetersäure die Einheit übersteigt und gewöhnlich 10 Einheiten erreicht. Am Schlüsse der Abhandlung berichtet der Verf. über Untersuchungen, die er anstellte, um die Aenderungen festzustellen, welchen die Wasser unter- worfen sind, je mehr sie nach dem Innern der Stadt zu kommen. Verf. hat 5 Wasser untersucht, die in ungleichen Entfernungen von Rennes sich befinden. In nachstehender Tabelle IV. geben wir die Resul- tate des Verf.: (Siehe die Tabelle IV. auf S. 79.) Der Verf. constatirt hierdurch 1) einen wachsenden Sulfat- resp. kohlen- sauren Kalkgehalt, 2) eine VermehÄing der in ÖOproc. Alkohol löslichen Salze (Chlor-, Salpetersäure-, Magnesia- und Kalkverbindungen) und somit 3) über- haupt eine Verschlechterung des Wassers, je mehr sich dasselbe unterirdisch den menschlichen Wohnungen nähert. Man vergl. damit die Resultate des Ref. (d. Jahresbericht. 1879. S. 58), welcher in dieser Beziehung bei den Trinkwasseruntersuchungen der Stadt Döbeln schon im Jahre 1879 zu den gleichen Resultaten gelangt ist. (Der Ref.) Farskyi) theilt Wasseranalysen mit. 1) St. Anna-Quelle bei Czernovic (Böhmen). Die Quelle entspringt in der Gneisformation, ist am Ausflusse 5 — 7" R. ') Bericht über die Thätigkeit der agricultnr- chemischen Versuchsstation Tabor. 188Ü. Wasser. 79 Bestandtheile im Liter Graben des Arsenals IV Brunnen von La Mabitais Brunnen von La Taupinais Brunnen von La Abattoir Brunnen von der Jacobstrasse g Fester Rückstand . . . In 50 % Alkohol unlös- licher Rückstand . . In 50 % Alkohol lös- licher Rückstand . Kieselsäure Eisenoxyd und Thonerde Kalk Magnesia Kali Natron Chlor Schwefelsäure . . . . Kohlensäure . . . . Salpetersäure . . . . Kohlenstoff der organi- schen Stoffe . . . . Stickstoff der organ. Stoffe Wirkliche organische Ver- unreinigung . . . . Ammoniak Stickstoff der Nitrate Organ. Stickstoff: zum Organ. Kohlenstoff . Organ. Stickstoff: zum Stickstoff der Nitrate . 0,1640 0,0590 0,1050 0,0100 0,0022 0,0145 0,0162 0,0030 0,0285 00,355 0,0080 0,0200 0,0115 0,2650 0,4000 0.1370 0,0990 Ol 280 0,0102 0,0024 0,0547 0,0178 0,0060 0,0355 0,0359 0,2210 0,0417 0,0327 0,3010 0,0117 0,0013 0,0527 0,0476 0,0095 0,0402 0,0660 0,0110 0,0317 0,1119 0,2160 0,0760 0,2540 0,0018 0,8800 0,2640 0,6160 0,2540 0,2080 0,0775 0,0024 0,0038 0,00903 0,00309 3,09 0,00012 0,00848 0,34 0,36 0,00085 0,00737 0,00316 3,16 0,00323 0,0040 0,43 6,87 0,02016 0,00552 5,52 0,00035 0,02010 0,27 0,27 warm. Vollkommen klar und ohne Farbe. Spec. Gewicht =: 1,000189 bei 17,50 C. In 100,000 g: NaCl 0,695, NaJ 0.0138, CaNOd 3,30, K2NO4 0,359, MgN04 0.249, CaHäCOö 1,522, MgHsCaOs 0,760, FeH2C205 0,450, CaaPOs 0,010, Fe2 O3 0,131, PO2 0,100 flüchtige Stoffe (ausser CO2). 2) Wasser aus dem Jordanteiche bei Tabor. Der Teich wird durch mehrere Quellen gespeist, welche in der Gneis- und Granitforraation entspringen. Das Wasser opalisirt, ist schwach gelblich gefärbt, ohne Geruch, sehr schwache Säurereaction, setzt Eisenhydrat mit organischen Stoffen ab. Im Liter: Abdampfrückstand 102,37 (Glühverlust 49,58) Glührückstand 52,79 Gl 7,48, SO3 9,02, SiOa, P2O5 0,13, CaO 20,25, MgO 9,10, FeaOs 0,58, K2 1,56, Na2 2,73, OA Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. ausserdem Spuren von Jod, Ammoniak, salpetriger Säure. Benutzung des Wassers nach dessen Qualität. Anhang. Es seien hier nachstehend noch andere Arbeiten, zum Capitel „Wasser" gehörend, erwähnt, für welche ich auf die in den angeführten Original-Ab- handlungen gegebenen Mittheilungen verweise. Der Ref. Der Versuchsbrunnen für Wasserversoi'gung der Stadt München von A. Thiem. (Journ. f. Gasbeleuchtung etc. 1880. Heft 6. S. 156. Heft 7. S. 196 und 8. S. 227.) Ueber den Nachweis der organischen Substanzen im Wasser, von F. Tic manu und 0. Preusse. (Ber. d. deutsch, ehem. Gesellsch. Bd. XH. S. 1906 u. ff. Journ. f. Gasbeleuchtung u. Wasserversorgung. 1880. No. 11. S. 311 u. 341.) Ueber Filtration und Reinigung des Wassers. (Verhandlung der poly- techn. Gesellsch. zu Berlin. Heft IV. u. V. 1880.) Von Veitmeyer. Bericht über die Untersuchung von 4 Turiner Wassern, von A. Lieben. (Gazz. chim. 1880. Heft 10. S. 86.) Bericht über die Untersuchung von 4 Turiner Wassern, von Stanis- lao Cannizzaro. (Gazz. chim. H. 10. S. 115.) Ueber die Bildung schwefelhaltiger Mineralwasser, von A. Mactear. (Chem. news. 1880. Bd. 41. S. 236.) Ueber organische Substanzen im Wasser, von C. T. Kingzett. (Chem. news. 1880. Bd. 41. S. 254.) Analyse des Newawassers, von A. Uli eh. (Z. rusk. chim. obsc. 12. S. 179. St. Petersburg, 1880.) Literatur. Watnr-Aiialysis for Sanitary Purposes. With Hints for the interpretation of re- sults. by E. Frankland. London van Voorst. Kritik der gegen Schwemmcanalisatiou erhobenen Einwände. Mit einem Vor- wort von M. V. Pcttenkofer, von J. Soyka. München, 1880. Rieger. Grundlagen zur Beurtheiluug des Trinkwassers, zugleich mit Be- rücksichtigung der Brauchbarkeit für gewerbliche Zwecke und der Reinigung von Abfallwasser, nebst einer Anleitung zur Prüfung des Wassers, von E. Reichardt, Professor in Jena. 4. sehr vermehrte und ergänzte Auflage. Verlag der Buchhandlung des Waiseiüiauses in Halle a/S. 1880. Atmosphäre. (Meteorologie.) Referent: Th. Dietrich. i^^ft. H. Macagno veröffentlicht folgende Analysen der Luft, ausgeführt anaiysen. jj^ Palermo auf dem astronomischen Observatorium, 72 m über dem Meeres- spiegel. Die Zahlen beziehen sich auf 100 Liter Luft, berechnet auf 0*^1 und 760 mm Barometerstand. ^) ») Chem. Centralbl. 1880. 225. Das. aus Chem. News. 41. 97. Atmosphäre. Datum Sauerstoff Kohlen- Ammoniak Orgauisclie Substanz Tür 10 Tage säure 187i ) 1 1 g g Mittl.Temp. Eeg. mm Februar 10. 12,4 11,58 ?? 30. 20,879 0,021 0,024 0,154 13,6 17,29 r 28. 20,891 0,048 0,028 0,127 12,8 3,57 März 10. 20,715 0,025 — 0,115 9,8 9,24 ?5 20. 19,994 0,025 — 0,094 13,3 — 11 .31. 20,888 0,022 — 0,070 14,4 .30,61 April 10. 20,910 0,021 Spuren 0,076 14,3 32,01 55 20. 20,880 0,064 — 0,094 15,8 18,45 1? 30. 20,898 0,045 — 0,055 16,0 14,75 Mai 10. 20,913 0,005 — 0,020 14,6 17,20 51 20. 20,902 0,049 — 0,072 14,0 16,65 11 31. 20,017 0,033 0,036 0,142 19,8 2,23 Juni 10. 20,894 0,041 — 0,107 20,5 — it 20. 20,918 0,043 0,040 0,363 22,0 — 11 30. 20,915 0,043 0,009 0,162 23,5 — Juli 10. 20,977 0,020 0,010 0,111 23,4 — 11 20. 20,984 0,076 0,080 0,157 22,6 — 11 31. 20,899 0,039 — 0,138 23,0 — August 10. 20,910 0,028 0,005 0,165 25,1 — 11 20. 20,888 0,030 0,007 0,112 25,1 — 11 31. 20,895 0,039 0,009 0,131 25,0 " Mittel für Februar, März, April und Mai, mit Regen II 20,717 I 0,033 I 0,008 | 0,102 | 14,2 [ 173,18 Mittel für Juni, Juli und August, ohne Regen II 20,920 I 0,039 1 0,009 1 0,160 1 23,4 | — Salpetersäure wurde nur 2mal, am 20. Juli und am 10. August, und nur spurenweise gefunden. Diese Tabelle zeigt, dass sowohl die Kohlensäure als auch die organi- schen Verunreinigungen mit der Temperatur zunehmen, und dass der Regen die Atmosphäre förmlich wäscht. Er beseitigt die schädlichen Gase, welche in der Atmosphäre über Landschaften und Städte angehäuft sind, er bringt aus den höheren Regionen der Atmosphäre eine gesündere Luft herab und paralysirt die schädlichen Einflüsse der Ausdünstungsstoffe der Thiere, Fäul- niss etc. Ein interessantes Factum hat sich ferner herausgestellt, dass bei Siroccowind (20. März und 81. Mai) der Sauerstoffgehalt aussergewöhn- lich gering zu sein pflegt, was noch durch fünf weitere Beobachtungen (19,998 — 20,064) bestätigt wurde. (Vergl. die Untersuchungen von v. Jolly, •Tahrgang 1879 dieses Jahresber. S. 67, welcher den kleinsten Sauerstoffge- halt bei herrschendem Acquatorialstrome oder Föhn fand, den grössten Sauer- stoffgehalt bei herrschendem Polarstrome). Jahreshericht. 1880. 6 ön Hoden, Waseer, Atmoaphärp, Pflanze, Bllnger. schwanktin- Ucbcr ciiic 111 öffl iclic U 1' sacÜG der Scliwankuiig in dem Men- gen des O- , . , , . 1 u i ce ■ i i i •• • i t Ti. gehaita «ier genvcrlialtniss des bauerstotts in der atraospharischen Lult. ^""- Von E. W. Morley.i) Verf. bemerkt, bezugnehmend auf die Untersuchungen von Ph. Jolly^) und die daraus gezogenen Schlüsse, dass, sofern diese letzteren berechtigt wären, zwischen der Zusammensetzung der Luft an den Polen und am Aequa- tor nothweudig ein Unterschied nachgewiesen worden sein müsste, gross ge- nug, um die grossen Schwankungen zu erklären, welche man in gemässigten Regionen beobachtete und zwar diese zu erklären, nachdem solche abnorme Luft der Mischung mit Luft anderer Zusammensetzung während eines Weges von Tausenden von Meilen ausgesetzt worden ist. Da nun solcher beträcht- licher Unterschied nicht erwiesen worden ist, so bezweifelt Verf. die Rich- tigkeit der Jolly 'sehen Theorie und glaubt mindestens, dass dieselbe fer- nere Beweise bedürfe. Nach einer von Loomis unlängst aufgestellten, und durch beigebrachte Beweisführung sehr wahrscheinlich gemachten Theorie würden nun gewisse grosse und plötzliche Temperaturerniedrigungen an der Erdoberfläche nicht durch den Uebergaug kalter Luft aus höheren in niedere Breiten veranlasst, sondern vielmehr durch das senkrechte Herabsteigen von Luft aus kalten höher gelegenen Theilen der Atmosphäre. Wenn diese Theorie richtig, be- merkt Verf., so müsste die Luft an der Erdoberfläche während solch einer grossen und plötzlichen Temperaturerniedrigung wohl eine geringere, als die durchschnittliche Menge Sauerstoff enthalten. Verf. bemerkt weiter, dass hiernach eine Luftprobe, gesammelt im Mittelpunkt einer Fläche, welche von einem niedersteigeuden Strom kalter Luft bedeckt ist, in einem gegebe- nen Augenblick einer Probe frisch aus dem oberen Theil der Atmosphäre stammende Luft repräsentiren würde, welche auf ihrem Wege nur geringen Beimengungen ausgesetzt ward. Wenn eine solche Luftprobe vor jenem Herabsteigen in einer grösseren Höhe für längere Zeit verweilt hat, so mag sie wohl einen Theil des Sauerstoffes eingebüsst haben, den sie enthielt, als sie sich "in früherer Zeit am Niveau des Meeres befand und der Unterschied mag dann gross genug sein, um nachweisbar zu sein. Verf. hofft demnächst an bestimmten von Loomis als solche Regionen bezeichneten Punkte, an denen häufiges Herabsteigen kalter Luftströme aus grösseren Höhen statt- findet, Proben zur Untersuchung sammeln zu können. Er hat zunächst aber mittelst einer besonders sorgfältigen, im Original des Näheren beschriebeneu Methode Luftproben au seinem Wohnorte untersucht, um zu sehen, ob nicht auch hierbei schon eine Aufklärung über die Gründe der Schwankungen des Sauerstoffgehaltes der Luft zu gewinnen sei. Seine Untersuchungen dehnten sich aus vom März 1878 bis April 1879. Auch hierbei wurden einzelne abnorm niedrige Zahlen iür den Sauerstoffgehalt beobachtet. Diese niedrigen Werthe fallen unverkennbar zusammen mit grossen und plötzlichen Temperaturerniedrigungen, wenn auch eine genaue Proportionalität nicht be- obachtet ward und auch nicht erwartet werden konnte. Verf. macht nun darauf aufmerksam, dass er bei sorgfältigen Analysen zwei Mal im Februar und im September abnorm niedrigen Sauerstoffgehalt (20,48 und 20,50 pCt. im ersteren, 20,49 und 20,46 pCt. im letzteren Fall 1) Biedermann's Centralbl. f. Agriculturchemie 1880. 230. Das. aus Americ. Journ. of Scieuce and Arts. Ser. 3. 1879. 168. (Forschungen a. d. Gebiete d. Agrioulturphysik v. Wollny. 1880. 319.) ■') Vergl. Jahresber. 1879. Ü8. Atmosphäre. QO bei je zwei Bestimmungen au gleichem Tage) faud, dass ferner Jolly im Juli und November 1877 jedesmal 20,56 pCt. beobachtete und dass endlich das „neue Handwörterbuch der Chemie" eine Luftanalyse von der Bay von Bengalen mit 20,46 pCt. Sauerstoff, ferner eine solche aus der Nähe von Calcutta mit 20,39 pCt., endlich eine aus der Nähe Algiers mit 20,41 pCt. Sauerstoff aufführt. Der Umstand, dass der Verf., wie auch Jolly, Luft ebenso arm an Sauerstoff fand, als bei den letztgenannten drei Analysen be- obachtet ward, vermindert, wie er glaubt, die Wahrscheinlichkeit, dass die Luft von der Erdoberfläche der heissen Zone normaler Weise sauerstoffarm sei. Einer der ersten von Loomis angeführten Fälle eines vermutheten Herabsteigens kalter Luft aus einer höheren Region beobachtete derselbe in den wärmeren Theilen Amerika's. Wenn diese Theorie Anklang finden sollte und Morley's Muthmassung erweist sich als richtig, so darf angenommen werden, dass die drei im Handwörterbuch aufgeführten Luftproben aus den noch wärmeren Regionen der Erde inmitten solch einer Masse kalter Luft gewonnen wurden, welche aus den oberen Theilen der Atmosphäre herab- stieg und deren Zusammensetzung bewahrt hatte. An den Stationen der schottischen meteorologischen Gesellschaft wurden Ozongehait seit 1857 Beobachtungen über den Ozongehalt der Luft mittelst Schön- schottian'" bein's oder Moffat's Ozonpapieren, Scala — 10, angestellt, deren Ergel)- nisse Buch an zusammenstellt.^) Der jährliche Gang im Mittel aller 28 Stationen ist Dec. Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Oet. Nov. Jahr 5,7 5,9 5,9 6,1 5,8 5,9 5,9 5,7 5,8 5,7 5,5 5,2 5,76 Werden die Stationen in natürliche Gruppen gebracht, so ergeben sich folgende Resultate: Jahresmittel 1) Hohe Stationen (2) 1222' Seehöhe, 40 Meilen v. d. See 7,94 2) Mittlere „ (3) 484' „ 20 „ „ 5,93 3) Westküste (7) 57' „ V^ „ „ 7,03 4) Ostküste (7) 120' „ 33/4 „ „ 5,62 5) Westländ. Inland (2) 167' „ 6 1/2 „ „ 4,86 6) Städte (5) 170' „ 13 „ „ 3,30 Nach Em. Schöne 2) ist, wie von demselben bereits wiederholt l'iuge- ^^J,jti'"JjJ^'\^ wiesen, die Messung des Ozongehalts der Luft mittelst der Schön- der Luft. beiu'schen Jodkaliumstärkepapiere oder Ho uzeau' sehen Jodkalium- lakmuspapiere ganz unzuverlässig. Selbst wenn die Existenz des atmos- phärischen Ozons keinem Zweifel unterläge, so würde man mit beiden Me- thoden Resultate erhalten, welche aus der Einwirkung mehrerer oxydirender Körper hervorgingen : des Wasserstoffhyperoxyds und Ozons und vielleicht auch anderer uns bisher ., nicht bekannter Bestandtheile der Luft. Die Färbung der ozonometrischen Papiere wird aber in noch weit höherem Grade von dem relativen Feuchtigkeitsgehalt der Luft als von der Summe der oxydiren- den Körper beeinflusst, so dass ozonarrae Luft bei höherer Feuchtigkeit eine intensivere Färbung gebe als ozonreiche trockne Luft. Völlig trocknes Ozon wirke nach Angabe verschiedener Forscher überhaupt nicht auf Jod- kalium. Man hat an Orten mit starker Wasserverdunstung, z. B. an Gra- dirwerken, Wasserfällen stärkere Reaction mit den Jodkaliumpapieren er- 1) Ztschr. d. Österreich. Ges. f. Meteorol. 1880. 418. Das. aus Jonrn. Scot- tish Metoorological Soc. New Scries. Vol. V. No. XLIX— LIX. 2) ßericlitc d. deutsch. Cbomisch. Gesellsch. XHI. 1880. Iii08. 6* P4. Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, T)(inf?er. halten und daraus den irrigen Scbluss gezogen, dass sicli Ozon durch Wasserverdunstung bilde. Verf. hält dagegen zur Bestimmung der Summe der oxydireuden Ein- flüsse Papier, welches mit Thalliumoxydulhydrat (TlOH) getränkt ist, für geeignet und sicher wirkend und hat mit solchem Beobachtungen ein Jahr hindurch angestellt, durch welche derselbe zu folgenden Resultaten kommt. Auf die Intensität der Färbung haben hauptsächlich Einfluss: 1) die Tageszeit; bei übrigens gleichen Umständen werden die Papiere am Tage stärker gefärbt als bei Nacht, und zwar ist dieser Unter- schied zwischen Tag und Nacht im Laufe des Jahres um so grösser, je länger die Tage sind, i) 2) die Windrichtung, besonders im Winter; bei südlichen Winden ist stärkere Färbung, 3) ganz besonders aber alle meteorologischen Phänomene, welche von der Verdichtung des atmosphärischen Wasserdampfs abhängig sind, nämlich Bewölkung und Niederschlag: je stärker letztere sind, desto geringer ist die Färbung der Thalliumpapiere. Die mit dem Thalliumpapier bis jetzt erhalteneu Resultate stehen im Grossen und Ganzen im Einklang mit denjenigen, welche Verf. vermittelst genauerer Bestimmungsmethoden bei seinen Untersuchungen über das atmos- phärische Wasserstoff hyperoxyd erhielt und darum kann die Färbung der Thalliumpapiere durch Letzteres allein bewirkt worden sein; es ist nicht nöthig, ausser Wasserstolfhyperoxyd ein anderes oxydirendes Agens, wie Ozon, in der Luft anzunehmen. Die Existenz von Ozon in der Atmosphäre sieht demnach Verf. als eine offene Frage an. Die zu gleicher Zeit und an demselben Orte mit dem Schönbein'- schen Ozonometer ausgeführten Bestimmungen gaben im Allgemeinen Anga- ben, welche denen der Thalliumpapiere entgegengesetzt waren. Tägliche Ueber die tägliche Schwankung der Kohlensäure in der kunge'n'der Luft Stellte Goorge Fred. Armstrong zu Grasmere in Westmoreland Kohlen- während des Sommers und Herbstes eine Reihe von Messungen an ^j. Die saure der ° '' Luft. Methode der Kohlensäurebestimmung war die Pettenkofer sehe. Im Ganzen sind 27 Tagesbeobachtungen und 29 Nachtbeobachtungen ausgeführt worden und zwar meist gegen Mittag und gegen Mitternacht; die ersteren ergaben im Mittel aus 53 einzelnen Messungen 2,9603 Vol. Kohlensäure, während die 62 Bestimmungen während der Nacht im Mittel 3,2999 Vol. Kohlen- säure in 10,000 Vol. Luft betrug. Hiernach ist der Kohlensäuregehalt der Luft des Nachts etwas grösser als am Tage, welches Ergebniss mit den Angaben früherer Beobachtungen von Th. de Saussure, Boussingault P. Truchot (vergl. Jahrgang 1873/74 dieses Jahresberichts Seite 155) übereinstimmt, constanz d. Ucber dl c C u s ta UZ des Kohlensäuregehaltes der Luft. Von Th. säuregeh. Schlösiug^). Mau kaun zwei Arten von Schwankungen im Kohlensäurege- der Luft. }jaite der Luft unterscheiden: 1) eine langsame Variation des mittleren Ge- haltes der ganzen Atmosphäre, herrührend von der Ungleichartigkeit der Phä- *) Papiere, welche in verschlossener Flasche, sei es mit trockner, sei es mit feuchter Luft dem direkten Soiuienlicht aus/?esetzt werden, tarl)en sich nicht. Liebt bedingt demnach nicht die Oxydation des 'l'balllumoxyduls. ■^) Der Naturforscher. 1880. 282. Das. aus Proceed. Roy. Soc. XXX. ;i43. 3) Chem. Ceutralbl. 1880. 529. Das. aus Comp. rend. 188(1 90. 1410. Atmosphäre, g5 nomeue, durch welche die Kohlensäure producirt und consumirt wird; sie lässt sich nur durch sehr lange fortgesetzte, nach derselben Methode ausge- führte Bestimmungen constatiren; und 2) locale Variationen von kurzer Pe- riode. Bezüglich der ersteren ist es sicher, dass die Ursachen der Erzeugung und des Verbrauches der Kohlensäure bedeutenden Veränderungen unterliegen, da sowohl die Vegetation als die langsame Verbrennung der organischen Körper in ihrer Intensität von der Temperatur abhängig sind. Aber abge- sehen davon, dass sich diese Variationen auf beiden Halbkugeln im umge- kehrten Sinne vollziehen, so existirt zu ihrer Ausgleichung ausser den Winden ein mächtiger Regulator: das Meer. Der Verf. hat zu wiederholten Malen im Wasser des Canales die Kohlen- säure und die Carbonate bestimmt und constant folgendes Resultat erhalten: 1 1 Meerwasser enthält 98,3 mg Kohlensäure und eine Menge von Carbonaten, welche äquivalent sind 99,3 mg Schwefelsäureanhydrid. Das Aequivalent- verhältniss der Kohlensäure zu den Basen ist 4,47:2,48; hieraus folgt, dass jene zum grösseren Theile zu Dicarbonaten gebunden ist. Verf. hat nun gezeigt 1), dass reines Wasser, welches in Berührung mit einem Erdcarbonate und einer kohlensäurehaltigen Atmosphäre ist, eine gewisse Menge Dicarbonat löst, welche nach einem mathematischen Gesetze mit der Spannung der Kohlensäure in der Atmosphäre zunimmt. Bringt man ein neutrales Natron-, Kalk- oder Magnesiasalz in das Wasser, so kann die Menge des gebildeten Dicarbonates verschieden sein von der, welche sich in reinem Wasser bildet; allein sie wächst ebenfalls mit dem Kohlensäuregehalte der Luft, und es bildet sich ein Gleichgewicht zwischen beiden. Ein solcher Zustand sucht sich nun ohne Unterlass im Meerwasser herzustellen, welches seit Millionen von Jahren mit der Atmosphäre und den Erdcarbonaten seines Grundes, seiner Küsten und der Flussmündungen in Berührung ist. Er kann aber in absoluter Weise niemals eiTcicht werden: ein vollständiges Gleichgewicht ist bei der steten Bewegung des Meeres und der Luft unmöglich. Es muss also ein continuirlicher Wechsel zwischen den beiden Mitteln statthnden: wenn der Kohlensäuregehalt der Luft geringer wird, so giebt das Meer- wasser Kohlensäure ab, und neutrales Carbonat wird abgeschieden ; steigt er, so tritt Kohlensäure-Absorption und Bildung von Dicarbonat ein. Hierdurch kann das Meer eine regulirende Wirkung auf die Luft ausüben, falls sein Kohlensäuregehalt bedeutend grösser als diejenige Menge ist; welche die Variation der Luft ausmacht. Um zu wissen, ob diese Bedingung erfüllt ist, stellt Verfasser folgende Rechnung an. Man nimmt an, dass das Meer, wenn es über den ganzen Erdball gleichmässig ausgedehnt wäre, eine Tiefe von 1000 m haben würde. Die Kohlensäuremenge in einem senkrechten Prisma von dieser Höhe und 1 qm Grundfläche ist 98,3 k. Von diesen 98,3 k ist, da sie Dicarbonate bilden, die Hälfte zur Ausübung der regulirenden Wirkung disponibel, die andere Hälfte wird von den Basen zurückgehalten. Nimmt man an, dass unsere Atmosphäre eine gleichmässige Zusammensetzung hat und 0,0003 Vol. Kohlensäure enthält, so enthält ein verticales Prisma von 1 qm Oberfläche nur 4,7 k Kohlensäure. Demnach hat das Meer 10 Mal so viel Kohlen- säure zur Verfügung, als die ganze Luft, also noch sehr viel Mal mehr, als die Schwankungen betragen, und somit ist die obige Voraussetzung erfüllt. Indem Verf. daran erinnert, dass er dem Meere bereits eine regulirende 1) Compt. rend. 72. 498. QQ Bodeu, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Wirkung auf den Animoniakgchalt der Luft zugeschrieben liat^), erscheint ilim dasselbe als das Reservoir und der llegulator für die Verthciluiig der drei wichtigsten Nahrungselemente der Pflanzen. BeziL-hung ^G^' Koh 1 c u s äu rcg c li al t der Luft und seine Bezieliungcu zu ziwischen jcji grosscu Bcwcgungeu der Atmosphäre^). Von Albert Levv dem Kohlen- i , , , . i tix . « bäure!,'ehiiit uud Allairc wui'deu ZU Montsouris fast 4 Jahre hindurch täglich ausser a'^'^strömVi'"- *^lcn gewöhnlichen meteorologischen Beobachtungen Analysen der Luft, ins- gen ii. Luit. besondere Bestimmungen über den Kohlensäuregehalt der Luft gemacht, aus deren Ergebnissen Maric-Davy Schlüsse über den Zusammenhang der Zu- sammensetzung der Luft und anderer meteorologischer Elemente ziehen zu können glaubt. Verf. beschäftigt sich zunächst mit den Ergebnissen der von Oben- genannten ausgeführten Kohlensäurebcstimmuugen^), nach welchen in den 4 Beobachtungsjahren die in 10,000 Vol. Tbl. Luft enthaltene Menge Kohlensäure zwischen 2,4 und 3,6 schwankte. Diese Schwankungen er- wiesen sich als unabhängig von der Nähe der Stadt Paris, denn die nörd- lichen, von Paris kommenden Winde brachten durchwegs kohlensäureärmere Luft, als die südlichen, direkt vom Lande einfallenden Winde. Da nun letztere mehr den Boden streifen und die ersteren, die nördlichen, höhere Luftschichten herabführen, so ist jene Erscheinung erklärlich, wenn man voraussetzen darf, dass die oberen Luftschichten kohlensäureärmcr sind , als die unteren. Folgende Zahlen geben die Beobachtungsresultate in monat- lichen Mitteln und bedeuten Liter Kohlensäure in 100 cbra. Luft (oder pro 100,000 Thl.) Monat 1876 1877 1878 1879 Mittel Januar — 28,0 33,3 35,6 32,3 Februar .... — 28,2 33,5 35,7 32,7 März — 27,6 32.2 35,7 31,8 April 26,9 27,0 33,1 35,8 30,7 Mai 24,9 27,8 35,9 35,6 31,0 Juni 25,6 28,0 35,1 35,6 31,1 Juli 26,1 27,7 34,2 34,6 30,7 August .... — 26,7 35,0 33,3 31,7 September ... — 28,0 34,7 33,0 31,9 October . . . . 31,3 26,9 35,3 30,4 31,0 November . . . 30,7 30,8 35,4 25,5 30,6 December .... 28,0 34,4 35,5 24,4 30,6 Mau kann drei sich folgende Perioden unterscheiden. In der ersten vom April 1876 bis November 1877 bleibt der Kohlensäuregehalt im All- gemeinen unter dem Mittel und sinkt zuweilen sehr tief. In der zweiten, die vom December 1877 bis zum September 1879 geht, ist die Menge der Kohlensäure im Gegentheil stets bedeutend höher als das Mittel. Die dritte Periode endlich beginnt mit October 1879 und zeigt wie die ersten wiederum eine Verminderung der Kohlensäure. Auffallend niedrig ist deren Menge im letzten December. Vom Gesichtspunkte der landwirthschaftlichen ^) Compt rend. 80. 17.''). Jahresber. 187.^76. 89. 2) Compt. rend. 90. (1880) 82. — Zeitschr. d. Österreich. Gesellsch. f. Meteo- rologie 15. 1880 184. — Der Naturforscher 18. 1880. 69. — Forsch, a. d. Geb. d. Agriculturphysik 8. 1880. 81.5. — Chem. Centralbl. 1880. 99. ^) Die Untersuchungen von Fr. Schulze, Henneberg, Fittbogeu u. Ilässclbarth scheint Verf. nicht zu kennen. Atmosphäre. gy Meteorologie ist die zweite Periode eine Periode feuchter Witterungen mit Vorherrschen des Aequatorialstroms über Frankreich; sie urnfasst 3 Jahre schlechter Ernten. Die erste Periode hingegen ist cliarakterisirt durch eine geringere Ausdehnung des Aciiuatorialstronies durch woniger feuchte Witterungen und bessere Ernten. Die Zukunft wird lehren, welches die Dauer und die Charaktere der dritten Periode sein werden. Folgende Tabelle zeigt den Zusammenhang des Kohlcnsäuregehaltes mit den anderen meteorologischen Elementen zur Zeit der Beobachtung im Mittel für die vier Monate April bis Juli der Jahre 1876—1879. 1876 1877 1878 1879 Mittel des Kohlensäuregehaltes . . . 25,9 27,6 34,6 35,4 „ der Helligkeit 0,63 0,58 0,55 0,50 Regensumme 134 227 264 228 Mittlerer Luftdruck 755,6 753,3 753,4 752,2 Mittel der Tempcraturminima im Schatten 9,1 9,3 10,3 7,9 „ derTemperaturmaxima „ „ 20,8 20,5 20,9 17,8 Mittlere Lufttemperatur 15,0 14,9 15,6 12,8 Mittel der Temperaturmaxiraa in der Sonne 32,5 33,7 30,1 29,3 Hiernach steht von allen meteorologischen Elementen nur die Helligkeit in einem Zusammenhange mit dem Kohlensäuregehalt, und zwar im umge- kehrten Verhältnisse, abgesehen von den herrschenden Winden, von denen die südwestlichen einen grossen, die nördlichen einen geringeren Kohlen- säuregehalt insoweit bedingen, dass die Herrschaft der einen oder der anderen im Jahre in Betracht kommt. Da nun die Kohlensäure an sich keinen Eiufluss hat auf die Durchsichtigkeit der Luft und die Beschaffenheit des Himmels, so würden wir hierin ein neues Argument finden zu Gunsten der Erklärung der Schwankungen der Kohlensäure durch die Gaugänderungen der grossen Luftströmungen. Dieses Gas würde somit eins von den Elementen werden zur Vorhersage der Witterung auf längere Zeit. Da vom October des letzten Jahres eine auffallende Abnahme der Kohlensäure wahrnehmbar geworden ist, so dürfte dies als ein Anzeichen für eine völlige Aenderung der atmosphärischen Strömung gelten, womit auch die niedrigen Temperaturen im November und December im Zusammen- hang stehen. Den Kohleusäuregehalt der Luft in den arktischen Gegen- koüIcu- den fand Ed. Z. Moss^) aus drei chemischen Bestimmungen (Petten- d^'cr'luftln kofer'sche Methode) zu 0,0642, 0,0483 und 0,0536 "/o, im Mittel also zu ^^^^^H' 0,0553 ''/o, d. h. einen bedeutend grösseren Kohleusäuregehalt als in Gegeudeu. niedrigeren Breiten; hingegen zeigt sich eine xinalogie mit dem Kohlensäure- gehalt in bedeutenden Höhen über dem Meere. In der Gegend, wo Moss seine Untersuchungen machte, war Meilen weit kein Baum. Ammoniakgehalt der Luft und meteorischer Niederschläge. Ammouiak- Von Albert Levy.^) — Im Anschluss au die früher veröffentlichten Er- if^a und des gebnisse gleicher Untersuchungen 3) theilt der Verf. eine Reihe von Animo- «egons. 1) Ztschr. d. Österreich. Ges. f. Meteorologie. XV. 1880. 492. Daselbst nach Notes ou Artic. Air. Scient. Proc. Roy. Dublin Sog. V. II. p. I. Octob. 1878. 2) Compt. rend. 1880. 91. 94. — Biedermann's Centralbl. f. Agricultur- chemie. 1880. 779. 3) Vergl. d. Jahresber. 1877. 99, wo auch die Methode der Untersuchung an- ■ 3n. ug Bodeu, Wasser, Atmosphäre, Pliauzu, Düuger. niakbcstimniungcn mit, welche in den letzten Jahren fast ununterbrochen von ihm ausgeführt worden sind. Es enthielten die atmosphärischen Niederschläge, auf verschiedeneji Stationen in Paris gesammelt, pro Liter Wasser an Ammoniak-Stickstoff: Buttes Accliiiiatisations- Mittel der 1879 Montsouns Chamiiont Vilette garton 4 Stationen Januar 1,35 1,34 1,30 1,25 1,31 Februar 1,28 1,31 1,25 1,28 1,28 März 1,09 1,28 1,28 1,30 1,24 April 1,15 1,21 1,17 1,09 1,16 Mai 1,06 1,09 1,02 1,14 1,08 Juni 1,05 1,07 1,06 0,95 1,03 Juli 0,93 0,97 0,92 0,91 0,93 August 1,05 1,06 1,13 0,91 1,08 September 1,06 1,97 1,19 1,11 1,11 October 1,15 1,13 1,08 1,25 1,15 Novomber 1,39 1,42 1,24 1,38 1,36 December i) 1,30 1,30 1,40 1,26 1,32 Jahresmittel 1,15 1,19 1,17 1,17 1,17 Nach den Beobachtungen auf dem Observatorium zu Montsouris wurden für die 4 Jahre 1875 — 79 folgende Zahlen gefunden: Regonhöhe imnioniaK- Stiekstoff, Ammoniak- Stickstoö' Jahi-csni. pro Liter pro qra mg mg 1,98 1074,78 1,54 929,65 1,91 1149,40 1,20 787,32 September 1875 bis August 1876 541,5 „ 1876 „ „ 1877 601,7 „ 1877 „ „ 1878 600,1 1878 „ „ 1879 655,3 Die Bestimmungen des in der Luft enthaltenen Ammoniaks, welche in Montsouris seit 4 Jahren ununterbrochen täglich mit 3000 1 Luft ausgeführt wurden, ergaben pro 100 cbm Luft 1876/77 3,0 mg Ammoniak-Stickstoff 1877/78 2,3 „ 1878/79 1,9 „ Der Ammoniakgehalt der Atmosphäre ist, umgekehrt wie beim Wasser in der hcissen Jahreszeit höher, als in der kalten, wie folgende Zahlen zeigen, welche den in 100 cbm Luft gefundenen Ammoniak-Stickstoff in mg für die Monate des Jahres 1879 angeben: Januar 1,9 Mai 2,1 September 2,4 Februar 2,0 Juni 2,1 October 2,2 März 1,9 Juli 2,1 November 1,9 April 2,2 August 2,3 December 1,7 Der Verf. hebt hervor, dass diese Zahlen erheblich abweichen von denen, welche Gräger, Kemp, Fresenius u. A. fanden, während sie sich denen nähern, die Ville und Schlösing erhalten haben. Für die zweite Hälfte des Jahres 1879 theilt Verf. die auf verschie- denen Stationen gefundenen Monatsmittcl des Gehalts der Luft an Ammoniak- Stickstoff in mg pro 100 cbm mit: >) Bei den Zahlen für December ist der in diesem Monate gefallene Schnee nicht berücksichtigt. Atmosphäre. 89 Juni Juli August Sei)tlir. October Novber. Uetbr. 2,1 2,1 2,3 2,4 2,2 1,9 1,7 2,2 2,2 2,3 — 2,8 2,6 — 1,9 2,3 2,5 2,1 2,2 2,8 — 2,2 3,7 3,7 8,7 4,6 3,7 — 1,8 1,7 1,7 1,9 1,9 0,7 — Moiitsouris .... Pere-Lacbaise (chapelle) Pere-Lachaise (nord) . Geimevilliers .... Clichy Uebcr Canalwasser (dans les egouts) ... — 4,9 — 4,6 — 8,0 9,4 Ueber den absoluten Gehalt der arktischen Luft anFeuch- Feuchtig- tigkeit führte Ed. Z. Moss^) eine Gewichtsbestiramung aus, welche einen der^poiaV Begriff von dem niedrigen Gehalt dieser Luft giebt. Bei — 48,0 ^ C* und i*^^*- 755,6 mm B. enthielten 118,2 1 Luft nur 0,053 g Wasserdampf, also 1 cbm beinahe 0.45 g, was einer relativen Feuchtigkeit von etwa 49 "/o ent- spräche. Ed. Z. Moss^) findet, dass die Luft der arktischen Gegenden Poiariuft zwar organische Zellen bei der mikroskopischen Untersuchung zeigt, dass '^ganiscue'^ dieselbe aber allem Anschein nach frei ist von activer fäulnisserregender Substanz. Infection. Lieber die in der Luft suspeudirten Bacterieu. Von Cohn Eutwick- und Miflet. 3) — Zur Lösung der Frage ob die in der Luft etwa suspeu- "k^wef dirten Bacterienkeime noch eutwickelungsfähig sind, ob sie sich noch ver- gg^gt^^je^ mehren und Fermentwirkungen äussern können, oder ob sie nicht durch Austrocknen ihre Keimfähigkeit verlieren, schlug Cohn folgendes Verfahren vor: Grosse Volumina Luft wurden durch Nährlösungen, die durch lV2stün- diges Kochen im Papin'schen Topfe steril gemacht worden waren, geleitet, dann diese Lösungen bei ca. 30 '^ C. 3 Tage stehen gelassen. Nach dieser Zeit wurden Proben der Lösungen mikroskopisch untersucht. Als Wasch- resp. Nährlösungen wurden gewählt: 1) eine Lösung von 1 g saurem phos- phorsaurem Kali, 1 g schwefelsaurer Magnesia, 2 g neutralem weinstein- saurem Ammoniak, 0,1 g Chlorcalcium auf 200 g Wasser; 2) eine 10 % Lösung von Malzextract; 3) eine 1 o/o Lösung von Liebig'schem Fleisch- extract. Die Luft wurde in Quantitäten von 2550 1 innerhalb 24 Stunden durch die Lösungen gesogen. Blieben dieselben innerhalb des dreitägigen Erwärmens auf 30 *^ klar, so trat auch bei längerem Verweilen in der Wärme keine Trübung mehr ein, und die mikroskopische Untersuchung er- gab, dass sich dann überhaupt keine Bacterieu entwickelt hatten. Es zeigte sich, dass verdünntes Fleisch- und Malzextract im Allgemeinen für die Ent- wickelung aller Bacterieu ein günstiges Material ist, während die mineralische Nährlösung vorzugsweise nur für die Vermehrung von Bacterium Termo ge- eignet zu sein scheint. Aus den zahlreich angestellten Beobachtungen, deren Einzelheiten hier nicht weiter berührt werden können, haben die Verff. folgende Schlüsse gezogen : 1) In der Luft sind zahlreiche entwickelungsfähige Bacterienkeime sus- pendirt. 2) Durch die angewendete Methode können diese Keime aufgesammelt, *) Ztschr. d. österr. Ges. f. Meteorologie. 1880. 492. Das. aus Scieut. Proceed. Roy. Dublin Soc. Vol. II. P. I. October 1878. 2) Ibid. =*) Der Naturforscher. 1880. 172. Das. aus „Beiträge z. Biologie d. Pflanzen." Bd. III. 1. IL 119. QA Boden, Wasser, Atmosphäre, PHauüe, Düuger. zur Eiitwickehiiig tiiul Vermehrung gebracht, und iu Folge dessen auch systematisch untcrscliicdcu und bestimmt werden. 3) Für sehr verschiedene Arten von Bactericn, insbesondere von Mikro- coccen und Bacillen, ist die Anwesenheit entwickelungsfähiger Keime in der Luft durch diese Methode bereits nachgewiesen; zum grössten Theil waren dieselben in anderen Medien bereits früher aufgefunden-, ein Theil von sehr eigenthümlichcn Formen war bisher noch nicht sicher erkannt worden. 4) Dagegen hat sich für viele Bactericn, welche sich in gährenden Sub- stanzen gewöhnlich entwickeln, die Anwesenheit von Keimen in der Luft noch nicht nachweisen lassen; dies gilt insbesondere für das ge- miuzte Bacterium Termo, das wir als das eigentliche Ferment der Fäulniss ansehen, ebenso auch für die Spirillen, Spirochaeten und viele andere. 5) In der aus Boden aufgesaugten Luft ist die Anwesenheit von Bac- tericnkeiraeu für einzelne Fälle nachgewiesen worden. 6) Dagegen hat sich die Luft der stark belegten Krankenzmimer eines Fleckt\'i)hushospitals frei gezeigt von entwickelungsfähigen Bacterien- keimen, vermuthlich in Folge wirksamer Ventilation und Desiiifectiou. 7) Die aus einer Kloake aufsteigende Luft war reich an entwickelungs- fähigen Bacterienkeimen. 8) Die Zahl der in dieser ersten systematischen Untersuchung gemachten Beobachtungen und Experimente ist nicht ausreichend um festzustellen, ob der Verschiedenheit der in verschiedenen Orten aus der Luft ge- sammelten Bactericn eine wesentliche, insbesondere in gewissen Lo- calitäten eine pathogene Bedeutung zukommt; die bisherigen Versuche ergaben jedoch ein negatives Resultat. Bacterieuiu Die Bacterleu der Atmosphäre. P. Miquel stellt als Resultat der Luft. ^^^ Zählungen, die über die Menge der in der Luft zu Meudon enthaltenen Bactericn ausgeführt wurden, folgenden Satz auf: ^) „Die Zahl der Bactericn der Atmosphäre, die im Winter sehr klein ist, wächst im Frühling, zeigt sich gross im Sommer und Herbst, und sinkt dann schnell während der ersten Fröste: dieses Gesetz gilt in gleicher Weise für die Sporen der Pilze; aber während die Samen der Schimmelpilze häufig sind zur Zeit der feuchten Perioden, wird die Anzahl der Luftbactcrien sehr schwach und steigt erst dann wieder, wenn die Trockenheit eingetreten, ge- nau in der Zeit, wo die Sporen der Schimmelpilze selten werden, so dass den Maxima der Schimmel-Microbien die Minima der Bacterien-Microbien entsprechen und umgekehrt." Ueber die Methode der Beobachtungen und das diesen Schlussfolgeruu- gen zu Grunde liegende Material will Verf. später berichten; über die Zeit der Beobachtung fehlen gleichfalls nähere Angaben. Temperatur Temperatur und Feuchtigkeit der Luft in der Nähe grosser "tlgkeu^der Seen. Von G. Cantoni.^) — Auffallenderweise erscheint an Herbstabendeu Luft in der g^jj (jgj^ Ufcni cincs der grossen, italienischen Seen die Luft, welche an Nahegrosser ° ' ' Seen. solche grossc Wasserbecken grenzt oder über demselben liegt, viel weniger feucht als die Luft entfernt vom See über offenem Felde. Merklicher wird >) Compt. rcnd. 1880. 91. 6i. — D, Naturforscher. 1880. 347. '^) Der Naturforscher. 1880. 121). Das. aus Reudicouti Reale Institute Lom- barde Ser. 2. Vol. 12. 1879. 935. Atmosphäre. 9 1 das nach Soiineuuntergang an Abenden mit vollkommen klarem Himmel und stiller Luft gegen Ende August oder Anfang September, wenn die Tage uocli sehr warm sind und nach Sonnenuntergang etwas frische Abende folgen; man sieht dann überall die Oberfläche der Bodenkräuter, die der freien Strahlung ausgesetzt sind, sich mit Thau bedecken, aber nicht in der Nachbarschaft des Sees. Verf. forschte nach den Bedingungen dieser Er- scheinung. Er hat Messungen der Temperatur des Como-Sees und der über ihm liegenden Luft zu verschiedenen Stunden des Tages angestellt und gleichzeitig Beobachtungen gemacht über die Temperatur und die Feuchtig- keit der Luft ausserhalb des Fensters einer nach dem See sehenden Hütte, 12 m über dem Seespiegel, welche zu folgenden Thatsachen geführt: Die Oberflächen-Temperatur des Como-Sees an einer Stelle, wo er nur geringe Breite hat, ändert sich von den ersten Tagen des August bis zum 12. October nicht bedeutend-, sie hielt sich zwischen 23^ und 19^*. In den wärmeren Tagen der ersten Decade des August stieg die Wärme des Wassers des Sees niemals über 26,5 ^ und in den kalten trüben Tagen der ersten Decade des October sank seine Temperatur nicht unter 17,5 *', Auch im Verlaufe eines heiteren Tages zeigte die Temperatur des Sees von 7 ^ Mor- gens bis 3 ^ Nachmittags nur eine leichte Zunahme (von 2 ^) und von 3 ^ bis 7 ^' Nachmittags keine grössere Abnahme als 1 <^. Die Temperatur der Luft unmittelbar über oder nahe dem See entfernt sich von der des Wassers nur wenig und übertrifft diese selbst in den wärmeren Tagesstunden um höchstens 3". Mit der Entfernung vom Wasser wächst die Temperaturdiflereuz. Die Feuchtigkeit der Luft in der Nähe des Sees und über demselben betrug an heiteren Tagen nicht mehr als 70 % , an Tagen mit bedecktem Himmel nicht mehr als 80 7o der Sättigung ; sie sank sogar in den wärmeren Stunden auf 55 und 50%. In einiger Höhe über dem See (12 ra) sank die Feuchtigkeit zuweilen auf 40%. Die Erwärmung der Luft, des Wassers und der Erde unter gleichen Verhältnissen ist eine sehr ungleiche. Verf. beobachtete am 1. und 10. Juli Temperaturen, die gemessen wurden in der Luft, in Wasser und in Sand oder Erde, welche sich in Glasschalen befanden. Der Sand und die Erde wurden einmal trocken, das andere mal mit Wasser gesättigt verwendet. Die gemessenen Temperaturen waren: nasser trockener nasse trockene Luft Wasser Sand Sand Erde Erde St a. 24,80 29,10 30,4« 33,5« 30,9" 34,0" 2h p. 28,80 33,90 39,30 48,60 46,60 49,10 Die Temperaturzunahme des Bodens ist eine so bedeutende gegenüber den verhältnissmässig geringen Erwärmungen des Wassers und der über der- selben liegenden Luft, dass auch unter Annahme, dass die Verdunstung des reinen Wassers mit der Temperatur stärker zunimmt als die des feinsten Bodens, dennoch letzterer, der sich bis gegen 50 erwärmt, viel mehr Wasser- dampf bilden wird, als die freie Wasserfläche. Andererseits kühlt sich der Boden, wenn die Sonne niedergeht, durch Strahlung viel schneller ab als die Oberfläche des Sees. Diese beiden Umstände zusammen bringen die Luft über dem See und über dem Acker sehr schnell unter höchst ver- schiedenen Bedingungen der relativen Feuchtigkeit. Die Luft über dem Boden, die sich am Tage auf eine höhere Temperatur erwärmt hatte, und sich mit Sonnenuntergang viel schneller abkühlt, wird viel schneller ihr no Bodcii, Wassor, Atmüsi)liäre, Pllauzc, Düugcr. FcuclitigkcitsiTiaximum erreicbcu, als die über dem Wasser betindliche Luft, weil diese iu den Tagesstunden sich viel weniger erwärmt und sich beim Niedergang der Sonne viel langsamer abkühlt. Eiufluss der Uebcr deu Einfluss der Seehöhe auf die Nicdcrschlags- desGew^gs- mengen und andererseits über den Unterschied der Lee- und Luvseite ^ife'^^u-^ eines Gebirgswalles geben die Resultate der Regenmessungen am Arlbergc niengo. aus den Jahren 1872 — 1875 ein deutliches Bild. Es liegen von folgenden Stationen correspondirende Regenmessungen von 40 Monaten vor: L Bludenz, IL Klösterle, IIL Stuben, IV. St. Christof, V. St. Anton, VI. Laudeck; die Folge der Orte ist von West nach Ost; St. Christof liegt zunächst der Pass- hühe. Der Arlberg tritt den feuchten Westwinden direct iu den Weg. Die Regenmengen betragen, wenn die von Bludenz = 1 gesetzt wird, für die genannten Orte: I. II. III. IV. V. VI. Seehöhe . . 590 1062 1405 1798 1297 796 Regenfall . . 1,00 1,15 1,44 1,52 0,69 0,48 Die Steigerung der Regenmenge am westlichen Abhänge des Arl- berges (Luvseite der feuchten W.-Winde) bis zur Passhöhe um mehr als 50 "'o tritt in diesen Zahlen recht deutlich hervor, ebenso die plötzliche Ab- nahme auf der Ostseite (Leeseite) bis auf weniger als die Hälfte. Zu be- merken dabei ist, dass die Thäler, in welchen St. Anton und Landeck liegen, rings von hohen Gebirgswällen umschlossen sind; daher die so ungemein grosse Abnahme der Niederschlagsmenge. Nach J. Hann. *) Eegen- Rcg cu m SS uu g cu iu Verschiedenen Höhen. Von Rogers iu^verrdTie-Field. 2) — Diucs hat experimentelle Untersuchungen über die Regen- deuer Höhe, j^gj^ggy^ wie sie am Fusse und auf der Plattform eines Thurmes und an den 4 Ecken desselben gefallen, angestellt. Er benennt die Auffanggefässe resp. SE-, SW-, NW- und NE-Auffanggefässe, obwohl ihre Lage nicht genau mit den betreffenden Windrichtungen zusammenfällt. Verf. benutzte diese theilweise veröffentlichten Beobachtungen, um das Verhältniss der Regen- menge auf dem Thurme und am Fusse desselben, am Boden, zu untersuchen und den Zusammenhang dieses Verhältnisses mit der Windrichtung zu er- mitteln. Zu diesem Zwecke stellte er alle Beobachtungen bei gleichen Windrichtungen zusammen und indem er schliesslich die einander nahe liegenden Windrichtungen zu einer mittleren zusammenfasste und ebenso das Mittel aus den zugehörigen Verhältnisszahleu nahm, erhielt er einen ge- nügenden Ueberblick für seine Untersuchung. Die Mittelzahlen sind nach- stehend wiedergegeben. Verhältniss am Thurme und unten; letztere = 100. Windrichtung SE- SW- NW- NE-Udometer SE . . . . 79 92 96 86 S . . . . 73 78 104 107 SSW . . . 73 84 102 104 WSW . . . 87 94 95 93 w . . . . 101 87 94 98 NW . . . . 82 70 70 79 NE, N . . . 89 93 86 73 ENE . . . . 74 81 86 76 N zu W . 94 101 113 112 ') Ztschr. d. österr. Ües. f. Meteorologie. 1880. 373. 2) Ztschr. d. Österreich. Ges. f. Meteorologie. 1879. 448. Das. aus Symons's monthly metcorological Magazine. August 1878. 99. Atmosphäre. ()3 Hieraus ist ersichtlich, dass das Minimum für jenes Auffauggefäss ein- tritt, welches in der Richtungslinie des herrschenden Windes so liegt, dass es zuerst vom Winde getroffen wird, welches dem herrschenden Winde zu- nächst liegt; das Maximum aber tritt in den diametral entgegengesetzten ein. Eine Folge hiervon ist, dass die Maxima und Minima mit der Richtung des Windes wandern. Die Amplitude der Schwankung zwischen den Ex- tremen für jede Curve ist unmittelbar von der Windseite abhängig, so dass bei Windstille Extreme nur schwer bemerkbar sind. Ohne die störenden Einflüsse auf die Beobachtungen zu berücksichtigen, können nach dem Verf. aus dem Vorliegenden folgende Schlüsse gezogen werden : 1) Das Verhältniss der Regenmenge auf dem Thurme und am Boden hängt von der Stärke und Richtung des Windes ab. 2) Bei Windstille ist auf dem Thurme und am Boden der Unterschied kaum bemerkenswerth. 3) Bei einer bestimmten Windrichtung ändert sich die Regenmenge an den verschiedenen Stellen des ThurmCs; jene Stelle, welche zunächst dem Winde liegt, erhält weniger, jene, welche am entferntesten liegt, erhält mehr Regen, als am Boden fällt. 4) Der Ueberschuss der einen dürfte wohl das Minus der anderen decken; ob aber so, dass das Mittel aus beiden gleich wird der Regenmenge am Boden, lässt sich aus den vorliegenden Beobachtungen nicht ent- scheiden. George Dines bespricht^) die verschiedenen Ursachen der Nebei- Entstehung des Nebels. Nebel ist eine Wolke, die auf der Erde liegt, '"id""». Verf. unterscheidet zwischen „mist", d. i. eine derartige Wolke in kleinem Umfange und von keiner grossen Tiefe, und „fog", wenn sie sich über eine grosse Area mit variabler Mächtigkeit erstreckt. Die Morgennebel längs der Flussläufe entstehen, wie die Beobachtung lehrt, dann, wenn das Wasser wärmer ist, als die Luft darüber. Die Verdunstung vom Wasser erfolgt dann rascher, als der Dampf weggeführt werden kann, die lAift wird ge- sättigt, aber die Verdunstung von der wärmeren Oberfläche hält demunge- achtet an, der Dampf wird daher in der Luft condensirt und bildet Nebel, welcher sich allmählich ausbreitet. Ebenso muss sich der Nebel auf dem Meere über dem Golfstrom bilden. Die Abendnebel auf feuchten tiefliegenden Wiesen entstehen auf andere Art, indem die durch Wärmestrahlung er- kaltete Grasfläche die untersten Luftschichten abkühlt, wobei der Wasser- dampf condensirt wird. Die Londoner Nebel werden verstärkt durch die feineu Kohlentheilchen des Rauchs. Diese, als gute Wärmestrahler, kühlen sich stark ab, vei-dichten sich auf den Wasserdampf und geben den Nebeln die eigenthümliche Farbe und den eigenthüralichen Geruch. Alb. Levy lässt sich in einer Broschüre in die Untersuchung derEinfluas der Ursachen ein, welche die schliessliche Reife der Trauben, die Erhöhung ^'^^„fd^e'' ihres Zuckergehaltes und die Verminderung der Säuren bedingen^). Auf Reife. Grund meteorologischer Beobachtungen kommt er zu der Ansicht, dass der Grad der Güte des Weines weder von der Wärme schlechthin, noch von dem Feuchtigkeitsgrade der Atmosphäre, noch von der Regenmenge abhängt, ') Ztschr. d. ("tstorreicb. Ges. f. Meteorologie. 1880. 381. Das. aus Quaterly Journ. of the Meteorol. See. Vol. V. l.'iG. ^) Ztschr. d. österr. Ges. f. Meteorol. 1880. 30 u. 472. Q^ Bodon, Wassor, Atmnsi>liäro, Pflaiizo, Dunger. dass viclmolir die Dauer der Iiisolatiou. besonders zur Zeit der schliess- liclien Reife der Trauben, die Güte des Weines bedinge, dass also viele und sebr klare Tage zur Zeit der Reife beste Aussiebt auf guten Wein mit sieb bringen. Acbnlicbes wird wobl auch bei der Reife anderer Früchte der Fall sein. Es sei deshalb für die Landwirthschaft von Wichtigkeit, dass allgemein lusolationsbeobachtungen gemacht würden. Mittels eines eigens construirteu Apparates konnte Verf. Trauben ganz dem Lichte entziehen, während sie sonst gleichen Bedingungen der Wärme und Feuchtigkeit unterworfen blieben, wie die anderen Trauben derselben Rebe. Er fand im Mittel bei den Trauben, welche dem Lichte zugänglich blieben, ein Mehr an Zuckergebalt von 3 ^o und ein Minder der Säure von 1,5% gegenüber den in dem Dunkelraume verschlossenen. Einfluss der Neudiu zcigt duich mehrfache Versuche au verschiedenen Pflanzen, atmo- (jj^gg (Jas von Grandeau und Leclerc aufgestellte Gesetz: Wachsthum, Eiectricitat Blütho uud Fruchtbilduug der Pflanzen sind durch atmosphärische Electri- ''zenwarha- ^ität schr becinflusst, — wenigstens in seiner Allgemeinheit nicht richtig thum. igt^ (Ja seine Versuche gegentheilige Ergebnisse lieferten, Verf. glaubt, dass es bezüglich des Einflusses der atmosphärischen Eiectricitat gerade so sich verhält, wie in Bezug auf Wärme und Licht; dass nämlich verschiedene Pflanzen sich verschieden dagegen verhalten i). Zur Ergänzung der vorstehenden Berichte macheu wir noch auf fol- gende Abhandlungen aufmerksam, über die zu berichten, nicht im Zwecke des Jahresberichtes liegt. A. Hoff mann. Zur Lehre von den thermischen Constauten der Vege- tation. (Botanische Zeitung. 1880. S. 465) P. Duchartre. Ueber die Vegetationsepochen ein und desselben Baumes in den Jahren 1879 und 1880. (Aesculus Hippocastanum.) (Compt. rend. 1880. 91. 22.) H. Marie-Davy erläutert in 12 Abhandlungen den Zusammenhang der atmosphärischen Verhältnisse und der Vegetation der Kulturpflanzen auf Grund vieljäbriger meteorologischer Beobachtungen. (Journ. d'agriculture pratique 1880. Meteorologie et physi(iue agricoles.) H. Briem. Der Einfluss der Wärme auf die Zuckerrübe und die Kar- toffel. (Organ d. Ccntralv. f. Rübenzucker-Industrie in der üsterr.-ungar. Monarchie. 1880. 449.) F. C. Seh übeler. Einfluss ununterbrochener Belichtung auf die Pflanze. (The Nature. 21. 311. - Der Naturforscher. 1880. 182. — Centralbl. f. Agriculturchemie. 1880. 521.) Ed. Lamarre. Eloctrische Erscheinungen während eines Schneefalles. (Der Naturforscher. 1880. 56.) Mascart. Ueber den Gang der Luftelectricität und schnelle Schwan- kungen des Luftdruckes. (Journ. Physique. VIIL 1879. 329. Der Naturforscher. 1880. 2.) A. Cornu. Ultraviolette Grenze des Sonnenspectrums in verschie- denen Höhen. (Compt. rend. 88. 1285. 89. 808. Der Naturforscher. 1880. 21.) Rob. Tennen t. Ueber die fortschreitende Bewegung barometrischer Depressionen. (Proceed. Roy. Soc. Edinburgh. 9. 570.) *) Zeitschr. d. österr. Ges. f. Meteorologie. 1880. 248. Das. n. Comp. rend. 89. 535. ])ie Pflanze. 95 P. Andries. Ursache des niedrigen Luftdruckes auf der südlichen Halbkugel. (Ztschr. d. Österreich. Gesellsch. f. Meteorol. 1880. 53.) Wladimir Koppen. Regenhäufigkeit und Regendauer. (Zeitschr. der Österreich. Ges. f. Meteorologie. 1880. 362.) Henry F. Blanford. Ucber die Variationen des Luftdruckes u. der Temperatur während eines Sonnenflecken-Cyclus. (Il)id. 393.) Literatur. Ueber phäuologiscbe Beobachtungen und thormische Vegetations- Constanten. Zwei Vorträge, gehalten in den wissenschaftlichen Sitzungen der Seuckenbcrgischen natnrtorschenden Gesellschaft. Von Dr. Julius Ziegler. — Frankfurt am Main, l.)rnck v. Mahlau u. Waldschmidt. Lehrbuch der Physik und Meteorologie, von Dr. .1. Müller. .S. Aufl. bearbeitet von Leop. Pfaundler. I3raunschweig bei Friedr. Vieweg u. Sohn. Studien über das Klima der Mittelmeerlandcr von Theob. Fischer. Krgänzungs- heft r)Ö zu Petermauns Geographischen Mittheiluugen. Gotha 1879. Die Pflanze. Chemische Zusammensetzung der Pflanze. (Pflanzenchemie.) Referent: E. v. Gerichten. I. Fettkörper. Ueber das Vorkommen einer höheren Fettsäure im Buchen- holztheerparaffin. C. Hell. ^) In dem Rohparaffin fand Verf. eine höhere Fettsäure, die er wegen ihrer grossen Aehnlichkeit mit Cero- tinsäure Lignocerin säure nennt. Er hat dieselbe in Gemeinschaft mit 0. Hermanns genauer untersucht. Zu ihrer Reindarstellung wurde zuerst der Aethyl- und Methylester dargestellt, von denen der letztere unter ge- wöhnlichem Luftdruck unzersetzt destillirbar ist, der erstere in dem mittelst einer Wasscrstrahlluftpumpe hervorzubringenden Vacuum ohne Zersetzung destillirt. Bei der Destillation des Aethylestcrs der Säure zerlegt sich die grössere Hälfte geradezu in Aethylen und freie Säure, ein kleinerer Theil ausserdem noch unter Kohleusäurcentwickelung in ein entsprechendes Keton, das im Rückstande bleibt und einen Kohlenwassei-stoff, identisch mit dem Reichenbach 'sehen Paraffin, welcher mit dem Ester und der Säure über- destillirt. Schp. des Aethylesters 55'', der des Methylesters 56,5 — 57*'. Aus den Estern wurden durch Verseifen das Natronsalz, daraus die Säure selber, die stets bei 80 — 80,5 *' schmolz, und aus der Säure das Kupfersalz, aus letzterem wieder die Säure vom angegebenen Schmelzpunkte, aus der Säure wieder das Bleisalz, daraus die Säure, dann das Silbersalz u. s. w. dargestellt. Dabei schwankte der Schmp. der Säure nur um einen halben Grad. Auch das Lignocerinsäurechlorid wurde dargestellt. Aus den Ana- 1) Berl. Ber. 13. 1709 und 1713. Qf> Boden, Wasser, Atmospliärc, Pflanzo, Dünger. lyscn der Ester, der Säure, ihrer Salze uud ihres Chlorides leiten Vcrff. die Formel C24H4SO2 = C23H47.COOII für die Säure ab; die Lignoeerin- säure füllt somit eine Lücke iu der Reihe der höheren Fettsäuren und zwar zwischen Bchcnsäure und Cerotinsäure aus. Sehr ähnlich oder möglicher- weise identisch erscheint die Säure mit einer bei der trockenen Destillation der Braunkohlen erhaltenen und als Geocerinsäure mit der Formel C26H52O2 bezeichneten Verbindung. Beiträge zur Kenntniss der Verseifung der Fette, v. d. Becke. ^) Verf. fand, dass zur Glycerinbestimmung die Verseifung mit Bleioxyd nicht genügt. Aber auch bei Verseifung mit Kalihydrat genügen die aus Pflanzenfetten erhaltenen Mengen Glycerin nicht zur Bildung von Triglyceriden. Deshalb schliesst sich Verf. der Ansicht von J. König an, nach dem die Pflanzenfette zum Unterschiede von den thierischcn Fetten zum Theil aus freien Fettsäuren bestehen. Ueber die Existenz de)- Blausäure im Tabakrauche. G. Le Bon und G. NoeP) fanden im Tabakrauche Blausäure, ein Alkaloid von angenehmem Gerüche und mit gleich giftigen Eigenschaften wie Nicotin und aromatische Substanzen von nicht weiter untersuchter Zusammensetzung. Die toxischen Wirkungen des Tabakrauches sind weniger dem Nicotin als den erwähnten Substanzen zuzuschreiben. Oxalsäure in den Runkelrübenblättern. A. Müller. Scheib- ler 3) berichtet über Untersuchungen von A. Müller, nach denen in 100 Pfund frischer Runkelrübenblätter 4 Pfund Oxalsäure enthalten sind, wovon 73 ^'^ gelöster Form zugegen sind. Verf. weist auf die daraus folgenden Gefahren für das Rindvieh hin und ist der Ansicht, dass Ein- machen der Blätter unter Zusatz von Kreide die Schädlichkeit der Oxal- säure aufheben dürfte, da der Oxalsäure Kalk in dem schwach sauren Magen- safte nicht löslich ist. Weiter theilt Verf. mit, dass auch im Runkelrüben- samen sehr erhebliche, durch Wasser auslaugbare Mengen von Oxalsäure enthalten sind. Beitrag zur Kenntniss von Stereocaulum Vesuvianum. M. Coppola. *) Verf. fand in dieser Pflanze (bei 100 "^ getrocknet) organische Substanz = 88,80 7o, Asche 11,16 0/0. Die Asche wurde analysirt und sehr reich an Fey O3 , AI2 O3 und Si O2 befunden. Durch Ausziehen mit Kalk- milch, Fällen der Auszüge mit Bleicssig, Zersetzen des Niederschlages mit SH2, Aufnehmen der dadurch in Freiheit gesetzten organischen Verbindungen mit Aether u. s. w. wurde neben einem harzigen Farbstoffe eine Säure er- halten, die Bernsteinsäure zu sein scheint. Notiz über die chemischen Bestandtheile von Stereocaulum Vesuvianum. E. Paternö. 5) Aus 950 gr der Flechte hat Verf. durch Extraction mit Aether etwa 4 gr Atrauorsäure, Ci n Hi s Os , gewonnen. Diese wurde von Coppola übersehen und dafür eine als Bernsteinsäure an- gesprochene Säure gefunden, welche möglicherweise durch Zersetzung der Atranorsäure entstanden sein könnte. Eine Aepfelsäure, die nach ihren Salzen und ihrem Verhalten beim Erhitzen am meisten mit den von Loydl (Ann. Chem. 192. 80) gemachten ») Ztschr. f. anal. Chem. 19. 2!)l. 2) Compt. rond. »O. lfm. 3) Ztschr. f. Riili.-Z.-Ind. 1880. •220. *) Gazz. cbim. ital, X. 9. 6) Ibid. Ui7. Pflanze. Fettknrper. Qiy Angaben über die von ihm aus Fumarsäure erhaltene, optisch inactive Aepfel- säure übei-einstimmt, hat CA. Bischoff *) synthetisirt in folgender Weise: Malonsäureester, Natriumäthylat und Monochloressigsäureester lieferten den Aethenyltricarbonsäureester : COO Ca H.5 ^"=^ "^COO ä ul + ^^' ^^ ~' ^^^ ^'' ^5 = ^^ ^' + CH . CH, . COO Ca E^ •, COOC2H5 letzterer lieferte mit Chlor behandelt ein Monochlorsubstitutionsproduct, das beim Verseifen mit Kalilauge neben kohlensaurem Salz äpfelsaures Kalium gab: COOC2H5 / CCl . CH2 . COOC2H5 4- 5 KOH — CH . OH . CH2 . COOK \ I COOC2H5 COOK -|- CIK -|- K2 CO3 -f- 3 C2 H5 OH. Ueber die Spaltung der inactiven Aepfelsäure. G. J. W. Bremer. 2) Durch Reduction der Traubensäure mittelst Jodwasserstoff hat Verf. früher eine inactive Aepfelsäure erhalten, die er durch Cinchonin in eine rechtsdrehende und eine linksdrehende Säure zerlegen konnte. Verf. nennt die inactive Aepfelsäure Paraäpfelsäure, die rechtsdrehende Anti- äpfelsäure. Ueber den Zersetzungsprocess der Citronensäure bei der Destillation. R. Anschütz.^) Ueber die Citronensäure. G. Andreoni.^) Aus Aepfelsäure- diäthyläther wurde nach der Methode von Cohnen (Berl. Ber. XH. 653) der Triäthyläther dargestellt. Sdp. 118 — 120 <* bei 15 mm. Auf die ätherische Lösung dieses Aethers Hess Verf. Natrium einwirken und auf dieses Ein- wirkungsproduct Bromessigsäureäther, indem er nach folgender Gleichung zur Citronensäure zu gelangen hoffte: CH2 Br COO H -f C2 H2 NaOC2 H5 (C00H)2 = Br Na + Ca H4 OC2 H5(COOH)3 Monobromessigs. Monäthylnatriumäpfelsäure. Aetliylcitronensäure. Dabei geht eine ziemlich starke Reaction vor sich und Verf erhielt schliesslich eine unkrystallisirbare , syrupartige Säure, in der er Aethyl- citronensäure vermuthet. Synthese der Citronensäure. A. Kekule. 5) Der Versuch von G. Andreoni (s. oben) zur Synthese der Citronensäure veranlasst den Verf. zur Mittheilung folgender experimentellen Daten. Durch Behandlung des Diäthyläthers der Acetyläpfelsäure in ätherischer Lösung mit Natrium wurde ein Product erhalten, das bei Einwirkung von Bromessigsäureäther einen Körper lieferte, der bei der Verseifung mit alkoholischem Kali u. s. w. Citronensäure zu geben scheint. Wenigstens gab die bis jetzt nicht rein er- haltene Säure die Kalksalzreactionen der Citronensäure. Synthese der Citronensäure. E. Grimaux und P. Adam.*^) ») Berl. Ber. 13. 2163. 2) Ibid. 351. 3) Ibid. 1541. *) Ibid. 1394. ^) Ibid. 1686. «) Compt. rend. 90. 1252. Jahresbericht, 1880, CHäCl CH2CI CH2CI 1 CN 1 1 CO + 1 = 1 H 1 1 CH2CI CH2 Cl CII2 Cl ichloraceton Niti'il der Uichloroxyi isobuttersäure CH2CI 1 CH2 Cl 1 ^ ^^COOH 1 1 ; C(OH)( t DOOH + 2C 1 CH2CI 1 CH2CI Dicliloroxyisobuttersäure CH2CN qö Boden, Wasser, Atinosphiire, Pflanzn, T)('mKPr. Wird ß. Dichloracctou CII2 Cl . CO . CTI2 Cl mit coiic. wässriger Blausäure einige Zeit im Wasserbade erhitzt, so entsteht unter Addition von Blau- säure an Dichloraceton das Nitril der Dichloroxyisobuttersäure; letzteres wurde verseift und das Kaliumsal/ der entstandenen Dicliloroxyisobuttersäure durch Behandlung mit 2 Mol. Cyankalium in das entsiircchende Salz der Dicyanoxyisobuttersäure übergeführt. Bei Behandlung des letzteren Körpers mit Salzsäure entsteht Citroncnsäure, deren Syntlicse also durch folgende Formeln veranschaulicht werden kann: -|- 2H2O -f HCl = CINH4 CH2CN I ^K = C(OH)COOH ; I CH2CN Dicyanoxyisobuttersäure CH2 . COOK I , 1 C(OH)COOH -f- 4H2O + 2HCI = .2CINH4 -\r C(OH).COOH I 1 CH2CN CH2.COOH Citronensäure Die Citronensäure ist demnach zweifach carboxylirte Oxyisobuttersäure. In der Moosbeere, Vaccinium raacrocarpon, konnte Ferdinand^) keine Aepfel-, Bernstein-, Wein- oder Oxalsäure, dagegen Citronen- säure nachweisen. Im Safte von 100 gr Beeren waren etwa 1,41 gr Citronensäure enthalten. Ueber das wahrscheinliche Vorkommen von Furfuran (Tetraphenol) und einem Homologen desselben unter den Pro- ducten der trockenen Destillation des Fichtenholzes. A. Atter- berg. 2) Bei der Reinigung der beiden früher vom Verf. aus dem durch trockene Destillation des Fichtenholzes gewonnenen Holzöle dargestellten Terpene, Australen und Sylvestren gelaug es nun unter den flüchtigsten Be- standtheilen des Vorlaufes zwei Körper zu isoliren, von denen der eine alle Eigenschaften des von Limpricht zuerst aus Brenzscbleimsäure dargestellten Tetraphenols, Baeyer's Furfuran's, der andere alle Eigenschaften eines Homologen desselben Körpers besitzt. Leider konnte der erstere Körper nicht in ganz reinem Zustande gewonnen werden. Er befindet sich in dem bei 30" siedenden Theile des Vorlaufes. Der zweite Körper, den Verf. Sylvan nennt, findet sich in dem bei 50 — 60" siedenden Antheile des Vor- laufes. Nach mehrfachen Destillationen über Natrium ging der Haupttheil der Flüssigkeit bei 63 — 63,5" über. Die Dampfdichte dieser Fraction ergab 81,4 — 81,7. Damit und mit den Zahlen der Analysen stimmt am besten 1) Araeric. J. of Pharm. 1880. p. 294. «) Berl. Ber. 13. 879. Pflanze. Kolilonliyclrate. QQ die Formel CöHgO übereiu. Volumgewicht der Flüssigkeit = 0,887. Dieses Product bildet einen der Haupttbeilc des Vorlaufes (Furfuran fand sieb nur in geringerer Menge). Die meisten Reagentien wirken polymerisirend auf den Körper ein. Versuche des Verf.'s machen es wahrscheinlich, dass die über 65" siedenden Antheile des Holzölvorlaufs die weiteren Homologen des Furfurans und des Sylvans neben verschiedenen Ox.ydationsproducten ent- halten. Weiter stellt Verf. die verschiedenen bekannten Verbindungen mit dem Kerne d zusammen, wie folgt: C4H4O .... Furfuran. C4H3O.CH3 . . Sylvan. C4 II3 . CHO . . Furfurol und Fucusol. C4 H3 . COOH . . Pyroschlcimsäure und Pyrokomensäure. C4n2 . (C00H)2 . Komensäurc, Pyromekonsäure und Dchydro- schleimsäure. C4HO.(COOH)3 . Mekonsäure. 2. Kohlenhydrate. Das Verhalten der Zuckerarten zu alkalischen Kupfer- und Quecksilberlösungen. F. Soxhlet.^) Darstellung von Glycolsäure aus Zucker. H. Kiliani. '^) Ueber die Oxydation des Mannits. I. A. Pabst. ^j Ueber das Sorbin und den Sorbit. C. Vincent. 4) Darstellungs- methode für beide Körper. Der Sorbit verhält sich gegen Oxalsäure ganz wie die mehratomigen Alkohole, z. B. Dulcit und Mannit. Er liefert damit Kohlensäure und Ameisensäure und ein Formin. Darstellung reiner Levulose. Charles Girard.-^) Ueber Kalklevulose. Eug. Peligot. ^) Wird gelöschter und ge- siebter Kalk (12—15 gr) mit V2 1 einer 6— 8proc. Invertzuckerlösung zu- sammengeschüttelt schnell filtrirt und das Filtrat auf ^ abgekühlt, so bilden sich Krystalle von Kalklevulosat, C6H12OG, Ca(0H)2, die schnell mit kaltem Wasser gewaschen und getrocknet weiss sind, bei 15'' in 137 Tbl. Wasser sich lösen, stark alkalisch reagiren und iu Lösung sich bald färben, über- haupt wie Kalkdextrose sich verhalten. Lufttrocken enthält die Verbindung noch 1 H2 und zersetzt sich in diesem Zustande beim Aufbewahren in ver- schlossenen Gelassen, indem sie sich in eine braune dicke Masse verwandelt. Ueber das Saccharin. Eug. Peligot. ^) Das Saccharin dreht nach rechts (93,5 0, gewöhnlicher Zucker 67,18"). Es ist nicht gährungs- fähig, fast unzersetzt flüchtig, reducirt nicht, auch nach längerem Kochen mit verd. Schwefelsäure nicht Fehling'sche Lösung; giebt mit conc. Schwefel- säure eine Zuckerschwefelsäure; sehr concentrirte Kalilauge ist ohne Ein- wirkung selbst in der Wärme, giebt aber damit eine Verbindung. Mit Kalium- permanganat wird es vollständig verbrannt und mit conc. Salpetersäure gibt es Oxalsäure. Man kann die Salpetersäure benutzen, um die leichter oxydir- bare Glucinsäure und Zuckersäure aus den Mutterlaugen des Saccliarins zu 1) J. f. pr. Chem. 21. 227 und 289—318. 2) Ann. Chem. 205. 191. 3) Compt. rcnd, 91. 728; Berl. Bor. 1.^. 242.^). *) Bnll. soc. cbini. XXXIV. 218. 5) Ibid. XXXm. ir)4; im Auszug in Berl. Bor. 13. 1030. 8) Compt. rend. 90. 153. ') Ibid. 1141. ■J fvA Boden, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. entfernen und so flic letzten Reste desselben in reinem Znstande zu erhalten, wenn man die heissen Mutterlaugen mit kleinen Mengen Salpetersäure oxydirt und das beim Concentriren der Flüssigkeit auskrystallisirende Gemenge von Oxalsäure und Saccharin durch Krcich; von einander trennt. Saccharin wird aus Kalklevulosat leichter erhalten als aus Kalkglncosat. Das anormale Drehungsvermögen mancher Zucker ist vielleicht der Gegenwart des Saccharins zuzuschreiben. U e b e r ein Vorkommen von Saccharin im o s m o s i r t e n Zucker. E. 0. V. Lippmann. ^) Verf. fand in den durch das Osmoseverfahren aus Melassen erhaltenen Producten das Saccharin auf. Die erhaltenen Krystalle wurden nach Peligot's Vorschrift mit concentrirter Salpetersäure behan- delt, wodurch der Zucker und anhängende Verunreinigungen zerstört wurden, während das Saccharin intakt bleibt. Die mehrmals umkrystallisirte Substanz besass keinen süssen Geschmack, reducirte Kupferlösung auch beim Kochen nicht. «D = +93,5". Bei 20 '^ löst es sich in 8 Theilen Wasser. Ohne Einwirkung sind kalte conc. NO3H, hcisse verdünnte S0,iH2, oder conc. KOH. Heisse conc. NO3H gab Oxalsäure. Der Körper ist grösstentheils unzersetzt flüchtig. lieber das Saccharin und die Saccharinsäure. C. Scheibler. 2) Das beste Ausgangsmaterial zur Darstellung des Saccharins ist die Lävulose aus Inulin; aber auch Dextrose oder Invertzucker liefert Saccharin. Die reichste Ausbeute gab der vorwiegend aus Lävulose bestehende flüssige An- theil eines alten Honigs. Das billigste Material zur SaccharindarstcUung ist der feste Stärkezucker, wie er in harten, fast dextriufreien Blöcken käuflich zu haben ist. 1 kg fester Stärkezucker werden in 7 — 8 1 Wasser gelöst, gekocht und frisch bereitetes Kalkhydrat zugesetzt, so dass die Lösung auch nach längerem Kochen noch alkalisch bleibt. (Bei Lävulose darf man wegen der energischen Reaction Kalkhydrat nur allmählich zusetzen.) Die Flüssig- keit färbt sich unter Abscheidung gefärbter Kalksalze dunkelbraun. So lange sich Kalksalze abscheiden wird gekocht, dann lässt man erkalten und ab- sitzen und hebt die überstehende Flüssigkeit ab. Letztere wird durch Kohlensäure vom Aetzkalk befreit. Im Filtrate wird der gebundene Kalk bestimmt, die berechnete Menge Oxalsäure zugesetzt, filtrirt und das Filtrat zur Syrupsconsistenz eingedampft und der Krystallisation überlassen. Die er- haltenen Krystalle (bei Lävulose nach 24 St., bei Traubenzucker oft erst nach Tagen und Wochen) werden auf Thonplatten abgezogen und umkrystal- lisirt aus Wasser. Schp. 160 — 161". Die Analysen werthe entsprechen ge- nau der Formel CeHioOs. Das Saccharin ist das Anhydrid einer Säure, die Verf. Saccharinsäure nennt. Denn kocht man Saccharin mit frisch gefäll- tem kohlensaurem Kalk, so geht es unter CO2 -Austreibung in Lösung als saccharinsaurer Kalk. Die Saccharinsäure wird aus ihren Salzlösungen nur immer als Anhydrid, als Saccharin, abgeschieden. Letzterem giebt Verf. die Formel CH2 .OH — (CH0H)2 — CH — CH2 — CO. Die saccharinsauren Salze sind sehr löslich. Saccharin dreht nach rechts: [a],, = -l" 9^,9". Die saccharin- sauren Salze drehen sämmtlich nach links. Ungefähre Messungen ergaben für das Calciumsalz [«Jd = — 5,7; für das Bariumsalz [«Jd == — 17,2 ". Einwir- 1) Berl. Ber. 13. 1826. 2) Ibid. 2212. Pflanzen. Kohlenhydrate. 101 kung von Jodwasserstoffsäure auf Saccharin ergab ein Oel, das bei 203 — 204 siedete, neutral ist, keine Salze liefert und das zugehörige Lacton (Saccharon) zu sein scheint. Ueber Multipla in dem optischen Drehungsvermögen der Kohlenhydrate. Th. Thorasen. i) Ueber eine auffallende Beziehung zwischen Krystallform und dem optischen Drehungsvermögen einiger Kohlenhydrate. C. Scheibler. ä) Ueber die angebliche Synthese der Glucose von S. Zinno. L. Valente.3) Ueber inactive Glycose oder neutralen Zucker. U. Gayon. ^) Ueber neutralen Zncker und Invertzucker. P. Horsin- D e n. 5) Gelegentlich einer Untersuchung über die Oxydation von Acetyl und Ben- zoylcarbinol machen A. Breuer und Th. Zincke^) einige Bemerkungen über die Constitution der Glycosen. Sie haben gefunden, dass die Körper, welche eine Gruppe: CO.CH2.OH besitzen, durch alkalische Kupfer- oxydlösung in der Art oxydirt werden, als ob nicht diese Atomgruppe: CO.CH2.OH, sondern die isomere CH.OH.CHO vorgelegen hätte. So giebt z. B. Benzoylcarbinol Ce H5 . CO . CH2 OH bei der Oxydation Mandelsäure, als ob das Benzoylcarbinol in der Art constituirt wäre: CeHs .CH.OH.CHO. Welche von beiden Gruppen in complicirteren Körpern also vorliegen, dürfte vorläufig schwer zu unterscheiden sein und es ist nicht unmöglich, dass einige Verbindungen wie die Glycosen, in denen man ihrer reducirenden Wirkungen wegen die Gruppe — CH.OH.CHO annimmt, die Gruppe gar nicht enthalten, sondern die isomere Gruppe — CO.CH2.OH. Die reduciren- den Wirkungen derselben erklären sich dann eben so leicht. Es wird wei- ter bei dieser Annahme erklärlich, warum einzelne derjenigen Zuckerarten, welche als Combinationen von zwei Molekülen Glycose angesehen werden müssen, nicht mehr reducirend wirken. Enthalten z. B. Dextrose und Le- vulose beide die Gruppe — CO.CH2OH, so könnte der Rohrzucker die Gruppe — CO — CH2 — — CH2 — CO — enthalten, durch welche keine Re- duction mehr bewirkt werden wird. Werden dagegen Dextrose und Levu- lose als wirkliche Aldehyde angesehen, so ist es nicht zu verstehen, weshalb der Rohrzucker nicht mehr reducirend wirkt. Das specifische Drehungsvermögen der Lactose. E. Meissl.^) Ueber die Identität von Arabinose und Lactose. H. Kiliani.^) Verf. gibt zunächst eine gute Darstellungsmethode für Ara- binose aus arabischem Gummi. Bei der Untersuchung der Zusammensetzung und der Eigenschaften der Arabinose zeigte sich völlige Identität mit Lac- tose. Aus Wasser krystallisirte Arabinose verliert nach dem Trocknen über SO4H2 bei 100 ]jein Wasser mehr, ihre Zusammensetzung ist C6H12O6, sie zeigt die Erscheinung der Birotation und zwar denselben constanten 1) Bari. Bor. 13. 2264—2266. ■ä) Ibid. 2319. ") Ibid. 2431. Gazz. chim. ital. X. .540. *) Bull. SOG. chim. XXXIII. 253. Berl. Ber. 13. 933. 5) Bull. soc. chim. XXXIII. 2.56. «) Berl. Ber. 13. 641. ') J. f. p. Ch. 22. 97. «) Berl. Ber. 13. 2305. IAO Bodon, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Düuger. Drcliuiigswiiikcl, Fcliling'schc Lösung wird schon in der Killte rcdncirt, JJlcicssig und Annnoniak geben einen weissen, beim Erhitzen roth werden- den Jsiedcrschlag. Durch Hefe tritt keine Gährung ein. Arabinose giebt entgegen den Angaben Scheibler's und Fudakowski's bei der Oxyda- tion mit Salpetersäure Schleimsäure. Mit Natriumamalgam gibt Arabinose Üulcit. Alle diese Eigenschaften hat die Arabinose gemein mit der Lactose, sie dürften demnach als identisch zu betrachten sein. Oxydation von Lactose und Lactonsäure durch Silberoxyd. H. Kiliani. ^) Erhitzt man eine wässrigc Lösung von Lactose (aus Gummi) mit Silberoxyd auf dem Wasserbad etc., so wird Oxalsäure und Glycolsäurc gebildet, die man mit Acther ausziehen kann. In der extrahirten Flüssig- keit bleibt Lactonsäure. Die Lactose bildet bei dieser Oxydation also wahr- scheinlich zuerst Lactonsäure und diese wird dann weiter zu Glycolsäurc und Oxalsäure oxydirt. Lactonsäure verhält sich nämlich gegen Silberoxyd wie Gluconsäure. Verf. gibt dann eine Methode zur Darstellung der Lac- tonsäure aus Milchzucker. Aus Lactose erhält man nahezu (juantitativ Lac- tonsäure nach dieser Methode. Milchzucker 1 Tbl. gelöst in 7 — 8 Thl. Wasser wird unter Umschütteln mit 2 Thl. Brom versetzt. Letzteres ist nach 24 — 30 St. verschwunden. Die Flüssigkeit, durch Erwärmen auf dem Wasserbade von gelöstem Brom befreit, wird mit Ag2 versetzt bis zur Entfernung der BrH. Das entsilberte Filtrat wird mit CO3 Cd gekocht. Im Filtrat entsteht nach dem Erkalten Krystallisation von lactonsaurem Cad- niium, das durch Umkrystallisiren leicht zu reinigen ist. lieber Glycosamin. G. Ledderhose. 2) Chitin spaltet sich nach früheren Versuchen des Verf. mit conc. HCl in ein Amidokohlehydrat, das salzsaure Glycosamin und in Essigsäure: 2 Cio 112(5 N2O10 + 6H2O = 3 C2H4O2 -j- 4 C6Hii(NH2)05. Chitin Essigsäure Glycosamin I. Zusammensetzung und allgemeine Eigenschaften. Das salzsaure Glycosamin bildet farblose, glänzende Krystalle ohne Krystallwasser, die bei 100*^ sich nicht verändern. Krj'Stallmessuugen. II. Verhalten gegen Alkalien. Mit Natronlauge erw^ärmt tritt Braunfärbung ein und es entwickelt sich Ammoniak, nach dessen Entweichen deutlicher Karamelge- ruch auftritt. Mit Natronlauge im geschlossenen Rohre erhitzt bildet sich Brcnzcatechin und Milchsäure. Mit alkoholischer Kalilauge wird das Gly- cosamin wie Traubenzucker gefärbt. III. Reduction. Die Reductionskraft dos Traubenzuckers und des salzsauren Glycosamins bezogen auf die beider- seitigen Moleculargewichte ist die gleiche. Alkalische Kupferlösung, Silber- und Wismuthlösungen werden schon in der Kälte, schneller beim Erwärmen reducirt. Blaue Indigolösung durch Natriumcarbonat alkalisch gemacht, wird beim Sieden gelb. IV. Specifische Drehung. Die Lösung des salzsauren Glycosamins dreht die Polarisationsebene nach rechts und zwar ist die Energie der Drehung unabhängig von der Temperatur der Lösung, wird aber durch die Conceutration derselben wesentlich beeinünsst. Bei einer Concentration der Lösung von 10 bis zu 16,5 % ist das spec. Dre- hungsvermögen des HCl-Glycosamins («)d = -|- 69,54 •^. V. Fäulniss und Gährung. Mit faulem Fibrin bildete sich Essigsäure und Buttersäure. Mit Hefe ist das Glycosamin nicht gährungsfähig. VI. Derivate des salz- 1) Berl. Ber. 13. 2307. 2) Ztschr. f. phys. Ch. Bd. IV. 139. Pflaiizo. Kohleuliydrate, 103 sauren Glycosamins. Bcbaudlung mit Silbeniitrat- oder sulfat lieferte schwefelsaures resp. salpetersaures Glycosamiu. Diese Salze siud wie das Acetat krystalliiiisch und reagiren sauer. Bleichlorid und salzsaures Glyco- samiu gibt ein unbeständiges Doppelsalz, Quecksilberjodidjodkalium einen krystallinischen Niederschlag. Das freie Glycosamin, durch Zersetzung des Sulfats mit Barytwasser erhalten, krystallisirt in Nadeln und färbt roth, mit Chinon rothbrauu. VII. Versuche der Substitution der NHg-Gruppe durch OH. Beim Erhitzen des salzsauren Glycosamins mit Kaliumnitrit entsteht ein stark reducirender, mit Hefe nicht gährungsfähiger Körper, der nicht Traubenzucker ist. Acetylirung einiger Kohlenhydrate nach dem Liebermann- schen Verfahren. A. Herzfeld. ^) Verf. hat Dextrose, Maltose, Saccha- rose, Achroo-, Erythro- und Maltodextrin nach dem Liebermann'schen Ver- fahren (Essigsäureanhydrid und essigsaures Natron) acetylirt und gefunden, dass in allen Fällen die höchst acetylirte Verbindung entstanden war. Für die Octacetylglycose fand Verf. den Schp. 134", Franchimont 100". Octacetylmilchzucker, CisHiiOu (C2H3 0)8, fast unlöslich in Aether, aus einem Gemisch von Alkohol und Essigsäureäthyläther in gruppenförmigen Krystallen erhalten, leicht löslich in Benzol und Eisessig. Reducirt Feh- liug'sche Lösung. Schp. 86 ". Octacetylmaltose, Ci2Hi4 0ii(C2H3 0)8, Schp. 152". Krystallisirt in dünnen Säulen. Octacetylsaccharose konnte nicht krystallisirt erhalten werden. Gelbes, in Alkohol, Aether u. s. w. leicht lösliches Harz. Schp. 78 ". Reducirt Fehliug''sclie Lösung nicht. Die Zusammensetzung des Acetylmalto- dextrins konnte nicht genau ermittelt werden. Wurde durch Fällen mit Wasser aus der concentrirten Lösung in Alkohol mit Essigsäureäther in weissen, bei 98 " schmelzenden Flocken erhalten. Die Bildung des Acetyl- erythro- und Acctylachroodextrins geht viel schwerer vor sich als die der Acetylvcrbindungen der Zuckerarteu. Beide Körper schmelzen bei 180", sind unlöslich in kaltem, wie in heissem Wasser (in letzterem sind die Zuckeracetylverbinduugen etwas löslich), in verdünnter Essigsäure, Alkohol und Aether, dagegen löslich in einem heissen Gemisch von Alkohol und Essigäther, aus dem sie beim Erkalten als Pulver ohne deutliche Krystall- form ausfallen. Von Fehling'scher Lösung werden sie nicht verändert. Versuche zur Synthese der Saccharose. A. Kolli u. Wacho- witsch.^) Verff. gingen von der Ansicht aus, dass Saccharose ein gemisch- ter Aether von Dextrose und Levulose ist. Die Synthese wurde in der Art versucht, dass man die Acetochlorhydrose der einen Glycose auf das Na- triumglycosat oder auf eine weingeistige Lösung der anderen einwirken Hess. Dabei entstehen wirklich Aether der beiden Glycosen. Die weitere Unter- suchung derselben wird fortgesetzt. Das Verhalten des Rohrzuckers zu Silberoxyd. E. Sal- kowsky. ^) Setzt man der aramoniakalischen Silberlösung etwas Natron- lauge hinzu, so giebt auch Rohrzucker beim Erhitzen einen Silberspiegel. Ebenso verhalten sich Mannit und die Glycoside. Ueber die Inversion des Rohrzuckers durch Kohlensäure und einige Eigenschaften des Invertzuckers. 0. v. Lippmann. ^) 1) Berl. Ber. 13. 265. 2) Ibid. 2389. 3) Ztschr. f. phys. Chem. IV. 133. Berl. Bor. 13. 822. *) Berl. Ber. 13. 1822. 1 f\A Bodou, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Düuger, Ueber die specifische Drehung des Rohrzuckers in ver- schiedenen Lösungsmitteln. 15. Tollen s.^) Verf. fand, dass in Aethyl- und INIcthylalkohol, sowie in Aceton gelöster Zucker stärkere spe- citische Drehung zeigt als in Wasser gelöster Zucker, dass somit ganz Aehn- liches stattfand wie bei den von Landolt untersuchten Lösungen von Campher u. s. w. in verschiedenen Flüssigkeiten. Als Mittel seiner neueren Beobachtungen ergaben sich folgende Zahlen für die specifische Drehung des Zuckers in annähernd lOproc. Lösung: T .. . Siiccifischo UrehunK Losungen > in / \ ,r. Wasser 66,667 <> Aethylalkohol (und Wasser) .... 66,827 " Methylalkohol (und Wasser) .... 68,628 » Aceton (und Wasser) 67,396 « Beobachtungen bei einer Untersuchung von Bataten. H. Erdmann u. G. Prochazka.^) Die chemische Untersuchung der Knolleu führte zur Isolirung einer Zuckerart, die, wenngleich nicht völlig rein er- hältlich, doch allem Anschein nach als Rohrzucker anzusprechen war. Ueber die Zuckerbestandtheile in der Frucht des Kaffee- baumes. Boussiugault. 3) Die Beere oder Kirsche des Kaffeebauraes, die etwa die Grösse der Vogelkirsche besitzt, ist in reifem Zustande roth. Im Fruchtfleische derselben befindet sich schnell in Gähruug übergehender Zucker. Eine Menge von Früchten wurden dem Verf. aus Venezuela zuge- schickt in Alkohol eingelegt. Aus dem letzteren konnten später schöne Krystalle von Mannit erhalten werden. Darin wurde weiter auch der Ge- halt an Rohrzucker und Invertzucker bestimmt, ebenso in den Früchten selber, und es stellte sich für die getrockneten Beeren selber folgendes Re- sultat heraus: Mannit 2,21%, Invertzucker 8,73%, Rohrzucker 2,37%, unbestimmte Substanzen 86,69 %. In den alkalischen Lösungen der Beeren wurde Aepfelsäure und Cafeiu nachgewiesen. In 100 Theilen frischer Früchte wurde gefunden: nicht abgeschälter Samen 33,4 %, trockenes Fleisch 5,6 %, Wasser 61,0% (feuchtes Fleisch 66,6%). Arabiusäure im Zuckerkalk hat E. 0. v. Lippmann ^) nachge- wiesen, pie Identität wurde ausser durch die Eigenschaften der Säure auch durch ihre Umwandlung in Arabinose ausser Zweifel gestellt. Dem dreibasischen Kalksaccharat kommt nach E. 0. v. Lipp- mann^) die Formel C12H22O11 -]~ 3 CaO -|- 3 112 zu. Eine bis jetzt noch nicht beobachtete Eigenschaft des Milchzuckers. M. Schmöger. ^) Das specifische Drehungsvermögen des Milchzuckers. M. S c h ra ö g e r. ^) Nachtrag zu der Mittheilung „Eine bis jetzt noch nicht be- obachtete Eigenschaft des Milchzuckers'". M. Schmöger.^) 1) Berl. Ber. 13. 2297. ■^) Americ. ehem. Soc. I. 526. Berl. Ber. 13. 1144. s) Compt. rend. 91. 639. *) Ztschr. f. Rübenz.-Ind. 1880. 342. 6) Ibid. 346. 6) Berl. Ber. 13. 1915. ') Ibid. 1922. «) Ibid. 2130. Pflanze. Kohleuliydrate. ICl Ueber wasserfreien Milchzucker. E. 0. Erdmann, i) Milch- zucker kann wasserfrei in drei verschiedenen Modihcationen erhalten wer- den, von denen zwei feste, krystallinische Foim haben, die dritte nur flüssig (amorph) existirt. Wenn mau eine gewöhnliche Milchzuckcrlösung in einem Metallgefäss schnell einkocht, erstarrt fast plötzlich die ganze Lösung zu einer porösen, nur aus kleinen wasserfreien Milchzuckerkrystallen bestehen- den Masse. Dieser wasserfrei krystallisirte Milchzucker unterscheidet sich wesentlich von demjenigen wasserfreien Milchzucker, welchen man durch Krystallwasscrentziehung bei 130" aus dem gewöhnlichen Milchzucker er- halten kann, und zwar: 1) durch ein höchst eigenthümliches bis jetzt allein- stehendes und neuerdings auch von Hrn. Schmöger (s. oben) beobachtetes Drehungsvermögen, 3) durch bei weitem grössere (doppelte) Löslichkeit in Wasser, 3) durch die thermischen Vorgänge beim Lösen in Wasser (Wärme- lösung), 4) durch die Krystallform. Es folgen nun die genauen Detail- angaben, bezüglich derer auf das leicht zugängliche Original verwiesen sei. Ueber den Verzuckerungsprocess bei der Einwirkung von verdünnter Schwefelsäure auf Stärkemehl bei höheren Tem- peraturen. F. Allihn. ^) Aus den in dieser Arbeit mitgetheilten Versuchen ergiebt sich , aller- dings nur für die Verhältnisse gültig, unter denen sie angestellt worden sind, folgendes: 1) Die Verzuckerung der Stärke durch verdünnte Schwefelsäure geht im Allgemeinen um so rascher und vollständiger vor sich, je concentrirter die Säure, je länger die Einwirkungsdauer und je höher die Eiuwir- kungstemperatur ist. 2) Die Menge der verzuckerten Stärke ist bis zu einer gewissen Um- setzung von 40 — 50 7o der Einwirkungsdauer proportional. 3) In den späteren Stadien verläuft der Process immer langsamer, so dass eine vollständige Verzuckerung, wenn überhaupt unter den ge- gebenen Verhältnissen möglich, erst nach einer unverhältnissmässig langen Einwirkungsdauer erreichbar ist. 4) Die Ursache dieser Verzögerung liegt hauptsächlich in der verschie- denen Widerstandsfähigkeit der Dextrine gegen verdünnte Säuren. Ueber Ulminsubstanzen, welche aus Zucker durch Einwir- kung der Säuren erhalten werden. F. Sestini. 3) Die von Mulder für die Ulrainkörper gegebenen Formeln können nicht als richtig angesehen werden, da sie aus Analysen von bei 140 — 165" getrockneten Substanzen abgeleitet sind und es sich herausgestellt hat, dass diese Körper über 100 " bereits flüchtige Verbindungen, darunter Ameisensäure, abgeben. Die Ge- sammtmasse der durch Einwirkung der Schwefelsäure gebildeten Ulminkörper, „Sacchulmum" genannt, bildet sehr kleine, gelblich -braune Kügelchen. Die zuerst gebildeten Antheile derselben bestehen hauptsächlich aus unlös- lichem Sa cch ulmin, die im weitereu Verlaufe des Umwandlungsprocesses gebildeten aus in kalter Kalilauge löslicher Sacchulminsäure. Die Bil- dung dieser Körper geht unter Abspaltung flüchtiger Producte vor sich, unter denen sich Ameisensäure befindet. Ueber die Sacchulminsäure. F. Sestini.^) Sacchulmum wurde 1) Berl. Ber. 13. 2180. 2) Jouru. f. pr. Chem. N. F. 32. 46. 8) Berl. Ber. 13. 1877. Gazz. chim. ital. X. 121. *) Berl. Ber. 13. 1877. Gazz. chim. ital. X. 240. IQg JJuUeu, Wusaur, Atmosijliaro, i'Mauzf, Uuiigur. mit 5 procciitiger Natronlauge cxtraliirt und die durch Säure ausgeseiiicdene Saceliulniinsäurc durch fractionirte FäUung ihrer alkoliolischen Lösung mit Wasser gereinigt. Ijei 100^ getrocknet wird sie unlöslich in Alkohol und (heilweise unlöslich in Alkali. Bei 250 ^ verliert sie unter Ausgabe saurer Dämpfe 23,1 % ihres Gewichtes und wird fast unlöslich in Alkali. Zu- sammensetzung (bei 100 getrocknet): C11H1UO4, bei 140 " getrocknet ent- hielt sie (54,42 % C und 4,52 % H. Die gegebene Formel (natürlich deren Multiplum) wird gestützt durch folgende den thatsächlichen Verhältnissen cntsprecheudc Bildungsgleichung : 2 (Ce H12 Oe) = di Hi,, O.i -[- 6 H2 + CH2 O2. Mit Silbernitrat giebt ihre alkoholische Lösung einen Niederschlag: Ci^HayAgOif,, die mit Alkali neutralisirte Lösung: CnHoAgO^, mit Barytwasser: C22HisBa08 +H2O. lieber Sacchulmin. F. Sestini. ^) Ausser dem Sacchulmin, das in kalter und warmer Natronlauge unlöslich ist, und der Sacchulmiusäure wurde noch eine dritte Substanz als Product der Einwirkung der Schwefel- säure auf Zucker aufgefunden, die in heisser Natronlauge lösliche sacchulniige Säure. Formel (bei 105 "^ getrocknet): C44H38O15. Synthese von Ulminsubstauzen. A. Millot.^) Leitet mau den electrischen Strom, dessen positive Elctrode aus Gaskohle besteht, durch eine Sprocentige Lösung (bei 22") von Ammoniak in Wasser, so wird die Kohle allmählich gelöst unter Schwarzfärbung der Flüssigkeit. Letztere lie- fert, mit Säuren zersetzt, einen Niederschlag, der mit der Stickstoffglycosc von Thenard Aehnlichkeit zeigt und dessen Zusammensetzung wie folgt gefunden wurde: C = 54,75, H =^ 4,00, N ^ 12,40, -= 28,85 '^/o. Er ist besonders in heissera Wasser löslich, unlöslich in Weingeist und Säuren, wird nach dem Trocknen zum Theil in Wasser unlöslich, löst sich aber vollständig in ammoniakalischem Wasser und wird nach dem Trocknen bei 150*^ vollständig unlöslich. Beim Kochen mit concentrirter Kalilauge giebt er kein Ammoniak, beim Schmelzen mit Kalihydrat liefert er Cyan- kalium. Wendet man statt des Ammoniaks verdünnte Kalilauge an, so er- hält man eine schwarze Masse mit denselben Eigenschaften, nur dass die- selbe keinen Stickstoff enthält. Ein Beitrag zur Kenntniss des Levulins, Triticins und Siuistrins. A.W. v. Reidemeister. ^) Genannte Körper gehören trotz ihrer grossen Aehnlichkeit mit einander zwei verschiedenen Gruppen an und zeigen ungleiches Verhalten gegen polarisirtes Licht und gegen Hefe. Das Triticin wird schon durch Kochen mit Wasser zum Theil in Fruchtzucker übergefühi't , dagegen zersetzen sich Levulin und Sinistrin noch nicht beim Erhitzen mit Wassei'^im geschlossenen Bohre bei 100 ''. Das Levulin ver- gährt dagegen viel schneller als Triticin und Sinistrin. Triticin und Sinis- trin sind links drehend. Dass das Triticin der Saccharose isomer ist, be- stätigt der Verf. Levulin und Sinistrin gehören zur Dextringruppe. Der Levulin- und Sinistrinzucker sind kein Gemenge von Levulose und Dextrose oder Levulose und einer reducirenden, nicht aber polarisirenden Sub- stanz, wodurch aber die Drehung verringert wird, kann Verf. noch nicht 1) Berl. Bcr. 13. 2000. Gazz. cliim. ital. X. 855. '^) Compt. rcud. 90. 611— 612. Bull. soc. cbira. XXXIII. 262. ») Pharm. Ztschr. f. Russl. 1880. 655. Püauze. Kühleuhyaiate. 1Q7 entscheiden. Jedenfalls wird die Levulose dui'ch den Einfluss von Säure moditicirt, es kann aber auch sein, dass der Levulinzueker und auch der Sinistrinzucker geringere Molekulardrelumg wie reine Levulose haben. Ueber Erythrodextrin. F. Musculus und A. Meyer. ^) Die lösliche Stärke, welche in verdünnter Lösung mit Jod eine rein rothe Fär- bung gicbt, wird in concentrirter Lösung und beim Eintrocknen rein blau gefärbt, das Erythrodextrin in allen Fällen roth. Wird eine mit Jod ge- färbte Ijösung des Erythrodextrins gefrieren gelassen und dann mit essig- saurem Natron versetzt, so erhält man beim Stehenlassen im offenen Ge- fässe nacb einiger Zeit eine violette Flüssigkeit, in manchen Fällen auch einen Niederschlag von löslicher Stärke. Wird andererseits zu der Lösung eines durch Jod rein gelbbraun gefärbten Dextrins ein halbes Procent lös- licher Stärke hinzugesetzt, so tritt die den Erythrodextrinen eigenthümliche rein rothe Farbe auf. Daraus scheint hervorzugehen, dass die Erythrodex- trine Gemische von löslicher Stärke und reinen Dextrinen sind, welch letztere sich durch Jod an und für sich nur mehr oder weniger intensiv gelbbraun färben. Ueber Gelose. H. Morin. 2) Die im chinesischen Moose (Agar-Agar) enthaltene Gelosc Payen's giebt mit massig starker Salpetersäure erwärmt Schleimsäure und Oxalsäure, löst sich leicht beim Erwärmen in saurem Wasser, ohne sodann beim Erkalten Gallertc zu bilden, ebenso beim Erhitzen mit Wasser unter einem Druck von 5 — 6 Atmosphären. Die Lösung ist linksdrehend (in l^o schwach saurer Lösung bei einer Röhrenlänge von 0,2 m — 4,15*^). Beim Kochen mit verdünnter Schwefelsäure geht die Linksdrehung allmählich in Rechtsdrehung über -[^i^lO ". Die so erhaltene rechtsdrehende Substanz reducirt Fehling'sche Lösung, Sublimat und Gold- chlorid. Die Gelose hinterlässt 3,88% Asche und enthält lufttrocken 32,85 H2O. Ausserdem hinterbleibt beim Lösen der Gelose eine flockige 1,9 ö'o betragende Masse. Durch Alcohol wird die Gelose gefällt, kann aber auf diesem Wege nicht rein erhalten werden, da die Fällungen aschen- reicher werden. Ueber die Gelose. Porumbaru. ^) Für mehrmals aus ihrer wäss- rigcn Lösung gefällte Gelose fand Verf. die Zusammensetzung CßHioOs. Längere Einwirkung kochenden Wassers verwandelt die Gelose in eine beim Erkalten nicht mehr gelatinircnde Substanz, die Fehling'sche Lösung reducirt. Beim Erhitzen auf 150 — 160 "^ geht die Gelose in eine in Wasser unlösliche Ulminsubstanz und in eine zuckerähnliche Verbindung über, welche linksdrehend ist, alkalische Kupferlösung reducirt, nicht gährungs- fähig ist und die Formel C« Hi 2 Oe -|- H2 besitzt. Für den Ulminkörper wurde gefunden: = 64,22, 63,67-, H = 4,42, 4,51. Durch verdünnte Schwefelsäure wird die Gelose in eine Ulminsubstanz und einen in langen Nadeln crystallisirenden Körper verwandelt. Letzterer hat dieselbe Zu- sammensetzung wie die Gelose, CeHioOs und ist nicht gährungsfähig. Acetylchlorid giebt bei 100 " in verschlossenem Rohre ein lösliches, nicht reducirendes Product und einen anderen, gelben Körper, der in Wasser unlöslich, in Alcohol löslich ist. 1) Ztschr. f. phys. Chcm. Bd. IV. 451, 2) Compt. rend. 90. 924; Berl. Bcr. 13. 1141. 3) Compt. rcud. 90. 1081. ■JAQ Boden, Wasser, Atmosphäre, Ptiauze, Düuger. Ucber Inuliii. H. Kiliaiii. ') Zunächst wird ilie liiteratiir über Iiuilin und die Darstellung desselben besprochen. Letzlere wurde durch Ausfrieronlassen seiner Lösung bewirkt. Das Dreliungsverniögen des Inulins wurde ül)creinstinunend mit Lescoeur und Morcllc («)j) =^ — 36,4 ^ (Inulin aus Inula) gefunden. Es war nicht möglich das Inulin rein von Sticksloff- Ivörpern und von Asche zu erhalten. Das vom Verf. analysirte Product enthielt 0,10 und 0,07 > N und 0,03, 0,05 > Asche. Nach zahlreichen Analysen kommt dem Inulin die Formel C;iGHGäO;n (=6 CuIIioOs -(-IlaO) zu. Durch 40 stiindiges Erhitzen des Inulins mit Wasser auf 100 '^ wird es in Levulose CuHiaOo übergeführt. Für letztere wurde («)d -— 93,7** bei 16** gefunden. Bei Oxydation mit Salpetersäure entstand nicht, wie V. Rose angiebt, Aepfel-, Oxal- und Essigsäure, sondern Ameisensäure, Oxal- säure, Traubensäure und Glycolsäure (und wahrscheinlich auch Glyoxylsäure), aber weder Zuckersäure noch Schleimsäurc. (Dragendorff will etwas Zucker- säurc gefunden haben.) Durch Einwirkung von Brom- und Silberoxyd auf Inulin entstand keine Glucousäure, sondern neben Oxalsäure und einer ge- ringen Menge Bronioform nur Glycolsäure. Dabei muss, wie es scheint, das Inulin erst in Levulose übergehen, ehe letztere Säure gebildet wh'd. Bei Einwirkung von Brom- und Silberoxyd auf Dextrose wurde schon in der Kälte Glucousäure gebildet. Das Brom verschwindet bei dieser Reaction vcrhältnissmässig sehr rasch. Verf. giebt für die Oxydation der Dextrose zu Glucousäure durch Brom folgende Gleichung: Ce 1112 Og -J- Br2 + Ih ^ Co IL 2 O7 -f 2 HBr. Bei Einwirkung von Jodwasserstoffsäure und amorphem Phosphor auf Inulin und auf Levulose entsteht ein Gemenge von jodhaltigen Oelen. Natrium- amalgara wirkt bei Gegenwart von Wasser nicht auf Inulin ein. Reines Inulin reducirt Fehling'sche Lösung nicht, wohl aber ammoniacalische Silber- lösung. Goldchlorid wird leicht reducirt; Platin- und Quecksilberchlorid nicht. Beim Erhitzen von Inulin mit Barythydrat entsteht Gährungsmilch- säure, keine Oxalsäure. Durch Invertin wird das Inulin weder bei gewöhn- licher Temperatur, noch bei 40 ** C in liCvulose übergeführt. Vergleichende Untersuchung einiger indischer Handels- sorten des arabischen Gummi. E. Masing. '^) Vergleichende Untersuchung der wichtigsten Handelssorten des Traganth und seiner Surrogate. E. Masing. 3) Verhalten der Stärke gegen Glycerin. K. Zulkowsky. ^) Stärke löst sich leicht in Glycerin und wird dadurch in die lösliche Modi- fication übergeführt. Bei 190** ist die Stärke, mehr oder weniger voll- ständig, in die lösliche Moditication übergegangen. Die beim Erkalten con- sistenter gewordene Lösung wird in Wasser gegossen. Es scheidet sich etwa unverändert gebliebene Stärke aus, während man aus dem Filtrat die lösliche Stärke durch starken Weingeist ausfällen kann. Das Verhalten von verschiedenen Stärkesorten, mit denen Verf. gearbeitet hat, ist verschieden. Alle drei werden von Glycerin gelöst, aber die Umwandlung in die lösliche Modification geht bei Kartoffelstärke glatt und leicht von statten, Weizen- stärke bedarf eines einstündigen Erhitzens bis 180 — 190**, bei der Reis- stärke ist die Menge der unveränderten Stärke selbst bei einstündigem Er- 1) Ann. Chem. 305. 145—190. 2) Arch. Pharm. XIV. 34. «) Ibid. XIV. 41. *) Berl. Ber. 13. 1398. Pflanze. Kohlenhydrate. 109 hitzen noch immer ziemlicli boträclitlicli. Deshalb ist für die Darstelhiiig dieses Stärlicpräpai-ates Kartoffelstärke unbedingt vorzuziehen. Hierauf folgt genaue Angabe der ReindarstcUung der löslichen Stärke und Beschreibung ihrer Eigenschaften. Sie löst sich leicht in Wasser und verdünntem Alko- hol, nach längerem Stehen gestchen conc. wässrige Lösungen zu einer Gallerte, offenbar unter Rückbildung von unlöslicher Stärke. Beim Trocknen schrumpft es zu harten Körnern zusammen und büsst dadurch seine Lös- lichkeit ein. Jod färbt blau. Kalk- und Barytwasser fällen lösliche Stärke aus ilircr wässrigen Lösung. Letztere dreht die Polarisationsebene stark nach rechts. Für eine wässrige Lösung, die in 100 ccm 2,5332 gr enthielt, ergab sich a (j) = +206,8 o. Ueber die chemische Zusammensetzung des Pyroxylins und die Formel der Cellulose. Josef Maria Eder.^) Verf. bespricht zu- nächst die bisherigen Arbeiten und Ansichten über die Constitution des Pyroxylins. Er weist darauf hin, dass sich das Pyroxylin gegen Alkalien, gegen conc. Schwefelsäure, gegen Eisenvitriol und Eisenchlorür, beim Zer- legen mit Schwefelsäure über Quecksilber, gegen reducirende lleagentien wie Kaliumsulfliydrat, Zinnoxydulnatron, essigsaures Eisenoxydul wie ein Ni- trat, d. h. wie ein Salpetersäureäther der Cellulose verhält. Verf. hat durch Einwirkung von Salpeter- Schwefelsäure auf reine, entfettete Baumwolle fol- gende Pyroxyline dargestellt: Cellulosehexanitrat Ci2Hi4 04(N03)6 Cellulosepentanitrat C12 H15 O5 (^03)5 Cellulosetetranitrat Ci2H:6 06(N03)4 Cellulosetrinitrat C12 H17 O7 (N03)3 Cellulosediuitrat Ci 2 Hi s Os (NO3 ) 2 Bezüglich der Darstellung und der ausführlichen Beschreibung der dar- gestellten Pyroxyline muss auf die Originalabhandlung verwiesen werden. Die Existenz des Cellulosepentanitrates und des Trinitrates veranlasst den Verf., die Formel der Cellulose, die man bisher als CeHioOs angenommen habe, zu verdoppeln zu C12H20O10. Beiträge zur Chemie der Bastfasern. E. J. Bevan und C. F. Cross. ^) Die Untersuchung der Jute lieferte folgende Resultate: Der Ge- halt an Asche beträgt 0,6 — 2 "/o (die Bestandtheile derselben sind bestimmt worden). Der Gehalt an Cellulose wurde nach der Methode von H. Müller zu 70 — 72 0/0, eben so hoch etwa, jedoch in kürzerer Zeit nach der Chlor- methode gefunden. Durch Digeriren der Jute mit Salpetersäure von 5 % bei 70 '^ und xiusziehen mit verdünntem Alkali, Operationen, welche reine Cellulose unverändert lassen, wurden jedoch nur 61 % Cellulose erhalten. — Bei der Einwirkung von Chlor auf Jute bildet sich ein in Alkohol und Eisessig lösliches Harz, CiyHisCUOg, welches durch Ammon violett gefärbt wird. Die mit Chlor behandelte Faser färbt sich mit Lösung von schweflig- saurem Natron rosa. Es ist dies eine Eigenthümlichkeit, welche der inkrus- tirenden Substanz der Bastfasern überhaupt zukommt, bei allen ausser der Jute aber nur in geringem Masse zu beobachten ist. Jener Körper besitzt einige Aehnlichkeit mit Tetrachlorchinon. Esparto giebt zum Zweck der Papierfabrikation mit Natronlauge digerirt, an letztere ein Harz, C21H24O8, ab, welches durch Chlor in C22H23CI4O10 verwandelt wird. Letztere Ver- ») Berl. Ber. 13. 169. ") Ch. N. 4a. 77 und 91 ; Berl. Ber. 13. 1998. ^If) Üoilon, \Va"!SGr, Af iiin) Berl. Ber. 13. 32G. 2) Ibid. 13. 328. 3) Ibid. 13. 187. ^) Ibid. 13. 219. *•) Ibid. 13. 189. jOß Boden, Wasser, Atmospliilre, Pflanze, Dünger. 150 g Serumalburaiu (bei 39tägigci- Dauer der Fäulniss) über 1 g Oxyphenji- cssigsänre ci'lialten, bei Luftzutritt keine Spur von Säure. Im letzteren Falle war das Phenol (resp. Kresol) vermehrt (bis 1,368 g), so dass wohl an eine Spaltung der Oxysäure in der alkalischen Lösung bei Luft- zutritt gedacht werden darf. Das Fleisch lieferte am besten bei Luft- abschluss Hydroparacumarsäure. Hierbei war die nebenbei auftretende Phenolmenge sehr gering. (Aus 2 Kilo Fleisch = 400 g trockenem Ei- weiss wurde 5,3 g Hydroparacumarsäure und nur 0,252 g an Phenolen erhalten). Bei Luftzutritt wird die Menge des gebildeten Phenols grösser und die Menge der Säure nimmt dementsprechend ab. 2) lieber eine skatolbildende Substanz. Verflf. haben bei der Darstellung der Oxy säuren aus den Fäulnissproducten des Eiweiss das Auftreten eijies Körpers bemerkt, der sich neben und mit den Oxysäuren aus der wässerigen Lösung in kleinen weissen Körnchen und Warzen ausscheidet, welche etwas schwerer als die Oxysäure in Wasser löslich sind. Die Körnchen enthalten Stickstoff. Sie schmelzen bei 161 ** unter Spaltung in Kohlensäure und Skatol. Verff. haben bis jetzt diesen Körper noch nicht von den Oxysäuren zu trennen vermocht. Zur Kenntniss der aromatischen Producte des Thierkörpers. E. Baumann. ') Verf. weist nach, dass die Paraoxyphenylessigsäure sich aus- nahmslos im menschlichen Harne ebenso wie im Harne von Pferd, Hund, Kaninchen, Hühnern etc. findet. Daneben kommt auch Hydroparacumar- säure vor. Eingehende Versuche deuten darauf hin, dass das Tyrosin unter bestimmten Bedingungen direct unter CO2 und NH 3- Abspaltung Paraoxy- phenylessigsäure liefert. Ein niedereres Homologes des Tyrosins konnte unter den Einwirkungsproducten von Schwefelsäure auf Hornspähne nicht aufge- funden werden. Wahrscheinlich stammen die aus dem Eiweiss entstehenden Phenolderivate stets von zuerst gebildetem Tyrosin ab. Neben den Oxy- säuren wurde im Harne stets ein stickstoffhaltiger Körper beobachtet, der bei der Fäulniss Skatol gab. Ueber ein neues krystallisirtesSpaltungsproduct derEiweiss- körper. A. Danilewsky.^) Bei der Einwirkung des Pankreasfermentes auf Pepton entsteht bei fortgesetzter und nicht zu energischer Wirkung ein neuer krystallinischer Körper von complicirterer Zusammensetzung, in dessen Molekül Tyrosin eine der Atomgruppen ausmacht. Die Bildung aus Pepton erfolgt sowohl in neutraler als in schwach saurer Lösung. Auf 100 gr fast trocknes Eiweiss genügen 10 — 15 cbm der Glycerinpankreatinlösung (von Sittel in Heidelberg). Die Peptonisirung kann in alkalischer Lösung begin- nen; aber es darf nur so viel Alkali zugegen sein, dass die gebildeten sau- ren Peptone es übersättigen. Die Spaltung des Eiweiss muss bei gewöhn- licher Temperatur stattfinden. Die Dauer des Versuchs hat keinen wesent- lichen Eiufluss (2—5 Tage). So wie Indol als weiteres Zersetzungsproduct auftritt wird die Ausbeute an dem neuen Körper immer kleiner. Der neue Körper wird in folgender Weise aus der Flüssigkeit isolirt. Letztei'e wird filtrirt, zum Syi'up eingeda,mpft, mit etwas Alkohol versetzt und stehen ge- lassen. Es scheiden sich weisse Krusten des neuen Körpers aus. Dieselben werden zuerst mit 30 pCt. Alkohol dann mit kaltem W"asser ausgewaschen. Der Rückstand wird wiederholt mit 30 — 50 pCt. Alkohol siedend ausgezogen 1) Berl. Ber. 13. 279. ä) Ibid. 2132. Pflanüfi. Kiwoissstoffe. 127 und heiss filtrirt. Die Filtrate werden stark bis zur beginnenden Ausschei- dung eingedampft. Der neue Körper wurde aus Eieralbumin, Kasein, Blut- fibrin, Syntonin erhalten. Der reine Körper ist wenig löslich in kaltem Wasser, gar nicht in kaltem Alkohol und Aether, leichter in diesen heissen Flüs- sigkeiten. Aus diesen Lösungen wird er als weisse kreideartige Masse, die aus mikroskopischen Prismen besteht, erhalten. Aus nicht zu concentrirten Lösungen krystallisirt er auch in tyrosinähnlichen langen Nadeln. E^r zeigt die Reactionen des Inosits und die des Tyrosins, unterscheidet sich aber von diesen durch seine geringere Beständigkeit bei längerem Erhitzen mit Was- ser, Es entstehen dabei immer braungefärbte Substanzen. Der Körper enthielt immer geringe Mengen Asche 0,5 pCt. (wesentlich phosphorsaurer Kalk). Die Analyse ei'gab nach Abzug der Asche Zahlen, welche zur For- mel C21H2UN2O8 führen. Beim Kochen des Körpers mit 5,20 pCt. Schwe- felsäure (20 - 30 Stunden) entstand ein Körper von der Zusammensetzung CirjH2iN08, der ebenfalls noch die Liosit- und TjTosinreaction zeigt. Der Körper entspricht einer aus Inosit und Tyrosin unter Austritt von 1 Mol. Wasser gebildeten Verbindung. Daneben wurde noch ein anderer bis jetzt nicht weiter untersuchter basischer Körper gefunden. Da der Körper C31 H26 N2 Os in schärfster Weise die Reactionen des Tyrosins und auch die des Inosits zeigt, so nimmt Verf. beide Körper als Bestandtheile der neuen Verbindung an, die unter Austritt von 1 Mol. Wasser verbunden wären: C9H11NO3 -f- CgHisOg = C15H21NO8 + H2O. Tyrosin Inosit Aus der Diiterenz dieser Formel mit der des neuen Körpers, die sich als CcHsN crgiebt, würde sich schliessen lassen, dass der ursprüngliche Körper noch eine aromatische Gruppe enthält. Es könnte dies der Formel nach Amidophenol sein, welches ebenfalls unter Wasseraustritt mit den beiden an- deren Bestandtheilen vereinigt ist: C9H11NO3 + C6H12O6 + CgHtNO = C21H2GN2O8 + 2H2O. Tyrosin Inosit Änüdoplienol neuer Körper Ueber die skatolbildende Substanz. E. Salkowski und IL Salkowski. 1) Die skatolbildende Substanz, welche die Verff. früher bei der Fäulniss des Eiweiss neben den rohen Oxysäuren beobachtet haben, hat sich in der That als Skatolcarbonsäure erwiesen. Durch ilire von den Oxysäuren verschiedene, schwerere Löslichkeit in lauwarmem Wasser gelang es, sie zu isoliren. Aus Benzol scheidet sie sich in kleinen Krystallblätt- chen ab. Schp. 164. Analyse ergab die Zusammensetzung C10H9NO2 = CgHsN.COOH. Ueber das Legumin. A. Bleunard.^j 100 gr Legumin in einem Autoclavcn auf 150*^ während 40 Stunden mit Barythydrat erhitzt, gab fol- gende Producte: 4,5 gr Ammoniak, 3,1 gr Kohlensäure, 4,38 gr Oxalsäure, 2,8 gr Essigsäure. Rückstand (Amidosäurengemenge) 100 gr. Letzterer bestand aus 3 gr Tyrosin, 31 gr C10H20N2O4 und Amidobaldriausäure, 15 gr. C9H18N2O4, 15 gr C7H11N2O4 und Alanin. Ueber Zersetzungsproducte von Proteinstoffen. A. Bleu- uard.ä) Bei Behandlung der organ. Substanz des Hischhorns bei hoher Temi)eratur mit Barythydrat entstehen unter Abspaltung von Ammoniak, Kohlen- und Oxalsäure, Amidosäuren (Glucoprosteine) von der Formel ») Berl. Rer. 13. 2217. 2) Compt. rend. 90. 1080. 3) Berl. Ber. 13. 1032; Compt. rend. 90. 612—614. ■1 OQ Boden, Wasspr, Atmnspliärp, Pflanze, Dünger. C,iIl2nN2 04, iUinlicli denen, welche Scliützen berger aus Eiweiss bei analoger Behandlung desselben erhalten hat. Die aus Hirschhorn gewonne- nen Producte haben geringeren Kohlenstoffgehalt. Vorwiegend bildet sich ein Gemisch von Körpern der Zusammensetzung CGlIi2Na04. Bromwasser wirkt auf dieselben oxydirend ein: Ce Hi2 N2 Oi -f ri2 + Br2 = 2 Brll -f Cc H12 N2 O5. Wird das Ox5'dationsproduct nacli Entfernung des Broms in wenig Wasser gelöst, so krystallisirt Glycocoll heraus und in der Mutterlauge bleibt ein Körper der Formel C4H7N2O3, welcher durch Oxydation aus dem „Leucein", C4H7N2O2, entstanden sein soll. Zur Frage nach der Entstehung von Hypoxauthin aus Ei- weisskörpern. E. Drechsel.^j Uebcr die Entstehung von Ilypoxanthin aus Eiweisskör- pern. G. Salomon. 2) Verf. vertheidigt seine Ansicht, dass Ilypoxanthin als wirklicher Spaltungskörper des Blutfaserstoffs auftrete und zwar durch Einwirkung von Säuren und Fermenten auf denselben gegen E. 1) rechsei, der der Ansicht ist, dass Ilypoxanthin in dem Rohmaterial, dem Fibrin, schon fertig gebildet vorhanden gewesen sei. Ueber die Peptone und das Verhältniss zu den Eiweiss- körpern. Dr. Albrecht Kossei. 3) Enthält eine Kritik neuerer Arbei- ten über Peptone. Ueber das Nuclein der Hefe. A. Kossei.*) 1) Ueber das eiweissartige Spaltungsproduct des Nucleins. Der früher (Ztschr. f. jihys. Ch. III. p. 284) vom Verf. beobachtete eiweissartige Spaltungs- körper des Nucleins scheint in zwei Modificationen zu existiren, je nachdem das Nuclein frisch gefällt, oder nach vorheriger Behandlung mit Alkohol durch siedendes Wasser gespalten wurde. Im ersteren Falle hat der entstandene Ei Weisskörper die Eigenschaft des Acidalbumins, aus schwach saurer Lösung durch Eintragen von Steinsalz gefällt zu werden, und er liefert bei weiterer Spaltung mit HCl Tyrosin. Im anderen Falle entsteht ein Eiweisskörper, der die für das Spaltungsproduct des Nucleins dui-ch siedendes Wasser frü- her (a. a. 0.) beschriebenen Eigenschaften besitzt. Die Widerstandsfähig- keit dieses Körpers gegen eiweissverdauende Fermente ist grösser, als die des Nucleins selbst. 2) Lösliche Spaltungsproducte. Unter den löslichen Spaltuugsproducten wurden neben Phosphorsäure, Xanthin und Sarkin noch peptonähnliche Körper gefunden, die in der Kälte mit Natron- lauge und Kui)fersulfat Violettfärbung zeigten und die vielleicht der Einwir- kung der Phosphorsäure auf den ciwcissähnliehen Körper ihre Entstehung verdanken. Verf. betrachtet das Nuclein als die Quelle der Xanthinkörper, die bei der Selbstgährung der Hefe auftreten. Ueber den Kleber. Th. Weyl und Bischoff. 0) Da im Weizen- mehl andere Eiweissstoffe als das sog. Ptlanzenmyosin nur in sehr geringer Menge existiren, ist wohl das Pflanzenmyosin als Muttersubstanz des Klebers anzusehen und in der That gab Weizenmehl, aus welchem mit Hülfe einer 15proc. Steinsalzlösung das Myosin entfernt war, keinen Kleber mehr. Wahr- scheinlich wird die Kleberbildung veranlasst durch ein im Mehl enthaltenes >) Berl. Ber. 13. 240. 2) Ibid. 1160. 3) Pflüger's Arch. f. d. ges. Physiol. 21. 179. Berl. Ber. 13. C^^^. '') Ztschr. f. phys. Ch. IV. 290. *) Berl. Ber. 13. 367. rflanzp. Kiweissstnffe. 1 00 Fcrmoiit bei Gegenwart \on Wasser. Und in der That verliindern alle jene Körper,- welche die Wirlcung der Fermente auflieben, auch die Kleberbildung, z. B. grosse Salzmengen (ClKa, MgSO^, Na2 SO4). Das bei der Kleberbil- dung wirksame Ferment konnte nicht isolirt werden. Xanthogensäure, ein Fällungsmittel der Eiweisskörper. Ph. Züller. 1) Versuche über das Verhalten der Xanthogensäure gegen verschiedene Eiweissmodificationen ergaben, dass dieselben in verdünnten sauren Lösungen durch Zusatz von Kaliumxanthogenat Hockig gefällt werden. Die Xanthogensäure wirkt dabei im Augenblicke ihrer Abscheidung-, je lang- samer diese erfolgt, desto besser ist ihre Wirkung. Flockige Ausscheidung muss bei der Prüfung auf Eiweiss beobachtet werden. Man verfährt am besten so, dass man die Mischung einige Zeit sich selber überlässt, sie dann auf ein Uhrglas bringt und langsam auf 35 — 38** erwärmt; in der aufge- hellton sauern Lösung befindet sich dann flockiges Gerinnsel. Die Xanthogen- säure besitzt eine bedeutende antiseptische Wirksamkeit. Globulinsubstanzen in den Kartoffelknollen. Ph. Zöller.-) Die von Hoppe-Seyler als Globuline bezeichneten Eiweissstoffe hat Verf. in den Kartoffelknollen nachgewiesen. Kartoffeln werden gerieben und aus- gepresst, aus dem Rückstand durch rasches Auswaschen mit kaltem Wasser Stärke und lösliche Bestandtheile entfernt und die gut abgepresste Kartoffel- faser mit lOproc. Kochsalzlösung behandelt. Der Auszug war fast neutral und enthielt ausser Globulin keine p]iweissstoffe. Hängt man in den Aus- zug Steinsalzstücke, so scheidet sich die Globulinsubstanz allmählich in weissen Flocken ab. In Lösung bleibt keine Eiweisssubstanz. Das Ver- halten der Globulinsubstanz der sog. Kartoffelfaser hat grosse Aehnlichkeit mit dem des Myosins. Möglichst gereinigte Substanz gab 14,2 % N. In verdünnter Kochsalzlösung ist die Globulinsubstanz leicht löslich. Verdünnen mit viel Wasser bewirkt Trübung, Durchleiten von Kohlensäure daraus flockige Fällung, die sich übrigens nach dem Absetzen in einer Kochsalz- flüssigkeit wieder löste. War sie 24 Stunden mit viel Wasser in Berührung, so war sie doch noch zu geringem Theile in lOproc. ClNa-Lösung löslich. Vollkommen löste sie sich dann noch in Iproc. Natriumcarbonatlösung. Die Kochsalzlösung der Globulinsubstanz begann bei 59—60'* sich zu trüben, die flockige Ausscheidung der Substanz scheint je nach der Con- centration der Lösung etc. um einige Grade zu variiren. Auch die Eiweiss- stoffe im frisch ausgepressten Kartoffelsaft scheinen zur Classe der Globuline zu gehören. Wird der Saft mit Sodalösung genau neu- tralisirt und dann mit ClNa-Lösung versetzt, bis die Flüssigkeit circa 10 "/o ClNa enthält und nach dem Filtriren dieselbe mit Steinsalz gesättigt, so erhält man einen graulich-weissen, flockigen Niederschlag, der im Allgemeinen die Eigenschaften der Globuline zeigt. Seine nicht ganz vollständige Lösung in lOproc. ClNa-Lösung trübt sich schon bei 43 "^ und zeigt flockige Fällung bei 46 — 48 ** C. Der vom graulich-weissen Niederschlag flltrirte, mit ClNa gesättigte Kartoffelsaft enthält noch viel Eiweiss; bei 62" trübt er sich und coagulirt. Vermischen mit Wasser und Durchleiten von Kohlensäure giebt nur geringe Fällung; das Filtrat giebt mit wenig Essigsäure i'eichlicheu Niederschlag, der sich in Wasser fast vollständig wieder zu einer leicht ge- rinnbaren Flüssigkeit löst. Das Filtrat vom Essigsäureniederschlag giebt bei ') Bork Ber. 13. 1062. 2) Ibid. 1064. Jahresbericht. 1880, 1QA Borten, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. 51 — 54" sehr bedeutende P]ivveissgeriiinnng. Verf. iiifieht soliliesslich auf den Eiufluss eines kochsalzreiflien Bodens auf das obeiirdisclie Waflislluim der PHanzcn aufmerksam. 6. Fermente. üober das Papain. Ein neuer ]>eitrag zur Gesebielite der löslicben Fermente. Ad. Wurtz. ^) Im Safte von Carica papaya hat Verf. früher ein Ferment nachgewiesen, welches ein ganz eminentes Lösungs- vermögen für Fibrin ])esitzt. Verf. findet, dass das Papa'in genannte Fer- ment das tausendfache seines Gewichtes an feuchtem Fibrin zu lösen ver- mag, welches zum grössten Thoile in durch Salpetersäure nicht fällbares Pepton verwandelt wird. Nebenbei l)ildot sicli eine geringe Menge eines krystallisirbaren Amidokc'irpers. Verf. weist ferner nach, dass das Papain auf sich selber einwirkt, indem es sich hydratisii-t. Ueberlässt man Papain bei 50" in wässeriger Lösung längere Zeit sich selber, so tiiulet man in Lösung ein viel hydratisirteres Product, als das Papain selber. So gab: reines Papaün nach Paiiain, l.'i Ta^e in wässri^er Abzug der Asche Lösung; Ijei .'JO" jjehaltcn C = 52,19 51,29 H = 7,12 7,02 N = 16,04 — Bei weiterer Behandlung des Papains in wässriger Lösung bei 50 ** wird der C-Gehalt desselben noch tiefer herabgedrückt. So gab ferner: Papain, nach 2münatlicheni Stehen Papain in wässriger Lösung bei .'JO" C = 51,8 49,8 50,3 H = 7,2 7,3 7,4 Bei 100*^ ist die Einwirkung des Wassers auf das Papain noch ener- gischer. Es wurde so ein Papain mit C =: 47,66 und H :=: 8,14*y(, er- halten. Weiter stellte Verf. Versuche an, die es nahelegen, dass die Wirkung des Papains zunächst in einer Anlagerung desselben an Fibrin besteht. Durch Wasseraufnahme wird diese Verbindung von Papain und Fibrin zer- legt, wobei das Fibrin hydiatisirt wird, während das Papain sich abscheidet, um mit einer neuen Quantität Fibrin denselben Vorgang zu wiederholen. Ueber ein verdauendes Ferment im Milchsafte des Feigen- baumes. Bouchut. 2) 5 g des im April gesammelten Feigenbaumsaftes, welcher zum Theil coagulirt war, lösten im Laufe eines Tages 10 g Fibrin-, an den folgenden Tagen wurden nene Quantitäten von Fibrin zugesetzt von je 10 — 15 g, die gleichfalls gelöst wurden, ohne dass Fänlniss eintrat. Eurotin, eine neue Art Diastase und deren Wirkung auf Stärke. Atkinson. 3) Die Japanesen stellen diesen Körper beim Bier- brauen aus Reis dar. Gewaschener Reis wird mit Wasser eingeweicht, dann im Dampf erhitzt, bis die Stärke desselben gallertartig geworden ist. Lau- warm wird diese Gallerte mit den Sporen von Eurotium Oryzea besprengt und drei Tage an einen warmen Ort gestellt. Die Masse, Koji von den Japanesen genannt, ist jetzt mit den seideartigen Fäden des Myceliums durchzogen und wird statt des Malzes zum Bierbrauen verwendet. Stärke- kleister wird dadurch bei 45 — 50 " flüssig gemacht. Nach Atkinson bildet 1) Compt. rend. 91. 787. 2) Ibid. 67. 3) Arcb. Pharm. XIV. 211 ; aus Pharm. J. Transact. 1880. 839. pflanze. Fermente. VflanzenatottV. 131 sich liicrboi Glycose und Dextrin, keine Maltose, wie bei unserem Maiscli- verfaliren. Ueber ein verdauendes Ferment, welclies siel» bei der Brotbereitung bildet. Scheurer-Kestner. ') Ueber die Umwandlung der Stärke und des Glycogcns durch diastatische Fermente. Musculus und v. Mehring. -) Ueber die Fermente der Albuminoidsubstanzen. Duclaux.^) 7. Pflanzenfarbstoffe. Ueber das Chlorophyll der Pflanzen. II. Abhandlung. F. Hoppe-Seyler. '^) 4. Einwirkung von Aetzkali auf Chlor ophy 11 an. Alkoholische Kalilauge wirkt in der Wärme nicht wesentlich auf Chloro- phyllan ein. Dagegen wird letzteres durch Erhitzen mit Aetzkali auf 170 bis 200 und 290"^* gespalten. Dabei bildet sich Ammoniak, dann ein stick- stoffhaltiger neutraler Körper, der aus der alkoholischen Flüssigkeit durch Aether aufgenommen wird und schwer krystallisirt (9,55 % des angew. Chlorophyllan's) und schliesslich eine in Aether mit purpurrother Farbe lösliche Säure, die Dichromatinsäure, als Hauptproduct (^/s des angew. Chlorophyllans). 5. Die Dichromatinsäure. Die Dichromatinsäure, CaoILuOj krystallisirt beim Verdunsten ihrer ätherischen Lösung nur un- vollkommen, ist einbasisch und bildet ein rothes, in Wasser unlösliches Bariumsalz (CaoUsa O3J2 Ba. Die Säure besitzt höchst interessante optische Eigenschaften und zweifarbiges Fluorescenzlicht. Sie ist ausgezeichnet in ihrer schön purpurrothen, in äusserster Verdünnung noch rosenrothen ätherischen Lösung durch sehr schöne Spectralerscheinungeu. Im durch- fallenden Lichte zeigen die Lösungen 6 Absorptionsstreifen zwischen den Linien C und F. Das Spectrum des Fluorescenzlichtes besteht aus zwei nahe bei einander stehenden ungefähr gleichbreiten, durch einen schmalen, völlig dunkeln Zwischenraum getrennten rothcn Lichtbändern. Die Stellung der beiden Lichtbänder im Spectrum des Fluorescenzlichtes entspricht fast genau den beiden ersten Absorptionsbändern des Spectrums im durchfallen- den Lichte zwischen C und D. Das Chlorophyll zeigt dieselbe Ueberein- stimmung zwischen fluorescirendem Lichte und der Lichtabsorption bei durch- fallendem Lichte, wenn auch die Lage der Absorptionsstreifen und des Fluorescenzlichtes im Spectrum eine andere ist, als bei der Dichromatin- säure. 6. Zersetzungsprodu ctc der Dichromatinsäure. Schon beim Verdunsten der ätherischen Lösung der Dichromatinsäure bildet sich ein in Aether schwer lösliches, violett schwarzes Zersetzuugsproduct, das in optischer Beziehung grosse Aehnlichkeit mit der Dichromatinsäure besitzt. Durch Einwirkung von Säuren entsteht aus der Dichromatinsäure ein in seinen optischen und chemischen Eigenschaften von dieser sehr verschiedener Körper, das Phylloporphyrin. Die bläulich-purpurrothe Lösung desselben in wässriger Säure zeigt in ihren Lichtabsorptionsverhältnissen sehr auffallende Aehnlichkeit mit der aus Hämoglobin durch Einwirkung starker Säuren, reichlich aus Hämatin durch Säuren oder durch Reductionsmittel erhaltenen und als Hämatoporphyrin vom Verf. beschriebenen Substanz. — Aus den ") Compt. rend. 90. .%!>. ■^) Ztschr. f. physiol. Chemie. IV. 93-99. •••) Compt. rond. 91. 731. *) Ztschr. f. phys. Ch. IV. 193. •JQQ Boflcn, Wasser, Atmospbiiro, Pflaiizo, Dünpfor. Nadeln yon Pinus picea, ans den Blättern von Yncca roonrvata und gloriosa, Aucuba japonica und grünem Wintci'kolil, ans letzterem mit viel Schwierigkeit, wurde dasselbe Clilorophyllaii krystallisirt erhalten, wie früher aus den Gramineen. Beiträge zur Kenntniss des Chloropliylls. R. Sachsse.*) Verf. geht bei seinen Untersuchungen von folgender Hypothese aus: Das Chlorophyll ist nicht die Ursache der unter Mitwirkung des Lichts und Protoplasmas stattfindenden Reduction der Kohlensäure, sondern es ist das erste Product der Reduction selbst, die zu Stande kommt durch uns gänz- lich unbekannte Verhältnisse des Protoplasmas unter Beihilfe von Licht. Demgemäss muss das erste Reductionsprodnct, das Chlorophyll, in der Pflanze fortwährend in die bis jetzt für primär geltenden lleductionsproducte, Stärke und Kohlehydrate überhaupt sich verwandeln. Wenn trotz dieses fortlaufen- den Verwandlungsprocesses des Chlorophylls die assimilirende Pflanze nicht aufhört, grün zu erscheinen, so hat man den Grund in der daneben an- dauernden Neubildung des Chlorophylls durch Reduction der Kohlensäure zu suchen. — Verf. versucht nun den Uebergang des Chlorophylls in Kohle- hydrate nachzuweisen und benutzt dazu als Ausgangsniaterial das Ein- wirkungsproduct von Natrium auf möglichst gereinigte ChlorophylUösungen. Lässt man Natrium auf (alkoholhaltige) Bcnzinlö.sung des Chlorophylls ein- wirken, so erhält man grüne Niederschläge. Oft bleibt die überstehende Flüssigkeit etwas grün gefärbt. In diesem Falle schüttelt man nach Ent- fernung des grünen Niederschlags und des Natriums mit etwas Wasser aus, wobei der grüne Farbstoff in letzteres übergeht. Die Niederschläge werden durch Waschen und Auskochen mit Benzin gereinigt. In letzteres gehen beigemengle gelbe Farbstoffe über. Die rückständige Masse ist dunkelgrün, seifenartig, löst sich leicht in Alkohol (grün) mit prachtvoller Fluorescenz, ebenso in Wasser. Nach mehrfachen Reinigungsoperationen war die Zu- sammensetzung dieser Substanz folgende: C — 60,96 H— 9,21 N — 1,99 Asche 10,46 Um die Substanz auf ihre homogene Beschaffenheit zu prüfen, wurde die klar filtrirte conc. alkoholische mit Benzin fractionirt gefällt. Die Analyse des nicht in Fällung gegangenen, durch Eindampfen gewonnenen Theils ergab: C — 61,56 61,88 H — 9,31 9,39 N — 1,99 — Asche 11,00 Die Asche war wesentlich natriumhaltig (wenig Phosphorsäure und Magnesia, kein Eisen). Verf. sieht demnach diese Substanz als homogen an. Die wässrige Lösung des Farbstoffes giebt mit der Lösung eines Metallsalzes z. B. CUSO4 dunkelgrüne voluminöse Fällung eines Kupfersalzes. Im farb- losen Filtratc ist ein Körper enthalten, der amorph und farblos, fast die Zusammensetzung eines Kohlehydrats besitzt. Ein Theil derselben lässt sich durch Einwirkung von Säuren in eine Substanz überführen mit den hauptsächlichsten Reactionen eines Zuckers der Dextrosegruppe. Interessanter noch sind die Zersetzungsproducte, welche beim Kochen der wässrigeu *) Ber. d. naturforach. Gescllsch. z. Leipzig. 1880. 17. Pflanze. Pfiauzenstoife. 133 Lösung des Farbstoffs mit Salzsäure auftreten. Mit etwas HCl wird die Flüssigkeit sofort trübe gelbgrüu und nach einigeu Miuuteii ballt sich eiu Niederschlag zusammen. Ebenso wirkt auch Kohlensäure. Das Filtrat vom Niederschlag (Gemenge verschiedener Phyllocyanine mit anderen Zersctzungsi)roducten, s. unten) wird mit Ba(0H)2 übersättigt, CO2 einge- leitet, vom CO3 Ba abtiltrirt, das eingedampfte Filtrat mit 90 proc. Alkohol erschöpft. Der Verdampfuugsrückstand enthält die glycosidähn liehe Substanz (wie oben). Daraus erhält man beim Erwärmen mit HCl die characteristisch b Zuckcrreaction mit F e h 1 i u g ' scher Lösung. Der oben erwähnte Niederschlag wird mit Benzin ausgekocht, dabei bleibt eiu grün-schwarzer Rückstand, der zur Gruppe der Phyllocyauine ge- hört. Die Beuzinlösung hintcrlässt beim Eindampfen einen schmierigen gelb- braunen Rückstand, der sich in wenig Benzin löst, aber auf Zusatz von mehr Benzin einen Theil der gelbbraunen Substanz abscheidet. Durch Wiederholung dieser Operation mit dem in Benzin gelöst gebliebenen Theil gelingt es, die ursprüngliche schmierige gelbbraune Masse in eine in Benzin unlösliche Substanz und eine darin lösliche, ölige Substanz zu verwandeln, in der sich mit der Zeit feste Ausscheidungen bilden. Der in Benzin un- lösliche Theil lässt beim Extrahiren mit Aether einen gelben Farbstoff CößHyoOia zurück. In ätherischer Lösung befindet sich eine gelbbraune Masse, die ebenfalls zu den gelben Farbstoffen Sachsse's gehört, verun- reinigt mit etwas Phyllocyanin. Demnach findet sich unter den Zer- setzungsproducten des Chlorophyll's durch Säuren (auch durch CO2) ein Phyllocyanin, das gewissermassen den stabilen Kern in dem so leicht veränderlichen Chlorophyllmolekül repräsen- tirt, eine durch Säuren theilweise in Zucker überführbare Sub- stanz, eine fette ölige Substanz und gelbe Farbstoffe. Das Hypochlorin Pringsheim's fasst Verf. als ein Zersetzungs- product der Phyllocyanine auf. Die Phyllocyanine, welche in dem durch Salzsäure oder Metallsalze aus der wässrigen Lösung des ursprünglichen Natrium-Niederschlags erhaltenen Niederschlage enthalten sind, hat Verf. ebenfalls untersucht. Derselbe wurde getrocknet, mit Benzin ausgekocht und erwies sich als nicht homogen bei der Behandlung mit Alkohol. In Alkohol unlöslich: C — 67,77 Ü7,90 67,66 _ _ _ H — 8,34 8,41 8,01 _ _ _ N — — — 5,91 5,92 5,46. Aus Alkohol sich ausscheidend: C — 69,71 69,45 69,32 _ _ _ ),72 _ _ _ — 8,56 8,33 8,24. H N Alkohol 7,20 7,30 6,72 leicht löslich: C ■ — 69,14 69,35 69,70 H . 7,45 7,47 7,60 N — — — 7,30 7,08. Folgende Zahlen erhielt Verf. für die proc. Zusammensetzung derjenigen Phyllocyanin-Präparate, die er früher durch Zersetzung des Metallsalznieder- schlags mit SHa dargestellt hat: C 65,67 65,62 66,30 67,66 67,09 71,94 H 7,64 6,92 7,15 7,84 7,79 9,57 N 2,95 5,34 5,46 3,86 4,02 3,03 1 OA Bodeu, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Dünger. Verf. Hess weiter Chlor auf tlic alkaliselie Lösung des Pliyllocyanins und HCl f- CIO3K, auch rauchende Salpetersäure auf das l'li} Uoi-yanin einwirken. Zunächst bilden sich dabei immer gelbe, N-freie Farbstoffe. Ge- nauer untersucht wurden die Oxydationsproducte mit übermangansaurem Kali (Phyllocyanin in alkalischer Lösung). Es wurde dabei erhalten Ammoniak, eine Säure, die Palmitinsäure zu sein scheint, Fettsäuren (Milchsäure und Essig- säure). Brom und Phyllocyanin bei Gegenwart von Wasser gibt neben einem rothbraunen Reactionsproducte Ammoniak. — Ferner hat Verf. die gelben Farbstoffe, die in der Benzinlösung nach Abscheidung des grünen Farbstoffs durcb Natrium bleiben, untersucht. Es sind rothgelbe, braune und gelbe Massen von fettartigem Habitus und sämmtlich stickstofffrei. Er hat sechs gelb bis roth gefärbte (V und VI schwarzgelb) Substanzen isolirt, deren Zusammensetzung er, wie folgt, gefunden hat: I H m IV V VI C 65,88 66,24 67,04 70,90 78,27 78,70 H 7,91 8,40 8,77 9,80 12,57 13,30 26,21 25,36 24,19 19,30 9,16 8,00. Analysen des Chlorophylls. Rogalski.^) Das Chlorophyll wurde aus Lolium perenne nach der Methode von Fremieux dargestellt und differirte weder in seinen Eigenschaften noch in seiner Zusaunnensetzung von dem krystallisirten Chlorophyll Gautier' s. Die Analyse ergab: C = 73,199, 72,830; H = 10,5, 10,25; N = 4,14, 4,14; Asche = 1,674, 1,639. Bemerkungen über das Chlorophyll. Pringsheim. ^) In den Chlorophyllkörnern der grünen Pflanzen ist eine ölartige, krystallisirbare Substanz enthalten, das Hypochlorin. Es verhält sich gegen Lösungsmittel wie das Chlorophyll. Das Hypochlorin entsteht nur unter der Einwii'kung des Lichtes und ist wahrscheinlich das erste Umwaudlungsproduct der Kohlen- säure in der Pflanze. Unter gesteigerter Sauerstoffabsorption zersetzt sich das Chlorophyll bei stärker Beleuchtung mittelst einer Linse in der leben- den Zelle unter den Augen des Beobachters. Das Hypochlorin verschwindet in concentrirtem Sonnenlichte noch rascher als das Chlorophyll bei Gegen- wart von Sauerstoff. Bei Ausschluss des Sauerstoffs ist auch das concen- Irirte Sonnenlicht ohne Eiufluss auf das Hypochlorin und das Chlorophyll. Weiter werden die Functionen des Chlorophylls in der Pflanze besprochen. Modificirtes Chlorophyll im Laub von Eucalyptus globulus. E. Schunck.3) Ueber die Beziehungen der Zimmtsäure zu der Indigo- gruppe. A. Baeyer. ^) Verf. hat seine früheren Arbeiten, besonders das Studium der Beziehungen der Nitrozimmtsäure zum Indol und zum Indigo fortgesetzt. Die Orthonitrozimmtsäure zeigt in Bezug auf ihre Zusammen- setzung eine sehr einfache Beziehung zum Indigblau: CoHtNO,! = CsHöNO f CO2 -f H2O Niti'ozinmitsäure Indigblau. Behandlung der Orthonitrozimmtsäure mit concentrirter Schwefelsäure liefert zwar einen blauen Körper, aber weder Indigblau noch eine Sulfosäure des- selben. Orthonitrozimmtsäuredibromid, CyHTBraNOi, schmilzt bei ISO'' und giebt dabei Spuren von Indigo. Mit kaustischen Alkalien gicbt es Ortho- ') Compt. rend. »O. 881. 2) Berl. Eer. 13. .578. Compt. reud. »O. 161. ') Chem. News. 42. 31. Berl. Ber. 13. 1881. *) Berl. Ber. 13. 22.54; s. auch die Patente ibid. 13. 2447 u. 244!». Pflanze, l'flauzenfavbstoffe. 135 iiitroiiropiulsäure und dann Isatiii. Beim Erhitzen der wässerigen Lösung des Dibroniids mit wenig Natronlauge oder Ivohlensaurem Natron oder Ivolilen- saurem Baryt wird gleichzeitig etwas Indigblau gebildet. Beim Erhitzen mit Natronlauge und Zinkstaub entsteht ludol. Lässt man das Orthonitro- zimnitsäuredibromid mit Natronlauge einige Zeit stehen, so bildet sich unter Bril-Abgabe Orthonitropropiolsäure , Schp. 155 — 156'^, C9H5NO4. Beim Kochen mit Wasser zersetzt sich die Orthonitropropiolsäure unter CO2 -Ab- gabe in Orthouitroacetylen CsHsNOa. Letzteres giebt mit Zinkstaub und Ammoniak eine ölige Base mit intensivem Küpengeruch, wahrscheinlich Araidoacetylen. Kocht man Orthonitropropiolsäure mit Alkalien oder alka- lischen Erden, so bildet sich glatt Isatin (86 "^/o der theoretischen Ausbeute). Die Reactiou findet nach folgender Gleichung statt; /C=C— COOK /CO-CO C6H4< = C6H4< ^.-^ -f CO2 \N02 \NH Orthonitroplicnylpropiolsäure Isatin. Erwärmt man eine Lösung der Orthonitropropiolsäure bis zum Kochen, so entsteht auf Zusatz eines Körnchen Trauben- oder Milchzuckers zuerst blaue Färbung, dann reichliche Ausscheidung (40 ^\o der Propiolsäure) von Indigo. In derselben Weise lässt sich auch der Indigo auf der Faser erzeugen, wenn man dieselbe mit einer Lösung von propiolsaurem Natron, Soda und Traubenzucker tränkt und nach dem Trocknen dämpft. Ebenso entsteht natürlich auch aus Orthonitrozimmtsäuredibromid beim Kochen mit Baryt- wasser (1 Minute) auf Traubenzuckerzusatz Indigo. Empirisch lässt sich der Vorgang der Iiuligobildung, wie folgt, darstellen: C9H5(N02)0-i ^ C8H.5NO2 -[ CO2; C,H5(N02)02 = CsHöNO 4-O + CO2 Nitroi)rüpiolsiiiire Isatin Nitroinopiolsäure liidig'o. Verf. lässt die Frage nacli der Constitution des Indigos zunächst unberührt, weist aber darauf hin, dass nach seiner Meinung die Gruppe CsHsNO min- destens zweimal im Molecül des Indigos enthalten ist. Einleiten von Chlor in eine Lösung von Orthoniti'ozimmtsäure in verdünnter Natronlauge lieferte Orthonitrophcnylclüormilchsäurc C.iHs'ClNOr,. Schp. 119— 120 ^'. Mit Na- triumamalgam und in allvalischer Lösung mit Eisenvitriol giebt sie Indol. Alkoholisches Kali giebt Orthonitrophcnyloxyacrylsäure ChHtNOs. Erwärmt man die Orthonitrophcnyloxyacrylsäure langsam, so beginnt sie über 110'' zu schmelzen, entwickelt Kohlensäure und verwandelt sich in eine blaue Masse. Letztere enthält Indigo. Der Vorgang hierbei wird folgendermassen ausgedrückt: C9II7NO5 ^ CsHsNO + CO2 + H2O -f- 0. Ueber indigweiss- und indoxylschwefelsaures Kalium. E. Baumann und Ferd. Tiemann. i) Ueber die Erkennung des Alizarins, des Isopurpurins, so- wie des Flavopurpurius, wenn sie neben einander vorkommen, und über die quantitative Bestimmung des Alizarins. E. Schunck und II. Römer. 2) Verff. führen den Nachweis von Alizarin, Isopurpurin etc. in Gemengen dieser Körper mit Zuhülfenahme der fractionirten Sublimation aus. Das Alizarin beginnt bei 110" zu sublimiren, das Flavopurpurin bei 160*^ und das Isopurpurin bei 1 70 ". Die beiden letzteren sind demnach schwieriger 1) Berl. Ber. 13. 4U8. 2) Ibid. 41. IQg Büdeu, Wasser, Atmosphäre, Pflanze, Düuger. von einander zu trennen. Zur Krkenuunu; dieser Kuipei- benutzt man ent- weder die verschiedenen Kiystallt'onneii des Sublimates l)eidei' (Isupurpui-in snblimirt in derben, rhombisclien Krystalleii, das l'lavupui-purin in leinen rothgelbeii Nüdelchen), oder die Unlöslichkeit des Isopurpurius in Benzol. Auch zur (luautitativeu Bestimmung des Alizarins in solchen Gemischen lässt sich diese Methode der fractionirtcu Sublimation anwenden. Färbende Stoffe des Krai)ps. Rosensticl. ^) lieber einen neuen Farbstoff aus dem Orcin, das Homo- fluoresce'in und Derivate desselben. H. Schwarz.') Ueber Blaufärbung des Brodes durch Rhinantliin und dessen Vorkommen in einigen anderen Pflanzen. C. Ilartwich. 3) Verf. beschreibt einen Fall, in welchem diese Färbung durch die Samen von Melampyrnm arvcnse bedingt war, und spricht die Vermuthung aus, dass Rhinantin nicht nur in dieser Pflanze und in Rhinanthus, sondern in allen ähnlichen Ilalbschmarotzern vorkommt, deren Laub beim Trocknen schwarz wird. In den Samen von Melampyrum cristatum, Euphrasia Odontites, Pedicularis palustris, Bartschia alpina und Euphrasia ofticinalis, nicht aber in Pedicularis sylvatica liess sich durch Kochen mit Alkohol und Salzsäure an der eintretenden Grünfärbung thatsächlich ein Gehalt von Rhinantliin nachweisen. Ueber das Alkannin. G. Carnelutti und R. Nasini. ^) Der reine Farbstoff wurde aus rohem Alkannin aus der Wurzel von Anchusa tinctoria gewonnen. Dunkelbraunrothe , leicht zerreiblichc Masse mit me- tallischem Reflex ohne bestimmten Schmelzpunkt. Am besten löslich in Eisessig und in Chloroform. Die Analyse führte zur Formel Ci.tIIi.iOi. Mit Essigsäureanhydrid und essigsaurem Natron wurde ein Diacetylderivat erhalten: C15H12 (^^(CaHa 0)2. Aus alkoholischer Alkanninlösung wurde mit ammoniakalischem Chlorbaryum ein Baryumsalz dargestellt, das auf 5 Mol. Alkannin 2 Atome Baryum enthält. Oxydation des Alkannins mit Salpetersäure gab Oxalsäure und Bernsteinsäure. Brom wird heftig auf trockenes Alkannin, nicht auf dessen Lösung in Chloroform oder Eisessig. Schliesslich weisen Verff. darauf hin, dass das Alkannin sich vom Santalin durch 1 Atom Sauerstoff oder durch CHa unterscheidet, je nachdem man die Formel von Weyermann und Häffely C15II1.1O5, oder die von Weidel C14H12O4 in Betracht zieht. Auch sonst zeigen beide Farbstoffe viel Uebereinstimmung mit einander. Der Alkannafarbstoff, ein neues Reagens auf Magnesium- salze. F. V. Lepel.^) Pflanzenfarbstoffe als Reagentien auf Magncsiumsalze. F. V. Lepel.6) Studien über den Farbstoff der Wein- und Heidelbeeren, sowie über die künstliche Färbung der Rothweino. Ad. Andree.'') In den Rothweinen existiren nicht mehrere Weinfarbstoffe nebeneinander. Die verschiedenen Farbenreactionen bei Untersuchung von Rothweinen 1) Ann. Chim. Phys. XVIII. 224. 2) Berl. Ber. 13. 543. =*) Arch. Pharm. XIV. 289. *] Berl. Ber. 13. 1515. •^) Ibid. 763. «) Ibid. 766. ') Arch. Pharm. XIII. 90. Berl. Bor. 13. 582. Pflanze. Alkaloide. 137 mittelst desselben Pteat^fciis müssen auf Verschiedenheiten im Verhältniss der ül)i-igen Weinbestandtheile /urückgetuhrt werden. Die Farbstoffe des Weins und der Heidelbeeren sind identisch, denn ihre Reactionen sind identisch, wenn sich beide genau unter denselben Bedingungen in liösung befinden, besonders bezüglich des Gehaltes au Alkohol und Säure. Man kann dem- nach einen jungen Rothwciu von einem mit Ilcidclbecreu nachgemachten nicht unterscheiden. Zur Reindarstellung des Farbstoffs des Weins und der Heidelbeeren wird folgendes Verfahren empfohlen: Die gefärbten Säfte werden mit Bleiessig gefällt, der Niederschlag mit Schwefelwasserstoff zer- setzt und das Schwefelblei mit Essigsäure und Alkohol ausgezogen. Beim Verdampfen des Lösungsmittels bleibt der Farbstoff" als indigblaues Pulver zurück. Er ist unlöslich in Alkohol, Aethcr und Wasser, geht aber hei Zusatz von Säuren sofort in Lösung. Die Thatsache, dass ältere Weine u)ul alte llcidelbeerauszüge mit Alkalien grün gefärbt werden, wird darauf zurückgeführt, dass gleichzeitig mit der normalen blauen Färbung durch die mit der Zeit veränderten ExtractivstoÖ'e dieser Säfte Gelb oder Braun erzeugt wird. Aus alten Weinen oder Heidelbeeren dai'gestollter Farbstoff zeigt dieselben Eigenschaften, wie der aus frischen gewonnene. Der Farbstoff von Frasera Walteri Mich.i) Lloyd fand in der Wurzel zweierlei Krystalle, harte, transparente, Rohrzucker und nadei- förmige, gelbe, die, in kaltem Wasser unlöslich, siedendes Wasser strohgelb färbten, wenig löslich in kaltem Alkohol, leicht in siedendem, in Aether, Chloroform und Schwefelkohlenstoff'. Blauer Farbstoff der ätherischen Ocle.^) Die blaue oder grüne Farbe verschiedener ätherischer Oele kommt von der Beimengung eines Körpers CiGH^i -|- H2O her, der Azulen genannt Avird. Er kocht bei 576*^ F. und hat ein spec. Gewicht von 0,9L Er entwickelt beim Kochen dichte, blaue Dämjjfe. Diejenigen Oele, welche nur Azulen und kein Harz enthalten, wie Ol. chamomillae, enthalten noch nicht 1 **/o , da- gegen die, welche Azulen und Harz enthalten, enthalten an 3 ^!o Azulen. Uebcr den Farbstoff der Rubus charaämorus (Sumpfbrom- beere). C. 0. Cech.^) Verf. giebt an, dass der im Fruchtsaft dieser Ptlanze enthaltene Farbstoff Wolle, Baumwolle und Seide rasdi intensiv Orangeroth färbt. Die Beeren enthalten viel Schleimzucker, Citronensäure und nur 3 — 6% Zucker. 8. Alkaloide. Ueber die Pyridinbasen. Occhsner de Coninck.'^) Verf. hat drei Basen, die durch Destillation des Cinchouins mit Aetzkali neben Chinolin gewonnen wurden, näher untersucht. Dieses sind: Lutidin, Collidin und Parvolin. Die drei Basen Averden verglichen mit den entsprechenden aus DippeFschem Oele dargestellten Basen. (Siehe die Tabelle auf Seite 138.) 1) Americ. J. of Pharm. 1880. p. 71-78. 2) Arch. Pharm. XIV. 399; aus The druggist's circular and ehem. Gazz. 1880. p. 1Ü(). •■') J. f. pr. Ch. aa. 399. *) Bull. SOG. cbim. XXXIV. 210. 138 Boilüii, Wasser, Atmosi^liüic, l'llanzc, Uüuger. Busen aus Uiiipursilicm Ocic liahun iiiLs Cinthouiu Siedepunkt Dichte bei 0» Siedepunkt Dichte bei •> Lutidin Collidin Parvolin 1550,5 179—1800 188 0,946 0,940 1650 1950 gegen 220" 0,95935 0,96562 Zur Konntniss der Pyridintricarbonsäure aus den Chiua- allin dargestellt, wie ihm dieses aus Tropasäurc und Tropin friUier gelungen ist. Damit ist die völlige Identität zwischen Tropasäure und Hyoscinsäure, resp. Tropin und Hyoscin unzweifelhaft bewiesen. Damit ist aber auch die Ueber- fidn"ung von Ilyoscyamin in Atropin ausgeführt. In welcher Weise die Iso- nierie beider Alkaloide bei identischen Spaltnngsproducten aufzufassen ist, muss dahin gestellt bleiben. lieber das Duboisin. A. Ladenburg, i) Aus einer australischen Pflanze, Duboisia myoporoides, kommt in neuerer Zeit ein Alkaloid im Handel vor, das in seiner physiologischen Wirkung dem Atropin nahesteht. Verf. hat aus diesem Grunde eine eingehendere Untersuchung des Duboisins unternommen. Aus einem Präparate, das von Merck in Darmstadt als Duboisin. sulfur. bezogen war und einen braunen Verdampfiingsrückstand eines wässerigen Exti'actcs repräscntirte, gelang es, ein Alkaloid zu isoliren, dessen Golddoppelsalz sich als völlig identisch mit dem Golddoppelsalze des Hyoscyamiiis erwies. Auch die freie aus diesem Doppelsalzc hergestellte Base erwies sich als mit dem Hyoscyamiu identisch. Zur Kenntniss des Daturins. E. Schmidt, ^j Verf. konnte weder bei den käuflichen Basen, noch bei dem selbstbereiteten Atropin und Da- turin bis jetzt eine chemische Verschiedenheit nachweisen. Die Platindoppel- salze von Atropin und Daturin können beim langsamen Verdunstenlassen ihrer wässrigen Lösungen entgegen den bisherigen Angaben leicht in sehr schönen durchsichtigen Krystalleu erhalten werden, die weder im Aus- sehen, noch in der Art der Abscheidung, noch in der Zusammensetzujig (C17H23NO3 . HCl)2PtCl4, noch in den Schmelzpunkten unter Zersetzung bei 207 — 208" irgend welche Verschiedenheiten beobachten lassen. Auch die Golddoppelsalze beider Basen scheinen identisch. Gegen die allgemeinen Alkaloidreagentien verhält sich Atropin und Daturin vollkommen gleich. Beide Basen liefern bei der Spaltung mit Barythydratlösung Tropine und Tropasäuren, die in allen ihren Reactionen und in ihrem physikalischen Verhalten völlig identisch sind lieber das Daturin. A. Ladenburg u. G. Meyer.^) Verif. haben zur Ileinigung eines von Merck in Darrastadt bezogenen Präparates dasselbe in das Golddoppelsalz übergeführt; dasselbe konnte in glänzenden, gold- gelben Blättchen erhalten werden, welche ganz das Aussehen von Hyos- cyamingoldchlorid besassen und auch denselben Schmelzpunkt ISO" zeigten. Die aus dem Golddoppelsalze dargestellte Base schmolz nach dem Um- krystallisiren aus Toluol bei 105 — 108**. Der Schmelzpunkt des Hyos- cyamins liegt bei 108,5'^. Auch iu den qualitativen Reactionen zeigte sich zwischen Ilyoscyamin und Daturin kein Unterschied. Verff. glauben darauf hin die Identität von Daturin mit Hyoscyamiu und Duboisin behaupten zu dürfen. Die Alkaloide aus Belladonna, Datura, Hyoscyamus und Duboisia. A Ladenburg.^) Atropa Belladonna enthält wenigstens zwei Alkaloide, die zunächst als schweres und leichtes Atropin bezeichnet werden. Das schwere Atropin ist das unter dem Namen Atropin bekannte Al- 1) Berl. Ber. 13. 2.^)7. 2) Ibid. ;570. 3) Ibid. .'J8Ü. *) Ibid. 909. •1 4 4 Billion, WassPi-, Atinosph.'lrp, IMIanzo, Dünger. kaloid. Sclinip. d. Goklsalzcs 135—137". Das Iciclitc Atropiu schmilzt bei 1070, bildet ein kaum krystalliuisches, leichtes Pulver und giebt ein bei 150 schmelzendes Goldsalz. Dieses Alkaloid ist demnach identisch mit Ilyoscyamin. Datura stramonium enthält auch zwei Alkaloide, schweres und leichtes Daturin. Das leichte Daturin herrscht im Gegensatz zu Belladonna hier vor. Das schwere Daturin schmilzt hei 113,5 — 114" und ist ein Gemenge von Atropin und Ilyoscyamin. Es können beide Golddoppelsalze, das bei 135 — 137'^ und das bei 158 — 160^ schmelzende, daraus erhalten werden. Durch mehrmaliges Umkrystallisiren aus verdünntem Alkohol kann aus dem schweren Daturin reines Atropin isolirt werden. Der hierdurch geführte Nachweis von Atropin in Datura stramonium giebt eine Erklärung für die kürzlich von Schmidt gemachten Angaben. Das leichte Daturin ist identisch mit Hyoscyamin. Auch der Hyoscyamus enthält zwei Alkaloide, wehOic jetzt als krystallinisches und amorphes Hyoscyamin unterschieden werden. Die Untersuchung des krystallinischen Hyoscyamins ist vom Verf. bereits ausführlich mitgetheilt (s. oben). Die mydriatische Wirkung des Hyoscyamins ist mit der des Atropins im Allgemeinen identisch, in ge- wissen Fällen scheint aber das Hyoscyamin anders als Atropin zu wirken. Das amorphe Hyoscyamin, ein braunns, zähes Harz, enthält ein bisher unbekanntes Alkaloid, mit dessen Untersuchung Verf. momentan beschäftigt ist. Aus Duboisia myoporoidcs konnte nur ein einziges Alkaloid isolirt wer- den, das mit Ilyoscyamin identisch ist. Ueber das Tropidin. A. Ladenburg. i). Das Tropidin entsteht aus Tropin und aus Atropin durch Erhitzen mit concentrirter Salzsäure in essigsaurer Lösung. Ebenso entsteht es beim Erhitzen mit verdünnter Schwefelsäure (1 Vol. Säure auf 3 Vol. Wasser) auf 220«. Krystallo- graphisch untersucht wurde das Platindoppelsalz. Die frühere Angabe, dass das die wässrige Lösung des Tropidins durch Verdünnen mit Wasser trübe und dass das salzsaure Salz beim Eindampfen sich färbe, wird auf Verun- reinigung des früher angewandten Tropidins zurückgeführt. Ueber Trope'ine. A. Laden bürg. 2) Verf. hat seine Versuche über die vou ihm entdeckte Classe der Tropeine weiter ausgeführt. Oxybcn- zoyltropein. Dargestellt aus Tropinchlorhydrat und Oxybenzoesäure durch Abdampfen mit nicht zu verdünnter Salzsäure. Schp. 225*^. Formel: C15H19NO3. Sehr schwer löslich in Wasser, ziemlich schwer in Alkohol und Aether, leicht in Säuren und Alkalien. Chlorhydrat: Ci.UIm N03,HC1. Sulfat: (C1.5 Hl, NO;02 SO.I H2,4H2 0. Platindoppelsalz: (C15HU.NO3 ,nGl)2PtCl.i, orangefarbene Dlättchen, in heissem Wasser löslich, in Alkohol unlöslich. Pikrat, gelbe spitze Tafeln. Golddoppelsalz, gelbes schwer lösliches Pulver. Lösung des Chlorhydrats der Base giebt mit Quecksilberchlorid krystallinisch erstarrendes Oel, Zinnchlorid gut krystallisirendes, schwerlösliches Doppelsalz, Kaliumquecksilberjodid weisse Fällung, gelbes und rothes Blutlaugensalz krystallinischo Niederschläge, Phosphormolybdänsäure und Gerbsäure amoi'phe Fällungen. Physiol. Wirkung: schwach mydriatisch. Paraoxybenzoyltropein. Cm Hin NO;! . Schp. 237. Darstellung wie die dei- übrigen Tropeine. Nitrat in kaltem Wasser schwer, in heissem Wasser und in Alkohol leicht löslich. Platindoppelsalz orangerothe Blättchen ») Berl. Bor. 13. 252. ■'} Ibid. 1081. tflanze. Allcaloifie. l45 in kaltem Wasser schwer löslich. (C15H1C) NOai HCl)2PtCU ,2H20. Pikrat fällt aus saurer Lösung krystallinisch aus. Aus der salzsauren Lösung giebl Goldchlorid ein krystallinisches Doppelsalz, Kaliuniquecksilberjodid amorphe Fällung, Jod in Jodkalium krystallinisch erstarrendes Oel, Quecksilberchlorid und gelbes und rothes Blutlaugensalz krystallinische Fällungen. Tannin und riiosphormolybdänsäure wie bei Oxybenzoyltropein. Orthooxybenzoyl- tropein oder Salicyltropein (s. oben.) Golddoppelsalz krystallisirt in schönen Blättern. Benzoy Itropein. Seidenglänzende Blättchen. Schp. 58". 0151119^02,2112 0. Aus der entwässerten ätherischen Lösung werden Kry- stalle vom Schp. 41 — 42» erhalten. Starke Base. Nitrat schöne Nadeln. Pikrat spitze scheinbar rhombische Nadeln. Platindoppelsalz (Gl 5 Hl 9 NO3 ) HC1> Pt CI4 , 2H2 Goldchlorid giebt in der salzsauren Lösung der Base krystallinische Fällung, Jod in Jodkalium ein braunes Oel, Quecksilberchlorid ein krystallinisches Doppelsalz, Kaliuraquecksilberjodid rasch erstarrendes Oel, Ferro- und Ferri- cyankalium, Pliosphormolybdänsäure und Tannin Fällungen. Phtaly Itropein. Geringe Ausbeute. C24Ha2N2 0.i. Platindoppelsalz, schöne Nadeln C24H32N2 Ojt,2HCl,PtCl4. Atropyltrope'in oder Anhy- drotropein. Erhalten aus Atropasäure mit Tropin und Salzsäure C17H21 NO2. Goldchloriddoppelsalz, ein rasch in kleinen Nadeln krystallisirendes Oel: C17II21 N02,riCl,AuCl3. Cinnamyltropein, C17H21NO2. Kleine Blättchen. Schp. 70". Leicht löslich in Alkohol und Chloroform, schwer in Wasser. Chlorhydrat, seideglänzende Blättchen. Platindoppelsalz fällt als Oel, das all- mählich erstarrt. Krystallisirt aus heissem Wasser in glänzenden, mikro- skopischen Krystallen. Golddoppelsalz verhält sich wie das Platindoppelsalz. Li der salzsauren Lösung der Base giebt Tannin eine amorphe Fällung; auch in saurer Lösung erzeugt Pikrinsäure, Quecksilberchlorid, Kaliuni- quecksilberjodid, und Jod in Jodkalium krystallinische Niederschläge. Oxytoluyltrope'in oder Homatropin. C16H21NO3. (s. ob.). Bis jetzt konnte die Base nicht fest erhalten werden. Das Bromhydrat wird leicht krystal- linisch erhalten. Es wurde analysirt und gemessen. Auch das Chlorhydrat und das Sulfat wurden krystallisirt erhalten. Physiologisch wirkt es ebenso ener- gisch wie Atropin, jedoch geht die mydriatische Wirkung beim Homatropin viel rascher (in 12 — 24 Stunden) vorüber als bei Atropin (8 Tage). Nachtrag zum Homatropin. A. Ladenburg. ^) Verf. theilt mit, dass es Herrn E. Merck in Darmstadt gelungen sei das Homatropin krystal- linisch zu erhalten. Durch Umkrystallisiren der krystalliuischen Masse er- hielt Verf. schöne Krystalle von Homatropin, die geraessen und analysirt wurden. Formel C16H21NO3. Ueber das Hyoscin. A. Ladenburg. 2) In dem Hyosciamus kommt neben dem krystallinischen Hyoscyamin noch ein zweites amorphes Hyoscyamin vor, das nach dem Auskrystallisiren des ersteren in der Mutter- lauge zurückbleibt. Durch das Golddoppelsalz wurde dasselbe gereinigt. Dasselbe konnte in breiten, glänzenden Prismen dargestellt werden. Es schmilzt bei 198". Die Analysen dieses Doppelsalzes stimmen auf die Formel C17H23NO3HCIAUCI3. Aus dem Goldsalze wurde die Base als nicht kiystallisirbarer Syrup dargestellt. Das Pikrat derselben gal) Zahlen, die wenig mit der Formel C17 n23N03i C6H2 (N02)3 0H übereinstimmen. ») Boil. Ber. 1». 1.340. '^) Ibid. 1.549. Jahresbericht. 1880. ;[Q 1 i/» T?fulf>n, Wasser, Atmospliürc, Pflanze, Dünger. Dio ZcrRet7;iinü;s]iro(lnrto dieser Base, die Vcif. Hyosoin nennt, mit r.ar5^t- liydrat wurden genau sludirt. Das 1)asisclic Zersctzungsproduct siedet bei 241 — 243" und wurde dadurcli, wie dureh Bestimmung der krystallo- grai)hiselicn Eigenschaften seines Platindoppelsalzes als verschieden vom Tropin erkannt. Verf. nennt dieses Spaltungsproduct Pscudotropin. (iohld()pi)e]salz, kleine, glänzende, scharf begrenzte rhombische Formen von dei- Zusammensetzung: Cs Hi,5N(),IIC],AuCl3. Das saure Spaltungsproduct des Ilyoscins erwies sich als Tropasäure. Die salzsaure Lösung der Base gab mit Kaliumquecksilberjodid hellgelben, amorphen Niederschlag, mit Queck- silberchlorid eine amorphe und manchmal auch ölige Ausscheidung, durch Jod in Jodkalium ein scliwarzes, öliges Perjodid, Ferrocyankalium weissen amorphen Niederschlag. Die mydriatische Wirkung des Alkaloids ist der des Atropins analog und mindestens ebenso stark. Schliesslich giebt Verf. eine Zusammenstellung der bis jetzt bekannten, stark mydi'iatisch wirkenden Alkaloide: 1) Atropin, C17H23NO3, spaltet in Tropasäure, C9H12O3 und Tropin, Cg Hl 5 NO. 2) Hyoscyamin, C17 H23NO3, spaltet in Tropasäure, Cy II12 O3 und Tropin, Cs Hl 5 NO. 3) Hyoscin, C17 H23 NO3, spaltet in Tropasäure, C9 H12 O3 u. Pseudotropin, CsHiöNO. 4) Homatropin, C1CH21NO3, spaltet in Mandelsäure, C8H8O3 u. Tropin, C8H15NO. Es geht hieraus hervor, dass die bis jetzt bekannten in der Natur vorkommenden Mydriatica unter einander isomer sind. Zur Constitution des Cinchonins und Cinchonidins.^) Zd. H. Skraup. Bei der Oxydation von Cinchonin mit Chromsäure (50 gr Cinclion, 160 gr conc. SO4H2, 1,5 1 Wasser und allmählich Zufliessen lassen von 110 gr Chromsäure) entsteht Cinchoninsäure (50,4%). Daneben entstehen noch andere, nicht eingehender studirte Producte, darunter wesentlich eine amorphe saure Substanz. Cinchonidin wird schwerer von Chromsäure an- gegriffen als Cinchonin und die Ausbeute an Cinchoninsäure ist etwas geringer. Die Carboxyciuchoniusäure Weideis ist mit der Cinchoninsäure identisch. Die Cinchoninsäure (Schp. 253 — 254 ") enthält 2 Mol. Krystallwasser. Weiter wurden Salze der Säure untersucht. Ihre Formel ist Cio H7 NO2. Da sie nach Königs bei der Destillation mit Kalk Chinolin liefert, niuss sie als Chinolinmonocarbonsäure aufgcfasst werden. — Bei der Oxydation der Chinolinsäure mit Kaliumpermanganat entsteht die Oxycinchomeronsäure Weidcls, die mit Eisenoxydulsalzen rothc Färbung giebt. Die Säure erwies sich aber bei der genaueren Untersuchung ihrer Salze und ihres Destillations- productes mit Aetzkalk (Pyridin) als eine Pyridintricarbonsäure, Schp. 249 — 250". Trockne Destillation dieser Tricarbonsäure ergab die dritte isomere Pyridinmonocarbonsäure, die y Pyridiucarbonsäure. Die Säure sublimirt un- zersetzt. Schp. 305 — 306 ". — Durch Einwirkung von Bromwasserstoff auf Cinchonin wurde ein Körper Ci9H2.5N2 0Br;i erhalten. Diese Bromver- bindung giebt mit Ammoni